Zusammenfassung:

[9] Darstellung und Aufbau des LP

Es werden mehr Gestaltungshinweise zu konkreten Lernsituationen gefordert (exemplarische Beispiele), die im Einklang mit den Prüfungsmodalitäten stehen.

Eine inhaltliche Präzisierung (Lernziele,Mindestanforderungen, Abgrenzung von Kern-und Fachqualifikationen), leichte Lesbarkeit und klare Systematisierung wird oft gefordert. Dabei muss die Stofftiefe in Hinblick auf die Prüfung festgelegt werden (evt. Stundenkontingente vorgeben).

Allerdings gab es auch die Meinung, das ein offener Lehrplan die Orientierung an der heimischen Wirtschaft ermögliche, was andere im Zeitalter der Globalisierung für falsch halten.

Kritisch wird bemerkt, dass teilweise Inhalte als Grundlagenwissen vorausgesetzt werden, die nicht vorhanden sind.

Begrifflichkeiten werden zu allgemein behandel.

Die Zuordnung zu Fächern wird gewünscht, bzw. die eindeutige Zuordnung von Fächern zu Lernfeldern. Dabei sollten Fächer als oberstes Strukturierungselement anlegt werden -Lernfelder als zweite Sichtweise. Dabei könnte die Zusammenführung beider Elemente in einem Matrixsystem die Zusammenhänge verdeutlichen.

Einige Kollegen möchten das Lernfelder und Fächer indentisch behandeln. Andere möchten die Abgrenzung zwischen den Lernfeldern deutlicher.

Manche wünschen sich, dass die Lernfelder mit Noten auf dem Zeugnis erscheinen.

Auch das Aufzeigen von Querverbindungen innerhalb der Lernfelder wird angedacht.

Nach Meinung einiges Befragten wäre eine Reduzierung auf 3 IT Berufe (BWL-Anwendungsentwicklung-Netzwerktechnik)besser als das jetzige Angebot. Die Unterscheidungen zwischen den Berufsbildern sollten klarer definiert weden.

 

[18] Nutzen des Lehrplans für die Ausbildung

Es sollte nach Meinung einiger Kollegen stärker auf die Verzahnung mit der betrieblichen Ausbildung eingegangen werden. Demnach fehlt die Konkretisierungen für das 2. und 3. Ausbildungsjahr noch und ausserdem wären Hinweise und Ideen zur stärkeren Einbindung des berufsübergreifenden Bereichs wünschenswert.

Neben der oben geäußerten Kritik gibt es aber auch die Meinung, das die Offenheit der Lernfelder viele Gestaltungsmöglichkeiten zuläßt, sodass neue Aspekte jederzeit integriert werden können und regionale Besonderheiten eingebaut werden können. Andererseits liegt in dieser Offenheit aber auch die Problematik z.B. in Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung.

 

[20] Angemessenheit der Stundenverteilung

 

Durch die Unsicherheit bezüglich der Inhalte und dem daraus folgenden Bestreben, möglichst viele Inhalte zu vermitteln, kommt es zu einer Überfrachtung der Schüler mit Stoff. Daraus folgt, dass damit die Stundenkontingente in Bezug auf die Abschlußprüfung zu gering sind.

Ein klarer Stoffkanon, verbunden mit Angaben über die Tiefe der Stoffbehandlung kann Zeit sparen.

Eine stärkere Profilierung der Schwerpunktfächer ist nach Meinung der Befragten erforderlich und damit ein größerer Zeitanteil für Kernqualifikationen und fachspezifische / berufsrelvante Inhalte .

An dieser Stelle gibt es unterschiedliche Interessen, die sich in verschieden Umgestaltungsvorschlägen widerspiegeln (z,B. mehr Englisch – weniger Politik, Auslagern von Inhalten nach Deutsch...)

 

 

 

[22] Angemessenheit der Stundenverteilung (Handlungskompetenz)

Aufgrund der oben beschriebenen Stofffülle ist in dem gegebenen Zeitrahmen kein handlungsorientierten Unterricht möglich.

Daher muss für diese Unterrichtsform entweder mehr Zeit zur Vermittlung der notwendigen Inhalte zur Verfügung stehen oder die zu vermittelnden Inhalte müßten besser eingegrenzt werden.

Auf der Wunschliste steht die Projektarbeit, z.B. 1 Woche/Jahr mit konkreten Inhalten. Dabei sollte fächerübergreifend gearbeitet werden.

 

 

[24] Informationen zu Lernsituationen:

Während für 2/3 der Befragten die beispielhafte Darstellung von Lernsituationen sehr hilfreich wäre, lehnt 1/3 der Kollegen dies ab, da Sie nicht eingeengt werden möchten. Ihrer Meinung nach gehören Lernsituationen nicht in den Lehrplan, sondern in die Forbildung.

Der Lehrplan läßt nach Meinung der Mehrheit kein konkretes Anforderungsprofil erkennen. Daher fordern Sie die beispielhafte Darstellung von Lernsituationen aus der Praxis. Dies könnte über eine zentrale Datenbank in Soest geschehen, die permanet aktualisiert werden sollte.

Ein Kollege möchte eine stärkere Konkretisierung der Lernfelder in Ziele.

Ein Kollege lehnt einen handlungsorientierten Ansatz ganz ab.

 

[26] Prüfungsproblematik:

Die Verschiebung der Zwischenprüfung auf einen späteren Zeitpunkt wird oft gefordert (z.B. 2.Märzhälfte). Damit könnte z.T. auch die Problematik der Diskrepanz zwischen Prüfungsfragen und bisherigem Stoff gemildert werden, denn zum Zeitpunkt der Zwischenprüfung werden Qualifikationen verlangt, die Schüler noch nicht erworben haben. Die Prüfung wird bei der IHK Nürnberg-Erlangen erstellt. Die Schüler in diesem Kammerbezirk haben zum Zeitpunkt der Zwischenprüfung bereits einen weiteren Unterrichtsblock absolviert.

Oft wird beklagt, dass Stoff der Oberstufe (z.B. objektorientierte Programmierung) bereits in der Zwischenprüfung abgefragt wird und dabei gefordert, dass sich der Prüfungserstellungsausschuss an die durch den Lehrplan vorgegebene Reihenfolge halten möge.

In Bezug auf die Abschlussprüfung stellen die Befragten fest, dass die Angaben zu den Lehrinhalten und Zielen so allgemein und umfassend formuliert sind, dass jeder Schüler bzw. Lehrer die Inhalte für sich konkretisieren muss. So entsteht ein Konflikt zwischen dem handlungsorientierten Unterricht und der Prüfungsabfrage von Fachwissen einerseits und den allgemeinen Lehrplanformulierungen und den vertieften Fragestellungen in der Prüfung andererseits.

Daher fordern die beteiligten Lehrer, dass die Ziele und Inhalte von einer Gruppe in Abstimmung mit allen Beteiligten für das ganze Land verbindlich und konkret festgelegt werden müssen.

Es sollten Kernqualifikationen und absolut relevante Fachqualifikationen für die einzelnen Berufe gestuft bzw. modulartig herausgearbeitet und transparent gemacht werden. Die Thementiefe muss deutlicher werden!

Grundsätzlich wird eine Abstimmung der Prüfungsanforderungen mit den Aufgabenerstellungsausschüssen gefordert, bei der einerseits eine sachlogische Reihenfolge für die Prüfung festgelegt (Abgrenzung des Stoffes bis zur Zwischenprüfung) und andererseits das Problem der unklar definierten Lerninhalte gelöst werden müßte.

 

[27] Weitere Anmerkungen:

Die Zusammenfassung der Berufe Informatikkaufmann und IT-Systemkaufmann zu einem Ausbildungsberuf wird von einigen Befragten gefordert, da der Unterschied zwischen beiden Berufsbildern nicht deutlich ist!

Die Schaffung eines Zeitfensters für die Durchführung schulischer Projekte wird teilweise gewünscht.

Der Austausch von Lernsituationen für den Unterricht in einen gemeinsamen Pool wird angeregt.

(An dem könnte sich die Lehrplankommision orientieren)

Die Möglichkeit Lernfeldern Zeugnisnoten zuzuweisen und die Benotung des Evaluationsbogens nach gängigem Bewertungsschemata durchzuführen, werden vorgeschlagen.

Ein Kollege beklagt, dass die verschiedenen Industrie- und Handelskammern unterschiedliche Hilfsmittel in den Abschlussprüfungen zulassen und fordert Abhilfe.