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| oder: Kleine Chronik des
Konrad-Klepping-Berufskollegs
1888 wird zu Dortmund eine Kaufmännische Fortbildungsschule eröffnet. Handelskammer und Stadt, die Träger dieser zunächst noch nicht der Schulpflicht unterliegenden, in Abendform betriebenen Einrichtung wollen auf zunehmende Klagen über die Unzulänglichkeiten in der theoretischen Ausbildung reagieren durch praktische Tätigkeit allein könne man den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden.
1895 sind bereits drei verschiedene Stufen eingerichtet. Die Schülerzahl aber geht wegen des Prinzips der Freiwilligkeit bzw. der Belastung durch die lange Arbeitszeit zurück.
1899 entsteht eine Vollzeitschule, die Höhere Handelsschule. Sie ist zunächst nur für männliche Schüler zugelassen.
1905 wird die Berufsschulpflicht für die "Kaufmännische Fortbildungsschule" durchgesetzt.
1907 können Mädchen die beiden eingerichteten Schulformen besuchen.
1908 werden beide kaufmännische Bildungseinrichtungen in Dortmund also Berufs- und Vollzeitschule - unter der Leitung von Direktor Dr. May zusammengefasst 1910 nennt sich die neue Berufsschule "Städtische Kaufmännische Unterrichtsanstalten". Ihr wird nun auch eine einjährige Handelsschule quasi als Zubringer angegliedert aber nur für Mädchen. 1911 setzt sich die Einsicht durch, dass auch Jungen einer Grundbildung bedürfen. In der Folge entsteht für die Handelsschule auch ein zweijähriger Bildungsgang. Der Erste Weltkrieg unterbricht die schnelle Entwicklung des Berufsschulwesens die Lehrer sind im Krieg. Auch die männlichen Schüler werden zunehmend eingezogen. Als Folge davon werden nun vermehrt Mädchen für die kaufmännischen Berufe ausgebildet. 1921 protestiert die gesamte Dortmunder Wirtschaft gegen Pläne der Stadt, die Zuschüsse zu den Vollzeitschulen (die noch nicht als Pflichtschulen geführt wurden!) zu streichen. 1926 können erstmals die verschiedenen zusammengehörigen kaufmännischen Schulen, die bis dahin an 14 Standorten arbeiten, auch räumlich zusammengefasst werden. Ein Neubau an der Gronaustraße wird zum Ursprung des heutigen Zentrums der Berufkollegs. Ein Zeugnis einer Verkäuferin aus dieser Zeit: |
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1933 feiert Direktor Dr. May laut Konferenzprotokoll den "Sieg der nationalen Revolution im gesamten deutschen Sprachgebiet." Die Lehrer werden angehalten, auf den "Deutschen Gruß" zu achten. Bereits am 11. Oktober 1933 wird den für ihren Unterricht empfohlen: "Mein Kampf" und "Einführung in die Rassenkunde" .... Im Mittelpunkt der Vollzeitschulen ist nun nicht mehr die Höhere Handelsschule, sondern die Handelsschule, die mit der Mittleren Reife (dem "Einjährigen", der Berechtigung zum einjährigen Militärdienst) abschließt. Das neue, in den Jahren vorher offenbar dringend nötig gewesene Fach Staatsbürgerkunde dient dazu, die jungen Leute auf die Nazis einzuschwören. Schon 1934 kommen Hitlerjugend und Bund deutscher Mädchen (BDM) in Uniform zur Schule. Mehr als die Hälfte der Schüler und alle Lehrer sind in Naziorganisationen. Ab 1939 steht alles im Zeichen des Krieges. Die Schülerinnen und Schüler werden als Ersatz für die Soldaten in den Geschäften gebraucht - der Unterricht ist unregelmäßig. Dafür müssen z. B. Spenden für den Geburtstag des Führers gesammelt werden. Jungen brechen ihre Ausbildung ab; sie werden zu militärischer Ausbildung gedrängt.
1942: "Wegen des Papiermangels soll nur das Notwendigste geschrieben werden", verfügt eine Lehrerkonferenz.
1943 müssen wegen des Bombenkrieges 200 Schüler der Vollzeitschulen, Handels- und Höheren Handelsschule, mitsamt ihren Lehrern, die "4 Kriegsstunden" geben müssen, in den Schwarzwald, nach Triberg und Titisee, evakuiert werden.
1944: Immer weniger Lehrer, immer weniger Schule in Dortmund. Die Schulgebäude sind schon vor dem letzten großen Angriffen auf die Innenstadt vollkommen zerstört. Nach dem 18.9.1944 wird der Schulbetrieb komplett eingestellt.
1946 13 Lehrerinnen und 6 Lehrer, unter ihnen der tatsächlich noch für ein paar Monate der seit 1914 (!) amtierende Dr. May, beginnen wieder mit dem Unterricht an verschiedenen Standorten. Das Angebot der "Schulspeisung" ist Anreiz zum Schulbesuch.
1947 wird unter dem neuen Schulleiter Dr. Artur Baumgardt auch er war schon während der des Dritten Reiches an der Schule tätig die Staatsbürgerkunde als "Bürgerkunde" beibehalten und sogar Prüfungsfach. Da die erste Not überwunden ist, werden Schulversäumnise zum Problem. Eine Lehrerkonferenz verfügt, nun "wieder wie vor dem Kriege" zu verfahren: "Fehlt ein Schüler dreimal aus geschäftlichen Gründen, so wird von dem Klassenlehrer gegen die Firma ein Strafantrag gestellt".
1949 werden die Banken- und Steuerfachklassen eingerichtet. Zum Ärger vieler Lehrer lassen sich nun die Umgangsformen "wie vor dem Kriege" nicht mehr durchsetzen. Die Schüler nehmen z.B im Haus den Hut (!) nicht vom Kopf oder "lassen in den Fluren die Hände in den Taschen"....
1950 arbeitet die Schule mit 48 Lehrer, darunter auch schon der spätere Schulleiter Dr. Pante. Man richtet die Hoffnung auf den im Wiederaufbau befindlichen Schulblock an der Gronaustraße. Sorge macht nun sogar der "z.T. schwere Konkurrenzkampf .... mit den Privatschulen". Deshalb dürften aber, heißt es in einer Rüge, 40 Fehler im Diktat trotzdem nicht mit "gut" beurteilt werden. Auch wird beschlossen: "Um dem Schüler nicht während der 3 Schuljahre von Anfang an jede Entwicklungsmöglichkeit zu nehmen", die Note "1" in den ersten Jahren möglichst nicht zu vergeben. |
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1951 Ein Schulhaus an Robert -Koch-Straße, die Berswordtschule (Berswordt war wie Klepping Hansekaufmann!) wird unserer wenig später wieder "Kaufmännischen Unterrichtsanstalten" genannte Schule ganz zur Verfügung gestellt. Es existieren aber immer noch 5 Außenstellen mit insgesamt über 8000 Schülern. Nur 8 Stunden Berufsschule können erteilt werden. |
| 1956 finden die
verstreuten Ableger wieder zusammen. Ein Neubau am jetzigen Standort, der
Geschwister-Scholl-Straße, macht es möglich (s. Bild der heutigen Schule im Bau).
1958 beschließt der Rat die Teilung der "Kaufmännischen Unterrichtsanstalten" in zwei selbständige Schulen danach wir unsere Schule als "Kaufmännische Schulen I" geführt.
1959 ziehen die "Kaufmännischen Schulen II", die bis dato das Gebäude teilten, in den Nachbarbau an der Brügmannstraße.
1960 erhalten erstmals 4 Absolventen der Höheren Fachschule für den Industriekaufmann die beschränkte Hochschulreife der Weg zu den allgemeinen Abschlüssen ist frei.
1973 verfügt der Rat der Stadt die Teilung der "Kaufmännischen Schulen I" in zwei selbständige Schulen, von denen eine, nämlich das spätere Konrad-Klepping-Berufskolleg, wiederum "Kaufmännische Schule I" genannt wird. Bei der Schule I verbleiben folgende Berufsgruppen: Industrie, Büro, Banken, Wirtschafts- und Steuerberater, Rechtsanwalts- und Notargehilfen, Postassistenten. Später kommen noch die Justizberufe hinzu. (Die neue Schule "III" übernimmt die Ausbildung für Berufe des Großhandels, der Verwaltun und des Speditions- und Versicherungswesens - verbleibt aber noch viele Jahre im gleichen Gebäude.
1970 führt unsere Schule die Fachoberschule für Wirtschaft (Klasse 12) ein.
1982 können nach einer Spende der Sparkasse die ersten Computer für Schulzwecke eingesetzt werden.
1987 wird Schulleiter Dr. Pante nach 40jähriger Tätigkeit an unserer Schule verabschiedet; neuer Schulleiter wird Hans A. Wullenkordt. 1998 errichtet auch unsere Schule den Bildungsgang führten bis dato die Kaufmännischen Schulen II und III - eine Höhere Handelsschule (Höhere Berufsfachschule). Dr. Schulte, der jetzige Schulleiter tritt seinen Dienst an.
1999 führen landespolitische Veränderungen zur Umwandlung der Kaufmännischen Schulen I in ein Berufskolleg. Damit ist zugleich ein Namenswechsel verbunden. Seither heißt unsere Schule "Konrad-Klepping-Berufskolleg". |