Unser Berufskolleg, ehemals Kaufmännische Schulen I,

heißt seit 1999

 

Konrad-Klepping-Berufskolleg
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Ein neuer Name - Warum?

Bisher hatte man es schwer, die Berufsbildenden Schulen der Stadt Dortmund zu unterscheiden - den verschiedenen kaufmännischen und gewerblichen Schulen waren einfach nur römische Zahlen angehängt worden. Schulleiter, Schulverwaltungsamt und der Rat der Stadt hatten daher beschlossen, den Berufskollegs eigene Namen zu geben. Vor- und Zunamen, möglichst mit lokalem Bezug, sollten es sein.

Die Schulkonferenz unserer Kaufmännischen Schulen I hat in der Sitzung vom 5. Mai 1999 den neuen Namen Konrad-Klepping-Berufskolleg vorgeschlagen. Daraufhin hat der Schulausschuß des Rates der Stadt Dortmund der Namensgebung am 15. Juni 1999 zugestimmt.

 

Warum haben wir uns für "Konrad Klepping" entschieden?

Als Kaufmännische Schulen I verfügen wir über die längste Tradition kaufmännischer Bildung und Ausbildung in Dortmund. Der neue Name sollte dies und noch mehr zum Ausdruck bringen - Verbundenheit mit Stadt und Region, Bezug zum Kaufmannsberuf, insbesondere aber auch den Anschluß an Modernität, die   historisch immer wieder neu zu definieren ist. Konrad Kleppings Leben steht für all dies. Er war die bedeutendste Gestalt der Dortmunder Hanse, jenes Bundes von Kaufleuten, die als erste in Deutschland den Einstieg in europäischen Handel und Kreditwesen schaffte.

Der Name "Konrad Klepping" versinnbildlicht das Programm unserer Schule, kaufmännische Bildung auf der Grundlage kaufmännischer Tradition modern und zukunftsorientiert zu entwickeln und auszubauen.

 

 

Konrad Klepping - Wer war das eigentlich?

Im Gegensatz zu allen anderen Städten des Ruhrgebietes hat Dortmund eine Geschichte, an die sich zu erinnern lohnt. Im hohen Mittelalter nahm diese Stadt sogar eine führende Rolle in Europa ein: dank der Aktivitäten wagemutiger Kaufleute wie Konrad Klepping (Lebenslauf) einer war. Wie bereits der Name andeutet - Cleppinge, engl. "clippings", sind Ausschnitte, hier: aus der Tierhaut, ging es bei seiner Familie (Wappen)  besonders um die damals wichtigsten Handelsgüter: um Felle und Wolle. Beides kam meist aus England. Die Ausfuhr nach Deutschland, von der der englische Staatshaushalt entscheidend abhing, wurde nahezu vollständig von Hansekaufleuten aus Dortmund und Umgebung abgewickelt. Die Kleppings waren da beileibe nicht die einzigen. Über 200 Dortmunder aus 68 Familien haben sich nachweislich im 14. und 15. Jahrhundert in England zu Handelszwecken aufgehalten. Historisch bedeutsam ist die Tatsache, dass die Dortmunder die ersten waren, die sich in großem Stil im Kreditgeschäft engagierten. Und Erfolg hatten:

 Das beweist vor allem die Verpfändung sämtlicher englischen Zolleinnahmen an ein Konsortium von Dortmunder Kaufleuten, unter ihnen Konrad Klepping.

 Der Dank des Königs Edward III galt nicht nur manchem Darlehen, sondern auch für besonderen Mut: dank Kleppings persönlich über See überbrachter Informationen aus dem Netz der Hanse siegten die Engländer in der Seeschlacht von Sluis - und hielten die Handelswege über Flandern weiter offen.

 Und Klepping war dem König noch einmal spektakulär zu Diensten, als er die Auslösung der englischen Königskrone bei anderen Gläubigern des Königs betrieb und persönlich zurückgab.

Nun ja, Mittelalter. Was hatten die Bürger - modern gesprochen: wir - von alledem? Gar nicht einmal so wenig, wenn man die damaligen Verhältnisse bedenkt.

 Der wirtschaftliche Aufschwung, der auch durch intensiven Handel, nicht nur mit dem Westen, sondern auch mit Ost- und Nordeuropa zustandekam, sicherte der Stadt den Wohlstand. Außer in Dortmund waren in Lübeck, Danzig und Köln die Kleppings äußerst einflußreich.

 Einem Bruder Konrad Kleppings, der wie dieser und so viele aus seiner Familie das Amt des Dortmunder Bürgermeisters inne hatte, übergab der deutsche Kaiser 1332 eine Urkunde, der der Stadt außergewöhnliche Privilegien bestätigte. Die Kleppings, soviel ist überliefert, waren die besten Steuerzahler in Dortmund, das in damals in einer Blüte stand, die über Jahrhunderte nicht wieder erreicht wurde.

 Und die für seine Bürger besondere Sicherheiten bot. Eine Stadt mit reichen Bürgern konnte sich eine hohe Stadtmauer leisten. Es gelang den Truppen des Grafen von Mark und des Erzbischofs von Köln z.B. nicht, die freie Reichsstadt einzunehmen. Ausdrücklich wegen der Verdienste Konrad Kleppings, verrät uns eines der wenigen aus dieser Zeit erhaltenen Dokumente, sicherte ein mächtiger Graf allen seinen besonderen Schutz zu, die aus Dortmund durch sein Gebiet reisten.

Konrad Klepping - ein Name also, der zwar Tradition ausdrückt, der aber auch für etwas durchaus Modernes steht, dem wir uns verpflichtet fühlen: für Wirtschaft im europäischen Maßstab.