Selbstständiges Lernen in der Sekundarstufe II

Ilka Wandelt wurde ausgezeichnet mit einem Preis des Landes NRW für ihre Staatsarbeit im Themenbereich "Neue Medien" .
 
Die Preisverleihung

In dieser Arbeit wird auf der Grundlage des Begriffs des "Selbstständigen Lernen" als psychologischer Kategorie und pädagogischer Zielsetzung insbesondere der Sekundarstufe II ein Konzept erstellt, das ein computergestütztes Selbstlernzentrum als Nahtstelle zwischen unterrichtlichem, fremdgesteuertem und außerunterrichtlichem, selbstständigen Lernen versteht.

Begreift man Lernen als einen Prozess, der sich ab einem gewissen Punkt stets einer externen Steuerung entzieht und der vor allem in motivationaler und volitionaler Hinsicht schwer von außen zu beeinflussen ist, so ergeben sich für selbstständiges Lernen, das im Sinne von Mündigkeit einerseits und Wissenschaftspropädeutik andererseits in den Richtlinien der Gymnasialen Oberstufe eine zentrale Rolle einnimmt, im Rahmen eines Unterrichtsprozesses Grenzen. Unterricht ist prinzipiell fremdgesteuert und muss daher, will er zu selbstständigem Lernen hinführen, Bezug auf außerschulisches Lernen nehmen. Zudem kann in Unterrichtsphasen zwar Selbstständigkeit in kognitiver und metakognitiver Hinsicht gelernt und geübt werden, die Förderung motivationaler und volitionaler Merkmale, wie sie selbstständiges Lernen besonders erfordert, muss jedoch in einem freieren Rahmen erfolgen, der die Grenzen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Lernens verschwimmen lässt.


Oberstufenschüler im Selbstlernzentrum der SII

Die Arbeit mit einem computergestützten Selbstlernzentrum ist in besonderer Weise geeignet, die Verbindung zwischen unterrichtlichem und außerunterrichtlichem Lernen herzustellen und an selbstständiges Lernen heranzuführen. Interaktivität, Multimedialität, Hypertext und die Anpassungsfähigkeit computergestützter Medien an Lernende ermöglichen individuelle Lernwege mit größtmöglicher Offenheit und gleichzeitig stets erreichbarer Hilfestellung. Die Einbindung eines Selbstlernzentrums in das schulische Lernen stellt aber besondere Anforderungen an die verwendeten Medien, an die Medienkompetenz der Lernenden und an die Gestaltung des Unterrichts.


Nutzung des Selbstlernzentrums in der Stadtteilbücherei in Huckarde

Zur Auswahl der Medien werden in dieser Arbeit die wichtigsten Merkmale geeigneter Medien erörtert und dem Lehrenden eine Checkliste für PC-Programme an die Hand gegeben. Zur Sicherstellung einer grundlegenden Medienkompetenz wird ein Konzept für Methodentage zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 vorgestellt, die im weiteren Verlauf von einem Tutorensystem gestützt werden. Bei Umgang mit Neuen Medien sollte trotz der Möglichkeit von Online-Hilfen auf die Betreuung des Selbstlernzentrums durch besonders geeignete Schülerinnen und Schüler nicht verzichtet werden. Zuletzt werden die Nahtstellen aufgezeigt, an denen der Unterricht in selbstständige Arbeit mit dem Selbstlernzentrum münden kann. Es werden Aufgabenbeispiele gegeben, die einerseits die besondere Gestaltung von Unterricht im Hinblick auf selbstständiges, computergestütztes Arbeiten verdeutlichen, zum anderen einen progressiven Weg aufzeigen, der nach und nach zu zunehmend eigenverantwortlichem Arbeiten führt.

Download der ganzen Staatsarbeit als pdf-Datei (1012 KB):

   Selbständiges Lernen in der SII von Ilka Wandelt

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Text und Fotos:
Ilka Wandelt