Stolpersteinaktion der AG "Miteinander gegen Rechts"

 

Am Freitag, dem 06.11.2015, um 12.00 Uhr fanden auf der Wengestraße Nr. 9 in Dortmund- Huckarde, vor dem ehemaligen Geburts- und Wohnhaus von Karl Altenhenne, eine Reinigung des dort verlegten Stolpersteins sowie eine Würdigung des Widerstands zur Nazizeit statt, durchgeführt von unserer AG "Miteinander gegen Rechts".

Das Gesamtprojekt wurde im Rahmen des Gedenkens der Pogromnacht in der Woche vom 1.1.-9.11.15 zu verschiedenen Zeiten an mehreren Stolpersteinen innerhalb Dortmunds von den jeweiligen Schulen oder Gruppen durchgeführt und wurde am Sonntag, dem 1.11.15, durch den OB auf dem Friedensplatz eröffnet.

Karl Altenhenne wurde 1878 im Haus in der Wengestraße Nr.9 geboren.

Er war Mitbegründer des ersten Huckarder Ortsvereins der SPD und wechselte später in die KPD, für die er in den Jahren zwischen 1928 und 1933 im Stadtrat saß.Als die Nazis 1933 die Macht übernahmen, war Karl Altenhenne, ein gelernter Hauer, arbeitslos. Mehrmals nahm man ihn in sogenannte „Schutzhaft“, d.h. er wurde in die Steinwache gebracht und später in das Konzentrationslager Esterwegen, aus dem er 1935 entlassen wurde. Damals war er 57 Jahre alt.

Trotz seiner Erfahrungen als Inhaftierter blieb er seiner politischen Auffassung treu, weil er sich nicht abfinden konnte und wollte mit diesem Regime, das die Menschenrechte mit Füßen trat und gründete eine Widerstandsgruppe auf der Zeche Hansa, wo er als Bergmann wieder Arbeit gefunden hatte.

Im Alter von 67 Jahren wurde er von der Gestapo wieder eingesperrt und schwer misshandelt. Schließlich wurde er im April 1945, kurz vor dem Ende des Horrorregimes, im Rombergpark ermordet.

In der Bittermark und im Rombergpark waren seit Anfang März annähernd 300 Menschen, die im Widerstand aktiv waren, ohne Gerichtsbeschluss hingerichtet, d.h. ermordet worden.

Unvorstellbar, 70 Jahre nach dem Mord an Karl Altenhenne und dem Ende jener Gewaltherrschaft der Nazis, die Millionen von Menschen das Leben kostete, müssen wir uns wieder oder immer noch gegen die ständig zunehmende und eskalierende Gewalt, die von rechts kommt, zur Wehr setzen.

Wir haben letztes Jahr die Scherbenspur auf dem Huckarder Markt gelegt, um an die Geschehnisse in der Pogromnacht 1938 zu erinnern und warnend aufzuzeigen, dass sie sich bis heute fortsetzt.

Es ist kaum zu glauben, aber wieder brennen in unserem Land Häuser für Menschen, die auf der Flucht sind und bei uns um Asyl bitten. Im Januar nächsten Jahres werden wir auch in unserem Stadtteil Menschen aufnehmen, die ihr Land verlassen mussten, weil dort ihr Leben bedroht ist. Wir werden sie willkommen heißen.

(Text: G. Schleuter)

Stolpersteinaktion 15

zurück zur Seite:

Aktuell


 
webdesign: gdt