Berlinfahrt 2006

Vom 29.03.06 bis 31.03.06 fuhr der gesamte 11. Jahrgang zu einer Studienfahrt nach Berlin.

Am Mittwoch, dem 29.03 ging es um zwanzig vor fünf los. Ziemlich verschlafen, bzw. müde von der durchwachten Nacht, sammelten wir uns auf dem B-Schulhof, um auf den Bus zu warten. Nach der letzten Zigarette und dem Abschiednehmen von den Eltern stiegen alle ein, ohne die vorher angekündigte Taschenkontrolle großartig mitzubekommen.

Die Hinfahrt selbst verlief eher ruhig, bis auf das Erkenntniss, dass es nicht so warm sein würde, wie es in Dortmund war. Stimmt´s, Özlem? Nunja, Kaffee und Kakao wärmten uns schnell auf, im Bus war es kuschelig warm und so verging die Hinfahrt recht angenehm.

Gegen zwei Uhr erreichten wir dann endlich unser Jugend Hostel am Friedrichshain. Viel Zeit blieb uns nicht, da es direkt zum Reichstag weiterging. Zuersteinmal wurden wir alle gefilzt und bekamen einen Besucherausweis, bevor es zur Kantine weiter ging. Ich muss schon sagen, kalte Nudeln und warme Bolognese sind eine interessante Mischung...

Nach dem Mittagessen hatten wir Gelegenheit, uns das Gebäude anzusehen und durften einer Sitzung des Haushaltsausschusses im Plenum beiwohnen. Soviele neue Eindrücke machen einen ganz schön müde, muss ich sagen. Nichts desto trotz war es sehr interessant sich diesen Raum einmal in natura anzusehen, den man vorher nur aus dem Fernsehn kannte. Danach ging es weiter zu einem Gespräch mit dem Assistenten von Marko Bülow. Der Abgeordnete war leider erkrankt, so dass wir dem Ersatzmann auflauern konnten. Nach einer hitzigen Diskussion über die Gehälter von Abgeordneten und den überraschenden Outing des Jahrgangs, in dem es von Kommunisten und Linken scheinbar nur so wimmelt, ging es weiter zur Glaskuppel. Nachdem wir den tollen Ausblick genossen hatten, gingen wir im eiskalten Nieselregen weiter zum jüdischen Denkmal. Viel Respekt zeigten wir nicht, muss ich zugeben, da wir es zum Verstecken und Fangen missbrauchten. Unsere Lehrer (Frau Ahrends, Frau Damm, Herr Heck, Herr Player und Frau Volbers-Wagner) hatten sich schon frühzeitig verabschiedet, so dass wir alleine zurück zum Jugend Hostel finden mussten. Früher oder später trudelten die meisten dann ein, mit schmerzenden Füßen und durchgeweichten Klamotten, aber gesund und lebendig. Zum Abend sage ich nur so viel: Karaoke ist unter bestimmten Vorraussetztungen ziemlich lustig.

Der nächste Morgen begann recht harmonisch. Nachdem der erbitterten Kampf um die Duschen ausgefochten worden war und alle gefrühstückt hatten, machten wir gegen zehn Uhr eine Stadtrundfahrt. Wir konnten uns das Kanzleramt und den Reichstag noch einmal aus der Ferne ansehen, bekamen neue Eindrücke über das Diplomatenviertel (Die Finnen sind echt nett, dass sie sich ihre Sauna mit den anderen skandinavischen Ländern teilen) und wurden nach weiteren Informationen in der Innenstadt heraus gelassen. Das hemmungslose Shopping fiel recht kurz aus, aber einen Besuch beim KDW ließen sich die wenigsten nehmen.

Zwischen zwei und drei Uhr trudelten alle am Treffpunkt ein, von dem aus die verschiedenen Gruppen die Museumsbesuche starteten. Die Möglichkeiten, die vorher wählbar gewesen waren, erstreckten sich über die Vorbereitungen der WM, Besuch beim jüdischen Museum bis hin zum Besuch vom deutschen historischen Museum und einem Besuch beim Pergamon-Museum.

Beim späteren Austausch kam heraus, dass alle Führungen mehr oder weniger interessant gewesen waren. Die Zeit war leider knapp bemessen, da eine gute Stunde in den meisten Fällen vorne und hinten nicht gereicht hat, um auch nur die Hälfte zu sehen.

Mal wieder unter Zeitdruck stehend rasten wir so schnell wie es ging zurück zum Hostel, zogen uns um und ab wieder in den Bus. Warum die Eile? Na, weil sich unsere Lehrer keine Kosten und Mühen gescheut haben und Karten für das Musical "Die drei Musketiere" in der Oper des Westens besorgt hatten.

Die Meinungen waren später sehr geteilt. Während einige behaupteten, dass es schlimmer als jeder Disney-Film war, fanden es einige herzzerreißend. Ich persönlich trauere immer noch um die falsch verstandene Lady de Winter.

Nach einem kleinen Zwischenfall beim Abholen (Hier noch einmal herzlichen Dank an unseren Busfahrer, der uns abends freiwillig eingesammelt hat), da Sesselüberzüge verschwunden waren, ging es zurück zum Hostel. Nachdem die Pizza-Bude neben der Herberge ziemlichen Profit an uns hungernden Schülern gemacht hatte, saßen noch einige in der Bar, während andere das Nachtleben in Berlin erkundeten. Über den restlichen Abend breite ich wie am vergangen den Mantel des Schweigens.

Der nächste Morgen sah nicht mehr ganz so rosig aus. Unausgeschlafen und ein bisschen mürrisch traten alle an, um gegen zehn Uhr nach Hause zu fahren. Wir machten vorher noch einen Zwischenstopp bei der Gedenkstätte Sachsenhausen. Das große Arial war leider nicht ganz erkundbar, da wir nur eine Stunde Aufenthalt hatten. Das Gesehene jedoch war äußerst ausdrucksstark und hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.

Am Nachmittag wurden die Hungerrufe immer stärker, bis sich unsere Lehrer erbarmten und einen Zwischenstopp bei McDonalds einlegten. Es muss äußerst merkwürdig ausgesehen haben, wie gut 70 Schüler in den Laden strömten und alles leer kauften. Nachdem alle gesättigt waren, was eine gute Stunde dauerte, ging es weiter.

Gegen halb acht blieb der Bus dann vor der Gustav-Heinemann Gesamtschule stehen. Koffer wurden ausgepackt, man verabschiedete sich und fuhr nach Hause. Trotz mancher Pannen muss ich sagen, und ich denke ich spreche da für alle, dass die Berlinfahrt alles in allem ziemlich angenehm gewesen war und die Vorfreude auf die nächste Klassenfahrt geweckt hat.

 

Witta Winkelhahn

 

Berlinfahrt im 11. Jhg.
zurück zur Seite:

Projekte