MEINE WELT 2020 |
REPORTAGEN AUS DER ZUKUNFT |
| 5 Mio v. Chr. |
Mit den ersten Lautübungen des Menschen, besser seiner Vorfahren, die sich von körperlichen und nonverbalen Äußerungen unterschieden, beginnt das Informationszeitalter. |
| 350000 v. Chr. |
Der so genannte Pekingmensch kann, wie später der Indianer in den USA, mit Rauchzeichen Nachrichten übermitteln. |
| 45000 v. Chr. |
Früheste Felskunst (Petroglyphen) in Panaramitee (Australien) |
| 30000 v. Chr. |
Verwendung von primitiven Zahlzeichen in Formen von Strichen, Kerben oder Knoten zum Abzählen. Es wurde auf Tierknochen geschrieben (eingeritzt). In Mesopotamien und vorderem Orient entsteht die Keilschrift in ersten Anfängen. Erste Höhlenmalereien in Südfrankreich (Chauvet-Höhle). |
| 24000 v. Chr. |
Früheste Felsmalereien in Afrika |
| 10000 v. Chr. |
Die Anfänge der Bilderschrift, einer Schrift, die Wörter, Begriffe oder gedankliche Zusammenhänge in bildhafter Form darstellen kann, sind in dieser Zeit möglich und anzunehmen. Die frühen Bilderschriften zeigten Gegenstände, Tiere, Pflanzen, Tätigkeiten in stilisierter, aber noch ohne weitere erkennbare Gestalt. Bilderschriften dieser Art waren die ältesten Schriften überhaupt. Höhepunkt der Höhlenmalerei in Frankreich (Lascaux), Spanien und ganz Europa. |
| 5000 v. Chr. |
Es gab erste Anzeichen für Zahlensysteme. Die Zahlenzeichen entwickelten sich bei den Mayas, Sumerern und Babyloniern. |
| 3800 v. Chr. |
Die Ursprünge der Karten (kartografische Darstellungen von Erscheinungen und Sachverhalten der Erde, anderer Weltkörper oder des Weltraumes in nur einer Ebene) reichen bis ins Altertum zurück. Die älteste bisher bekannte "Landkarte" wurde als Tontafel bei Nuzi, dem heutigen Jorgan Tepe, südwestlich von Kirkuk, Irak, gefunden. Sie zeigt Nordmesopotamien mit Bergen, Flüssen und Städten. Erstmals werden auch Zahlsymbole verwendet. Die Erfindung der Schrift ist im Bereich der Kommunikation das wohl Bedeutendste aller damaligen Ereignisse. Historische Alphabete sind auf die Schriften der Sumerer, der Chinesen und der Ägypter zurückzuführen. Als Träger der Botschaften gab es zunächst nur die Tontafeln. |
| 3700 v. Chr. |
Verwendung von Papyrus in Ägypten |
| 3000 v. Chr. |
Der Stempel- und Siegeldruck war als ältestes Druckverfahren in den frühen mesopotamischen und ägyptischen Kulturen bekannt und später im antiken Rom weit verbreitet. Stempel in Form von Stein-, Ton- oder Metallplatten mit Bild- und/oder Schriftgravuren dienten vor allem Beurkundungen und zur Kennzeichnung keramischer Erzeugnisse (Töpfe, Schüsseln, Ziegelsteine). Die Sumerer ritzen Informationen (Strichzeichen und einfache gegenständliche Abbildungen) auf Tontafeln. Sie machen erstmals Sprache und Nachrichten transportierbar und konservieren so Informationen. Erste, heute bekannte Schriftzeichen entstehen. Abstrakte Zahlenbegriffe sind jedoch fremd. In Ägypten (Hieroglyphen = heilige Schriftzeichen), im fernen Osten mit den Ideogrammen der Chinesen (chinesische Schrift) und den indianischen Kulturen entstehen ebenfalls einfache Schriftsysteme. Sie finden sich auf Gräbern, an Tempeln und Steindenkmälern. In Mesopotamien entstehen allerdings dann doch abstrakte Zahlbegriffe in Form eines Sexagesimalsystems (Einteilung eines Ganzen in 60 Teile, siehe weiter unten!). Zahlenvorstellungen wurden nachweislich schon in der Jungsteinzeit entwickelt und waren vermutlich sowohl kultischen als auch rein praktischen Ursprungs. Finger, Hände und Zehen hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Zahlzeichen und Zahlensystemen. So rechneten die Chinesen, Mayas, die Griechen und Römer entsprechend den fünf Fingern einer Hand mit einem Fünfer-System, Ägypter, Sumerer und Babylonier hatten, indem sie beide Hände heranzogen, ein Zehner-System. Inder und Mayas bauten unter Zuhilfenahme der Zehen in ihre Zahlensysteme noch eine Zwanziger-Stufung ein. Sumerer und Babylonier mischten das Zehner-System mit einem Sechziger System. Der Ursprung für die Basis 60 wird in ihrer Jahreseinteilung in 6 x 60 = 360 Tage gesehen. In Indien, China und Ägypten nutzte man auch schon Sonnenuhren. Ein schriftlich festgehaltenes Zahlensystem wurde erstmals mit einer Tontafel aus Uruk (3000 v.Chr.) überliefert. Sie enthält Aufzeichnungen über Tiere und Getreide in dem gemischten Zehner-Sechziger-System. Es gibt Quellen, die sagen, dass schon zu diesem Zeitpunkt der Abacus erfunden wird. Vermutlich in Babylon! |
| 2900 v. Chr. |
Die Babylonier entwickeln eine Keilschrift, bei der keilförmige Zeichen von links nach rechts zu lesende Zeilen bilden. |
| 2700 v. Chr. |
Älteste Funde von beschriebenen Pergament (Ägypten). |
| 2500 v. Chr. |
Die Ägypter tun es den Sumerern gleich, aber sie schreiben mit Tinte auf Papyrus (lat. papyrum, griech. pápyros - Papyrus [staude]) Gewebe einer damaligen Pflanze). So können Nachrichten noch leichter transportiert werden. |
| 2300 v. Chr. |
Die Einwohner des Industals schaffen Siegel mit Bildsymbolen, die das persönliche Eigentum kennzeichnen und sichern sollen. |
| 2000 v. Chr. |
Entstehung der abstrakten Mathematik. Auf Kreta lässt sich ein echtes Schriftsystem nachweisen, da es die Bilder und Zeichen in streng geregelter Abfolge zeigt. Die Schreibmaterialien sind wieder Siegel und Tontafeln. Briefe (lat. brevis), auf welchem Material auch immer, werden erstmalig geschrieben. Da diese auch versiegelt werden, muss nun nicht mehr der Bote nach Übergabe der Nachricht hingerichtet werden. |
| 1800 v. Chr. |
Erste Zeugnisse der babylonischen Lehrsätze in Form von geometrischen Figuren. Beispielsweise wird das Verhältnis der Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks im Sexagesimalsystem mit 1+24/60+51/3600+10/216000= 1:1,414212963 angegeben und das entspricht schon sehr genau dem tatsächlichen Wert der Wurzel aus 2. Die Assyrer entwickeln ebenfalls eine Keilschrift. |
| 1700 v. Chr. |
In Ägypten werden erste Rechenbretter eingeführt. Papyrus Rhind, Ägypten, älteste bekannt gewordene schriftliche Rechenaufgabe. Es ist auch das "Moskauer Papyrus" als älteste Sammlung mathematischer Aufgaben bekannt. |
| 1500 v. Chr. |
Bei den Hethitern entsteht eine eigene Hieroglyphenschrift. In China entwickeln sich die Begriffszeichen, die man als Ideogramme bezeichnet. Andere Quellen beschreiben das aber auch schon für die Zeit um 3000 v. Chr. |
| 1400 v. Chr. |
In der Hafenstadt Ugarit wird erstmals ein richtiges Alfabet entwickelt. |
| 1250 v. Chr. |
In China entsteht das erste Buch: Beschriftete Holzzeichen werden mit Bambus gebunden. So ist Information noch kompakter und transportabler. Etwa zur gleichen Zeit entwickeln die Phönizier die erste Einzel-Lautschrift, aus der 350 Jahre später die Griechen unser heutiges Alfabet (benannt nach den ersten beiden Buchstaben des griechischen Alfabets (Alpha und Beta) entwickeln. Das älteste bekannte, wahrscheinlich zwischen 1600 und 1200 v.Chr. niedergeschriebene Alfabet findet sich in Keilschrift auf einer Tontafel, die 1949 in Ugarit, dem heutigen Ras Schamra, Syrien, gefunden wurde. |
| 1184 v. Chr. |
Der griechische Dichter Aischylos erwähnt in seinem Drama "Agamemnon", dass Rauchtelegrafen den Fall der Stadt Troja nach Argos melden. |
| 1100 v. Chr. |
Die damals sehr mobilen Phönizier verbreiten den Vorläufer des modernen Alfabets nach Griechenland. Der Abakus setzt sich als Rechenhilfsmittel bei den Römern und in Asien und im Nahen Osten durch. In China heißt er Suan-pan, Soroban in Japan oder Stschoty in Russland und um 400 v. Chr. bei den Griechen als Abax. |
| 1000 v. Chr. |
In Ägypten und anderen Ländern des Mittleren Ostens wurde die Taubenpost genutzt. Erst etwa 500 Jahre später nutzten auch die Griechen und Römer Tauben zur Beförderung von Briefnachrichten. Die Araber setzten im 12. Jahrhundert eine planmäßige Brieftaubenpost für Staatszwecke ein. In Europa verwendete man Brieftauben erst im 16. Jahrhundert, u.a. im niederländisch-spanischen Krieg. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden Brieftaubenpostverbindungen u.a. zwischen Brüssel, Antwerpen und Paris, die vor allem für das Übermitteln von Börsennachrichten und Zeitungsmeldungen genutzt wurden. Älteste gefundene Sprachrohrverbindung in Sardinien (Su Nuraxi). |
| 800 v. Chr. |
Die Griechen verbreiten Meldungen über Fackeltelegraphen oder Spiegelung von Sonnenstrahlen. Sie entwickeln auch erstmals Vokale. Die Ureinwohner der Kanareninsel Gomera benutzen eine Pfeifsprache, um sich über weite Strecken hinweg zu verständigen, das tun sie übrigens heute noch. |
| 700 v. Chr. |
In Griechenland erfindet man eine Art Notenschrift. |
| 680 v. Chr. |
In Indien wird die mathematische Null definiert, die erst knapp tausend Jahre später bei den Chinesen benutzt und eingesetzt wird. Seitdem die Menschheit Nachrichten öffentlich übermittelte, suchte sie nach Möglichkeiten diese zu codieren, sodass Uneingeweihte die Botschaft nicht verstehen konnten. Wie in der griechischen Antike die Spartaner Nachrichten verschlüsselten, beschrieb im Jahre 40 v.Chr. der griechische Philosoph und Schriftsteller Plutarch. |
| 550 v. Chr. |
Die persischen Könige setzen zur Informationsübermittlung reitende Boten ein. Die Boten wurden bei der Übergabe der Post meist getötet. Sie sollten die überbrachten Informationen nicht verraten können. |
| 500 v. Chr. |
Übermittlung von Nachrichten durch Tauben. Die Länder des Mittelmeerraumes galten damals als fortschrittlich und informationsbeflissen. . Der erste Abakus mit Stäben und Perlen soll in Ägypten entstanden sein. |
| 450 v. Chr. |
Herodot beschreibt das Rechnen mit Steinen. Kleoxenos und Demoklitos entwickeln ein Fackelzeichenalfabet. |
| 1000 bis 300 v. Chr. |
Bereits die Ägypter und Babylonier kannten vollständige Zahlensysteme. Die Römer gestalteten den Rechentisch zu einem handlichen Abakus um, dessen Kugeln aus echten Perlen bestand. In Ostasien, Indien und Russland sind sie noch heute gebräuchlich. Noch früher setzten die Inkas die "Quotas" ein. Das waren nebeneinanderliegende Fäden mit bestimmten Knoten, rechts- oder links geknotet, und einer den Zahlen entsprechenden Anzahl von Knoten pro Faden. Fälle der akustischen Telegrafie (bei der Schallwellen als Übertragungsmedium verwendet werden) sind außer dem Vorgang der unmittelbaren Nachrichtenübermittlung durch Rufposten die Technik, die menschliche Stimme durch Röhren zu leiten (älteste gefundene Sprachrohrverbindung um 1000 v.Chr. in der Nuraghe "Su Nuraxi", Sardinien) sowie die bei vielen Naturvölkern noch heute verbreitete Trommeltelegrafie, bei der Trommeln nach einem festen Signalcode benutzt werden. In Ägypten und anderen Ländern des Mittleren Ostens wurde die Taubenpost erstmalig genutzt. Erst etwa 500 Jahre später nutzten auch die Griechen und Römer Tauben zur Beförderung von Briefnachrichten. Die Araber setzten im 12. Jahrhundert eine planmäßige Brieftaubenpost für Staatszwecke ein. In Europa verwendete man Brieftauben erst im 16. Jahrhundert, u.a. im niederländisch-spanischen Krieg. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden Brieftaubenpostverbindungen u.a. zwischen Brüssel, Antwerpen und Paris, die vor allem für das Übermitteln von Börsennachrichten und Zeitungsmeldungen genutzt wurden. |
| 400 v. Chr |
Nachrichtenübermittlung mit Feuer und Wasser: Im 4. Jahrhundert v. Chr. beschreibt Aineas ein einfaches Nachrichtensystem der Antike: Die Sende- und Empfangsstationen bestanden aus zwei gleich dimensionierten Wassergefäßen mit je einem Ablasshahn gleichen Durchmessers. Auf der Wasseroberfläche lag jeweils ein Schwimmer, auf dem ein Stab befestigt war, der in einzelne Nachrichtenfelder aufgeteilt war. Die Bedeutungen mussten vorher vereinbart werden und waren auf jeweils gleicher Höhe angebracht. Auf ein Feuersignal hin wurde an beiden Gefäßen gleichzeitig der Hahn geöffnet. Die Nachrichtenfelder sanken dann synchron. Sobald die gewünschte Nachricht am Gefäßrand angelangt war, wurde auf ein weiteres Signal hin (Startbit - Stoppbit) der Hahn wieder geschlossen. Die gewünschte Nachricht konnte dann am Gefäßrand abgelesen werden. Erste Camera obscura in China. Dieser Zeit wird aber auch die erste Form von Stenografie (Kurzschrift) zugeordnet. |
| 300 v. Chr. |
Aristoteles berichtet über eine Volkszählung unter Zuhilfenahme von Rechenbrettern. Von den Römern wurde das Rechenbrett um 300 v. Chr. zu einem handgroßen Gerät (Handabakus) weiterentwickelt. Neben dem sehr teuren Papyrus wurden nun auch vermehrt wiederbeschreibbare Wachs- und Bleitafeln eingesetzt. Euklidischer Algorithmus (z. B. größter gemeinsamer Teiler). Die Athener erfinden eine Kurzschrift. Von den Mayas wird ein Tageskalender eingeführt, es sind auch Ereignisse verzeichnet, die teilweise 3000 v. Chr. zurückreichen. |
| 290 v. Chr. |
Beginn der Erbauung des Leuchtturms von Alexandria, eines der sieben Weltwunder. Das Projekt wurde durch Ptolemy Soter initiiert und Sostratus, ein Zeitgenosse von Euklid, war der Architekt |
| 240 v. Chr. |
Das Sieb des Eratosthenes wird zur Primzahlenbestimmung herangezogen |
| 180-50 v. Chr. |
Funde aus der frühen Han-Periode an verschiedenen Orten in China dokumentieren den Gebrauch von Papier |
| 150 v. Chr. |
Im Römischen Reich besteht ein Rauchtelegrafennetz von 4500 km Ausdehnung. |
| 100 v. Chr. |
"Audiotelegrafie": Der persische König Dereios ließ Boten auf Bergen positionieren, die sich Botschaften über große Distanzen nacheinander "zuschrieen". Auch die Gallier sollen ein ähnliches Rufsystem verwendet haben. Die Kommunikation über ein Röhrensystem fand ebenfalls statt. Ähnlich wie beim Glasfaserkabel (hier allerdings Lichtwellen) konnten die Schallwellen durch die Reflektion an den Rohrwänden über große Entfernungen verlustfrei übertragen werden. Solch eine Kommunikation über Rohrleitungen gibt es heute noch bei Schiffen. Das griechische Kalendergerät von Antikythera zeigt, dass man Zahnräder zum analogen Rechnen in komplizierten Getrieben benutzt. |
| 59 bis 44 v. Chr. |
Erste Tageszeitung "Acta populi Romani diurna" (lat.: Tagesberichte), ein von Gaius Iulius Caesar (* Rom 100 v.Chr., † 44 v.Chr.) während seines Konsulats im Jahr 59 v.Chr. gegründeter römischer Staatsanzeiger, war die erste "Tageszeitung" des Abendlandes. Von der öffentlich auf einer weißen Tafel ausgestellten offiziellen Version der Nachrichten über das Kaiserhaus, den Senat und die Stadt Rom (Maueranschlag) zirkulierten Abschriften in Rom und in der Provinz. Die Zeitung erschien bis mindestens 235 n.Chr., wenn auch wahrscheinlich nicht immer täglich. Der römische Feldherr und Staatsmann schrieb mit seinen im Winter 52/51 v.Chr. entstandenen "Commentarii de bello Gallico" (lat.= Aufzeichnungen über den Gallischen Krieg) die erste authentische Kriegsberichterstattung. Im kaiserlichen Rom wurde es üblich, Wachstafeln paarweise zum so genannten Diptychon (griech.), zu dritt zum Triptychon (griech.) und in einer größeren Anzahl zum Polyptychon (griech.) beweglich zusammenzufügen, indem man sie an einer Kante durch Ringe, Riemen, Scharniere u.ä. miteinander verknüpfte. Diese Mehrtafelbücher scheinen das unmittelbare Vorbild für den Codex gewesen zu sein. Die Römer erfinden ebenfalls eine Kurzschrift (Stenografie). |
| 30 v. Chr. |
Vitruvius berichtet über die Verwendung von Zählrädern für Geräte zur Wegmessung. Es etabliert sich ein erstes römisches Nachrichten-(Post)wesen "cursus publicus" durch Augustus. An den Hauptstraßen lagen die Poststationen, die "mutationes" (lat.: mutatio Wechsel, Veränderung), wo die Pferde gewechselt wurden, und die Raststätten (Herbergen), die "mansiones" (lat.: mansio - Aufenthalt) für Boten und Reisende. Dem römischen Cursus publicus, der mit dem Ende des Römischen Reiches in Europa aufhörte zu bestehen, verdanken alle nachfolgenden der Nachrichtenbeförderung dienenden Einrichtungen den Namen "Post" (abgeleitet aus spätlat.: posita [statio oder mansio] festgesetzt [der Aufenthaltsort] zu lat.: positum und unter Einfluss von ital.: posta - Poststation). Der Codex (von caudex [lat.] - urspr. Holzklotz, später die Bezeichnung für eine Schreibtafel [aus Holz]) war die Buchform der Spätantike und des Mittelalters. Ein Codex bestand aus mehreren gefalteten, ineinandergelegten und gehefteten (Papyrus-, Pergament- oder Papier-) Blättern, die zwischen zwei (mit Leder oder Metall überzogenen) Holzdeckeln befestigt sind. Die Urform des Codex waren die miteinander verbundenen Schreibtäfelchen der Antike (Polyptycha). Die heutige Buchform geht unmittelbar auf den Codex zurück. |
| 24 v. Chr. |
Vitruv beschreibt einen Wegmesser (Hodometer). Das war eine wichtige Voraussetzung zur mechanischen Rechenmaschine. |
| 5 v. Chr. |
Aufkommen einer Grammatik. Der Inder Panini verfasste eine Lehre der Grammatik „Ashtadhyayi“. |
| 0 |
Christi Geburt !? |
| 40 | In Pompeji werden Informationen, Aufrufe und Nachrichten auf Hausmauern verewigt und dienen so der schnellen Verbreitung. Es werden ebenfalls in Pompeji Sprechleitungen mit Hilfe von Rohren verlegt. |
| 46 | Einführung des julianischen Kalenders durch Cäsar. Das erste Jahr dauerte bei ihm allerdings 445 Tage. Im Vierteljahresrhythmus war ein Schalttag einzuführen. Die Geheimschrift, die verschlüsselte oder unsichtbar gemachte und nur für Eingeweihte lesbare Schrift, ist wohl so alt wie die schriftliche Kommunikation überhaupt. Wie in der griechischen Antike die Spartaner Nachrichten verschlüsselten, beschrieb der griechische Philosoph und Schriftsteller Plutarch (Plutarchos): Zur Übermittlung geheimer Nachrichten mussten Absender und Empfänger beide eine so genannte Skytale haben, das waren zwei zylindrische Stäbe mit genau dem gleichen Radius. Der Absender wickelte einen schmalen Papyrus- oder Pergamentstreifen spiralförmig um seinen Stab und schrieb dann der Länge nach seine Nachricht auf den Streifen. War der Streifen abgewickelt, konnte nur derjenige die Nachricht lesen, der einen Stab genau desselben Umfangs besaß. Mit diesem Chiffriersystem, bei dem die Buchstaben des Klartextes zwar erhalten bleiben, aber umgestellt oder versetzt (verwürfelt) werden (Transposition, Versetzung oder Verwürfelung), ließen ab etwa dem 6. Jh. v.Chr. die Ephoren, die höchsten Beamten Spartas, im Kriegsfall Generälen des spartanischen Heeres geheime Nachrichten zukommen. |
| 60 | Heron beschreibt frühe Automaten und mechanische Zählräder. |
| 100 | Cai-Lun (Tsai Lun), ein kaiserlich-chinesischer Höfling, verfilzt und verleimt Pflanzenfasern zu einer Vorstufe des Papiers. Das Rezept bleibt ein 600 Jahre lang gehütetes Geheimnis der Chinesen, ehe die Papierherstellung auch im Mittelmeerraum bekannt wird und damit seinen Siegeszug als Informationsträger bis heute antreten kann. Das Tempeltor des Heron ist der erste Automat: Der griechische Ingenieur Heron konstruierte für den Tempel von Alexandria um das Jahr 100 herum eine automatisch wirkende Vorrichtung. Die Opferfeuer im Tempel erwärmten die Luft in einem geschlossenen Gefäß. Die warme Luft dehnte sich aus und drückte Wasser durch ein Rohr in ein zweites Gefäß. Sobald dieses Gefäß schwerer geworden ist als ein Gegengewicht, öffnete sich durch Seilzug das Tempeltor. Das Tor schloss sich ebenso geheimnisvoll und selbsttätig, sobald die Feuer erloschen waren und das Wasser zurückfließen konnte. Man misst in China sogar schon Erdbebenwellen und zeichnet sie mit einem "Seismografen" auf. |
| 200 | Der Abakus entsteht in China, Arabien, Europa und später in Russland. |
| 221 | Bewegliche Holzlettern in China. Diophantos von Alexandria veröffentlich seine mathematischen Werke. |
| 300 | Aus Tierhaut wird in Pergamon das Pergament hergestellt, dessen Eignung zum Beschreiben sich alsbald in ganz Europa herumspricht. |
| 450 | Nach Art des Stempeldrucks erzeugen die Chinesen durch mit Tinte beschmierte Siegel erste Druckergebnisse. |
| 500 | Begründung der dezimalen Systems in Arabien. Klosterboten im Abendland. |
| 600 | Volle Ausbildung des dezimalen Stellenwertsystems in Indien. Die Vorschriften über das Rechnen mit diesem Zahlensystem hat erstmals grundlegend der indische Mathematiker und Astronom Brahmagupta (* 598, † 660[?]) in einem von ihm 628 (in Versform) verfassten Lehrbuch der Astronomie und Mathematik ("Brahmasphutasiddhanta") beschrieben, das "Sindhind" 775 ins Arabische übersetzt und im 12. Jahrhundert als lateinische Übersetzung durch den englischen Philosophen Adelard von Bath (* Bath um 1090, † nach 1160) auch in Europa bekannt wurde. Brieftaubenpost des Kalifen. Gänsefedern werden erstmalig als Schreibmittel genutzt. |
| 740 | Um 740 erscheint in China die erste gedruckte Zeitung. |
| 800 | Die Chinesen beginnen die „0" zu benutzen (wahrscheinlich haben die Inder sie erstmalig definiert!) |
| 820 | Auf den gelehrten persisch-arabischen Mathematiker und Astronomen Mohamed ibn Musa al-Chwarismi (al-Khwarismi,al-Chwarazmi, mlat. Algorismi) (* in Charism um 780, † Bagdad nach 846) Al Chwarizimi, der erstmals das indische Stellenwertsystem in arabischer Sprache beschrieb, wird der Begriff: Algorithmus zurückgeführt. |
| 900 | Erstmalig werden in China Kupferplatten zum Drucken eingesetzt. |
| 968 | Der chinesische Philosoph Kung-FooWhing erfand das Fadentelefon. Es bestand aus zwei durch einen straff gespannten langen Faden miteinander verbundenen Zylindern aus Bambusrohr, deren eines Ende mit einer fest gespannten Membran verschlossen war. Sprach man in einen Zylinder hinein, so wirkte er als akustischmechanisches Mikrofon und der Zylinder auf der Gegenseite als Lautsprecher. Dieser akustische Fernsprecher wurde noch Ende des 19. Jahrhunderts, als längst schon das elektrische Telefon erfunden war, auf Jahrmärkten u.a. feilgeboten. |
| 1000 | Die Urform der fotografischen Kamera ist die Camera obscura (lat.= dunkle Kammer), ein innen geschwärzter Kasten, auf dessen transparenter Rückwand (Mattscheibe) ein auf der Vorderseite befindliches kleines Loch oder eine Sammellinse (1589 von dem italienischen Physiker Giovanni Battista Della Porta [* Neapel 1535, † 1615] eingeführt) von einem Gegenstand außerhalb des Kastens ein verkleinertes, auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Bild erzeugt. Das Prinzip der Lochkamera beschrieb als erster der arabische Physiker und Mathematiker Ibn al-Haitham (* Basra 965, † Kairo um 1040). Um 1000 verwendeten arabische Gelehrte den Kamera-Vorläufer als astronomisches Gerät beispielsweise zur Beobachtung von Sonnen- und Mondfinsternissen. Bis ins 19. Jahrhundert benutzten Künstler die Camera obscura als Hilfsmittel, um naturgetreue Zeichnungen anzufertigen. Was für eine Fotografie noch fehlte, war eine Möglichkeit, das Lichtbild irgendwie auf einer lichtempfindlichen Scheibe, Platte oder Folie fest zu halten. Arabische Zahlen ermöglichen schriftliches Rechnen. |
| 1042 | Erfindet der Chinese Pi Sheng bewegliche Drucklettern (1445 in Europa durch Johannes Gutenberg wiederentdeckt). |
| 1045 | Die Chinesen drucken mit Einzellettern aus Ton oder Holz. |
| 1145 | Bei der immer noch handgeschriebenen Buchherstellung werden Holzschnitte für die Großbuchstaben (Versalien) verwendet. |
| 1200 | Universitätsboten begründen den damaligen Wissenschaftsaustausch, der ca. 780 Jahre später ein wesentlicher Anstoss zum Internet war. Die damals aufkommenden Minnesänger waren auch immer Überbringer von Nachrichten. In Europa wurde das indisch-arabische Zahlenrechnen (Dezimalsystem) erst durch den italienischen Kaufmann und Mathematiker Leonardo Fibonacci, genannt Leonardo von Pisa, (* Pisa um 1170, † nach 1240) bekannt und eingeführt. Er hatte auf Reisen nach Afrika, Byzanz und Syrien die arabische Mathematik kennen gelernt und vermittelte sie in seinem Rechenbuch "Liber abaci" (lat.- Buch des Abakus - 1202, neu bearbeitet 1228). Aber erst mit der Erfindung des Buchdrucks setzte sich das Rechnen mit den zehn Ziffern in Europa endgültig durch. In Deutschland war später die Verbreitung des Dezimalsystems den Rechenbüchern des Adam Ries zu verdanken (1518). |
| 1212 | In seinem „Liber abaci“ (Buch des Abacus) setzt sich der italienische Mathematiker Leonardo Fibonacci für das indisch/arabische Zahlensystem ein. |
| 1215 | England führt ein einheitliches, nicht metrisches Maß- und Gewichtssystem ein, von dem es sich bis heute nicht trennen konnte. |
| 1280 | Die erste europäische Papiermühle wird in Italien (Fabriano - Provinz Ankona) gebaut. Das teure und aufwändiger herzustellende Pergament verliert an Bedeutung. Andere Quellen sprechen von der ersten Mühle schon um 1144 in Valencia. |
| 1338 | Die erste französische Papiermühle wird in Troyes urkundlich nachgewiesen. |
| 1386 | Die Alma Mater Heidelbergensis wird gegründet, sie ist damit die älteste Universität in Deutschland. |
| 1390 | Die erste deutsche Papiermühle (Papiermacherwerkstatt) wird von dem Nürnberger Handelsherrn Ulman Stromer (* 1329, † 1407) in Betrieb genommen. Er hatte 1389/1390 eine alte Kornmühle, die "Gleismühl" an der Pegnitz bei Nürnberg, zu einer mit Wasserradantrieb arbeitenden Papiermühle umbauen lassen. |
| 1450 | Johannes Gensfleisch zur Laden, genannt Gutenberg, erfindet die Buchdruckerkunst mit beweglichen Lettern und schafft damit die bedeutendste Grundlage der Massenmedien. Viele Menschen lernten lesen und konnten sich nun durch Briefe, die mit Postkutschen oder Reitern befördert wurden, mit Anderen austauschen. Das erste kaufmännische Rechenbuch auf deutschem Boden verfasste der Regensburger Benediktinerfrater Fridericus Gerhart († 1465) mit seinem "Algorismus Ratisbonensis" (lat.= Regensburger Algorithmus). Der eine umfangreiche Aufgabensammlung ("Practica") aus dem Wirkungsbereich des Kaufmanns, Münzmeisters u.ä. enthaltende Algorismus Ratisbonensis ist in sechs Handschriften überliefert, von denen die älteste schon 1449 geschrieben wurde. |
| 1454 | Erste politische Flugschrift: Türkenkalender. Die fahrenden Sänger gelten als erste Nachrichtenübermittler im Mittelalter. |
| 1470 | Bücher erscheinen in einer Auflage von über 1000 Stück. Der Beruf des Buchhändlers (Buchführer) entsteht. Die erste Chiffrier- und Dechiffrier- "Maschine" hat 1470 der italienische Humanist, Künstler und Gelehrte Leon Battista Alberti (* Genua 1404, † Rom 1472) erfunden. Sie bestand aus zwei Scheiben mit gemeinsamem Mittelpunkt, an deren Rand jeweils in der üblichen Anordnung die 26 Buchstaben des Alfabets aufgezeichnet waren. Die innere (kleinere) Scheibe war gegenüber der äußeren drehbar, so dass man jede gewünschte Verschiebechiffre (Substitution) einstellen konnte. Bei der Chiffrierung ersetzte man jeden Buchstaben des Klartextes, indem man von der äußeren Scheibe auf die innere überging. In Venedig wird die erste Bibel in italienischer Sprache gedruckt. |
| 1477 | Das Plakat, ein öffentlicher Anschlag behördlichen, kulturellen oder kommerziellen Charakters, angebracht an Mauern, Hauswänden, Zäunen, Anschlagtafeln oder -säulen (Litfasssäulen - erst viel später in Berlin!) mit dem Zweck, die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit zu erregen, gehört zu den frühesten Mitteln der Massenkommunikation. Ein erstes Wörterbuch Deutsch-Italienisch, Italienisch-Deutsch erscheint in Venedig. |
| 1485 | Berthold von Henneberg, Erzbischof und Kurfürst von Mainz (1484 - 1504), (* 1441, † 1504) führte als erster deutscher Fürst mit einem Edikt vom 22. März 1485 für alle "aus dem Griechischen, Lateinischen oder einer anderen Sprache" ins Deutsche übersetzten Bücher die Zensur ein. Hintergrund dieses ältesten Zensuredikts war das Ziel, bestimmte Kenntnisse und unter Gelehrten diskutierte Meinungen nicht populär zu machen. Außerdem forderte der Bischof 1485 den Frankfurter Stadtrat auf, alle auf der Frühjahrsmesse ausgestellten gedruckten Bücher auf ihren Inhalt zu prüfen und in Zusammenarbeit mit kirchlichen Behörden ggf. zu unterdrücken. Zu diesem Zweck gründeten das Kurfürstentum Mainz und die Freie Reichsstadt Frankfurt im Jahre 1486 gemeinsam die erste weltliche Zensurbehörde. Die erste professionelle Buchdruckerei von Johann Mentelein in Straßburg gegründet. |
| 1487 | Aus der Erkenntnis von Kirche und Staat, dass durch den Buchdruck unliebsame oder gefährlich erscheinende Ideen schnell und weit verbreitet werden können, wurde die Zensur bald zur Präventivzensur (Schriftstücke müssen vor der Drucklegung einer Zensurbehörde zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden) und Repressivzensur (Zensur der gedruckten Bücher mit Verbot und Beschlagnahme als eventuelle Folgen). Mit fast gleichlautenden Bullen (Inter multiplices) ordneten Papst Innozenz VIII. am 17. November 1487 und Papst Alexander VI. 1501 die Zensur für alle noch nicht gedruckten und alle bereits gedruckten, dem "rechten Glauben zuwiderlaufende, unfromme und skandalöse" Schriften an, deren Verbrennung auch vorgesehen war. |
| 1490 | Der spätere Kaiser Maximilian I. beauftragt Franz von Taxis, den ersten regelmäßigen Postkurs einzurichten, von Innsbruck nach Mechelen bei Brüssel. Vor Gründung der Post brachten Boten zu Fuß oder zu Pferde die Briefe direkt von Haus zu Haus - ein Privileg der geistlichen und weltlichen Elite. |
| 1500 | Auch die asiatische Welt kennt Zahlensysteme. Das Rechenbrett in Japan heißt „Soroban". Es gleicht im Aufbau und der Funktion dem Abakus. Leonardo da Vinci beschreibt die Verwendung von Zählrädern in Wegmessgeräten. |
| 1510 | Peter Henlein konstruiert in Nürnberg eine Taschenuhr. Sie ist wie ein Hühnerei geformt. Sie wird unter dem Namen "Nürnberger Ei" bekannt. Erster Zeitungsbrief. |
| 1517 | Am 31. Oktober publizierte Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg seine berühmten 95 Thesen gegen die Bußpraxis der Kirche. Die Folge war der Konflikt mit Rom. Vom Papst gebannt und auf dem Reichstag zu Worms 1521 vom Kaiser geächtet, fand Luther als Junker Jörg kurfürstlichen Schutz auf der Wartburg. Er nutzte dabei erstmalig die großen Möglichkeiten der Verbreitung von Schriften, die Gutenberg begründet hatte, aber auch seine Bibelübersetzung ins Deutsche und der Druck derselben war ein Meilenstein in der zukünftigen Mediengeschichte. |
| 1522 | Der Rechenmeister Adam Riese (Ries) veröffentlicht seine Rechenlehrbücher und hat durch die zahlreichen Auflagen seiner Rechenbücher wesentlich zur Verbreitung des Dezimalsystems und des schriftlichen Rechnens in Deutschland beigetragen. Das erste Lehrbuch hieß "Rechnung auff der linihen", Erfurt 1518. Ihm folgten u.a. "Rechnung auff der Linihen vnd Federn", 1522, "Rechnung nach der lenge auff den Linihen vnd Feder", 1550. Dabei bedeutet "Rechnen auf den Linien" das Rechnen auf dem Abakus, "Rechnen mit der Feder" das schriftliche Rechnen mit arabischen Ziffern. |
| 1525 | Als der Augsburger Handelsherr Jakob Fugger im Dezember 1525 im Alter von fast 66 Jahren starb, hinterließ er ein internationales Handelsimperium und das mächtigste Bankhaus Europas. Seine Niederlassungen erstreckten sich von Lissabon bis Danzig, von Lübeck bis Rom. Sein politischer Einfluss war enorm; schließlich hatte er die Wahl Karls V. zum deutschen König finanziert. Der Herrscher blieb ein bedeutender Kreditnehmer der Fugger. Sein Erfolg beruhte wesentlich auf der Tatsache, dass viele neue Kommunikationswege, auch international, nunmehr möglich waren. |
| 1543 | Die erste deutsche Bibel erscheint. Es ist die berühmte „Lutherbibel“, da Luther sie aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt hat. |
| 1544 | Die Idee der Logarithmen ist bereits in einem Werk enthalten, das der deutsche Theologe und Mathematiker Michael Stiefel veröffentlicht. |
| 1561 | In Kassel entsteht mit dem Planetenautomat ein auf einem Räderwerk basierendes astronomisches Uhrensystem, das man als ersten „Realzeit-Rechner“ bezeichnen kann. |
| 1582 | Gregorianischer Kalender wird gültig: Nach langem Mühen führte Papst Gregor XIII. am 4. Oktober 1582 den Gregorianischen Kalender ein. Die Reform löste den bis dahin geltenden Julianischen Kalender von Julius Caesar (100 bis 44 vor Christus) ab. Das Julianische Jahr war genau elf Minuten und 46 Sekunden länger als das Sonnenjahr. Nach 128 Jahren summierte sich der Unterschied zu einem ganzen Tag. Die Zeit war reif für eine Korrektur. Gregor XIII. rief eine Experten-Kommission zusammen. Um den Kalender wieder mit dem Sonnenjahr in Einklang zu bringen, wurden im Oktober 1582 kurzerhand zehn Tage gestrichen. Auf den 4. Oktober 1582 folgte direkt der 15. Oktober 1582. Auch einige Schaltjahre entfielen. So wurde bestimmt, dass ein so genanntes Säkularjahr mit zwei Nullen am Ende (1600, 1700) durch 400 teilbar sein müsse, um in Zukunft ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen 29. Februar zu sein; so etwa das Jahr 2000. Der Gregorianische Kalender weicht damit erst nach 3 333 Jahren einen Tag vom Lauf der Sonne ab. |
| 1585 | Der flämische Mathematiker und Ingenieur Simon Stevin legte mit seiner Schrift "De thiende" (niederld.= Der Zehnte), die erste systematische Behandlung von Dezimalbrüchen vor, der zu Folge sich die Dezimalbruchrechnung in Westeuropa durchsetzte. |
| 1588 | Die Schweizer initiieren bahnbrechende Erfindungen in der Mathematik. Josef Bürgi erstellt erstmals eine Logarithmentafel. So wird die Überführung einer Multiplikation in eine Addition ermöglicht. |
| 1594 | Der Schotte Lord John Napier of Merchiston stellt ein natürliches Logarithmensystem der Öffentlichkeit vor und entwickelt Rechenstäbe, mit deren Hilfe die Multiplikation auf die Addition von Teilprodukten zurückgeführt wird. Durch richtiges Aneinanderlegen der Stäbe, auf deren vier Seiten das kleine Einmaleins für die Zahlen von 1 bis 9 geschrieben war, ließen sich mit ihnen mehrstellige Zahlen multiplizieren. Napiers Rechenstäbe mit logarithmischer Teilung führten zu weiteren Rechenhilfen zum Multiplizieren, Dividieren und Wurzelziehen. Dieses Prinzip wurde später in der Rechenmaschine von Schickard (1623) angewandt. |
| 1597 | Älteste Monatszeitschrift "Annus Christi". |
| 1603 | Joost Bürgi (1552-1632) ist Schweizer Mathematiker und erfindet die
Logarithmen vor Lord Napier. "Diß buch zeiget künstlich aen wie begriffen werden kan Mathematischer instrument Dryangels gehaimnus bhent. Durch wiszenhait diser Kunst erlangt ich groszer Herrn Gunst." |
| 1609 | Es erschienen die ersten Zeitungen für allgemeine Nachrichten: ‘Aviso’ (wöchentlich) in Wolfenbüttel und ‘Relation’ in Straßburg (ebenfalls wöchentlich). Sie hatten 4 Seiten bei einer Auflage von 150 Stück. Es waren Wochenzeitungen. Dadurch wurde es möglich, große Bevölkerungsschichten zu erreichen. Das Interesse an den Geschehnissen in der näheren und weiteren Umgebung des eigenen Wohnumfeldes nahm zu. Galilei entwickelt ein Fernrohr und macht damit als erster seine Himmelsbeobachtungen. |
| 1614 | Die erste Logarithmentafel (tabellenartige Zusammenstellung der Logarithmen) veröffentlichte John Napier in seinem Werk "Descriptio mirifici logarithmorum canonis" (lat.= Beschreibung des wunderbaren Kanons der Logarithmen) in Edinburgh. Sechs Jahre später wird die "Gunter Scale" zum grafischen Rechnen mit logarithmischen Skalen erfunden. |
| 1617 | Lord Napier konstruiert Rechenstäbchen (aus Knochen!) zur Hilfe beim Multiplizieren und zur Erleichterung des Rechnens werden die Logarithmen (Logarithmus ist die Bezeichnung für die Zahl, mit der man eine bestimmte Zahl (Basis) potenzieren muss, um eine vorgegebene Zahl (Numerus) zu erhalten) und der logarithmische Rechenstab eingeführt. Dabei wird die Division auf eine Subtraktion und die Multiplikation auf eine Addition zurückgeführt. Er schlägt zur Trennung der ganzen Zahlen von den Dezimalbrüchen das Komma vor. |
| 1620 | Der englische Mathematiker und Astronom Edmund Gunter, der als erster die Vorteile der Logarithmen mit John Napiers Rechenstäbchen (1600) in Verbindung brachte, entwickelte zwischen 1620 und 1624 mit seinem "Logarithmenlineal" eine Vorform des Rechenschiebers. Multiplikations- und Divisionsaufgaben konnten durch Abgreifen mit einem Stechzirkel gelöst werden. |
| 1622 | Wesentliche Erweiterung (logarithmische Teilung mit zwei gegeneinander verschiebbaren Skalen – an Stelle des Stechzirkels - wie bei Edmund Gunter) des Rechenstabes durch William Oughtred. Sein Schüler Forster beschreibt in dem Buch „The circle of Proportion“ (um 1632) diese Rechengeräte. |
| 1623 | Der Tübinger Professor Wilhelm Schickard konstruiert aus Holz eine durch Zahnräder angetriebene Rechenmaschine (Rechenuhr), die mit automatischem Zehnerübertrag arbeitet, für seinen Freund, den Astronomen und Mathematiker Johannes Kepler, um ihm seine astronomischen Berechnungen zu erleichtern. Erstmals wird ein dekadisches Zählrad für die Addition und Subtraktion verwendet. Die Maschine wird im Dreißigjährigen Krieg zerstört und kann erst später aus Aufzeichnungen Keplers rekonstruiert und deren Funktionstüchtigkeit (1960) bewiesen werden. Francis Bacon verwendet als Erster ein auf der Basis "Zwei" beruhendes Stellenwertsystem. |
| 1630 | Der Rechenschieber beginnt in diesem Jahr seinen endgültigen Durchbruch und bleibt bis zum Aufkommen der Taschenrechner das nützlichste Rechengerät. |
| 1642 | In diesem Jahr entwickelt Blaise Pascal, der französische Mathematiker, eine neue Rechenmaschine (Pascaline), die eine 8-stellige Addition und Subtraktion zulässt und einen Zehnerüberlauf hat. Der zugehörige Mechanismus der Zehnerübertragung funktioniert jedoch nicht sehr genau. Nur zwei Jahre später führt er in Paris eine Zweispeziesrechenmaschine mit sechs Stellen vor. |
| 1650 | Die erste Tageszeitung ("Einkommende Zeitung" - täglich) wird in Leipzig herausgegeben. Zur Nachrichtenübermittlung auf See werden Signalflaggen, beim Militär Trommelsignale eingesetzt. |
| 1657 | Die moderne (heutige) Form des Rechenschiebers, bei dem sich eine Zunge zwischen zwei feststehenden Teilen verschieben lässt, wurde 1657 von dem englischen Landvermesser Seth Partridge entwickelt. |
| 1666 | Einfache Rechengeräte von Sir Samuel Morland in Form von kleinen Taschengeräten. Je eines für Addition und die Multiplikation, jedoch ohne Zehnerübertrag. England produziert den ersten Bleistift. |
| 1672 | Isaac Newton erfindet das Spiegelfernrohr. |
| 1673 | Freiherr Gottfried Wilhelm von Leibniz baut die erste Maschine für alle vier Grundrechenarten und wurde dabei von Blaise Pascals Rechenmaschine inspiriert (andere Quellen datieren das schon für 1971!). Ihm gelang theoretisch erstmals die durchgehende und vollständige Zehnerübertragung über 15 Stellen. Die Maschine war jedoch nie voll funktionsfähig, da die damaligen Mechaniker noch nicht die Ideen Leibniz´ umsetzen konnten. Erst 1894, als die feinmechanische Fertigungstechnik weiter entwickelt war, gelang es Rechenmaschinenbauern, eines der Originale zum einwandfreien Rechnen zu bringen. Leibniz entwickelt dann um 1700 zum ersten Mal das duale Zahlensystem. Das mechanische Grundprinzip dieser Maschine ist eine so genannte Staffelwalze. Das duale Zahlensystem wurde aber erstmals von Konrad Zuse in der Z1 (1936) angewendet und bildet heute die Grundlage der elektronischen Datenverarbeitung. |
| 1690 | Die Gewährung des Briefgeheimnisses wird in die Wahlkapitulation des späteren Kaisers Joseph I. aufgenommen. |
| 1702 | In England erscheint der "Daily Courant" als erste englische Tageszeitung. |
| 1704 | Die erste Zeitung von größerer Lebensdauer (18 Jahre), der „Boston News Letter" erschien zum ersten Mal in gedruckter Form. Gründung der „Vossischen Zeitung" („Kgl. Privilegierten Zeitung von Staats- und Gelehrten-Sachen") durch M. Rüdiger. |
| 1720 | J. F. Blond macht Experimente zum Mehrfarbendruck. |
| 1727 | Der Wiener Instrumentenmacher und Optiker Antonius Braun baut als zweiter in der Welt eine Rechenmaschine mit Sprossenrad für die vier Grundrechenarten. Als Optiker lag ihm auch an der künstlerischen Gestaltung seiner Rechenmaschine, er verzierte sie sehr üppig. Bereits im 17. Jahrhundert war bekannt, dass zahlreiche Substanzen, z.B. Silberverbindungen, sich im Sonnenlicht - verfärben oder schwärzen. Doch erst der deutsche Arzt Johann Heinrich Schulze entdeckte in Halle/Saale, dass nicht die Sonnenwärme, sondern die Lichtenergie Ursache der Veränderungen war. Diese Erkenntnis über lichtempfindliche Substanzen bildete später die chemische Grundlage der Fotografie. Zudem stellte Schulze die ersten, wenn auch noch nicht haltbaren Lichtbilder der Geschichte her: Er klebte ein Blatt Papier, aus dem er Wörter herausgeschnitten hatte, auf eine Glasflasche, die mit einer Silbernitrat enthaltenden Chemikalie gefüllt war. Nachdem die Flasche eine zeitlang in der Sonne gestanden hatte, waren die Wörter im Flascheninhalt abgebildet, also durch das geschwärzte Silbernitrat fotografiert" worden. Stephen Gray entdeckte den Unterschied zwischen Leitern und Nichtleitern, was eine Grundvoraussetzung für die spätere Nutzung der Halbleitertechnologie war. |
| 1728 | Nachdem bereits 1725 der Franzose Basile Bouchon in Lyon Versuche einer Webstuhlsteuerung mit durchbohrtem Papierband unternommen hatte, das sich jedoch dafür als nicht haltbar erwies, wurde die Steuerung von Webstühlen zum ersten mal mit Erfolg von Falcon, einem französischen Mechaniker, ein automatisch gesteuerter Webstuhl gebaut, der auf dem Lochkartenprinzip beruhte. Bei ihm sind es noch Holzbrettchen mit entsprechenden Lochkombinationen. Durch die Löcher wurden Haken, die das Heben und Senken der Kettfäden bewirkten, gesteuert. Weiter entwickelt wurden die in beiden Fällen noch halbautomatisch arbeitenden Webstühle (Holzbrettchen- und Papiervorschub geschahen von Hand) zu einem ersten Modell einer vollständig mechanischen, lochkartengesteuerten Webmaschine durch den Mechaniker und Automatenbauer Jacques de Vaucanson. Die Bedeutung der Lochkartenwebstühle lag einmal in ihrem Beitrag zur Industrialisierung, zum anderen in der Entwicklung der Steuerungstechnik (Programmsteuerung), und zwar genau nach jener, nach der später die ersten Computer arbeiteten, und deshalb gehört diese Tatsache auch in diese Übersicht. |
| 1729 | Gray unterscheidet Leiter und Nichtleiter. Ein Grundbaustein der Computerchips ist das Silizium, das im Grunde ein Nichtleiter ist und erst durch Verunreinigung (Dotierung) zum Leiter wird. |
| 1733 | Dufay unterscheidet Glas- und Harzelektrizität und wird später erkennen, dass sich die Polarität in beiden Stoffen jeweils unterscheidet. |
| 1745 | Die so genannte Leidener Flasche, eine Art elektrischer Kondensator, wird von Kleist, Muchenbroek und/oder Cunaeus zeitgleich erfunden. Auch der Kondensator ist ein Grundbaustein der Elektronik. |
| 1769 | James Watt gilt als der Erfinder und Begründer der Dampfmaschine und leitet damit eine industrielle Revolution ein, die Tausenden von Webern in England arbeitslos macht. Die maschinelle Produktion wird ebenfalls auf Dampfbetrieb umgestellt und die für die Eisenbahnen sind sie der Antrieb bis ins 20. Jahrhundert hinein. Wolfgang von Kempelen stellt einen ersten Sprachautomaten vor. |
| 1774 | Erst Hundert Jahre nach Leibniz kann der württembergische Pfarrer Philipp Matthäus Hahn das Leibnizmodell verwirklichen. Es wird zentral mit einer Handkurbel betrieben und dreht damit ebenfalls eine Staffelwalze. Hervorzuheben war die Wartungsfreundlichkeit, denn die Maschine konnte von jedem guten Uhrmacher repariert werden. Alle Grundrechenarten sind möglich. |
| 1784 | Der hessische Ingenieur-Hauptmann Johann Helfreich Müller zeigt eine Staffelwalzenmaschine. |
| 1785 | Gründung der "Times" in London. Coulomb beschreibt die Gesetzmäßigkeiten der abstoßenden und anziehenden Wirkungen in elektrischen Feldern. Nach ihm wird die Ladungsmenge definiert. |
| 1786 | Die erste deutsche rein mathematische Zeitschrift wurde von dem Mathematiker Johann Bernoulli und dem Leipziger Professor Carl Friedrich Hindenburg als "Leipziger Magazin für reine und angewandte Mathematik", 1788, herausgegeben. Der Franzose Joseph Maria Jacquard beginnt seine Idee des programmgesteuerten Webstuhls in die Tat umzusetzen. |
| 1792 | Die Idee der optischen Telegrafie, die schon im Altertum in Form von Feuer- und Rauchsignalsystemen realisiert war, wurde erst im ausgehenden 18. Jahrhundert wieder neu erfunden. Der französische Abbé und Pionier des Telegrafenwesens Claude Chappe und sein Bruder Ignace Urbain Chappe erfanden 1791/1792 einen optischen Flügeltelegrafen, den Semaphor (griech.= Zeichenträger), mit weithin sichtbaren, beweglichen Armen (Flügeln), deren Stellungen bestimmten Zeichen (Buchstaben, Zahlen) entsprachen. Chappe stellte seinen Telegrafen erstmals am 22. März 1792 der gesetzgebenden Nationalversammlung vor, die sofort den Bau einer Telegrafenversuchslinie von Pelletier St. Fargeau über eine Strecke von 70 km nach St. Martin du Thertre veranlasste. Am 12. April 1793 wurden die beiden ersten Telegramme über den Chappe-Versuchssemaphor (in 11 Minuten) übertragen. Wortlaut des ersten Telegramms in deutscher Übersetzung: "Daunou (war Delegierter der Kommission zur Prüfung des Chappe-Telegrafen) ist hier angekommen, er kündigt an, dass der Nationalkonvent seinen Sicherheitsausschuss autorisiert hat, die Papiere der Deputation zu siegeln." Antworttelegramm: "Die Bewohner dieser reizenden Gegend zeigen sich durch ihre Achtung gegen den Nationalkonvent und dessen Gesetze der Freiheit würdig." Im berühmten Roman über den "Grafen von Monte Christo" spielt genau dieser Semaphor eine wichtige Rolle, um den Bankier, der mal Dantes Freund war, mit bewussten Falschtelegrammen zu ruinieren". Die seit 1792 in Boston (Mass.) erscheinende Farmer-Zeitschrift "The Old Farmer's Almanac", später "The Farmer's Almanac" ist die älteste, heute noch erscheinende Zeitschrift der USA. |
| 1794 | Friedrich Albert Carl Gren, Apotheker und Chemiker, seit 1788 Professor
in Halle, gründete mit dem "Journal der Physik", Halle/ Saale und Leipzig,
die erste deutsche physikalische Fachzeitschrift. Erster optischer Telegraf
in Frankreich: Nach erfolgreichen Versuchen 1792/1793 mit dem von Claude
Chappe erfundenen optischen Flügeltelegrafen (Semaphor) wurde die erste
optische Telegrafenlinie von Paris nach Lille (270 km, 22 Stationen) am 15.
August 1794 in Betrieb genommen. Danach Verbindung aller wichtigen Städte
Frankreichs durch ein optisches Telegrafennetz mit Paris; 1853 Einstellung
der letzten optischen Telegrafenlinie in Frankreich nach Einführung der
elektrischen Telegrafie. Der deutsche Physiker (an der Fürstenschule zu
Karlsruhe) Johann Lorenz Boeckmann, der sich mit dem Semaphor von Claude
Chappe schriftlich ("Versuch über Telegraphie und Telegraphen", Karlsruhe)
und experimentell auseinandergesetzt hatte, übertrug von Karlsruhe aus am
22. November 1794 aus einer Entfernung von 1 1/2 Wegstunden" das erste
Telegramm Deutschlands mit einem selbstgebauten optischen Telegrafen.
Empfänger dieses in Reimen abgefassten Glückwunsches war der Markgraf Karl
Friedrich von Baden. Der Wortlaut war: "Groß ist das Fest und schön! Triumph, der Gute lebt, Um dessen Fürstenthron der Vorsicht Auge schwebt; Den seines Volkes Lieb`, den Bürger-Treu beglückt, Heil ihm, so tönt es fern und nah; O Fürst, sieh' her, was Teutschland noch nicht sah, Wie dir der Telegraph heut' Segenswünsche schickt." Auch in Rußland soll 1794 der russische Techniker Iwan Petrowitsch Kulibin einen optischen Telegrafen erfunden haben. |
| 1795 | In England und den USA wurde der von Lord George Murray 1795 erfundene optische Telegraf, der "six shutter semaphor", eingeführt. Seine zwei mal drei achteckigen Klappen wurden zur Signalisierung senkrecht oder waagerecht gestellt, so dass sich das Alfabet aus den unterschiedlichen Klappeneinstellungen zusammensetzte. Eine hauptsächlich von Kaufleuten benutzte optische Telegrafenlinie zwischen New York und Philadelphia bestand immerhin bis 1846. |
| 1796 | Der Österreicher Alois Senefelder erfindet die Lithographie (Steindruck). Die dazu nötigen Lithographiesteine gibt es nur in den Plattenkalk-Steinbrüchen rund um seine Heimatstadt. |
| 1800 | Da Chiffrieren und Dechiffrieren, meist von militärischen Texten, mühsam, zeitraubend und fehleranfällig war, beschäftigte man sich damit, die Verschlüsselung und Entschlüsselung zu mechanisieren. Erfinder einer der ersten Chiffriermaschinen war Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA u.a.). Das um 1800 entstandene einfache Gerät arbeitete mit 36 gleichen Scheiben, die auf einer Achse drehbar gelagert waren und von denen jede ein anderes Alfabet enthielt. Da Jefferson seine Maschine nicht nutzte, geriet sie in Vergessenheit und wurde dann 1891 von dem Franzosen Etienne Bazéries in ähnlicher Form erfunden. Das Jefferson-Chiffriergerät, in der Variante mit 25 Scheiben, wurde 1922 für das amerikanische Militär eingeführt und war bis etwa 1942 weiterhin in Gebrauch, teilweise noch im Koreakrieg. Die Anordnung der Scheiben auf der Spindel wurde jeweils täglich gewechselt. Der spanische Arzt und Naturwissenschaftler Francisco Salva konstruierte in Barcelona um 1800 einen ersten elektrischen Telegrafen, der für jeden Buchstaben eine eigene Übertragungsleitung besaß. |
| 1801 | Der Franzose Joseph Maria Jacquard übernimmt die Ideen Falcons zu einer Programmsteuerung für Webstühle. Damit beginnt die Geschichte der Datenträger. Er steuert automatisch über Lochbänder(karten) seine Webstühle. |
| 1805 | Die erste Lochkartenmaschine steuert den mechanischen Webstuhl des Franzosen Joseph-Marie Jacquard. Die Lochkarten enthielten in 26 Spalten und 8 Zeilen 208 Lochpositionen, die entsprechend dem zu webenden Muster ausgestanzt waren oder nicht. An den Rändern zu einem Band zusammengefügte Lochkarten wurden nacheinander durch eine Abtastvorrichtung geführt und steuerten so über eine Mechanik das unterschiedliche Abheben der einzelnen Kettfäden. Jacquard hat z.B. mit 20.000 solcher Karten sein eigenes Porträt automatisch weben lassen. Sechs Jahre später sind schon 10000 Webstühle im Einsatz und man zu erheblichen Rationalisierungen kam. |
| 1808 | Grundlage aller bisher erschienenen "Brockhaus-Lexika" (inzwischen multimedial zu haben!) war das von dem Amsterdamer Buchhändler Friedrich Arnold Brockhaus auf der Leipziger Buchhändlermesse am 25. Oktober 1808 aufgekaufte, dass von Renatus Gotthelf Löbel und Christian Wilhelm Franke 1796 begonnen wurde, damals aber noch sehr unvollendete, "Conversationslexikon". Brockhaus wurde übrigens in Dortmund geboren. Mit der vierten Auflage entstand 1814 zum ersten Mal das Wort "Enzyklopädie"! |
| 1809 | In München baut Samuel Thomas von Sömmering einen galvanischen Telegrafen. Wegen des komplizierten Aufbaus setzt sich das Gerät jedoch nicht durch. |
| 1810 | Der Buchdrucker Friedrich Koenig, der seit 1802 in Suhl (Thüringen) und hier seit 1806 an der Erfindung einer verbesserten Druckerpresse gearbeitet hatte, konstruierte die erste Druckerpresse (Tiegeldruckpresse) mit einem Farbwerk, das mit Hilfe von Walzen die Druckfarbe verteilte und auf die Druckform auftrug ("Suhl-Presse"). Die Papierbogen wurden allerdings noch von Hand eingelegt und nach dem Druck aus der Maschine genommen. Mit der neuen Maschine wurde als erstes Werk der Bogen "Principal Occurrences" des englischen Geschichtskalenders "The Annual Register" für 1810 in London 1811 gedruckt. |
| 1812 | Die erste mit Dampf betriebene Schnellpresse zum Druck konstruierte Friedrich Koenig ebenfalls in Suhl. Erst 1833 erfand er dann auch die Zylinderdruckpresse. |
| 1815 | George Boole wird in Lincoln in England geboren, er stirbt am 8. Dezember 1864 in Ballintemple in Irland. Der englische Mathematiker und Logiker arbeitete sich in seiner Jugend als Autodidakt in die Mathematik ein. Er war zunächst als Lehrer tätig, wurde aber aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeiten 1848 Mathematikprofessor am Queens College in Cork (Irland). Dort wirkte er bis zu seinem Tode. 1854 publizierte Boole „An investigation into the Laws of Thought, on Which are founded the Mathematical Theories of Logic and Probabilities“. Boole reduzierte die Logik auf neue Weise auf eine Algebra, die so genannte Algebra der Logik und verband so die Logik mit der Mathematik. In der Informatik ist das bis heute als Boolesche Algebra bekannt. |
| 1819 | Oersted entdeckt die Wechselwirkungen (Induktion) von fließendem Strom und Magnetismus. Die Bürokräfte verwenden erstmals eine Kurzschrift (Stenografie). Sie wird noch heute in manchen Parlamenten, neben den modernen Mitteln der Aufnahmen (Audio, Video) eingesetzt. |
| 1820 | Charles Xavier Thomas begann als erster mit dem werkstattmäßigen Herstellung von mechanischen Rechenmaschinen. Von seinem "Arithmometre" wurden in sechzig Jahren etwa 15000 Exemplare hergestellt. Vor allem Versicherungsgesellschaften gehörten zum Kundenstamm. Der Franzose Ampère begründet die Lehre von der ruhenden (Elektrostatik) und der strömenden Elektrizität (Elektrodynamik). Schon ein Jahr nach Oersteds Entdeckung entstehen elektromagnetische Telegrafen. |
| 1821 | Die ersten mechanischen Rechenautomaten werden in Paris durch Charles Xavier Thomas gebaut. In dieser Zeit war man in der Lage, mit Hilfe des Ohmschen Gesetzes die Leitfähigkeit eines Stoffes zu bestimmen. |
| 1822 | Das erste Patent auf eine Setzmaschine erhielt 1822 William Church aus Birmingham; die Maschine blieb jedoch erfolglos. |
| 1823 | Der englische Mathematiker Charles Babbage beginnt mit dem Bau eines digitalen Rechenautomaten (Differenzmaschine), den er wegen mechanischer Schwierigkeiten nie fertigstellt, der jedoch in seiner Anlage schon die wichtigsten Komponenten eines Computers aufweist: Steuerung, Rechenwerk, Vorrichtung für die Ein- und Ausgabe von Lochkarten. Babbage gilt vielen daher als der eigentliche Erfinder des Digitalcomputers. |
| 1825 | Englische Postkutschen befördern Eilpost von London nach Edinburgh (560 km) in sieben Tagen. |
| 1826 | Joseph Nicéphore Niepce erstellt ein erstes Foto. |
| 1829 | Louis Braille, selbst blinder Lehrer an der Pariser Blindenanstalt, entwickelt die von Charles Barbier 1820 erfundene Blindenschrift weiter und führt sie unter seinem Namen in die Praxis ein. |
| 1832 | Gründung der ersten Presseagentur durch Charles Havas in Paris. Weitere Agenturen entstehen: 1848 - Associated Press, 1851 - Reuters. Eine erste Art Filmvorführmaschine war das von dem belgischen Anatomen und Physiker Joseph Antoine Ferdinand Plateau gebaute "Phenakistiskop" oder "Phantaskop". Ihr folgten ebenfalls als Vorläufer des heutigen Filmprojektors fast zur gleichen Zeit der von dem österreichischen Mathematiker Simon Ritter von Stampfer erfundene ähnliche Apparat "Stroboskop" oder "Kreisdreher" und von dem britischen Mathematiker William George Horner das "Zoetrop" = "Lebensdreher", "Lebensrad" oder Wundertrommel"; schließlich brachte der Franzose Emile Reynaud, aber erst 1877 ein verbessertes Zoetrop , "Praxinoskop" genannt , heraus. |
| 1833 | Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber erfinden einen Nadel-Telegrafen (Signale werden auf elektromagnetischem Weg übermittelt). Es wird aber auch mit der optischen Telegrafie experimentiert. Es entsteht eine Linie zwischen Berlin und Koblenz. Die erste Lochkartensteuerung wird für Rechenmaschinen eingesetzt, damit begründet sich erstmals das speicherorientierte Rechnen. |
| 1834 | Charles Babbage formuliert grundlegende Ideen der modernen Computertechnologie (Analytische Maschine - 50000 bewegliche Einzelteile). Sie sollte aus Ein- und Ausgabeeinrichtungen, einem Speicher sowie einem Steuer- und einem Rechenwerk bestehen. Die Maschine wurde allerdings wegen mechanischer Probleme nie fertig gebaut. |
| 1835 | Augusta Ada Byron, Gräfin Lovelace, Tochter des Dichters Lord Byron, Lebensgefährtin und Bewunderin von Charles Babbage, entwarf für die von ihm konzipierte Rechenmaschine (1833) zahlreiche Programme, auch mit nichtmathematischem Inhalt (erstmals veröffentlicht 1843 in: Scientific Memoirs. Selected from the transactions of foreign academies and in foreign journals). Sie gelten als die ersten Computerprogramme, die je geschrieben worden sind. Sie führte den Begriff "MNEMONIC" für die Assembler-Befehle ein. Ihr zu Ehren wird 1980 eine Programmiersprache ADA genannt. |
| 1836 | Der deutsche Astronom, Physiker und Techniker Carl August von Steinheil erfand den ersten schreibenden Telegrafen (Schreibtelegrafen), der die zu übermittelnde Nachricht in einer Punktschrift auf einem Papierstreifen aufzeichnete. Steinheils Schreibtelegraf wurde erstmals im Juli 1837 auf der Strecke zwischen München und Bogenhausen in Betrieb genommen. |
| 1837 | Samuel B. Morse (Historienmaler und Erfinder) erfindet ebenfalls einen Schreibtelegrafen und benutzt einen Punkt-Strich-Code, der noch heute Gültigkeit besitzt. Über eine 64 km lange Leitung (Baltimore - Washington) verschickt er das erste Morse-Telegramm. Der Wortlaut des Telegramms war: "Successful experiment with telegraph September 4th 1837" (engl.= Gelungener Versuch mit Telegraph 4. September 1837). Daguerre und Talbot sind an der Entwicklung der Fotografie wesentlich beteiligt. |
| 1839 | Daguerre und Talbot, verhalfen der Fotografie zu ihrem entscheidenden Durchbruch. Der Franzose Louis Jacques Mandé Daguerre, von Haus aus Maler, erfand, auf Joseph Nicéphore Niepces Erfahrungen aufbauend, ein Verfahren, ein latentes Jodsilberbild (auf einer Metallplatte) durch Quecksilberdämpfe zu entwickeln und mit einer Kochsalzlösung zu fixieren. Dieses fotografische Verfahren (mit noch nicht kopierbaren Fotos auf einer Metallplatte) und das Ergebnis bezeichnete man dann als Daguerreotypie. Noch im gleichen Jahr gelang es dem englischen Physiker und Chemiker William Henry Fox Talbot, ein fotografisches Negativ-Positiv-Verfahren zu entwickeln, so dass unbegrenzte Kopien eines Fotos hergestellt werden konnten. |
| 1840 | Petzval erstellt einen ersten Rechenablaufplan. |
| 1842 | In Hamburg erscheint, nach dem großen Brand, erstmalig ein Pressefoto. |
| 1843 | Der Verleger Johann Jakob Weber gründete in Leipzig am 1. Juli 1843 die erste deutsche Illustrierte, die "Illustrirte Zeitung", die sich fast hundert Jahre hielt. Weber veröffentlichte erstmals auch Leserzuschriften. Edvard und George Scheutz bauen in Stockholm den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage. Die erste öffentliche Telegrafenstrecke entsteht in England zwischen den Bahnhöfen Paddington und Slough der Great Western Railway Company. Von Alexander Bain, einem schottischen Bauernsohn, wurde der Telekopierer schon 1810 vorgedacht, machte er in diesem Jahr einen Vorschlag für einen Facsimile-Telegraphen, der Zeichnungen, Schriftstücke und dergleichen übertragen sollte. Aber erst 22 Jahre später (1865) wird zwischen Paris und Lyon über eine Entfernung von 400 Kilometern "fernkopiert". Bains Apparatur war dazu vom italienischen Physiker Giovanni Caselli überarbeitet worden. |
| 1844 | Das erste Pressetelegramm schickte ein Reporter am 25. Mai 1844 aus dem Kongress in Washington an den "Baltimore Patriot" nach Baltimore über einen Morsetelegrafen. Der Text des Telegramms lautete: "1 Uhr - Gerade wurde über die Oregonfrage abgestimmt. Abgelehnt. 79 Ja-, 86 Neinstimmen". |
| 1845 | Der Zeigertelegraf wird erfunden. |
| 1847 | Der britische Mathematiker, aber Autodidakt George Boole veröffentlichte seine ersten Gedanken über die von ihm begründete mathematische Logik in der Schrift "The mathematical analysis of logic, being an essay towards a calculus of deductive reasoning", die ihm zwei Jahre später eine Professur für Mathematik am Queens College in Cork einbrachte. In seiner Abhandlung "An investigation of the laws of thought, on which are founded the mathematical theories of logic and probabilities", London 1854, entwickelte Boole die erste Form seiner Algebra der Logik, die später als Boolesche Algebra bezeichnet wurde. George Boole schafft mit seiner Algebra die Voraussetzungen für die digitale und somit maschinelle Datenverarbeitung (Binärsystem). Er stellt also eine mengentheoretische Logik vor, die es ermöglicht, logische Schlüsse nichtmathematischer Probleme in algebraischer Form auszudrücken. Andere Quellen nennen das Jahr 1854 als Erscheinungsdatum. |
| 1848 | In New York schlossen sich einige New Yorker Verleger zur "Harbour News Association" zusammen, um gemeinsam die Nachrichtenbeschaffung aus allen Ländern der Welt zu organisieren. Nach verschiedenen Umbenennungen nannte sich diese erste amerikanische Nachrichtenagentur 1892 "The Associated Press (AP)", die es noch heute gibt. |
| 1849 | Journalist Bernhard Wolff aus Berlin, Expedition d. Nationalzeitung, gründete die erste Nachrichtenagentur in Deutschland, "Wolffs Telegraphisches Büro". |
| 1850 | Der Mikrofilm, ein Medium, auf dem sich mikroskopisch klein, Texte, Bilder oder Kataloge archivieren lassen, wurde von dem britischen Optiker John Benjamin Dancer erfunden. Dancer stellte zahlreiche winzige fotografische Diapositive her. Diese Technik gibt es noch heute, oft in vielen Autowerkstätten, um ganze Teilekataloge und deren Explosionszeichnungen vergrößert auf einem Sichtschirm darstellen zu können. Auch das Bundesarchiv hat jahrzehntelang wichtige Akten mit dieser Technik archiviert. Die Brüder Jacob und John Watkins Brett verlegten das erste Seekabel von England nach Frankreich (Dover – Cap Gris Nez) und damit war die erste Seetelegrafie eröffnet. |
| 1851 | Die erste Rotationspresse entstand. Das erste Seekabel verbindet Frankreich mit Großbritannien (Calais - Dover). Wernher von Siemens hatte die "nahtlos umhüllte" und damit wasserdichte Leitung erfunden. |
| 1852 | Der englische Naturwissenschaftler William Henry Fox Talbot erfand das Prinzip der Halbtonätzung und legte damit die Basis für die Reproduktion von Fotografien im Zeitungsdruck. Bei der Halbtontechnik wird mit Hilfe winziger, aber verschieden großer schwarzer Punkte jeder Grauton des zu reproduzierenden Originalfotos nachgebildet. Damit verhalf er der Verbreitung der Printmedien mit nunmehr möglichen Bildern zu einem enormen Aufschwung. |
| 1853 | Der österreichische Physiker und Telegrafendirektor Julius Wilhelm Gintl erfand das Prinzip des elektrischen "Gegensprechens", d.h. die Möglichkeit, über eine Telegrafenleitung gleichzeitig mehrere Telegramme zu befördern, und zwar auch in entgegengesetzte Richtungen ("Gegensprechen" - Duplextelegrafie). Ebenfalls in diesem Jahr baute der Engländer Latimer Clark die erste Rohrpostanlage zwischen der International Telegraph Company und der Börse in London. Die Sendungen, eine Art Transport von verschiedenen Medien oder Kleinteilen, wurden in zylindrische Kapseln eingelegt und diese mit Hilfe eines Unterdrucksystems durch die Röhren gesaugt, besser geschoben. Diese Technik gibt es noch heute! |
| 1855 | Die Litfasssäule (Anschlagsäule, Plakatsäule), benannt nach dem deutschen Drucker Ernst Litfaß, wird am 1. Juli 1855, nach einem Vertrag über "öffentlichen Zettelaushang" an Säulen und Brunneneinfassungen mit dem Berliner Polizeipräsidenten, aufgestellt. Der amerikanische Mechaniker Dorr E. Felt stellt in Chicago eine tastengetriebene Addiermaschine, genannt „Macaroni-Box“ vor. |
| 1856 | Der erste Bildtelegraf nimmt seine Arbeit auf. Erfinder sind der Italiener Giovanni Caselli und der Franzose Gustave Froment. |
| 1858 | Das erste transatlantische Kabel verbindet Europa mit Amerika und macht eine Informationsübermittlung in allerkürzester Zeit möglich. Paul Julius Reuter (1816 - 1899) Nach ersten Tätigkeiten in einer Nachrichtenagentur und einer Zwischenstation in Aachen, wo er die Fernmeldewege nach Brüssel noch durch Brieftauben um mehr als sieben Stunden beschleunigte, gelangte er nach London und wurde erfolgreichster Agenturgründer der Geschichte. Er versah nach der Entwicklung der Telegrafie alle wichtigen Städte der Welt mit eigenen Korrespondenten und Agenturen und verfügte letztlich mit seiner Aktiengesellschaft "Reuters Telegraphic Comp. Incorporated" über ein Nachrichtenmonopol. 1871 wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben. |
| 1861 | Amédée Mannheim (1831-1906) gilt als Schöpfer des Rechenstabes mit dem Teilungsbild A, B, C, D. Der Deutsche Philipp Reis erfindet das erste Telefon und dazu auch das erste Mikrofon. Der Amerikanische Taubstummen-Lehrer Graham Bell, der eine Hörhilfe für seine Schüler bauen will, kann 1876 ein noch besseres Telefon vorstellen, das sich dann auch weltweit durchgesetzt hat. Erste Form der Echtzeit-Kommunikation. |
| 1866 | Die erste drahtlose Nachrichtenübermittlung gelang dem amerikanischen Zahnarzt Mahlon Loomis im Oktober 1866 über eine Entfernung von 22 km zwischen zwei Berggipfeln in West Virginia, wobei er Antennen (Drähte) verwendete, die von zwei von den Gipfeln aufgestiegenen Drachen gehalten wurden. Bei den Nachrichten handelte es sich noch um sehr einfache Signale. |
| 1870 | In den USA und in Deutschland beginnt die industrielle Produktion von Rechenmaschinen. In Paris ließ der Versicherungsunternehmer Thomas de Colmar bis 1870 etwa 800 Exemplare des von ihm erfundenen "Arithmomètre" herstellen. Ab den 1870er-Jahren wurde diese nach dem Staffelwalzenprinzip arbeitende "Vierspezies-Rechenmaschine" für die vier Grundrechenarten von verschiedenen europäischen Firmen kopiert. In diesem Jahr führte der britische Physiker John Tyndall den Mitgliedern der königlichen Gesellschaft in London die Totalreflexion des Lichtes in einem bogenförmigen Wasserstrahl vor, d.h. er zeigte, dass Licht aus einem Wasserstrahl nicht austreten kann, sondern von ihm wie von einem Kabel von einer Stelle zu einer anderen weitergeleitet wird. Er hatte damit einen Lichtleiter entdeckt. Eine praktische Anwendung von Tyndalls Experiment gab es erst 1955 durch den Briten Narinder S. Kapany. Heute ist aber der Lichtwellenleiter, auf Kunststoffbasis der wichtige und schnellste Datenübertragungsstandard. |
| 1874 | E. Remington & Sons bringen die erste kommerzielle funktionsfähige Schreibmaschine heraus. Der erste Schriftsteller im Besitz einer (Remington-) Schreibmaschine war Mark Twain. Er konnte als erster Autor seinem Verlag ein maschinengeschriebenes Buchmanuskript abliefern: den Text zu "The Adventures of Tom Sawyer". Der Franzose Emile Baudot erfindet den 5-Bit-Telex-Code mit zwei Ebenen für Buchstaben und Zeichen/Ziffern und baut den ersten Fernschreiber. Die Übertragungsgeschwindigkeit nennt er Baud. Ferdinand Braun entdeckte den Gleichrichtereffekt des Halbleiters. |
| 1876 | Kabel werden erstmals in Deutschland verlegt. Sie sind der Grundstock für das heutige Fernkabelnetz. Zu der in Europa verbreitetsten "Vierspezies-Rechenmaschine" entwickelte sich die von dem schwedischen Ingenieur Willgodt T. Odhner in Russland entwickelte und 1878 patentierte Sprossenradrechenmaschine, die nicht nur kompaktere Ausmaße hatte, sondern auch billiger herzustellen war als die Staffelwalzenmaschinen. Auch dieser Maschinentyp wurde von zahlreichen Firmen auf der ganzen Welt kopiert und nachgebaut. |
| 1877 | Thomas Alva Edison entwickelt den Phonographen. Ein Vorläufer der Schallplatte oder des Tonbandes. Das erste Wort, das Edison mit dem Gerät aufzeichnete und wiedergab, war ein zweimaliges "Hallo". Er war damit der erste Mensch, der die Wiedergabe seiner eigenen Stimme hörte. Der erste Phonograph wurde von Edisons Mitarbeiter John Heinrich Kruesi in Menlo Park bei New York gebaut und am 6. Dezember 1877 fertiggestellt. An diesem Tag wurde die erste Aufnahme gemacht. Edison sang das englische Kinderlied: "Mary had a little lamb, its fleece was white as snow, and everywhere that Mary went, the lamb was sure to go." Dann spielte er es seinen erstaunten Mitarbeitern vor. |
| 1878 | Die erste öffentliche Telefonvermittlung geht in New Haven, Connecticut, in Betrieb. Der Zivilingenieur Arthur Burkhard übernahm die erste deutsche Rechenmaschinenfabrik im sächsischen Glashütte und fertigte Nachbauten der Thomasschen Maschine von 1820. |
| 1880 | Erste Setzmaschine, "Linotype" = A line of types!" [engl.= Eine Zeile aus Lettern!) von Mergenthaler. Das erste Funksprechgerät, das die Sprache verständlich wiederzugeben vermochte, hatte Alexander Graham Bell zusammen mit Charles Summer Tainter in diesem Jahr mit dem "Photophone" entwickelt, einem Gerät, mit dem man (mittels einer Selenzelle) auf einem Lichtstrahl telefonieren konnte. Auch das ist eine Technik, die mit den heutigen Lichtwellenleitern, zwecks Datenübertragung, erst richtig zur Ausnutzung kommt. |
| 1881 | Siemens nimmt im Januar in Berlin eine Telefonvermittlung mit zunächst acht Teilnehmern in Betrieb. Die K. Hattori Co. Ltd wird gegründet, 1892 wird sie in Seikosha Co. Ltd. umbenannt. 1985 wird diese nochmals umbenannt, und zwar in die SEIKO EPSON Corp., Epson steht für Son of Electronic Printer. Der deutsche Kupferstecher Georg Meisenbach erfindet die Autotypie. Sie wurde auch unter den Bezeichnungen Raster- bzw. Netzätzungen bekannt. Heute wird diese Entdeckung bei der fotomechanischen Wiedergabe von Halbtonbildern (z.B. Fotos) genutzt. |
| 1882 | Charles Babbage, ein englischer Mathematiker, stellt nach langwieriger und theoretischer Entwicklung (1834) das Modell einer druckenden Differenzenrechenmaschine vor. Mit ihr sollten automatisch Tabellenberechnungen und -drucke angestellt werden, da die verbreiteten Zahlentafeln oft fehlerhaft waren. Babbage entwickelt nun auch das Konzept seiner automatisch arbeitenden Rechenmaschine, der "Analytical Engine". |
| 1883 | Der schottische Physiker Alexander Bain erfindet das Fax-Gerät (Facsimile) mit zeilenweiser Abtastung. |
| 1884 | Hermann Hollerith baute die erste Zähl- und Sortiermaschine mit elektrischer Abfühlung. Das mechanische Fernsehen begründete der deutsche Ingenieur Paul Nipkow mit dem von ihm erfundenen "elektrischen Teleskop", einer sowohl zur Bildzerlegung als auch zur Bildzusammensetzung verwendeten Scheibe mit spiralig angeordneten Löchern, die später Nipkow-Scheibe genannt wurde. Auf der Aufnahmeseite drehte sie sich vor dem abzubildenden Gegenstand und tastete alle seine Punkte, Zeile für Zeile, ab, wobei das räumliche Nebeneinander der so erhaltenen verschiedenen Helligkeitswerte (Bildelemente) mit Hilfe von Selenzellen in ein zeitliches Nacheinander elektrischer Spannungswerte (Bildsignale) umgesetzt wurde. Auf der Wiedergabeseite erfolgte der Aufbau des Fernsehbildes nach einem Zeilenverfahren auf elektromechanischer Grundlage. Dies war der Ursprung des Fernsehens. Die Nipkow-Scheibe wurde bis 1938 neben elektronischen Bildzerlegern benutzt. Das IEE (Institute of Electrical Engineers) wird gegründet. John Henry Paterson gründet seine Firma zur Herstellung von Registrierkassen und nennt sie NCR (National Cash Register). |
| 1885 | Ottmar Mergenthaler, Hachtel/Württ., Uhrmacher und Feinmechaniker; Erfinder der Zeilensetz- und Gießmaschine (Linotype). |
| 1886 | Hermann Hollerith, Sohn deutscher Auswanderer, konstruiert eine elektromagnetische Sortier- und Zählmaschine. Hermann Hollerith gilt als Begründer der maschinellen Datenverarbeitung und hat die Firma IBM gegründet. Die erste Linotype, eine Druck- und Setzmaschine, wurde in diesem Jahr eingesetzt. Gottlieb Daimler entwickelt mit seiner „Motorkutsche“ das erste Auto. |
| 1887 | Emil Berliner gilt als Erfinder der Schallplatte, deren Oberfläche noch aus Wachs besteht und mit dem Grammophon abgehört wird. Berliner benutzte noch Schalltrichter, Membran und Nadel, aber ein anderes Tonaufzeichnungsverfahren: Während nach dem Edisonschen Prinzip die Tonaufzeichnung senkrecht in die Walze eingeritzt wurde, ließ Berliner seine Nadel nicht auf- und abschwingen, sondern in einer waagerechten Rinne mehr oder weniger weit nach rechts und links ausschlagen ("Berliner Schrift"). Durch diese Technik der seitlichen Bewegungen der Abtastnadel war die Tonqualität erheblich verbessert worden. Hollerith fügt seiner Entwicklung ein Addierwerk hinzu. Während in Europa der Markt der Rechenmaschinen durch Vierspeziesmaschinen bestimmt war, wurden in den USA zunächst fast ausschließlich Addiermaschinen produziert. Der Mechaniker Dorr E. Felt entwickelte das 1887 patentierte "Comptometer", eine tastengetriebene Addiermaschine, die noch heute die schnellste Addiermaschine der Welt ist. Fast zur gleichen Zeit wurde von dem ehemaligen Buchhalter William S. Burroughs die nach ihm benannte schreibende Addiermaschine eingeführt. Beide Erfindungen führten zur Gründung von großen Rechenmaschinenfirmen. |
| 1888 | Heinrich Hertz entdeckt und beschreibt die elektromagnetischen Wellen. Er benutzt für die erste drahtlose Übertragung einen Funken-Oszillator, was zur späteren Bezeichnung Funk führt. George Eastman, Erfinder des Rollfilms (1884), brachte in diesem Jahr mit seiner „Kodak Nr. 1" genannten Kamera den ersten für einen Rollfilm konstruierten Fotoapparat auf den Markt. |
| 1889 | Die Serienproduktion des Grammophons von 1887 wurde in Deutschland aufgenommen. Der Erfinder Emil Berliner hatte damit die Puppenfabrik Kämmerer & Reinhardt in Waltershausen beauftragt. Die mit einer Handkurbel versehenen Geräte waren noch recht einfach und hauptsächlich als Spielzeug gedacht. Der Aufschwung der Schallplattenindustrie begann, als die von Emil Berliner und seinem Bruder Josef 1898 in Hannover gegründete Deutsche Grammophon-Gesellschaft den Plattenspieler unter dem Namen Grammophon auf den Markt brachte. George Eastman erfindet den Rollfilm-Photoapparat. Brown Strowger entwickelte eine Vorstufe des Hebdrehwählers, damit wurden Telefonverbindungen automatisch hergestellt. Das Fräulein vom Amt, stöpselte einzeln die Verbindungen, wurde dadurch überflüssig. Die Macaroni-Box von 1855 konnte nun auch drucken (Comptograph). |
| 1890 | Das am 8. Januar 1889 vom Deutschen Reichspatentamt patentierte Hollerith-Lochkartenverfahren (erstes Datenverarbeitungspatent) wurde zum ersten mal bei der amerikanischen Volkszählung in größerem Umfang angewandt. Während nach der Volkszählung von 1880, bei der die Daten von etwa 50 Millionen Menschen erfasst wurden, 500 Helfer nahezu 7 Jahre damit beschäftigt waren, die Ergebnisse auszuwerten, bewältigte Hollerith die Angaben von rd. 65 Millionen Menschen mit 43 Lochkartenmaschinen in 4 Wochen. Hollerith war mit der Erfindung der Lochkartentechnik (zum Zwecke der Datenverarbeitung) der Wegbereiter der maschinellen Verarbeitung von statistischen Daten. Auch in Wien wird eine Lochkartenmaschine zur Volkszählung durch Schäffler eingesetzt. |
| 1891 | Der französische Physiker und spätere Nobelpreisträger Gabriel Jonas Lippmann entwickelte ein auf Interferenz von Licht beruhendes Verfahren der Farbfotografie. Das später nach ihm benannte Lippmann-Verfahren lieferte erstmals gute Farbfotos, wurde aber nur experimentell angewandt. Für die Anwendung in der Praxis waren die Belichtungszeiten zu lang. Gerard Philips gründet in Eindhoven (Niederlande) die Firma Philips & Co., es sollen Glühbirnen hergestellt werden. |
| 1892 | Auch nachdem die Staffelwalzen- und Sprossenradmaschinen sowie die Addiermaschinen sich zu Massenprodukten entwickelt hatten, führten Erfinder immer neue Rechenmaschinentypen ein. Zu den erfolgreichsten gehörten die 1892 in der Schweiz eingeführte Direktmultiplikations-Rechenmaschine "Millionär" und die von dem deutschen Konstrukteur Christel Hamann eingeführten Proportionalhebel- und Schaltklinkenmaschinen. |
| 1893 | Elster und Geitel entwickeln die Fotozelle |
| 1894 | "Der Rundfunk, Radio (engl.: Broadcasting), die Verbreitung von
Darbietungen in Ton (Hör-, Ton-Rundfunk) oder Bild (Fernseh-Rundfunk,
Fernsehen, engl.: Television) durch elektromagnetische Wellen, meist
drahtlos, aber auch über Fernsprech- und Stromversorgungsleitungen sowie
über spezielle Kabel (Drahtfunk, Kabelrundfunk) oder über
Satellitenverbindungen, für einen unbegrenzten Personenkreis, wurde ein
bedeutendes Medium in technischer, publizistischer und künstlerischer
Hinsicht und das erste elektrische Massenmedium. Der Rundfunk nahm seinen
Ausgang von der drahtlosen Telegrafie (Funktelegrafie), an deren
Verwirklichung nahezu gleichzeitig der italienische Ingenieur und Physiker
Guglielmo Marconi (* Bologna 1874, † Rom 1937) und der russische Physiker
Aleksandr Stepanowitsch Popow (* Turinskije Rudniki [heute Krasnoturinsk]
1859, † Petersburg 1906) 1894/1895 arbeiteten. Doch Erfolg und Ruhm waren
nur Marconi beschieden, nicht zuletzt deshalb, weil er für seine Experimente
finanzielle Unterstützung fand. Beide Wissenschaftler griffen auf bereits
vorhandene Erkenntnisse und Erfindungen zurück. Neu war, dass sie sie für
die drahtlose Nachrichtenübermittlung (Funktechnik) zu nutzen wussten.
Grundlagen der Funktechnik waren: 1) Der britische Physiker James Clerk Maxwell (* Edinburgh 1831, † Cambridge 1879) wies im wesentlichen in den Jahren 1861-1864 theoretisch die Existenz elektromagnetischer Wellen nach, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. 2) Dem deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz (* Hamburg 1857, † Bonn 1894) gelang es 1888, die elektromagnetischen Wellen experimentell nachzuweisen: Mit einem von ihm konstruierten Sender (Funkeninduktor), den er Resonator nannte, konnte er erstmals Wellen, die man später als elektromagnetische Wellen bezeichnete, erzeugen und über eine bestimmte Entfernung übertragen. 3) Der französische Physiker Edouard Branly (* Amiens 1844, † Paris 1940) konstruierte 1888 ein Gerät (später Kohärer genannt), mit dem elektromagnetische Wellen nachgewiesen und in elektrischen Strom umgewandelt werden konnten (was ihm 1921 den Nobelpreis für Physik einbrachte). Marconi begann im Sommer 1894 mit den Hertzschen Wellen zu experimentieren. Er konstruierte einen aus einem Hertzschen Funkenerzeuger und einem Branlyschen Kohärer bestehenden Sender und sendete damit im Dezember 1894 ein Funksignal durch den Raum, das eine elektrische Klingel (sozusagen ferngesteuert) zum Läuten brachte. Dies war der Anfang der Funktechnik." (Zitat: Margarete Rehm, 1993) In Wakayamy in Japan wird Konosuke Matsushita (gesprochen Mat-Sosch-ta) geboren. Er wird später die Firma Matsushita Electric Corp. gründen, zu der u. a. JVC, Panasonic, Loewe Optra Technics, Panasonic und National gehören. |
| 1895 | Der Kinematograph wird durch die Brüder Auguste und Louis Lumière in Paris vorgestellt. Die Entwicklung visueller Medien haben hier ihre Geburtsstunde. In Berlin sind es die Brüder Max und Emil Skladanowski, die eine erste öffentliche Filmvorstellung in Berlin abhalten. |
| 1896 | Die CTR (Computing Tabulating Recording) wird von Herrmann Hollerith gegründet. Diese Firma ist die Vorläuferin von IBM, die 1924 mit zwei weiteren Firmen gegründet wird. Die Firma NCR eröffnet die erste deutsche Niederlassung. |
| 1897 | Am 12. Dezember 1897 erschien im "New York Journal" die an "Max und Moritz" (1865) von Wilhelm Busch orientierte Comic-Serie "The Katzenjammer kids", die der aus Deutschland eingewanderte Zeichner Rudolph Dirks hergestellt hatte. Sie ist der älteste, heute noch erscheinende Comic strip. Der deutsche Physiker Karl Ferdinand Braun erfand die nach ihm benannte Elektronenstrahlröhre (Braunsche Röhre), die zur Grundlage der modernen Fernsehkameras und Fernsehempfänger wurde und noch heute als Bildröhre verwendet wird. |
| 1898 | Valdemar Poulson entwickelt einen magnetisierbaren Stahldraht zur Datenspeicherung. Später wird diese Technik auch zur Tonaufzeichnung verwandt. |
| 1899 | Das Feuerschiff East Goodwin wird vor der Südostküste Englands in dichtem Nebel gerammt; die Besatzung telegrafiert um Hilfe und wird gerettet - der erste dokumentierte Funk-Notruf. Die Firma NEC Corporation wird gegründet. |
| 1900 | Valdemar Paulsen zeichnet zum ersten Mal Daten magnetisch auf. In Berlin wird der erste Münzfernsprecher aufgestellt. Überall auf der Welt verwendet man die lateinische Schrift. In Amerika gab es schon 1,6 Millionen km lang verlegte Telefonleitungen. Damit konnte die Hälfte der Amerikaner im telefonischen Kontakt sein. |
| 1901 | Guglielmo Marconi sendet von Cornwall (England) die ersten Radiowellen aus. Er überträgt einen Morsecode, der in 3500 km Entfernung in Neufundland (Amerika) empfangen wird. Er benutzt dazu eine 60 m hohe Antenne. |
| 1902 | Der Deutsche Artur Korn baut als erster ein Faxgerät, dass erst 80 Jahre später durch die Japaner zum Welterfolg wird und der deutsche Physiker und Erfinder Otto von Bronk erhält ein Patent für ein Farbfernsehsystem. Jules Verne’s Klassiker „Reise zum Mond“ kommt in die Kinos. |
| 1903 | In diesem Jahr entwickelten die Brüder Auguste Marie Louis Nicolas und Louis Jean Lumière, die Erfinder des ersten brauchbaren Kinematographen (1895), das erste praktisch verwertbare Farbfotoverfahren (Autochrome-Verfahren genannt). Nikola Tesla patentiert elektrische, logische Schaltkreise (Gatter). AEG und Siemens gründen die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie (Telefunken). Sie wird u. a. das PAL-Fernsehen erfinden. Nach der Fusion 1967 zu AEG-Telefunken verschwinden Firma und Marke 1985 vom Markt. |
| 1904 | Erste farbige Fotografie auf der Titelseite einer Zeitung (Daily Illustrated Mirror) erscheint. |
| 1905 | Der Amerikaner Powers (1870-1915) entwickelt eine verbesserte, rein mechanische, Lochkartenmaschine und gründet 1910 die Powers Accounting Machine Company, die 1959 in England zur heutigen ICL fusionierte. John C. Dunton baut die erste Musikbox (Multiphone) mit 24 auf Edison-Walzen gespeicherten Melodien. Es ist ein Münzapparat. |
| 1906 | Erfindung der Elektronenröhre (Verstärkerröhre) durch Lee de Forest, zeitgleich aber auch durch den Österreicher Robert von Lieben. Sie ist elektrisch gesehen ein Schalter, der durch einen anderen (zweiten) Schaltvorgang oder Impuls ausgelöst werden kann. Der Transistor wird die Röhre 40 Jahre später mit viel weniger Energieaufwand ablösen. Der Einsatz der Braunschen Röhre in der Fernsehtechnik erfolgte erstmals durch den deutschen Physiker Max Dieckmann (Patent für "Verfahren zur Übertragung von Schriftzeichen und Strichzeichnungen unter Benutzung der Katodenstrahlröhre") sowie durch den russischen Physiker Boris Iwowitsch Rosing (Patent auf einen elektrischen Fernseher, "Elektrisches Teleskop" genannt), dessen erstes arbeitsfähiges Modell er am 9. Mai 1911 in Rußland vor namhaften Physikern demonstrierte). Dieckmann und Rosing, die beide noch mit mechanischen Bildzerlegern arbeiteten, begründeten mit diesem ersten Einsatz der Braunschen Röhre ein halbelektronisches Fernsehen; beide Systeme waren wahrscheinlich die ersten funktionierenden Fernsehsysteme der Welt. |
| 1907 | Erste farbige Fotografie auf der Titelseite einer Zeitung (Daily Illustrated Mirror) erscheint. Dem Kanadier Reginald Aubrey Fessenden gelingt auf einer 320 km langen Strecke die erste drahtlose Telefonie. |
| 1908 | Der deutsche Ingenieur Franz Trinks entwickelt die druckende Vier-Spezies-Rechenmaschine „Arithmotyp“. WSilliam Seward Burroughs stellt seine druckende Volltasten-Addiermaschine mit Schleppzahnbogen vor. |
| 1910 | In den USA gibt es schon 2433 Tageszeitungen. Herrmann Hollerith entsendet seinen Ingenieur R. Williams mit dem Auftrag nach Deutschland, dort eine Firma zu gründen, die die neuen Maschinen vertreibt (Deutsche Hollerith Maschinen Gesellschaft - DEHOGA) aus der später IBM-Deutschland (Internationale Büromaschinengesellschaft) entsteht. So namhafte Firmen wie Bayer, Hoechst, BASF, AEG, Siemens-Schuckert und Osram waren die ersten Kunden, die ihre ersten Lochkartenmaschinen für die kaufmännische Buchhaltung einsetzten. Der Niederländer Peter DeBye beschreibt erstmals, wie man Licht optisch leiten kann, und ist damit der späteren Lichtleiter-Technik um viele Jahre voraus. Erstmals wird eine Schreibmaschine von Quevedo erfolgreich mit einer Rechenmaschine gekoppelt, so dass die Ergebnisse der Rechnungen direkt zu Papier gebracht werden können. |
| 1911 | Holleriths Unternehmen wird an die Computing Tabulating Recording Co verkauft. Der niederländische Physiker Kamerlingh Onnes entdeckt die Supraleitfähigkeit. |
| 1912 | Der wohl erste spektakuläre und dramatische Einsatz der Funktelegrafie im Bereich der Schifffahrt erfolgte in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912, als der britische Luxusdampfer "Titanic" auf seiner Jungfernfahrt von Southhampton nach New York einen Eisberg rammte und 1503 Menschen (von den 1308 Passagieren und 898 Mann Besatzung) im Nordatlantik den Tod fanden. 703 Menschen konnten der Katastrophe entrinnen, weil der Funker Philips bis zur letzten Minute die Notsignale "SOS" und "CQD" aussandte und dadurch Hilfe (Carpathia) an den Unglücksort holte. Philips ertrank. Flugzeug und Zeppelin transportieren im Rhein-Main-Gebiet erstmals größere Mengen an Luftpost. Tokuji Hayakawa gründet in Tokyo ein Stahlwerk. Aus dem 1915 erscheinenden mechanischen Bleistift namens "Ever-Sharp" leitet sich dann der Firmenname Sharp ab. Der erste Elektrostarter wird in den amerikanischen Cadillac eingebaut. |
| 1913 | Erste Rundfunkausstrahlung in Long Island (USA) durch Hans Brelow. Oskar Barnack entwickelt mit der "Ur-Leica" die erste Kleinbild-Kamera. Er nutzt dazu den bereits vorhandenen 35mm-Kinofilm. |
| 1914 | Es sind insgesamt 2371 Bahnpostwagen im Einsatz. In jedem sortieren bis zu 12 Postbeamte die Briefe und Zeitungen. Thomas Watson wechselt von der National Cash Register (NCR), wo er als Vertreter gearbeitet hat, als Präsident zur Computing Tabulating Recording Company (CTR), da ihn die Hollerith-Maschinen (primitive Lochkartenmaschinen) begeistern. Er wird als späterer Chef die Firma unter dem Namen IBM zu einem Großkonzerne machen. |
| 1917 | Im Sommer 1917 übertrug der deutsche Funkoffizier Hans Bredow, der spätere "Vater des deutschen Rundfunks", an der deutschen Westfront in Frankreich für seine Kameraden über die Frontfunkstellen kurze Unterhaltungsprogramme (Sprache und Musik). Auf Grund der Begeisterung der Funkersoldaten über diese ersten deutschen Rundfunkversuche, die eine unverhoffte Abwechslung in den dienstlichen Funkverkehr brachten, fasste Bredow den Entschluss, den Rundfunkempfang für jedermann zu schaffen. Das tschechische Wort "Roboter" wird zum ersten Mal benutzt. |
| 1918 | In Deutschland gibt es erste Versuche zum Mobilfunk. Die Reichspost und die Reichsbahn bieten einen Zugtelefondienst an. |
| 1919 | Eccles und Jordan entwickeln erste Vorstellungen von einer Flip-Flop Schaltung. |
| 1920 | Der erste Radiosender der Welt (KDKA) geht in Pittsburg/USA am 2. November auf Sendung. Zur Eröffnung übertrug die Rundfunkstation KDKA die Wahlergebnisse der damaligen Präsidentschaftswahlen; in den Pausen wurde Musik gesendet. |
| 1921 | In Boston wird ein Rundfunkgeschäft namens Radio Shack gegründet. 1940 bringt die Firma ihren ersten Versandkatalog heraus. Norbert Wiener, der in den 40er-Jahren die Kybernetik definieren wird, ist Professor am MIT in Boston. |
| 1922 | Der erste Werbespot geht in den USA über das Radio. |
| 1923 | Das erste offizielle deutsche Radioprogramm (vornehmlich Nachrichten und Musik) läuft an (Langwellensender Königs Wusterhausen der "Wirtschaftsrundspruchdienst"). Von Hartford (USA) nach Nizza (Frankreich) reicht die erste Sprechverbindung durch Amateurfunker. 8. Januar: Joseph Weizenbaum wird in Berlin geboren. Siemens gründet zusammen mit der Furukawa- Gruppe die Firma Fusi Denki Seizo. Fusi steht für die Gründernamen Siemens und Furukawa. 1935 wird der Kommunikationsbereich unter dem Namen Fujitsu ausgegliedert. Der Rest der Firma heißt jetzt Fusi Tsushinki Seizo. |
| 1924 | Die Computing Tabulating Recording (gegründet von Herrmann Hollerith) wird in die International Business Machines Company (IBM) umbenannt. Errichtung der "Deutschen Welle". Die erste Buchgemeinschaft in Deutschland mit internationalem Buchprogramm war die 1924 in Berlin gegründete "Deutsche Buchgemeinschaft" (heute Darmstadt). Sie sprach die breite Schicht des bürgerlichen Mittelstandes an. Das erste von ihr herausgegebene Buch war Goethes "Faust". Es folgte 1924 Flauberts "Madame Bovary". Die Firma gehört inzwischen zum größten mächtigsten Medienkonzern Europas: Bertelsmann. Es folgte 1924 Flauberts „Madame Bovary“. Die Firma gehört inzwischen zum größten mächtigsten Medienkonzern Europas: Bertelsmann. Der Amerikaner, russischer Herkunft Wladimir Kosma Zworkyn entwickelt das Ikonoskop, ein Bildzerleger, der erstmals das Fernsehen möglich macht. |
| 1925 | Ein Bild des damaligen amerikanischen Präsidenten Coolidge wird per Bild-Funk übertragen. Der Erfinder ist der Schotte John Baird. Es kommen die ersten akustisch-mechanischen Schallplatten auf den Markt. In der Kölner Reichsbahndirektion werden erstmalig Lochkartenmaschinen verwendet, die die Arbeit auf ein Zehntel der Zeit reduzieren. Auch die Kaiserliche Werft, die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, die Ruhrknappschaft und die Statistischen Ämter von Berlin und Wien setzen erstmalig die neue Technologie ein. 9. April: Heinz Nixdorf wird in Paderborn geboren. Vannevar Bush entwickelt den ersten analogen Computer zum Lösen von Differentialgleichungen (MIT). Ein früher Film: "Metropolis" - Ein Androide zettelt eine Revolte an. |
| 1926 | Eine Art Mobiltelefonie verbindet Zugreisende auf der Strecke Hamburg - Berlin mit dem Festnetz. In Wirklichkeit ist es eine Übertragung über die parallel zu den Schienen verlaufenden Signalkabel und die Funkstrecke jeweils nur wenige Meter lang. Rudolf Hell erfindet in Eger den Hellschreiber, der eingegebene Buchstaben zeilenweise jeweils als 7x7-Punktmatrix per Funk übertragen kann - es war wesentlich störunanfälliger als das Funkfernschreiben. |
| 1927 | Es werden schon über 30 Millionen Schellackplatten, nicht mehr mit Wachs beschichtet, verkauft. Der Amerikaner Philo überträgt das erste TV-Bild von einem Zimmer in ein Nachbarzimmer. Start des Transatlantik-Telefonverkehrs, es kann auf dieser Funkstrecke jedoch immer nur ein Gespräch zur gleichen Zeit laufen. Das erste Unternehmen, das Autoradios industriell herstellte, war die Rundfunkfirma "Storage Battery Co." in Philadelphia (Pa.). Sie brachte 1927 den "Philco Transitone" auf den Markt. |
| 1928 | Dieses Jahr ist wohl das erfolgreichste Medieninnovationsjahr des vorigen Jahrhunderts: Erste Fernsehausstrahlung in drei amerikanische Haushalte am 11.5.28. Noch im gleichen Jahr sind die ersten Fernsehgeräte zum Preis von 75 Dollar zu kaufen - ein absoluter Preisrenner. Paul & Joseph Galven übernehmen das bankrotte Batterieunternehmen Stewart Stonge Battery Co in Chicago, Illinois und gründen die Motorola Company, die später die besten CPU's konstruieren sollte. Helbert und Aekermann entwickeln logische Verknüpfungen in elementaren Schaltungen. Fritz Pfleumer aus Dresden verwendete nicht mehr wie der dänische Physiker Valdemar Poulsen einen magnetisierbaren Draht, sondern erstmals ein magnetisierbares Band als Tonträger für die magnetische Schallaufzeichnung. Pfleumer kam aus der Buntpapierbranche, experimentierte mit Papieren, Pulvern, Magneten und Verstärkern und ließ sich seine magnetisierbaren Papierbänder patentieren. Mit seiner Erfindung hatte er das erste Tonband (Magnettonband) der Welt geschaffen, das heute in der Audiokassette immer noch Stand der Technik ist. Die amerikanische Filmgesellschaft „Twentieth Century Fox-Film Corporation (Abk.; 20th Century Fox)", Los Angeles (Calif.), produzierte die erste tönende Wochenschau ("Fox-Movietone-News"), die in den USA (regelmäßig) ab 1928 bis 1963 (in Deutschland 1930-1940 als „Fox tönende Wochenschau") gezeigt wurde. Telefongespräche über den Atlantik hinweg wurden erstmals möglich, als man zu diesem Zweck eine drahtlose Verbindung zwischen London und New York einrichtete. Zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wurde der Telefonverkehr am 10. Februar 1928 eröffnet. Sämtliche Orte in den USA waren anfangs nur von Berlin, Frankfurt/M. und Hamburg, ab 19. März 1928 auch von Bremen, Düsseldorf, Köln und Mannheim zu erreichen. Dabei konnte jeweils immer nur ein einziges Gespräch geführt werden, das zudem lange vorher beim Fernmeldeamt angemeldet werden musste. Die 80 spaltige Lochkarte beginnt die 45 spaltige abzulösen. Kazuo Tashima gründet zusammen mit zwei deutschen Freunden die Firma Nichidoku Shashinki Shoten (Japanisch-Deutsches Kamerageschäft). 1931 wird die Firma umbenannt in Molta Goshi Kaisha, später dann in Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima (MINOLTA). |
| 1929 | Die erste Tabelliermaschine wird (3B) von IBM herausgebracht. Der russische Immigrant Vladimir Zworykin erfindet die Kathodenstrahl-Röhre (CRT). Erste drahtlose Übertragung von Fernsehbildern auf der Berliner Funkausstellung. |
| 1930 | Nachdem 1833 schon die ersten Karikaturen zur Bildtelefonie aufgetaucht waren, installierte der amerikanische Erfinder Herbert Eugene Ives eine erste Bildsprechverbindung in New York. UMTS lässt grüßen. Ein Gerät von Motorola gilt als erstes eingebautes Autoradio. |
| 1931 | Erste Maschine zur Differenzialanalyse, konstruiert von Vannevar Bush. IBM stellt den Multiplizierer IBM 600 vor, einer nicht schreibenden Multiplikations- Lochkartenmaschine, die extern über eine Schalttafel programmiert wurde. 1934 kann das Nachfolgemodell IBM 601 schon eine Formelrechnungsfunktion vorweisen. Konrad Zuse beginnt seine Entwicklung zum ersten frei programmierbaren Rechner Z1 (1936-38 fertig gestellt). |
| 1932 | Der österreichische Ingenieur Gustav Tauschek konstruierte für die Datenverarbeitung in Anlehnung an das Magnettonverfahren (1898) den ersten Magnettrommelspeicher als Informationsträger auf magnetischer Grundlage. Er bestand aus einem mit hoher Geschwindigkeit rotierenden Zylinder (Trommel), auf dessen in Spuren eingeteilten Mantel eine magnetisierbare Schicht aufgetragen war. Jeder zu beschreibenden Spur war in geringem Abstand von der Trommel ein in seiner Lage nicht veränderlicher Magnetkopf zum Schreiben und Lesen zugeordnet. Die Speicherkapazität war abhängig vom Durchmesser des Zylinders, der Anzahl der Spuren, der Umdrehungsgeschwindigkeit u.a. Das erinnert doch sehr an die Festplatten heutiger Bauart. Die US-Kartellbehörde eröffnet erstmals eine Klage gegen IBM. Der russische Immigrant Maurice Greenberg gründet in West Hartford (Connecticut) die Firma Coleco Industries (Connecticut Leather Company), eine Firma zur Herstellung von Lederwaren. Später wird die Firma vor allem durch seine Spielkonsole bekannt. Der erste komplette Rechner mit Lochkartensteuerung DEHOMAG D 11 wird von Groß zusammengebaut. Mit ihm können Kettenaufgaben mit immer wiederkehrenden Operationen ausgeführt werden. |
| 1933 | Schon jetzt benutzt Hitler die Neuen Medien (Fernsehen, Film und Radio) als Kampf- und Propagandamittel zur Durchsetzung seiner nationalsozialistischen Ideen. Besonders der so genannte "Volksempfänger" erobert die deutschen Wohnzimmer. Später im II. Weltkrieg dient er der Kriegspropaganda Hitlers, ist aber dann auch der wichtigste Informant für die Gegenpropaganda der Engländer (BBC). Die Deutsche Reichspost führt das erste Fernschreibnetz der Welt ein. "Gleichschaltung" der Deutschen Presse. Goro Yoshida und Saburo Uchida gründen im zuge des Fotobooms in Japan die Firma Seiki Kogaku Kenkyusho, erstes Produkt ist 1935 die Kamera Hansa Canon, später wird die Firma in Canon umbenannt. |
| 1934 | Der erste Einsatz eines Koaxialkabels in Deutschland erfolgte im September innerhalb Berlins. Man hatte erst spät erkannt, dass man für die Fernsehübertragung ein breitbandigeres Übertragungsvolumen (im MHz-Bereich) als für herkömmliche Kupferkabel zum Telefonieren (nur im KHz-Bereich) brauchte. Über dieses 11,5 km lange Kabel zwischen dem Reichspostzentralamt und dem posteigenen Fernsehlaboratorium konnten neben einer Fernsehsendung gleichzeitig 200 Ferngespräche übertragen werden. |
| 1935 | In Berlin begannen erste öffentliche Fernsehausstrahlungen auf der Basis der Paul-Nipkow-Scheibe. Über diesen ersten Fernsehprogrammdienst der Welt, der über den "Fernsehsender Paul Nipkow", in den der erste Fernsehsender Witzleben umbenannt worden war, ablief, wurde ein gefilmtes Programm (Kurz- und Spielfilme sowie Wochenschauen, ab 1937 dann sogar schon Fernsehspiele) gezeigt. Als der Reichssendeleiter Hadamovsky am 22. März 1935 den Fernsehsender eröffnete, unterrichtete dieser Hitler über diese Premiere mit den Worten: „Mein Führer! Die Reichssendeleitung meldet Ihnen hiermit über den Fernsehsender Berlin-Witzleben ... den Beginn des ersten regelmäßigen Fernsehprogrammbetriebes der Welt. Der Zusammenarbeit und Schöpferkraft deutscher Wissenschaftler, Ingenieure, Arbeiter, Organisatoren und Künstler verdanken wir einen Fortschritt von höchster kultureller, politischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung. ... Nun ist die Stunde gekommen, in der wir beginnen wollen, mit dem nationalsozialistischen Fernsehrundfunk Ihr Bild, mein Führer, tief und unverlöschlich in alle deutschen Herzen zu pflanzen. Mögen auch von dieser feierlichen Stunde der Eröffnung des ersten regelmäßigen Fernsehprogrammdienstes an noch Tausende Hindernisse zu überwinden und Jahre voller härtester Arbeit zu leisten sein, wir werden dieses Ziel erreichen, im Dienste unseres unvergleichlichen Führers, im Dienste an unserer stolzen deutschen Volksgemeinschaft. Heil Hitler!“ IBM bringt die erste Schreibmaschine heraus. In den 30er Jahren erreicht sie damit einen Marktanteil von 80%. |
| 1936 | Alan Turing (1912 - 1954) beschreibt eine Universalmaschine (Automat), die nicht mehr zwischen Daten und Befehlen trennte, somit über starre Programmabläufe hinausging und auf rein binärer Arbeitsweise basierte, mit der sich sowohl mathematische als auch logische Probleme lösen lassen. Berühmt wurden dabei seine Theorie von der Berechenbarkeit und die Überlegungen zum Entscheidungsproblem. Er nennt sie Colossus und sie diente zur Dekodierung der verschlüsselten Nachrichten der deutschen Kriegsgegner. Da Turing Mitglied des britischen Geheimdienstes MI6 war, wurden seine Pioniertaten erst in den 70er Jahren bekannt. Der Franzose Raymond Valtat meldete ein Patent an, welches das Prinzip einer mit Dualzahlen arbeitenden Rechenmaschine beschrieb. Konrad Zuse baut seinen rein mechanischen Rechner Z1, in der elterlichen Wohnung, der wieder wegen mechanischer Schwierigkeiten nicht richtig arbeitet. Hitler nutzt die Olympischen Spiele unter Ausnutzung der Neuen Medien (Fernsehen) als Propagandamittel. Die schalttafelgesteuerte Tabelliermaschine (D11) von IBM macht von sich reden. Sie beherrscht alle vier Grundrechenarten. Das Multiplizieren erledigt sie durch fortgesetzte Addition. Der so genannte Volksempfänger (VE 301) ist für 76 RM zu haben. Die Deutsche Reichspost richtete erstmals einen öffentlichen Bildfernsprechdienst zwischen Berlin und Leipzig ein, der später sogar bis Nürnberg ging. Dieser Dienst wurde aber 1940 wegen Unrentabilität eingestellt. (UMTS lässt grüßen!) |
| 1937 | Erste regelmäßige Fernsehprogramme in England. Alex Reeves erfindet die Pulscode-Modulation zur digitalen Sprachübertragung. Thomas Watson (IBM) erhält bei einer Privataudienz Hitlers den Verdienstorden mit Adler und Stern. Er schickt ihn 1939 an Hitler zurück. Dr. John V. Atanasoff und Clifford Berry bauen den ersten digitalen Computer, der Atanasoff- Berry- Computer (ABC) begründet die Fortschritte der elektronischen digitalen Computer. |
| 1938 | Claude Shannon kann nachweisen, dass elektronische Schaltkreise logische Berechnungen ausführen können. Der Amerikaner Chester Floyd (ein Physiker) erfindet die Xerographie, die als Vorläufer der Fotokopie gilt. Dave Packard und Bill Hewlett entwickeln in einer Garage das erste HP Produkt, den Audio Oscillator HP200A. Der erste Kunde wird Walt Disney, der acht Stück dieser Bausteine zur Produktion des Films "Fantasia" kauft. Konrad Zuse beendet die Entwicklung der Z1, mit welcher er 1936 begonnen hat. |
| 1939 | Konrad Zuse stellt den Z2 fertig. William Hewlett und David Packard starten ihre Firma mit einem Kapital von 538 $. Und wie so oft in dieser Aufbruchzeit ist wieder einmal der Startpunkt für einen weltweiten Konzern in einer Garage gegeben. Sie fingen mit der Entwicklung von Messgeräten an und bauten später PCs, Drucker, Kameras und vieles mehr. |
| 1940 | In einer damals sehr aufregenden Demonstration führt George Robert Stibitz erstmals eine Verbindung von 2 Computern über eine Telefonleitung vor. Von New York nach New Hampshire ist das die erste Datenfernübertragung der Welt. Sie geschieht in der damals üblichen Terminaltechnik. Der Rechner ist nicht direkt mit dem Monitor und der Tastatur verbunden, sondern beides kann jeweils große Strecken voneinander entfernt sein. Später hingen bis zu 200 Terminals an einem Zentral-Rechner und konnten unabhängig voneinander arbeiten. Ebenfalls in den USA stellt der gebürtige Ungar Peter Carl Goldmark den ersten Prototypen eines Farbfernsehgerätes vor, wozu ihn die Firma Columbia Broadcasting Inc. beauftragt hatte. |
| 1941 | Die Nachfolgemodelle des Konrad Zuse (Z3) arbeiten schon mit elektromagnetischen Relais (2000-2500) im Speicher- und Relaisrechenwerk und einem Lochstreifenprogramm, die auch schon in verschiedenen Wirtschaftsbetrieben eingesetzt wurden. Er gilt als erster wirklicher Computer der Welt. Konrad Zuse stellt ihn in seiner Berliner Wohnung vor. Der Ton zum Film wird erstmals räumlich hörbar. Die erstmalige Untersuchung des Halbleiterstoffes Germanium erbrachte die Kenntnis über den Transistoreffekt. |
| 1942 | Im August wurde von John W. Maudly (USA) die Grundlage für das ENIAC Projekt vorgestellt. Ab März des folgenden Jahres wurde das Projekt mit Hilfe von J. P. Eckert ausgearbeitet und eine elektronische Rechenanlage entstand kurz nach dem Krieg. |
| 1943 | Die US-Armee baut in diesem Jahr ein erstes röhrenbestücktes Handy (Handie Talky), das 2,5 kg wog und eine Reichweite von ca. einer Meile hatte. Bei Feindberührung hatte der Soldat den Auftrag das Handy zu zerstören. Erste Fernsehnachrichten in den USA. Während des zweiten Weltkriegs entwickelt der britische Wissenschaftler Alan Turing einen elektronischen Computer (Colossus) zur Entschlüsselung von deutschen Militärcodes (Enigma). Die Existenz des Computers wird bis 1970 geheim gehalten. "Ich glaube, der Weltmarkt hat Raum für fünf Computer - nicht mehr", ist Thomas J. Watson, Vorstandsvorsitzender von IBM, überzeugt. |
| 1944 | Howard Aiken (USA, 1900-1973), Mathematikprofessor an der Harvard-University und IBM, nimmt den Mark I (auch unter dem Namen IBM Automatic Sequence Controlled Calculator bekannt) in Betrieb. Für eine Division benötigte der Raumfüllende Riese 11,4 Sekunden, für eine Multiplikation sechs und für eine Addition ganze 0,3 Sekunden. Er wurde hauptsächlich für die nötigen ballistischen Berechnungen (Flugkurven von Geschossen) bei der US-Navy konzipiert. Aiken wusste nichts von Konrad Zuse. Mark I war 16 m lang, 2,5 m hoch, 35 t schwer, bestand aus 700000 Einzelteilen und hatte 800 km Draht verbraucht. Die externe Programmsteuerung geschah über Lochstreifen auf Basis des dekadischen Systems. John von Neumann, ein Kollege von Albert Einstein, entwickelte an der Moore-School den speicherprogrammierbaren EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer). Seine Konzeption ermöglichte die flexible Datenverarbeitung, auf Grund von intern gespeicherten Programmen, die die vorher praktizierte externe Speicherung obsolet machte. Dr. John von Neumann veröffentlicht sein weit beachtetes Konzept über "stored programs". Seine Bahnbrechenden Ideen in denen der Speicher gleichzeitig Programmcode und Daten hält legen den Grundstein für alle digitalen Computer, die seitdem gebaut wurden. Ein solcher Rechner hat Ein- und Ausgabegeräte, einem Umwandler zur Maschinensprache, Rechenwerk, Steuerwerk und einem umfangreichen Speicher, der sich in einen schnellen Zwischenspeicher (Arbeitsspeicher) und einen großen Dauerspeicher gliedert. Das Konzept wird nach dem Leiter der Abteilung auch als von-Neumann-Rechner bezeichnet. An der Universität von Pennsylvania beginnt die Entwicklung von ENIAC I (Electronical Numercial Integrator and Computer). Er soll der Nachfolger des Mark-I werden, da die Army aufgrund des 2. Weltkrieges mehr Rechenleistung benötigt. Der ENIAC hat 17.000 Vakuumröhren und kostet 500.000 US$. Sechs Techniker sind dafür zuständig, wöchentlich jede Röhre zu prüfen und monatlich 2000 Stück auszutauschen. Der Rechner wird am 16. Februar 1946 offiziell in der Moore School of Electrical Engineering eingeweiht. Betrieben wird er in erster Linie aber auf dem Army-Gelände in Aberdeen, Maryland, wo er bis 1956 im Einsatz ist. Für Berechnungen, für die der Mark-I noch sechs Wochen brauchte, benötigt der ENIAC nur noch eine Stunde. Zur Entwicklung der Software zieht die Army erstmals Frauen im großen Umfang heran, insbesondere Mathematikerinnen. |
| 1945 | Konrad Zuse entwickelt noch einen Z 4, der erstmals mit einem Magnetkernspeicher und einer Lochkarten- Eingabe ausgerüstet ist. Die in Göttingen vorgestellte Relais- Rechenmaschine mit mechanischem Speicher konnte 32 bit Wortlängen berechnen und benötigte für eine Multiplikation 3 ½ Sekunden. Die nur einmal gebaute Maschine steht heute im Deutschen Museum in München. Im Krieg gegen Japan verwenden die US-Streitkräfte den natürlichsten Geheim-Code der Welt: Sie ließen, auch im offenen Sprechfunkverkehr Navajo-Soldaten (alter Indianerstamm!) in Navajo sprechen. Japans Geheimspezialisten waren überfordert. Der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke schlägt Kommunikations-Satelliten in einer Erdumlaufbahn vor. Nach dem Krieg können nun die Deutschen, unter alliierter, militärischer Aufsicht, den Rundfunkbetrieb wieder aufnehmen. Grace Murray Hopper entdeckt bei Ihrer Arbeit in Harvard einen Fehler im Relais #70 des Mark II. Dieser Fehler wurde durch einen Käfer (engl. Bug) verursacht. Eine Fehlersuche nennt sie nun „debugging“ und die Ursache eben einen Bug. |
| 1946 | John von Neumann beschreibt den ersten Universal-Computer "Electronic Discrete Variable Automatic Computer" (EDVAC). J. Presper Eckert und J. W. Mauchly entwickeln an der Universität von Pennsylvania die erste vollelektronische Großrechenanlage der Welt, den ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Calculator), der 2000 mal schneller als Mark I rechnen konnte. Dieser wird dann schon als Rechner der 2. Generation bezeichnet. Er erstreckte sich über eine Fläche von 140 Quadratmetern und war mit mehr als 18000 Elektronenröhren ausgestattet, die 150 KW elektrischer Leistung benötigten. Das ganze Gerät wog 30 Tonnen. Die Programmierung erfolgte nicht über Lochkarten, sondern über eine große Menge von Leitungen und Steckern. Dieser Computer schaffte eine Addition in 0.2 und eine Multiplikation in 2.9 msec. John von Neumanns Bericht über den ENIAC ist der Startschuss für die Neukonstruktion und Entwicklung von Computern. IBM stellt den ersten elektronischen Rechenstanzer (IBM 603) vor. Morita und Masabu Ibuka vertreiben einen Reiskocher. Es ist das erste elektrotechnische Gerät der von ihnen gegründeten Firma Sony. Das Ehepaar Parry Moon und Domina Spencer klebt die Ergebnisse seines mathematischen Radiosity-artigen Beleuchtungsmodells mit gefärbten Papierschnipseln zu einem Bild zusammen. John Tukey benutzt als erster das Wort "bit" für binary digit. Masaru Ibuka und Akio Morita gründen in Tokio die Firma Sony. Ursprünglich hieß die Firma Sonny (für Sonnyboy), aus rechtlichen Gründen dann in Sony, für lat. Sonus (Klang) umbenannt. |
| 1947 | Grundig bringt sein Baukasten-Radio „Heinzelmann" auf den Markt. Als Krönung der mechanischen Rechenmaschinen gilt heute die "Curta" des Wiener Erfinders Curt Herzstark, die er schon unter den Nazis im KZ Buchenwald entwickelt hatte. Nach seiner Befreiung gründete Herzstark mit Unterstützung von Fürst Josef II. von Lichtenstein die Firma Cortina, wo er die Curta in diesem Jahr produzierte. Das Ende kam mit der Einführung preiswerter Taschenrechner in den frühen 70ern. Technisch ist die Curta eine Vier-Spezies-Maschine nach dem Staffelwalzenprinzip. Die Werte wurden mit Schiebern auf der Außenhülle eingestellt, durch Drehen der Kurbel im Addierwerk verrechnet und das Ergebnis auf der Geräteoberseite angezeigt. Zur Stellenverschiebung für die Multiplikation und Division ist das Rechenwerk gegen die jeweiligen Einstellschieber verdrehbar. William Shockley, John Bardeen und Walter Brattain erfinden den Transistor (anfangs „transfer resistance device“ genannt). Transistoren revolutionierten nun explosionsartig die Computertechnik durch ihre geringe Baugröße. Außerdem gelten sie gegenüber Röhren als bedeutend zuverlässiger und auch energiesparender. Eine Transistorbaugruppe war allerdings noch Handtellergroß. |
| 1948 | John Bardeen, William Shocklay und Walter Brattaim erhalten 1956 den Nobelpreis für die Erfindung des Transistors (anfangs „transfer resistance device“ genannt). Transistoren revolutionierten die Computertechnik durch ihre gegenüber Röhren bedeutend größere Zuverlässigkeit. Damit wurde die Grundlage für einen beispiellosen Miniaturisierungswettlauf gelegt, der bis 1968 zu den ersten integrierten Schaltungen führt. SSEC ist der Nachfolger des Mark I. Eine hierarchische Speicherarchitektur aus Röhren-, Relais- und Lochstreifenspeicher zeichnet diesen Rechner aus. 6000 Geräte des IBM 604, einem elektronischem Rechenstanzer, wurden verkauft. 1400 Röhren, programmierbar in bis zu 60 Schritten über Schalttafeln. Unterstützt werden Vorwärtsverzweigungen, bedingte Datenübertragungen und eingeschränkt auch Programmschleifen. Zwar noch nicht auf elektronischem Wege, aber mit so genannten Hebdrehwählern, wird der Selbstwählferndienst eingeführt. Das Fräulein vom Amt wird arbeitslos. IBM stellt seinen ersten Computer vor, den SSEC (Selective Sequence Electronic Calculator). Er besteht aus 12.500 Röhren, 21.400 Relais und ist 36 Meter lang, er bleibt ein Einzelstück. Die Entwicklung hat fast 1 Mill. Dollar gekostet, der Rechner wird in der Firmenzentrale in Manhattan im Schaufenster aufgestellt, und kann dort kostenlos von Wissenschaftlern benutzt werden. Konrad Zuse veröffentlicht die erste höhere Programmiersprache, genannt Plankalkül. In dieser Zeit war das Wort „Computer“ noch eine Berufsbezeichnung. Es stand für Personen, die sich mit Berechnungen in einem Observatorium, in der Landvermessung und ähnlichem beschäftigten. |
| 1949 | Der "Manchester University Mark I" wird nach von Neumanns Plänen gebaut. Kurz nach dem Umzug von Berlin nach Sindelfingen wurde die DEHOMAG zur IBM Deutschland. Die lochkartengespeicherte Programmierung löst die Schalttafelprogrammierung ab. Der IBM CPC "Card Programmed Calculator", der Rechenstanzer 604 und die Tabelliermaschine wurden durch einen elektromechanischen Speicher ergänzt. Dies ermöglichte umfangreiche Programmierung und Gleitkommaberechnung. Bis 1956 wurden davon ca. 720 Exemplare verkauft. Begründung der Deutschen Presseagentur - dpa, noch unter Aufsicht der Alliierten. Claude Shannon erstellt am Massachusetts Institute of Technology das erste Schach-Programm. Hiroshi Yamauchi gründet die Japanese domestic playing card company, Nintendo. "Computer der Zukunft werden nicht mehr als 1,5 Tonnen wiegen", beschreibt die Zeitschrift "Popular Mechanics" den damaligen Stand der Dinge. Jay Forester benutzt Eisenkerne als Hauptspeicher. Short (Order) Code ist vermutlich die erste high-level Programmiersprache der Welt. |
| 1950 | Konrad Zuse erfindet an der ETH Zürich das Pipelining. Sein Z4-Computer verarbeitet einen Befehl, während bereits der nächste aus dem Speicher gelesen wird. Dank Elektronenröhren werden 1000 Additionen pro Sekunde möglich. An der technischen Universität in Dresden wird der Rechenautomat D1 entwickelt, aber schon bald hinkt die DDR-Entwicklung der westlichen hinterher. Der Magnettrommelspeicher wird in Deutschland erfunden. Er hatte die Ausmaße und das Aussehen eines großen Elektromotors. |
| 1951 | Howard Aiken baut den Mark III mit 2000 Relais, 5000 Elektronenröhren und erstmalig wird auch ein Magnetband zur Programmeingabe eingesetzt. Mauchly und Eckert bauen bei der Remington und Rand Corporation den UNIVAC1 (Universal Automatic Computer), der bei der Benutzung von Metall-Magnetbändern eine schnellere Datenein- und Ausgabe beherrscht. Für eine Multiplikation benötigt er nur noch 0,025 Sekunden. Er gilt als der erste kommerziell vermarktete Computer. und kostete über eine Millionen Dollar. John von Neumann ist nun Berater der IBM. Erste öffentliche Farbfernsehausstrahlung in New York. Die Micky Maus (engl.: Mickey Mouse), die von Walt Disney schon 1928 erfundene Zeichentrickfilmfigur und seit 1930 amerikanische Comic-Figur, fand in Deutschland Verbreitung mit den Micky-Maus-Heften, die der Stuttgarter Ehapa-Verlag erstmalig auf den Markt brachte. Das Micky-Maus-Magazin war die erste deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt wurde. Heinz Nixdorf baut in seiner Kellerwerkstatt einen Kleinrechner für die Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerke. Im Verlag der University of Wisconsin Press erscheint das wohl erste Computerbuch, es heißt The Computer Manual. Dr. Grace Hopper erwähnt in ihrer Veröffentlichung "The Education of a Computer" das Konzept von wieder verwendbarer Software. Sie erklärt wie ein Computer mit Symbolen anstatt von detailliertem Programmcode programmiert werden könnte. Maurice V. Wilkes, David J. Wheeler und Stanley Gill schreiben mit dem Buch „The Preparation of Programs for an Electronic Digital Computer“, einen Titel, welcher erstmals die Nutzung von Unterprogrammen erklärt. Die erste Subroutine überhaupt hat übrigens Dr. Grace Hopper geschrieben, die eine Routine für die Berechnung von sin(x) für den Mark I schrieb. Nachdem IBM bereits ein Jahr zuvor eine Laborversion entwickelt hatte, kommt jetzt das erste Bandlaufwerk, das Modell 726 heraus. Auf einer Länge von 720 Metern speichert es 1,4 MB. Ein Bit hat zu der Zeit ungefähr den Durchmesser eines menschlichen Haares. Im Rahmen der Berliner Industrieausstellung läuft erstmals ein elektronischer Computer auf deutschem Boden; es ist der Nimrod, ein Rechner mit 480 Vakuumröhren, der speziell für das Spiel Nim entwickelt wurde. Nimrod kann als der erste Elektronenrechner in deutschen Landen gelten, weil er mit Röhren arbeitete und quasi eigenständig seine Programm ausführte. Die älteren Zuse-Maschinen Z3 und Z4 hatten nur Relais’, und eine 1949 von Walter Sprick gebaute Röhren-Multipliziereinheit, die heute im Deutschen Museum steht, sie war nur ein Zusatzmodul für eine Lochkartenmaschine. Der erste Programmierfehler tritt am 16.06. im US-Volkszählungsbüro auf. „Whirlwind“, der Prototyp eines Computers für die Luftraumüberwachung, wird am MIT entwickelt. In den USA werden zum ersten Mal Computer bei Wahlumfragen eingesetzt. Sie sagten Dwight D. Eisenhowers Sieg voraus – und behielten damit recht. Heute sind Wahlanalysen ohne Computer nicht mehr vorstellbar. |
| 1952 | Der Wissenschaftler Neumann baut den ersten wirklich schnellen Großrechner namens EDVAC. Der MarkIV hat nun nur noch Röhrentechnik. Der damals schnellste Rechner (IBM 701) schafft nunmehr eine Multiplikation in 0,00046 Sekunden. Die 701 war übrigens die Zimmernummer der Entwickler in Livermore (Kalifornien, USA). Die Magnetbänder sind in Kunststofftechnik ausgeführt und ein angeschlossener Drucker schafft 150 Zeilen pro Minute. 16. November: In Kyoto, Japan wird Shigeru Miyamoto geboren, er wird später zur Programmierer-Legende bei Nintendo. Heinz Nixdorf Computer wird in Paderborn gegründet. Die Bell Laboratories führen ein System ein, das die übers Telefon gesprochenen Ziffern 0 bis 9 erkennt. Das amerikanische Census-Bureau (zuständig für Volkszählung, Statistiken usw.) in den USA ist eine der ersten Einrichtungen, die einen UNIVAC bekommt. In der DDR bemüht man sich mit der Entwicklung des OPREMA mit dem Rest der Welt Schritt zu halten. Alick Glennie entwickelt mit Autocode den ersten Compiler. Fred Gruenberger schreibt die erste Betriebsanleitung für einen Computer. Am 24. Juni diesen Jahres erscheint die BILD-Zeitung, die zumindest in Deutschland das Zeitalter der Massenmedien einläutete. Diese Zeitung kostete 10 Pfennig (0,05 €). |
| 1953 | Der erste Schnelldrucker (600 Zeilen pro Minute) für Computer wird durch die Firma Remington Rand auf den Markt gebracht. IBM präsentiert seinen ersten Computer (701) in verbesserter Form (größerer Arbeitsspeicher) als 702. Neben der Zentraleinheit gibt es eine elektrostatische Speichereinheit (706), den Lochkartenleser (711), den Alfabetdrucker (716), eine Magnetbandeinheit (726) und eine Magnettrommeleinheit (731). Ein computergesteuertes elektronisches Brems- und Ausweichsystem von RCA verhindert Kollisionen. |
| 1954 | Das Deutsche Fernsehen eröffnet sein Gemeinschaftsprogramm (die spätere ARD). Sportlicher Anlass war der Gewinn der Weltmeisterschaft im Fußball in Bern gegen Ungarn. Die Deutschen hatten das Spiel, durch ein Tor von Helmut Rahn, mit 3:2 gewonnen. Die damalige Radioreportage von Zimmermann über dieses Spiel gilt noch heute als legendärer Meilenstein in der Reportage und damit in der Mediengeschichte. In Amerika ist man schon beim Farbfernsehen (im NTSC-Verfahren - "never the same color") angelangt. WDR gegründet. Am 12.5.1954 beschließt der Landtag, aus dem Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) mit seiner Hamburger Zentrale auszusteigen und einen eigenen Sender zu gründen: den WDR in Köln. Mit dem Jahreswechsel 1955/56 wird die Trennung vollzogen: Der WDR sendet selbstständig. Erste gesamteuropäische Fernsehübertragung (EUROVISION). George C. Devol baut den ersten Roboter mit einem computergesteuerten Greifarm. Er wird, wo sonst, in der Automobilindustrie unter dem Namen „Unimate“ eingesetzt. Der erste wirklich große Rechner, ausgeführt in Magnettrommeltechnik (IBM 650) ersetzt die bisherigen Programmierer und lässt die Arbeit der Ingenieure und Wissenschaftler auf sich allein gestellt zu. Bei dieser Firma wird auch die Programmiersprache FORTRAN entwickelt. Mit FORTRAN wird die erste problemorientierte Programmiersprache für wissenschaftliche Anwendungen vorgestellt. Der IBM-Ingeneur Harlan Herrick startet das erste Formular Translator (Fortran)-Programm. Projektleiter für diese erste Hochsprache mit Compiler ist John W. Backus, die Sprache umfasst 32 Befehle. Im Gegensatz zur Prognose von Backus in seinem "Preliminary Report, Specifications for the IBM Mathematical FORmula TRANslating System, ist der erste Compiler für die IBM704 nicht nach sechs Monaten fertig gestellt, sondern erscheint zusammen mit dem 51 Seiten starken Handbuch erst im April 1957 eben auf der IBM704. Die Sprache wurde ein Erfolg, weil Backus damit seine Theorie beweisen konnte, dass (im Gegensatz zur damals üblichen Meinung) compilierte Programme wesentlich schneller ausgeführt werden als handcodierte. Es folgen COBOL für geschäftliche Programme und später allgemeine Hochsprachen wie BASIC (1965), PASCAL (1968) und C (1972). Sputnik I, der erste künstliche Satellit startet in den Weltraum. Damit leitet die damalige UdSSR auch ein neues Zeitalter für die Informationstechnologien ein. Darin empfinden die Amerikaner eine Bedrohung, die dann zu den ARPA-Anstrengungen führen wird. Am Weizmann Institute of Science in Rehovot bei Tel Aviv wird der erste Computer Israels entwickelt, der WEIZAC, später Golem genannt wird. Die Russen starten ihren ersten künstlichen Satelliten (Sputnik I). |
| 1955 | Mit der Einführung des Transistors beginnt die so genannte dritte Computergeneration. Das Shockley Semiconductor (Halbleiter) Laboratory beginnt mit der Serienfertigung der Transistoren. Der TRADIC (Transistor Digital Computer) besteht aus rund 8000 Transistoren und 11000 Germaniumdioden und ist deutlich schneller als alle bisherigen Computer. Die Bauweise war deutlich kleiner. Konrad Zuses Z4 verrichtete ihre Dienste an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und diente der Berechnung physikalischer und ingenieurwissenschaftlicher Probleme. Die Z4 diente auch der Atomwaffenentwicklung in Frankreich. John McCarthy prägt erstmalig den Begriff „Künstliche Intelligenz“ und führt in diesem Kontext die Programmiersprache „LISP“ ein. Ein Nachfolger des ENIAC ist der MANIAC (engl. Irrer - Mathematical Analyzer, Numerator, Integrator and Computer) und sollte Scfhach spielen können. Dieser Rechner wurde aber auch im Rahmen des Manhattan Projects in Los Alamos für den Entwurf der Wasserstoffbombe eingesetzt. |
| 1956 | Die AMPEX-Maschine kann Fernsehen aufzeichnen, damit ist die Videotechnik (video lat. videre - sehen) geboren. Motorola steigt in das Halbleitergeschäft ein. Eine erste Magnetplatteneinheit mit beweglichen Schreib- und Leseköpfen (eine Art Festplatte) und damit die Möglichkeit des Datendirektzugriffs wird vorgestellt, die IBM 305 RAMAC (Random Access Method for Accounting and Control). Sie hatte ein Fassungsvermögen von 5 MByte, hatte 50 Plattenscheiben und wog 1000 kg. Entwickelt wurde sie von Reynold B. Johnson, welcher später auch eine mechanische Maschine zu Multiple-Choices-Prüfungen entwickelt. 1986 erhält er die National Medal of Technology. Für die Entdeckung des Transistoreffektes im Jahre 1948 erhielten die Amerikaner William Shockley, Walter Brattaim und John Bardeen den Nobelpreis in Physik. Das erste Transistorradio der Welt kommt auf den Markt. Schlagartig ist die kleine Firma Texas Instruments groß im Geschäft, da sie inzwischen weltweit der Hauptlieferant von Transistoren ist. Am MIT wird der erste Transistor-Computer (TX-O, Transitorized Experimental Computer) gebaut. Bei Carl Zeiss Jena wird der ZRA 1 im Wesentlichen fertig gestellt. Er ist der Nachfolger des OPREMA. Es wurden bis zur Einstellung Ende 1963 rd. 32 Systeme gebaut. Ab 1961 wurden die Geräte in einem extra dafür gebauten Zweigwerk der Carl Zeiss in Saalfeld gebaut. Die Entwicklung des Nachfolgers ZRA 2 wird nie zu Ende geführt. Grace Murray Hopper entwickelt Flow-Matic, die erste Programmiersprache, die für Daten und Befehle umgangssprachliche Worte verwendet, dieses wird später die Grundlage zur Entwicklung von COBOL. Telefunken stellt auf der Rundfunk-, Fernseh- und Phonomesse ein Automobil-Funktelefon, namens „Radiobil“ vor. Das erste Schachprogramm (Maniac I), das einen Menschen besiegt, wird von Stanislaw Ulam entwickelt. Motorola entwickelt nun für das aufkommende Halbleitergeschäft. Whirlwind ist der erste Computer, der eine direkte Tastatur-Eingabe nutzt. Magnetkernspeicher, das waren gefädelte Ringmagnete, waren die Nachfolger der langsamen Röhren und Relaisspeicher. In diesen Jahren entwickelten sie sich zu den wichtigsten Speichermedien für Rechenanlagen wie „Whirlwind“, „Sage“ und „IBM 701“ – bis sie selbst durch Speicherchips und Plattensysteme abgelöst wurden. Der erste UNIVAC I in Deutschland wurde am 19.10.1956 von Carl Hammer, Direktor des Frankfurter Battelle-Instituts, offiziell in Betrieb genommen. |
| 1957 | Siemens liefert mit der Rechenanlage 2002 einen voll transistorisierten Computer, der genauso als Meilenstein wie der Z3 oder MarkIV anzusehen ist. Unter dem Namen IBM 650 entwickelt IBM einen Magnettrommelspeicher mit einer Speicherkapazität von nur „zweitausend Worten“. Russland (damals UdSSR) startet mit Sputnik 1 den ersten künstlichen Erdtrabanten in eine Weltumlaufbahn. Die USA müssen militärisch reagieren und gründen die ARPA (Advanced Research Projects Agency), die in das Verteidigungsministerium integriert ist. Die Aufgabe der ARPA soll es sein, neue Technologien im Bereich Kommunikation und Datenübertragung zu entwickeln, um der USA einen technischen Vorsprung gegenüber der UDSSR zu verschaffen oder den scheinbaren Nachteil aufzuholen. Die Programmiersprache Fortran entsteht. Das erste Bild wird eingescannt, und auf einem Computer wieder ausgegeben. Erste Betriebssysteme für Großrechner. |
| 1958 | Jack St. Claire Kilby und Noyce (Fairchild) wird die Entdeckung des integrierten Schaltkreises (IC (Integrated Circuit) als Phasenverschiebungs-Ozillator) zuerkannt, den sie in diesem Jahr bei Texas Instruments während der Sommerferien entwickelten. Dazu werden durch chemische Veränderungen mehrere elektronische Bauteile auf einem Siliziumplättchen untergebracht und mit hauchdünnen Leiterbahnen verbunden. Das Problem der Verdrahtung Tausender winziger Bauteile ist somit gelöst. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine Massenfertigung elektronischer Baugruppen. Für die Erfindung des ICs erhielt Kilby zusammen mit Helmut Kroemer und Zhores Alferov im Jahre 2000 den Nobelpreis für Physik. Bis zum seinem Ausscheiden bei TI 1980 wurden ihm 60 Patente zuerkannt. Kilby stirbt am 20.6.2005 mit 81 Jahren. Die Telekom, damals Post, eröffnet das Zeitalter des Mobilfunks mit dem handvermittelten, noch analogen A-Netz. Der Empfänger wog 16 kg und kostete ca. 4500 €. In den USA werden die ersten richtigen Modems von der Firma AT&T verkauft. Sie schaffen eine Übertragungsrate von 300 Bps! Jack Tramiel gründet in Toronto die Firma Commodore und baut zunächst Schreibmaschinen. Später wird er maßgeblich den Erfolg des VC20 und des C64 initiieren. In den USA wird die ARPA gegründet (Advanced Research Projects Agency). Es sollten Forschungsprojekte gefördert werden, die damals im Kalten Krieg die Vorherrschaft der Sowjets brechen sollten. „Die Fliege“, ein erster Kultfilm, bei dem sich beim Beamen Mensch und Tier mischen, eine Vorform des „Morphing“. Die ersten 32-bit-Computer waren Rechner vom Typ SAGE, die in dieser Zeit in der amerikanischen Luftraumüberwachung eingesetzt wurden. Mit seinen 55 000 Röhren, einem Gewicht von 250 Tonnen, war er so groß wie ein halbes Fußballfeld. Er hatte einen eher mageren Arbeitsspeicher von 122 KByte und versorgte dennoch über 50 Terminals, verfolgte gleichzeitig den Flug von 400 Flugzeugen und hielt mit über 400 Radarstationen Kontakt. Die Ausfallrate lag bei nur 0,5 %. Der letzte SAGE wurde 1984 ausgemustert. |
| 1959 | Südafrika führt das aufkommende Fernsehen nicht ein. Erst 16 Jahre später macht es diesen Beschluss rückgängig. Der erste vollautomatische Kopierer heißt XEROX 914. Unter der Bezeichnung 1401 zeigt IBM erstmalig ein transistorisiertes EDV-System, das neuartig aus aufgedruckten Platinen und auch einem Ferritkernspeicher besteht. Das sind Vorstufen der ersten integrierten Schaltungen. Der US-Satellit Explorer 6 funkt erste Fernsehbilder der Erde aus dem Weltraum. Die russische Sonde Luna 2 schlägt auf dem Mond auf. Ein System des MIT erkennt 93 Prozent der Vokale. Sieben Jahre später werden 50 Wörter erkannt. Der erste integrierte Schaltkreis wird patentiert (Texas Instruments). |
| 1960 | Noch immer füllen schrankgroße Rechner (UNIVAC) ganze Räume. Der Kaufpreis betrug 1 Millionen Mark. Eine Programmiersprache, die der Umgangssprache ähnlich sein soll, wird unter dem Namen COBOL entwickelt. Sie ist hervorragend für den Wirtschaftsbereich geeignet. Die ersten Arbeiten über paketvermittelnde Datennetze werden veröffentlicht: Paul Baran von der RAND Corporation publiziert Arbeiten im Auftrag der Air Force und Leonard Kleinrock schreibt am MIT seine Diplomarbeit über die künftigen Datennetztechnologien. Sutherland gelingt mit dem Programm Sketchpad die Entwicklung des ersten interaktiven Programms. Es ist gleichzeitig die Erfindung der Computergrafik. Die Computer schaffen, nunmehr mit Halbleitern bestückt, 10000 Additionen pro Sekunde. Die ersten Wechsel-Speichermedien erscheinen. |
| 1961 | Mit der Erfindung des integrierten Schaltkreises beginnt ein Geschwindigkeitssteigerungs- und Verkleinerungsschub ohnegleichen. Unter der Bezeichnung „Teleprocessing“ werden bei IBM erstmals Daten per Telefon zur Bearbeitung im Rechner übertragen. Auf der ersten Funkausstellung in Berlin sagen Vertreter der Bundespost, dass eine Digitalisierung der Telefonie niemals eine Bedeutung erlangen werde. Die MIT-Studenten Martin Graetz, Stephen Russell und Wayne Wiitanen entwickeln das erste Computerspiel: „Spacewar“ für den TX-0. Es wird 1962 von Stephen Russell, Peter Samson, Dan Edwards, Martin Graetz, Alan Kotok, Steve Piner und Robert A Saunders auf eine PDP-1 angepasst, für die Joysticks und den runden Bildschirm ihres mit 4 KByte RAM ausgestatteten PDP-I-Rechners, der von Benjamin Curley entwickelt wurde. Es ist der erste kommerzielle Computer mit Bildschirm und Tastatur. Leonard Kleinrock (ebenfalls am MIT) macht sich erste Gedanken über den Informationsfluss in großen Kommunikationsnetzen. Die erste Theorie über Datenbündelung und Datenkompression entstand. Unter dem Namen Celatron wird in der DDR der erste selbst entwickelte Personalcomputer angekündigt. Sir Clive Sinclair gründet Sinclair Radionics in Islington, England. Es werden Radios und Verstärker per Post verkauft. Später wird er zeitgleich mit Commodore die ersten Heimcomputer (ZX81 und ZX Spektrum) sehr erfolgreich anbieten. Die IBM 72 Kugelkopfschreibmaschine rollt vom Band. Fairchild Semiconductor bringt seinen ersten kommerziellen IC heraus. Burroughs kündigt die B5000 Serie an, den ersten Dual-Prozessor Rechner mit virtuellem Speicher. Die Firma Wyle Laboratories in Kalifornien gründet eine Abteilung zur Entwicklung von Digital-Logic Modulen und Customer Electronic. Daraus entsteht dann die Firma Compucorp. Compucorp wird zu einem der führenden Entwickler von Tisch- und Taschenrechnern. So entwickeln sie z. B. mehrere Jahre vor HP den ersten programmierbaren Taschenrechner. Die Geräte wurden auch als OEM-Produkte z. B. unter den Namen Monroe, Deitzgen und Sumlock vertrieben. Die Russen rühmen sich den ersten bemannten Raumflug durchgeführt zu haben – ein rein sowjetisches Raumschiff hat einen Mann Besatzung. Am 12. April 1961 umkreiste Juri Gagarin mit einer Wostok-Raumschiff als erster Mensch die Erde. Die USA konnten wenige Wochen später, am 5. Mai 1961, im Rahmen des Mercury-Programms nur einen 16-minütigen suborbitalen Flug von Alan Shepard vorweisen. |
| 1962 | Transistoren und Dioden in Salzkorngröße ermöglichen den Bau der dritten Computergeneration. Einzelne Bestandteile des Computers werden in Baugruppen, so genannten Hybridkarten eingebaut. Über den amerikanischen Fernseh- und Nachrichtensatelliten (Telstar I und Relay I) werden Fernsehsignale und Telefonate über den Atlantik gefunkt. SABRE von IBM ist ein Flugreservierungssystem. Es können "realtime" 40000 Plätze gebucht werden. J.C.R. Licklider sieht als neuer Leiter der ARPA die Wichtigkeit der Datennetztechnologien. Das erste Gerät zur Sprachausgabe kommt auf den Markt. IBM 7772 redet allerdings noch sehr blechern. Der knallharte und skrupellose Geschäftsmann Jack Tramiel (geboren 1929) gründet CBM, Commodore Business Machines. Anfangs (wie IBM) ein Hersteller von Schreibmaschinen, in den 70er Jahren begann dann die Produktion von Taschenrechnern und Computern. Er bedient sich einer sehr skrupellosen, aber erfolgreichen Marktstrategie, bei der man das Gefühl hat, dass sie bei vielen anderen Firmen bis heute gültig ist: „Nutze den Kunden als Beta-Tester". Alle Commodore und Atari Produkte haben anfangs immer technische Schwierigkeiten. 1984 verliert Tramiel seinen Job bei CBM, er geht und kauft Atari von Warner ab. Kurios, die Firma Atari hat er erst mit seiner Preispolitik ziemlich fertig gemacht, dann kauft er sie auf um damit einen Rachefeldzug gegen Commodore zu starten. Atari entwickelt den ST mit Hilfe von Shivji Shiraz (Vater des C 64) und setzt damit gegen den späteren Commodore Amiga. Der ST ist der technisch bessere16-Bitter und der Amiga die Spielmaschine. Am 19. Januar der Ex-Marineoffizier und jetzige IBM-Vertreter Henry Ross Perot durch einen Großauftrag seine Vorgabe für das ganze Jahr erfüllt. Er denkt über die Möglichkeit nach, Leistungen der IT auszulagern, sein Arbeitgeber IBM will davon aber nicht wissen. Darauf kündigt er und gründet mit US$1000 aus dem Sparstumpf seiner Frau die Firma EDS (Electronic Data Systems) in Dallas. 1968 geht EDS an die Börse und macht Perot zum Multi-Millionär. Perot hat EDS immer wie ein Militär-Ausbildungslager geführt. Weiße Hemden waren Pflicht, blaue Hemden fand er „weibisch", Frauen die nicht im Rock erschienen wurden gefeuert. Am 27. Juni 1984 wird EDS für US$2,5 Milliarden an General Motors verkauft. |
| 1963 | Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) wird aus der Taufe gehoben. IBM entwickelt den 1311 Wechselplattenspeicher. Das ca. 1x1 Meter große Gerät speicherte auf sechs Magnetplatten bis zu 2.68 Megabyte an Informationen mit einer Übertragungsrate von 69 KByte in der Sekunde und einer Zugriffszeit von 150 msec. Vom Tonbandgerät (1935) zum Kassettenrecorder. 1963 präsentierte der niederländische Philips-Konzern auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin die erste Tonkassette mit dazu passendem Recorder. Vornehmlich für Musik und Sprache ausgelegt, war er später auch Datenspeicher für diverse Homecomputer (ZX-Spectrum, C64 usw.). Douglas C. Engelbart erfindet die Computer-Maus, weil er die Interaktion zwischen Mensch und Computer fördern will, und meldet sie zum Patent an. Der ASCII-Zeichensatz wird zum Datenaustausch zwischen Computern eingeführt. Unter dem Namen ANITA (A New Inspiration To Arithmetik) liefert Sumlock/England den ersten vollelektronischen Taschenrechner. Das DDR-Kombinat Robotron erregt mit dem Rechenautomat 300 erhebliche Aufmerksamkeit. ASCII (A Standard Code for Information Interchange) wird verabschiedet. Die Tandy Corp. kauft die bankrotte Firma RadioShack Corp., diese hat zu diesem Zeitpunkt neun Filialen und einen Versandhandel. Im Laufe der Jahrzehnte werden daraus mehrere tausend Filialen. DEC verkauft seinen ersten Minicomputer, an die Atomic Energy of Canada. Joseph Weizenbaum beginnt seine Lehrtätigkeit am MIT (Massachusetts Institute of Technology). Dort stellt er 1965 auch sein Programm ELIZA fertig, welches mit seiner Pseudo-künstlichen Intelligenz für Aufsehen sorgt, und Weizenbaums Einstellung zur Technik nachhaltig beeinflusst. Am Dresdner Institut für maschinelle Rechentechnik wird die Weiterentwicklung des 1956 fertig gestellten Kleinrechenautomaten Dresden 1 (D1), der D4a fertig gestellt. Das System wird vom VEB Büromaschinenwerk Zella-Mehlis unter den Namen Cellatron 8201, Cellatron 8205 und Cellatron 8295 Z rd. 3000-mal hergestellt, der D4a gilt damit als erster PC der DDR. Sein Vater ist der Mathematiker Nikolaus Joachim Lehmann, er gilt als fähigster Informatiker der DDR. Es kommt der erste Band, der bis heute nicht vollendeten Buchreihe „The Art of Computer Programming“ von Donald E. Knuth heraus. |
| 1964 | Die Rand Corporation publiziert die Struktur eines sicheren Netzes für die amerikanische Armee (Atomkriegsfolgen). Die damalige Deutsche Bundespost nimmt die Satelliten-Erdfunkstelle Raisting in Betrieb; deren (heute nicht mehr benutzte) Antenne 1 besitzt einen Durchmesser von 25 m. Seymour Cray baut den ersten Hochleistungsrechner, der diesen Namen auch verdient. Er bietet eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 3 Millionen Rechenoperationen pro Sekunde (Mega-Flops). Dazu braucht der CDC 6600 zwei parallele Rechenwerke. IBM kündigt weltweit in 78 Städten das System/360 an, einen modularen Computer der als der „perfekte Computer" bezeichnet wurde. Das 360 steht für die 360 Grad einen Kreises, da das System für alle Aufgaben geeignet sein soll. Das System /360 entstand auf Vorschlag der Arbeitsgruppe „Systems, Programming, Review, Engineering And Development" (SPREAD). SPREAD wurde 1960 gegründet. Der SPREAD-Report, der 1961 erschien, empfahl die Ablösung der existierenden IBM-Computer durch eine Produktfamilie mit austauschbarer Peripherie und mit Software, die auf allen Computern der Familie laufen konnte. IBM-Verkäufer, die gewohnt waren, dass jeder IBM-Computer andere Programme, Lochkartenleser usw. brauchte, erschien der Vorschlag als eine „vollkommen idiotische Idee von Akademikern“, doch Thomas Watson Jr. stellte sich hinter den Vorschlag. Die Entwicklung kostete letztlich 5 Milliarden US$ und beschäftigte 50.000 Menschen. Die Auslieferung begann jedoch erst 1965. Grund für die (damals ungewöhnliche) frühe Ankündigung des Systems war, dass die Firma Control Data Corporation (CDC) mit nur 40 Leuten ein Konkurrenzmodell zur System/360 entwickelte. IBM wolle den Konkurrenten damit kaltstellen, dieses gelang auch und trieb CDC in die Pleite. CDC verklagte IBM wegen der Ankündigung von Phantom-Computern, konnte den Prozess aber erst 1973 mit einem Vergleich abschließen, bei dem IBM 100 Millionen Dollar zahlte. John George Kemeny und Thomas Eugene Kurtz, Professoren am Dartmouth College starten am 1. Mai um Uhr 16.00 das erste von ihnen entwickelte Basic-Programm (Beginners All-purpose Symbolic Instruction Language). Basic war für den Einsatz auf dem Time Sharing System in Dartmouth gedacht, einem aus einfachen Terminals bestehenden Rechnerverbund, und sollte Anwendern den Zugang zum Computer erleichtern, daher verwendet es Befehle mit einer einfachen Begrifflichkeit. Die Rand Corp. (M. R. Davis und T. D. Ellis) stellt das erste Grafik-Tablett als Eingabegerät für einen PC vor, er ist überwiegend in Handarbeit hergestellt und kostete 18.000 US$ (ohne PC). |
| 1965 | Das ARPANET, der Vorläufer aller weltweiten Netze, insbesondere des Internet, wird aus ideologischen, wirtschaftlichen und militärischen Gründen in Amerika installiert und ausprobiert. Die ARPA finanziert die Studie: Kooperatives Netzwerk mit time-sharing Computern. Ein TX-2 im MIT Lincoln Labor und ein AN/FSQ-32 in der System Development Corporation (Santa Monica, CA) werden direkt über eine 1200bps Telefonleitung verbunden. Ein Digital Equipment Corporation (DEC) Computer bei der ARPA wurde später dazu geschaltet um das erste „Experimental Network" zu gründen. Hochrechnungen bei Bundestagswahlen werden erstmalig durch Computer (IBM 1800) erledigt. Die integrierten Schaltkreise (IC's) schaffen 500000 Additionen pro Sekunde. Mit Early Bird wird von Comsat am 6. April der erste kommerzielle Fernmeldesatellit im Rahmen des Intelsat-Projekts gestartet. Er bietet mit 240 Telefongesprächen die zehnfache Kapazität der damaligen Seekabel zu einem Zehntel der Kosten. Donald Davies erfindet die Blockweise, gesicherte Datenübertragung. In New York und in Stuttgart finden erste Ausstellungen von Computerkunst statt. „Hypertext“ verbindet Dokumente in einer netzartigen Struktur durch Querverweise miteinander. Diese „Hyperlinks“ wurden von Ted Nelson erfunden. Gordon Moore, Technikchef bei Fairchild (später bei Intel), stellt im „Electronics Magazine“ sein Gesetz vor, nach dem sich die Leistungsfähigkeit der Prozessoren, auch bedingt durch die kontinuierlich steigende Anzahl an integrierten Transistoren, alle 18-24 Monate verdoppelt. |
| 1966 | Die amerikanische Firma XEROX verkauft die ersten Faxgeräte, damals noch Fernkopierer genannt. Joseph Weizenbaum (Professor am MIT in Boston) schreibt, um den Begriff „künstliche Intelligenz – KI“ zu veralbern, ein Basic-Programm namens Eliza, mit dem ein Computer zum Psychotherapeuten wird und einen Dialog mit dem Benutzer führen kann. Aber auch Larry Roberts arbeitet am MIT und treibt, zusammen mit Licklider, die Forschung über Computernetzwerke voran. Die russische Sonde Luna 6 landet weich auf dem Mond. Magnavox bringt mit 'Odyssey' das erste kommerzielle Computerspiel heraus. „Raumschiff Enterprise“ startet und lässt SciFi zum Kult im Fernsehen werden. Zum ersten Mal wurde eine Computerkriminalität begangen. Ein Bankangestellter hatte den Rechner dazu gebracht, seine ungedeckten Schecks zu ignorieren. |
| 1967 | Einführung des Farbfernsehens in Deutschland nach dem PAL-Standard von Walter Bruch. Willy Brandt, der damalige Bundeskanzler löst es auf der Berliner Funkausstellung durch einen Knopfdruck aus. Norman Kitz entwickelt in England den ersten elektronischen Tischrechner und nennt ihn Anita Mark 8. In diesem Jahr wurde von der damaligen Deutschen Bundespost das Datexnetz (Kw. aus Data exchange-Netz; engl. = Datenaustausch), ein auf die besonderen Erfordernisse der Datenübertragung abgestimmtes öffentliches Wählnetz in Betrieb genommen, das eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit als das übliche Telexnetz ermöglichte. Im VW 1600E gibt es erstmals eine elektronische Benzineinspritzung (Jetronic - entwickelt von Bosch). Bei Texas Instruments wird ein 4 Funktionen „Hand-Rechner“ entwickelt. IBM begründet die Softwareindustrie dadurch, dass sie künftig die Hard- und Software nicht mehr bündelt. |
| 1968 | Es erfolgt der erste Schritt zu hochintegrierten
Schaltkreisen. Bei dieser vierten Computergeneration werden die immer noch
relativ großen Baugruppen in einem einzigen Chip zusammengefasst. Nur durch
die Entwicklung von speziellen Computern (IBM System /360 Modell 75 ist die
Kontrolle und Steuerung des Mondlandeprogramms Apollo möglich. AT&T führt in
den USA eine 56-kBit/s-Übertragung als ISDN-Vorläufer ein. Der
ASCII-Zeichensatz wird international als ANSI-Standard X3.4 genormt. Arthur
Appel berechnet Schatten mit einer Vorstufe des Raytracing- Verfahrens. 1968
wurde die Chipkarte von Jürgen Dethloff zum Patent angemeldet. Der Seiko
EP-101 ist der erste Nadeldrucker, der in die Serienproduktion geht. Science
Fiction ist um Jahrzehnte voraus. In dem Film "2001 - Odyssee im Weltraum"
spricht der Computer HAL mit den Astronauten. Dr. Robert Norton Noyce und
Gordon E. Moore gründen die Firma INTEL. CSC (Computer Science Corporation)
wird die erste an der New York Stock Exchange gehandelte Computerfirma. Alan
Kay beginnt an der Universität von Utah seine Erfahrungen mit den
Programmiersprachen LOGO und Simula in die Entwicklung einer neuen Sprache
einfließen zu lassen, Smalltalk. Diese Sprache, die es im Laufe der Jahre in
etlichen Entwicklungsstufen geben wird, so Smalltalk72, Smalltalk76 und
Smalltalk80 (erschienen 1983) spielt auch bei seinem Wechsel 1972 ins Xerox
Parc ein wichtige Rolle. Sinn von Smalltalk sollte eine vereinfachte
Programmierung sein. TI entwickelt den ersten Taschenrechner, vertreibt
diesen jedoch erst ab 1972. Prof. Niklaus Wirth beginnt in der Schweiz an
der ETH Zürich mit der Entwicklung von PASCAL, benannt nach dem
französischen Mathematiker Blaise Pascal (1623-1662). Es ist eine
Weiterentwicklung von ALGOL60. Es folgen diverse Versionen die auch ANSI/IEEE
und ISO zertifiziert werden. Die erste Ausgabe der Computerworld erscheint.
Alan Shugart von IBM stellt die erste 8-Zoll Floppy Diskette vor. Am MIT
entwickelt der Psychologe und Mathematiker Seymour Papert die speziell für
Kinder gedachte Programmiersprache LOGO. Die Integrated Electronics (Intel)
Corp. wird gegründet. An der University of Pennsylvania wird der erste Ph.D.
der Informatik (Computer Science) vergeben. |
| 1969 | Das moderne Netzwerk-Zeitalter beginnt. An der Universität von Kalifornien (UCLA) wurden zwei Computer mit einem fünf Meter langen Kabel verbunden, um Daten auszutauschen, es war die Geburtsstunde des Internet. Die Computerwissenschaftler Stephen und David Crocker, Jon Postel, Bob Kahn, Robert Braden und Vinton Cerf gehörten zu den Studenten, die am 2. September 1969 gemeinsam mit Professor Len Kleinrock in dem Labor waren, in dem bedeutungslose Testdaten zwischen den beiden Rechnern flossen. Bis Januar waren drei weitere Knoten an das „Netz“ angeschlossen, nachdem das Pentagon einen Forschungsauftrag vergeben hatte, ein Kommunikationsnetz aufzubauen, das auch nach einem Russischen Atomschlag noch funktioniert (Internet). Dann kam ein paar Jahre später die E-Mail hinzu, Ende der 70er Jahre folgte das Protokoll TCP/IP, in den 80er Jahren entstanden die Domain-Verwaltung und das World Wide Web. Weiterentwicklung des ARPANet (Advanced Research Project Agency Network) mit vier Knoten und zunächst nur für E-Mail, File Transfer und Dialoganwendungen. Die NWG (Network Working Group) wir gegründet. Am 21. Juli des Jahres sieht die Bevölkerung weltweit die ersten Live-Übertragungen von der Mondlandung mit den Astronauten Armstrong und Aldrin. Es war wohl das größte Medienereignis des Jahrhunderts, allerdings nicht an der Zuschauerzahl gemessen. Die erste Universität (University of California) wird an das Netz angeschlossen. Die Bell Laboratories entwickeln die Programmiersprache C und das Betriebssystem Unix. Compuserve, erster kommerzieller Online-Dienst, nimmt den Betrieb auf. Die RS232-Schnittstelle wird genormt. Der Laserdrucker wird erfunden (eingeführt 1975 von IBM). Kenneth Thomson und Dennis Ritchie entwickeln UNIX (AT&T Bell Labs). |
| 1970 | Welt am Draht: In den USA gibt es erste Versuche, Computer für den Familienbetrieb nutzbar zu machen. Fernschreiber stellen die Verbindung zum Computer her: Steuererklärungen, Haushaltspläne, Informationsdienste, Hausaufgaben der Kinder und erste Ansätze von Teleheimarbeit des Vaters. Insgesamt werden 20 Haushalte für den damaligen Stand supermodern ausgerüstet. In der amerikanischen Armee gibt es die ersten mobilen Computer, die noch auf einen Sattelschlepper montiert waren. Mit dem i4004 stellt Intel den allerersten Mikroprozessor vor, basierend auf einer Erfindung von Jack Kilby aus dem Jahre 1958. Ein 4 bit breiter Datenbus und ein 12 bit Address Bus auf Basis der PMOS Technologie. Auf einer Wafergröße von nur vierundzwanzig Quadratmillimetern bringen die Intel-Entwickler 2250 Transistorfunktionen unter. Damit werden nunmehr 10 Millionen Additionen pro Sekunde erreicht. Mit seinen integrierten Schaltungen vereinigt er die bis dato riesigen Schaltschränke auf einem einzigen Chip. Es ist die Geburtsstunde der Computer Industrie angesagt. IBM stellt das System IBM S/370 vor, erstes IBM System mit monolithischem Speicher (IC) anstatt der bisher eingesetzten Ferritkerne. Pro Speicher-IC wurden immerhin 128 Bit erreicht. Auch wird von IBM die erste Floppy-Disk (floppy = biegsam) vorgestellt. In diesem Jahr wurden in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland auch die erste Bildplatte (Videoplatte) und das zugehörige Abspielgerät (Bildplattenspieler) nach dem von einem Firmenkonsortium (AEG-Telefunken/ Teldec/Decca) gemeinsam entwickelten „TED“-System vorgestellt. Es gibt den ersten Tischrechner auf Basis des neuen Intel-Chips von Busicom (141-PF). IBM entwickelt die relationale Datenbank. Der IBM-Forscher Ted Codd stellt das relationale Datenbankmodell vor und schafft damit die Grundlage für die kommerzielle Datenverarbeitung. Der IBM Kopierer wird eingeführt. Das erste ACM Computer-Schachturnier findet statt. Die Politik macht sich erstmals Gedanken über ein Datenschutzgesetz. |
| 1971 | Der endgültige Schritt zur Kommunikationsgesellschaft, wie wir ihn heute definieren, wurde in diesem Jahr mit dem ersten Personalcomputer getan. Der erste Diplom-Informatiker verlässt eine deutsche Universität. Sicher hat er schon mit den nun aufkommenden Taschenrechnern (C110 von Commodore/Bowmar) gearbeitet, die zwar noch sehr teuer waren, aber deren stetiger Preisverfall, bei gleichzeitiger Steigerung der Leistungsfähigkeit, schon jetzt absehbar war. Erster Mikroprozessor 4004 von Intel, der damit schon die vierte Computergeneration einleitet, aber auch die Zukunft verändert. „The Intel® 4004 microprocessor, introduced in November 1971, started an electronics revolution that changed our world.” Er vereint auf einem Siliziumplättchen rund 2300 Transistoren und hatte eine Taktfrequenz von 108 kHz. Ray Tomlinson entwickelt erstmals E-Mail-Programme (SNDMSG, Readmail; CPYNET). Zur Adressierung nutzt der das Zeichen @(commercial a), welches in keinem Namen vorkommt. Der Inhalt der ersten Mail lautete „QWERTYUIOP“, die erste Buchstabenzeile auf der (US) Tastatur. IBM stellt die erste Floppy-Disk vor (8" = ca. 20 cm). Über Fernleitung mit der EDV Zentrale gekoppelte Datensichtgeräte (Terminals) läuten das Zeitalter der Vernetzung ein. 4 Computer sind im ARPANET vernetzt. Im April des Jahres, waren dann über 15 Knoten mit insgesamt 23 Rechnern am ARPANET angeschlossen. Die Standorte dieser Knoten waren: University of California at Los Angeles (UCLA), Stanford Research Institute (SRI), University of California at Santa Barbara (UCSB), University of Utah, Bolt Beranek and Newman (BBN), Massachusetts Institute of Technology (MIT), RAND Corporation, SDC, Harvard, Lincoln Labs, Stanford, University of Illinois at Urbana Champaign (UIUC), Case Western Reserve University (CWRU), Carnegie Mellon University (CMU), NASA-Ames. Der britische Physiker Dennis Gabor erhält den Nobelpreis für Physik für die Erfindung und Entwicklung der Holographie, mit der zweidimensionale Bilder dreidimensional dargestellt werden können. Nolan Bushnell entwickelt in Anlehnung an das Spiel „Space War“, das Steve Russel 1962 auf einem Großrechner geschrieben hat, das Videospiel „Computer Space“, vertreibt es aber nie. Steve Wozniak und Bill Fernandez bauen ihren ersten Computer, sie nennen ihn „The Cream Soda Computer“. |
| 1972 | Intel kreiert den ersten Ein-Chip-Computer, in „LSI (Large Scale Integration)“-Technik und heißt 8008 mit 2MHz Taktfrequenz und 6000 Transistoren. Es ist der erste 8 Bit Prozessor, er schafft 300.000 Befehle pro Sekunde und kann 16 kB Speicher adressieren. Der erste wiederbeschreibbare ROM -Baustein wird vorgestellt (EPROM). Eraseable Programming Read Only Memory. Anfänge der Firma Atari. Das erste Videospiel der Welt, der PONG Automat erscheint, eines der ersten Videospiele der Welt. Damit ist der Name Nolan Bushnell (Gründer von Atari) verbunden und Jay Miner, späterer Entwickler einer genialen Computerarchitektur (diverse Spezial-Chips entlasten die CPU) und Designer und Entwickler des Atari 400/800/VCS2600 und Amiga 1000. Das Spiel war eigentlich für seine Kinder gedacht, er stellte es jedoch auch in einem Cafe in Sunnyvale auf. Dort meldet der Inhaber das Gerät schon nach zwei Tagen als defekt; der Behälter für die Münzen war aber nur voll. Mit Ted Dabney und Larry Brayn beginnt er die Vermarktung von Pong. Da der Name „Syzygy“ (bedeutet, dass drei Gestirne in einer Reihe stehen) als Firmenname schon vergeben ist, entschließen sie sich für die japanische Übersetzung von „ich werde gewinnen“, Atari. Das immer noch analoge B-Netz, aber nicht mehr handvermittelt, wird von der Bundespost eingeführt. Es hat aus technischen Gründen nur 25000 Teilnehmer. Die Geräte kosteten bis zu 10000 €. Das Konzept des virtuellen Speichers (nur gerade gebrauchte Programmteile befinden sich jeweils aktuell im Speicher) wird von IBM entwickelt. Per Telefontasten lassen sich erstmals Computer abfragen. Das ARPANET wird auf einer internationalen Konferenz in Washington erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 40 Computer gehören dem ARPANET an. Die NWG wird nun umbenannt in die INWG (Internet Working Group). Bill Gates und Paul Allen gründen die Traf-O-Data Company. Sie verkaufen 8008 basierende Hard- und Software. Xerox beschließt einen Computer zu bauen, das Projekt Alto beginnt. Der erste elektronische Taschenrechner wird von TI entwickelt. Bei der Olympiade in München werden erstmals Computer für Zeitnahme und Zieleinlauf verwendet. Es waren Rechner von Longines und Junghans. |
| 1973 | Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung unternimmt als erste Tageszeitung der Welt den Versuch, die Redaktionsarbeit mit Hilfe eines Computers zu automatisieren. Der Kernspeicher hatte 48K und der Plattenspeicher 800K. In diesem Jahr konnte man bei der Datenübertragung den Einsen und Nullen fast noch hinterher rennen. Die Telexrate betrug 20 Bits pro Sekunde, das Datex-P-Netz lag bei 200 Bits pro Sekunde und im Telefonnetz waren 2400 Bits pro Sekunde möglich. Die Firma Xerox entwickelt das erste Ethernet. In einem Memo an die Xerox-Geschäftsleitung erklärt Robert (Bob) Metcalfe die Funktion des von ihm erfundenen Ethernets. Das Ethernet war geboren. Ursprünglich sollte damit der erste große Xerox Laserdrucker von mehreren Arbeitsplätzen aus angesprochen werden. Die Erfindung meldet er jedoch erst 1979 zum Patent an. Das „Internet Program“ wird von Robert Kahn und Vinton Cerf initiiert. Hawaii, Norwegen und England schließen sich dem ARPA-Net an. Motorola Vizepräsident Martin Cooper und der Chef der Bell-Labs Joe Engel führen das erste Telefongespräch mit Mobiltelefonen. Das Gespräch sollte die Machbarkeit solcher mobilen Geräte (rd. 850 Gramm schwer) demonstrieren. Der Begriff „Mikrocomputer“ wird erstmals gedruckt, im Handbuch zum Micral. IBM’s 3650 ist die Grundlage für ein Warenwirtschaftssystem incl. einer Datenfernverarbeitung. Bei IBM wird das „Winchester“-Projekt gestartet, das sich damit befasste, einen rotierenden Speicher mit einem nicht entnehmbaren Medium zu entwickeln. Damit war die Idee der Festplatte geboren. Garry Kildall entwickelt das Betriebssystem CP/M für den 8008-Prozessor. Edwin Catmull entwickelt für seine Dissertation unter anderem das z- Puffer- Verfahren, auf dem bis heute die meisten 3D-Echtzeitdarstellungen basieren, und das Texture-Mapping. Der Name Winchester für eine Festplatte erscheint erstmals, es ist der Codename für die Festplatte IBM 3340. Sie wurde im englischen Winchester entwickelt. Sie ist die erste Platte, die nach der heute üblichen Technik gebaut wurde. Gary Kildall schreibt auf PL/M das Betriebssystem CP/M (Control Programm/Monitor). Es ist eine Adaption des PDP-11 Systems (RTX11). Ferner entwickelt er auf Basis von PL/I die Sprache PL/M für intel's 8008. SAP bringt das Finanzbuchhaltungsprogramm System RF heraus (R=Realtime, F=Finanzbuchhaltung). In der DDR beginnt die Produktion der Rechner der ESER-Reihe (Einheitliches System Elektronischer Rechenmaschinen). Diese in Zusammenarbeit der Ostblockländer entstandenen Systeme sind kompatibel zu IBMs 370er Reihe. IBM stellt den Barcode vor. Ab 1976 findet er auch im deutschen Handel Einzug. |
| 1974 | In den Xerox Parc Laboratorien wird der Alto Computer gebaut. Erster Computer mit grafischer Benutzeroberfläche. Andere Computer dieser Zeit haben noch nicht mal einen Bildschirm und nur Knöpfe und blinkende Lichter, hier gibt es schon Maus und Icons. Bei einem Rundgang 1979 von Steve Jobs in den Laboratorien entdeckt er diese neue Technik und diese wird erstmals 1983 in den LISA Computer integriert. Bei seinem Rundgang übersieht er aber das erste Ethernet Netzwerk und Laserdrucker, alles Entwicklungen der Xerox Parc Mitarbeiter. Diese unglaubliche Einrichtung beherbergte damals die besten Professoren und Techniker, alleine mit der Grundlagenforschung neuer Computer und Bedienungssysteme betraut. Das ganze finanzierte sich durch Xerox, einem großen Hersteller von Kopiersystemen, und der US Regierung. Eine wirtschaftliche Auswertung erfolgte in den wenigsten Fällen, es war eine reine Denkfabrik. Intel kündigt ein Speichermodul von 200K an, das immerhin 32050 Dollar kosten soll. Inzwischen gibt es in Deutschland 106 Softwareunternehmen: ADV/ORGA, SCS und die Dortmunder MBP sind die Marktführer. Motorola stellt ihre erste „Central Processing Unit“ (CPU: Hauptprozessor) unter dem Namen MC6800 vor. Der 8-bit-Parallel-Prozessor verfügte über einen 16-bit Address Bus, mit dem 64 KByte Speicher adressiert werden konnten. Sechs interne Register, Direct Memory Adressing (DMA) und die Option den 6800er in einem Multiprozessorsystem einsetzen zu können. Die Clock Rate lag üblicherweise bei 2.0 MHz. Die MC68xxC-Variante konnte in Temperaturbereichen von –40 bis +85 °Celsius eingesetzt werden, die Leistungsaufnahme betrug nur ca. 1.0 Watt. Auf diese Ächt-Bit-Basis folgten viele Weiterentwicklungen von Motorola, AMI, Fairchild, Hitachi und Thomson. Der MC68B09 markiert den Höhepunkt der Ächt-Bit-Basis mit einem maximalen Prozessortakt von 8 MHz und dieser Prozessor wurde bis weit in die 80er Jahre gebaut. Die Firma MITS bringt den ersten Mikrocomputer ALTAIR 8800 auf den Markt, mit 256 Byte Arbeitsspeicher war er für den Hobbyelektriker mit 395 Dollar leicht finanzierbar. Gemeinhin wird der ALTAIR als der erste Mikrocomputer bezeichnet, obwohl es vorher schon vergleichbare Computer gab, die allerdings kaum einen Bekanntheitsgrad erfuhren und nur als Prototypen oder Kleinserien existierten. Da es keine Software für die Mikrocomputer gab, musste alles in Maschinensprache geschrieben werden. Bill Gates und Paul Allen, schrieben für den Altair die Programmiersprache BASIC. Eine besondere Herausforderung aus heutiger Sicht ist die Tatsache, dass alles in einem 4 Kbyte-ROM unterzubringen war. Scelbi Computer Consulting stellt ebenfalls einen ersten kommerziellen Homecomputer vor, den Scelbi 8-H, basierend auf einem Intel 8008 konnte sich dieses Gerät nicht am Erfolg des MITS messen. Mark 8 hieß ein weiterer Bausatz, von dem es heißt, dass nur wenige Enthusiasten das Modell um einen Intel i8080 Chip fertig stellten. Das Ende der Lochstreifen bahnt sich in Form von Floppy-Laufwerken an. Bis zu 472 Milliarden Zeichen, das entspricht ca. 100000 Brockhausbänden, kann das Massenspeichersystem 3850 von IBM aufnehmen. Durch die virtuelle Speichertechnik stehen so einem Unternehmen immer alle Daten direkt zur Verfügung. Mit dem Eurosignal-Netz (87 MHz) wird in Deutschland ein landesweiter Funkruf-Dienst eingeführt. Bosch erfindet für das Autoradio das Verkehrsinformationssystem ARI. Hans-Ulrich Mahr und Theo Stripp gründen die m+s Elektronik GmbH. Schwerpunkt ist zunächst der Bereich Reparatur und Wartung. Bis zum Konkurs Ende 2001 entwickelt sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Systemhäuser in Deutschland. Michael Stonebraker und Dr. Eugene Wong stellen ihr seit 1973 entwickeltes Datenbanksystem INGRES (Interactive Graphics and Retrieval System) vor. Es ist die erste Datenbank die auf dem Relationsmodell basiert, welches erstmalig 1970 in dem Artikel „A Relation Model of Data for Large Shared Data Banks“ von E.F. Codd beschrieben wird. Die Entwicklungsplattform ist zunächst eine PDP-11/45. Als Abfragesprache dient QUEL (QUEry Language). 1979 gründen Stonebraker und Wong die Firma Relational Technology Incorporated (RIT) um das System kommerziell zu vermarkten. Dabei stellen sie u. a. die Abfragesprache von QUEL auf das etwas weniger leistungsfähige aber inzwischen weit verbreitete SQL um. HP bringt den HP 65 Taschenrechner heraus. Er kostet rd. 1000 € und ist zwar nicht der erste, aber einer der bekannteren programmierbaren Taschenrechner. Vor allem verfügt er über einen Magnetstreifenleser um die Programmierung zu sichern. Wg. Design-Mängeln wird er bald vom HP 67 abgelöst. |
| 1975 | Der Altair 8800 mit einem 8080 Prozessor und 256 Byte Speicher wird massenweise verkauft und gilt als Vorstufe des ersten PCs. Der Cray-1 wird gebaut und ist der schnellste Computer der Welt. IBM präsentiert den ersten tragbaren Computer und hatte den Namen „5100", wog 23 kg und hatte einen Preis von 9000 Dollar. Er hatte 16 KB RAM, einen 16 x 64 Zeichen Bildschirm, ein Bandlaufwerk als Massenspeicher und arbeitete unter BASIC.IBM entwickelt mit dem Schnelldrucker 3800 einen Laserdrucker, der 8580 Seiten pro Stunde, also etwa 755000 Zeilen schafft. Zwei ehemalige Intel-Mitarbeiter gründen die Firma ZILOG. Sie bringen den Z80 auf den Markt (8 Bit), versteht mehr Befehle und ist schneller als der Intel Prozessor. Regisseur George Lucas gründet für 'Star Wars' das Trickstudio Industrial Light + Magic (ILM).Die ersten Computerclubs entstehen. U.a. der Homebrew Computer Club in Gordon French, in dem auch Steve Jobs und Steve Wozniak verkehren. Die beiden Studenten Theo Lieven und Rainer Fraling gründen die Firma Vero GmbH, welche 1981 in Vobis GmbH (lat. für Euch) umbenannt wird. Sie verkaufen zunächst Taschenrechner im studentischen UNI-Umfeld. Der erste Computer-Laden eröffnet in Santa Monica, CA. |
| 1976 | Steve Jobs und Steve Wozniak bauen einen Einplatinen Computer, Apple I genannt und leiten damit die Phase der Billig- und Heim-Computer ein. Joseph Weizenbaum, der amerikanische Computer-Wissenschaftler, Gesellschaftskritiker und Harvard Professor, warnt vor zu großer Computereuphorie. Dem gegenwärtigen Trend zum Lichtsatz (die Produktion von Bleisetzmaschinen wurde nun eingestellt) und zur elektronischen Textverfassung über Bildschirmterminals bahnt sich eine neue grundlegende Umstrukturierung der Zeitungsherstellung durch Reduktion und Beschleunigung der Arbeitsgänge an. Die "Elektronische Revolution" im Pressegewerbe hat medien -und sozialpolitische Auswirkungen. "Electric Pencil" von Michael Shrayer ist das erste Textverarbeitungsprogramm der Welt. Bruce Lowerre entwickelt das System Harpy, das komplette Sätze und einfache grammatikalische Strukturen erkennt. Dazu war Parallelverarbeitung durch 50 Computer notwendig. Der CRAY-1 bietet nunmehr 133 Mflops Verarbeitungsgeschwindigkeit, dieser hatte aber nur einen Hauptspeicher von 8 Mbyte. IBM entwickelt den Tintenstrahldrucker. Jack Tramiel, eine amerikanischer Schreibmaschinenhändler, macht Computer zu einer preiswerten Massenware. Zunächst bei Commodore und später bei Atari. |
| 1977 | Das deutsche Fernsehen stellt auf der IFA erstmals Videotext vor. Und der Bundesminister für Post- und Fernmeldewesen, Kurt Gscheidle, stellt auf der IFA Bildschirmtext (BTX) vor. Das System ist eine englische Erfindung, die der Ingenieur Sam Fedida vom Post Office Resarch Centre „Viewdata Timesharing Common Carrier“ nannte, eine Kreuzung von Computerterminal und Fernseher. Seine Erfindung wurde bald in Prestel umgetauft, nach der Klötzchengrafik, die das System produzierte. In England wurde seine Idee sofort patentiert, weshalb das Patent heute abgelaufen ist. In Amerika gab es kein Patent, weil Fedida vergaß, den Patentantrag ausreichend zu frankieren. Es wurde später nachgereicht und war bis vor kurzem strittig. Erst im August 2002 verlor die British Telecom als Rechtsnachfolgerin in den USA einen Streit um dieses Patent, mit dem sie von allen Lizenzen für Hyperlinks im Web einforderte. DEC stellt sein erstes 32-Bit System vor, mit dem Betriebssystem VMS. Apple stellt den APPLE-II vor mit einem 6502 Prozessor vor, Preis und Leistungen blieben gleich. Commodore stellt einen Homecomputer unter dem Namen „PET-2001“ vor. Auch Tandy Radio Shack stellt einen Homecomputer mit dem Namen „TRS-80“ vor, der über ein eingebautes BASIC verfügt. Microsoft Basic wird veröffentlicht. Das ARPA-Net hat 111 angeschlossene Rechner. 'Star Wars'; Oscar für 'Visual Effects'. Einige Displays im Film zeigen per Rechner erzeugte Grafiken. Der aufwändigste Computereffekt ist die Animation des 'Todessterns' als Drahtgittermodell bei der Instruktion der Piloten. Atari bringt die Spielkonsole V CS heraus, später Atari 2600 genannt. Das 250 US-$ teure System auf Basis eines 6502-Prozessors besitzt kein komplettes Video-RAM, sondern nur Speicher für eine Pixelzeile, die das Programm ständig nachladen muss. Die deutsche Bausparkasse Wüstenrot nimmt als erster kommerzieller Anwender in Deutschland ein System zur „Sprachausgabe“ in Betrieb. Im „Tornado“ von Oldsmobile gibt es die erste computergesteuerte Zündung. Jacob Ziv und Abraham Lempel entwickeln die Grundlagen des Grafik-Komprimierungsverfahren GIF (Graphic Interchange Format). Grundlage ist der LZW-Algorithmus (Lempel-Ziv-Welch) Dieses wird 1984 von Terry Welch weiter entwickelt, welcher zu der Zeit bei Sperry, später in Unisys umbenannt, arbeitet. Am 20.6.1983 meldet Unisys die Technik zum Patent an. Das Format wird u. a. deswegen so populär weil Compuserve 1987 dieses Format zu seinem Standard erklärt. Ab 1994 nimmt der damalige Lizenzinhaber Unisys jedoch Patentgebühren, welche viele Sharewareautoren, die das Format nutzen, nicht aufbringen können. Diese Entwicklung führt u. a. zum Beginn der Entwicklung des offenen PNG (Portable Network Graphics) Formats. |
| 1978 | Epson bringt den Nadeldrucker MX 80 auf den Markt und revolutioniert den Markt der Billigdrucker. Intel entwickelt den ersten 16-Bit-Prozessor: den 8086 und den zugehörigen Numerikprozessor 8087. Damit beginnt der Siegeszug der 80x86- Erfolgsserie. In bundesdeutschen Haushalten stehen rund 80.000 Videorecorder. Mercedes baut weltweit in die S-Klasse (S WT116) erstmalig ein serientaugliches ABS (Anti-Blockiersystem) ein. Texas Instruments entwickelt einen Sprachprozessor in einem einzigen Chip. Im „Tornado“ von Oldsmobile gibt es die erste computergesteuerte Zündung. In diesem Jahr erscheint erstmals eine Publikums-Computerzeitschrift namens "CHIP", sie ist heute noch am Markt. |
| 1979 | Die Firma Hayes bietet das Mikromodem 100 an, das Daten bis zu 300 Bits pro Sekunde transportieren kann. Die Studenten Tom Truscott, Jim Ellis, Steve Danie und Steve Bellovin entwickeln das erste Netzwerk über Telefonleitungen. Sie nennen es später Usenet/News. Das Usenet „geht online“, zum Ende des Jahres gibt es drei Newsgroups auf zwei vernetzten Rechnern. und dazu. Sie haben das System an der Duke University in North Carolina entwickelt um auf vernetzten Rechner Nachrichten austauschen zu können. Mit dem Modell 3370 bringt IBM die erste Festplatte mit "thin film" Köpfen heraus. Die Festplatte IBM Modell 3310 ist die erste Platte im 8" Format. Bisher waren 14" Platten üblich. Niklaus Wirth stellt die Programmiersprache Modula-2 (MODUlar LAnguage) vor. Erste Implementierung auf der PDP-11. Die EPSON Deutschland GmbH wird gegründet. Die Novell Data Systems (NDSI) wird gegründet. Die Firme entwickelt PCs und Betriebssysteme. Der Wechsel zu Netzwerktechnik erfolgt erst 1983. Die Firma Atari bietet den Atari 800 mit verbesserten Musik- und Graphikmöglichkeiten an. Die Deutsche Bundespost startet den Telefaxdienst. Erste Mobiltelefone werden in Japan und in den USA getestet. Die Firma Motorola schließt die Entwicklung zum ersten 16-Bit Hauptprozessor ab und stellt den MC68000 vor, der später das Herzstück der Atari ST, Amiga und Apple Computerserien wird. Die 2 Millionen Rechenoperationen in einer Sekunde waren die Grundlage für intuitive Betriebssysteme mit graphischer Oberfläche. Taktfrequenzen reichen von 7 bis 16 MHz, auch spätere 68000er benutzen den gleichen Befehlssatz wie das Urmodell, so dass Programme ungeändert auf einem 68008, 68010 oder 68020 etc. funktionierten. Der i8088A bzw. i80C88A kam als abgespeckte i8086 Version auf dem Markt und verfügte nur über einen 8 bit breiten externen Datenbus, was die Kosten für das Motherboard und den Prozessor deutlich drückte. Viele Chiphersteller entwickelten Nachbauten, u.a. NEC, AMD, Siemens und Harris. Der 8088 ist vollständig kompatibel zum 8086, bei reduzierter Leistung. Hayes stellt das Micromodem 100 mit maximaler Datenübertragungsrate von 300bps, für 399 Dollar. „VisiCalc“ und V Compuserve wird gegründet. Digital Research gibt die Version 2.0 von CP/M frei, kurz darauf folgte die meistverkaufte Version 2.2. IBM stellt ein erstes 8“-Winchester Laufwerk vor. Eine Festplatte mit fünf MByte Speicherkapazität zum Preis von mehr als 5000 €. Atari bringt einen Münzautomaten mit dem Spiel 'Asteroids' heraus. Turner Whitted beschreibt das Raytracing-Verfahren mit Reflexion und Transparenz, auf dem bis heute die meisten fotorealistischen Renderer beruhen. Im 7er BMW gibt es erstmalig eine digitalisierte Steuerung von Benzineinspritzung und Zündung. In Düsseldorf wird als unabhängiges kommunales Kulturinstitut das „Filminstitut der Landeshauptstadt Düsseldorf“ gegründet. Film erfährt damit in der Stadt seine Anerkennung als gleichrangige Kunstform neben den anderen Künsten. Tim Berners-Lee schreibt das Programm ENQUIRE, es läuft unter SINTRA-III auf einer Norsk Data Maschine. Es ist eines der ersten Programme das mit einer Art Hypertext arbeitet. Er wird 1990 auch das World Wide Web „erfinden“. Bob Metcalf gründet 3Com (Computer, Communication, Compatibility) zur kommerziellen Verwertung des Ethernets. („Es reicht nicht, eine Technology zu erfinden, man muss sie auch verkaufen“.) Die ersten Anwendungsprogramme erscheinen (WordStar, VisiCalc). Am 1. Januar diesen Jahres wird von der damaligen Deutschen Bundespost der Telefax-Verkehr eröffnet. Wordstar wird zum meisten raubkopierten, aber auch am erfolgreichsten verkauften Textverabeitungsprogramm. Aber auch Lotus 1-2-3 und Visicalc sind große Softwareknüller für den professionellen Anwender. Der erste Online-Datenbankservice nimmt unter dem Namen „The Source“ auf, noch vor Compuserve. BKG 9.8, ein Softwareprogramm, wird Backgammon-Weltmeister. |
| 1980 | Sinclair baut mit seinem ZX 80 den ersten Millionseller. Mit einem Kilobyte RAM. Der VC 20 von Commodore schlägt den ZX 80/ZX 81 gleich um Längen und wird über eine Millionenmal weltweit verkauft. Der Apple III wird vorgestellt. Der Telexdienst wird aufgenommen. Tim Berners-Lee schreibt das Internetprogramm Enquire. Mit diesem Linksystem kann er sich über ein Wort von Textstelle zu Textstelle bewegen. Das ist das, was wir heute im Internet ständig tun. Die Deutsche Bundespost beginnt mit Feldversuchen für BTX. Der Regelbetrieb beginnt 1982. Geplant war er jedoch schon für 1978, ein Jahr nach der offiziellen Vorstellung. Allerdings konnte IBM seinen Projektplan nicht einhalten, und soll deswegen 30 Mill. DM Schadensersatz gezahlt haben. Gründung des reinen Nachrichtensenders „CNN“. Namco verkauft die ersten Münzautomaten mit dem Spiel Pac-Man. Atari bringt die Panzer-Simulation 'Battlezone' heraus, eines der ersten 3D-Spiele, wenn auch mit Liniengrafik. Die US-Armee ordert eine Spezialversion. Microsoft und IBM schließen ihr folgenschweres Abkommen zum Vertrieb von MS-DOS mit den IBM-PC's. Folgenschwer deswegen, weil IBM in falscher Einschätzung der Absatzzahlen des IBM-PC einem Lizenzmodell zustimmt, bei welchem Microsoft an jedem verkauften PC verdient. Bisher war es üblich die Nutzungsrecht pauschal zu verkaufen. Die Geldmaschine für Bill Gates kann anlaufen und macht ihn später zum reichsten Mann der Welt. In Berlin gibt es den ersten Telefonverkehr über Glasfaser. Die Firma Software Plus bringt ein Datenbankprogramm mit dem Namen Vulcan heraus. Später wird die Firma in Ashton Tate umbenannt und Vulcan wird zu dBase umbenannt, welches das berühmteste Programm der Welt sein wird. Roboter werden zunehmend in der Industrie eingesetzt, der Einbruch bei den Arbeitsplätzen nimmt seinen Lauf. |
| 1981 | Der Industriestandard IBM PC mit einem 80/88 Prozessor und einer Taktfrequenz von 4,77 MHz, 64 KB RAM, Monochrombildschirm und einem Diskettenlaufwerk bringt die noch heute anhaltende Computereuphorie und Computerlawine in Gang. Noch 1977 sah DEC-Chef Kenneth Olsen „keinen Grund für private Computer“. IBM wählt Microsofts DOS1.1 als Betriebssystem aus. Die erste Computermaus wird von Mouse System entwickelt. Sie kostete mehr als 250 €. Nachdem im Januar Microsoft bereits die Vertriebsrechte am 86-DOS von Seattle Computer Products gekauft hatte, kauft Microsoft nun alle Rechte daran für nur US$50.000,- auf. Nachdem zunächst von einer exklusiven Lizenz in den Verhandlungen die Rede war, hat Bill Gates im endgültigen Vertragstext noch handschriftlich daraus einen Erwerb der Eigentumsrechte gemacht. Da Seattle Computer Products dringend Geld brauchte, und Microsoft ihnen zusagte, kostenlos die weiteren Versionen von 86-DOS (bzw. eben MS-DOS) zur Verfügung zu stellen, schlägt Seattle Computer Products (namentlich Rod Brock) ein fünfmal höheres Angebot von Eddie Curry aus, der für seinen neuen Arbeitgeber LifeBoat ein CP/M Betriebssystem beschaffen soll. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass der Microsofts Kunde IBM ist, allerdings ging man bei Seattle Computer Products nur von geringen Verkaufszahlen des IBM-PC aus. Im Winter 1986 kommt es zu einem Prozess zwischen Seattle Computer Products und Microsoft um die Lizenz die Seattle Computer Products im Rahmen des Vertrages bekommen hat. Rod Brock will diese kostenlose Vertriebslizenz (die einzige die es für MS-DOS noch gibt) meistbietend verkaufen, hat vorher aber Microsoft angeboten, diese selbst zurück zu kaufen. Microsoft sagt jedoch, dass diese Gratislizenz nicht übertragbar sei. Noch während des Prozesses einigen sich die beiden Parteien; Microsoft kauft die Lizenz für US$925.000,- zurück. Wäre die Lizenz als übertragbar anerkannt worden, wird der Wert von Seattle Computer Products auf ca. US$20 Mill. geschätzt. Abspaltung des Military Network. Die Verbindung wurde als DARPA-Internet bezeichnet, was zu "Internet" wurde. Andere dezentrale öffentliche Netzwerke: UUCP, Usenet, CSNET (Computer and Science Network), BITNET (Because it's time network) entstehen. In Sömmerda beginnt die kurze Geschichte der DDR-Personalcomputer. Das ehemalige Büromaschinenwerk wurde binnen kürzester Zeit zum größten Produzenten von Personalcomputern (21.000 PC – 1715) und war der einzige Hersteller eines Nadeldruckers (K6312). Commodore bringt den VC-20 (VC steht für VolksComputer, in den USA heißt das Gerät VIC-20 für den eingebauten Video Interface Controller) für rd. 500€ raus. Obwohl er nur rd. 3.5kb nutzbaren Speicher hat (erweiterbar auf 32kb), verkauft er sich rd. 2.000.000-mal. Es ist der erste CBM-Rechner der Soundausgabe und Farbgrafik hat. Mit der Veröffentlichung des VC-20 splittet Commodore sich in zwei Bereiche; Heimcomputer wie VC-20 und später C-64, deren Entwicklung in den USA bleibt, und Bürocomputer wie die CBM-Reihe, die in Braunschweig in Deutschland entwickelt werden, weil hier der größte Markt für die CBM Profi-Linie ist. Osborne 1 ist der erste portable Computer und wog allerdings ca. 20 kg und war schon mit einer Textverarbeitung und einer Tabellenkalkulation ausgestattet. Ein anderer mobiler Computer war der Grid PC, der im Space Shuttle Columbia mitgenommen wurde. Trotz aller Werbekampagnen und trotz des zunächst besseren Computers bei Apple wird IBM zum Marktführer in der Computerbranche. TIMEX und Clive Sinclair vermarkten noch einen Computer, der weniger als 100 Dollar kosten soll. |
| 1982 | Für anfänglich 1000 € bekommt man den meistverkauften Computer der Welt: Commodore C64. Er wird der Heimcomputer schlechthin. Eine Alternative war der viel preisgünstigere englische Computer "Sinclair ZX Spectrum", der voll farbfähig einen Fernseher ansteuerte. Sir Clive Sinclair fing schon 1962 mit einer Elektronik-Firma an und stellte später einen ersten Taschenrechner vor. Der Kultfilm "Tron" wird hauptsächlich durch einen Computer hergestellt. Seine Handlung spielt auch in einem solchen. Zusätzlich werden Realaufnahmen in passendem, computerartigen Stil per Hand nachbearbeitet. Motorräder, 'Interceptors' und Flugschiffe stammen aus dem Rechner, ebenso die meisten Hintergründe der Computerwelt. Die Software für das Rendern der 'Light Cycles' war ursprünglich dazu gedacht, radioaktive Strahlung zu untersuchen. Time Magazine ernennt den Computer zum "Man of the Year". Die so genannten Akustikkoppler, eigentlich die Vorläufer des Modems, kommen in Deutschland auf den Markt. Eine maximale Übertragungsrate von 300 Bps ist damit möglich. Das sind 30 Zeichen pro Sekunde. Erstmals ist bei IBM Sprache digital speicherbar. Die Protokollfamilie TCP/IP löst das bis dahin beim ARPANET verwendete NCP (Network Control Protokoll) ab. The Wrath of Khan' (Effekte: ILM). Mit der Explosion des 'Genesis-Projekts' ist erstmals ein Partikelsystem auf der Leinwand zu sehen. Die Deutsche Bundespost beginnt mit dem Auf- und Ausbau des Deutschen Kabelnetzes. |
| 1983 | In England wird die Entwicklung des CPC von Amstrad (Alan M. Sugar TRADing) eingeleitet. Es sollten alle Fehler der Computer dieser Zeit ausgemerzt werden was auch gelang. Für einen Preis ein komplettes System; Massenspeicher, Stereo Sound, starkes Basic, ein Bildschirm und das ganze kompakt. Aber die Entwicklung blieb nicht stehen. Der CPC wurde in Deutschland ab 1984 von Schneider vertrieben und wurde 1985 Computer des Jahres. Der IBM XT wird erstmals mit einer 10MB- Festplatte ausgestattet und kostet stolze 5000 Dollar. Auch wird das Design für das PC Motherboard verändert, so dass es nun mit 256 Kilobyte Arbeitsspeicher ausgestattet werden konnte. Viele Firmen wollen auf diesen Markt springen und produzieren einen Flop nach dem anderen, so Apples Lisa mit einem 32 Bit Prozessor, einer grafischen Oberfläche und Maus wird sie zur Oma aller intuitiven Betriebssysteme, IBMs PCjr und HPs HP 150. Die ersten XT-Nachbauten kommen aus Taiwan. Das Bildschirmtext-System „BTX“ der Deutschen Post wird nun endgültig gestartet. Gleichzeitig gibt es auch einen Versuch mit analoger Bildschirmtelefonie mit nur 28 Teilnehmern. Apples Marktanteile sinken in Deutschland von 18% im letzten Jahr auf 11%. Borland International stellt Turbo Pascal für CP/M 80, CP/M 86, PC-DOS und MS-DOS vor. Microsoft kündigt als Reaktion auf Apples LISA Windows an. John Sculley, zuvor Präsident von Pepsi-Cola USA, wird neuer CEO bei Apple. John Postel entwickelt an der University of Southern California die Struktur des Internet-Domänen-Systems. Nur damit lassen sich die weltweiten Netzanfragen sicher auf die richtigen Server lenken. Der erste Domainname lautet später und zwar am 15.3.1985: „symbolics.com". Breitbandverteilung (Kabelanschluss) wird Massendienst. Der militärische Teil des ARPA-Net spaltet sich als Milnet ab. Hewlett und Packard stellt einen Laserjet für 10000 Mark (5000 €) vor und lässt mit dem Thinkjet die Tintenstrahltechnologie einläuten. Der HP Deskjet 500 wird ca. 6,5 Millionen Mal verkauft. Der erste Computervirus ist von Fred Cohen (eine Doktorarbeit) entwickelt worden. Cohen präsentierte am 10. November an der University Southern California im Rahmen eines Projektes zur Computersicherheit den Virus, dessen generelle Bezeichnung an sich Len Adleman ausdachte. Der elektronische Schädling funktionierte schon damals wie ein Virus, der einen Menschen befällt: Er zerstört und verbreitet sich rasend schnell weiter. Es ist ein Programm, das andere Programme verändert, indem es sich in das Programm einbaut. Der erste Virus arbeitete noch auf einem Unix-System und legte damit den Grundstein für eine weltweite Massenepidemie. Diese Arbeit bleibt bis zur Veröffentlichung im Folgejahr jedoch ohne Folgen. Bjarne Stroustrup entwickelt C++ (AT&T Bell Labs). Commodore verkauft den 1.000.000 VIC-20. Das Time Magazin kürt den Computer zum „Mann des Jahres". Commodore senkt den Preis für den C64 auf US$400. RadioShack stellt seinen Laptop TRS-80 Modell 100 vor. Seine Software die incl. ist und das eingebaute Modem machen ihn besonders für Journalisten und Geschäftsleute interessant. Er hat eine 80c85 CPU, und läuft mit vier AA-Batterien 20 Stunden, Preis mit 24kb RAM US$1000. Die erste Ausgabe der der heute noch existierenden Zeitschrift c't erscheint. Richard Stallman gründet das heute noch geltende und angewandte GNU-Projekt mit dem Ziel, ein freies Betriebssystem zu erschaffen. Das amerikanische Nachrichtenmagazin Time ernennt den Computer zur Maschine des Jahres, der Mann des Jahres fällt in diesem Jahr aus. Ibm stellt den ersten Plasmabildschirm vor. Damit öffnet sich die Entwicklung zu den ersten netzunabhängigen Laptops. |
| 1984 | IBM stellt den AT (80286) mit immerhin 12 MHz als gravierende Innovationsstufe vor. Die Rechner werden netzwerkfähig gemacht. Die Telekom, damals noch Deutsche Bundespost, beginnt ihre Vermittlungsstellen zu digitalisieren. Ein Prozess, der bis 1996 dauerte! Einführung des Kabelfernsehens. Nachdem Apples LISA nicht den gewünschten Erfolg brachte, wird das gleiche Konzept in Form des Apple Macintosh zu einem Viertel des Preises vorgestellt (2495 Dollar). Dieser Rechner hat einen 10-Zoll Monitor und kostet 4000 €. Sony und Philips führen die CD-ROM ein. Für einen Akustikkoppler muss der DFÜ-Freak der ersten Stunde (bei 300 Baud) bis zu 200 € bezahlen. Aber auch ein 2400-Baud-Modem wird auf der Comdex präsentiert. Der 68020 wird der erste 32-Bit Prozessor der Marke Motorola, mit 190.000 Transistorfunktionen, einem maximalen Adressbereich von 4 Gigabyte, Pipelined Architektur bei nur 1.75 Watt Verbrauch. Im Gegensatz zum IBM PC wurde das graphische Konzept konsequent durchgesetzt, den Programmierern wurden enge Vorgaben gemacht und Drittherstellern der Zugang verwehrt. Ridley Scott hieß der Regisseur, der den legendären 60 Sekunden Apple Macintosh Spot drehte, der am 22. Januar während der Pause des dritten Viertels des amerikanischen Super Bowl von Apple ausgestrahlt wurde. Die Leistungsdaten waren richtungweisend: 8 MHz MC68000 Prozessor, 128 Kilobyte RAM, 64 Kilobyte ROM, 3.5" Diskettenlaufwerk, integriertem Netzwerk, 512x342 Punkte Grafik für den integrierten Monitor. Größe: 25x25x35 cm2, sehr kompakt und nicht erweiterbar. Hewlett Packard stellt den HP LaserJet vor und läutet den Siegeszug der 300 dpi Laserdrucker ein. Der IBM AT mit i80286 Prozessor, 20 MB Festplatte und 256 Kilobyte Arbeitsspeicher wurde mit Xenix oder PC-DOS in der Version 3.0 ausgeliefert. Der Unterhaltungselektronik-Hersteller Schneider stellt in Zusammenarbeit mit dem englischen Schwesterkonzern Amstrad den Preisbrecher CPC-464 vor. Für 450.- € bekam der Neukunde ein auf dem Z80 basierenden mit 4 MHz getakteten Computer, 64 Kilobyte RAM, eingebauter Datasette (1000 oder 2000 baud), leistungsfähigem Lokomotive Basic mit Fenstertechnik, Grafik 600x200, maximal 27 Farben, erweiterbar mit einem 3"-Diskettenlaufwerk zu einem vollwertigen CP/M System. Mit den bei IBM noch so genannten Fertigungssystemen (Fertigungsmaschinen) beginnt das Zeitalter der computergesteuerten Roboter. Rettet das „Metropol“! Eine Bürgerinitiative sammelt mehr als 20.000 Stimmen, um die Umwandlung des in der Bonner Innenstadt gelegenen „Metropol“ -Kinos in eine Ladenpassage zu verhindern. Die Folge: das architektonisch herausragende Filmtheater mit seinem riesigen, weit ausschwingenden Balkon und seiner prächtigen Kuppel wird vom Minister für Stadt- und Landesentwicklung unter Denkmalschutz gestellt: Ein Novum in Deutschland. Am 26. Januar 1929 flimmerten in Bonn die ersten Bilder über die Leinwand, in Deutschlands damals modernstem Kino. Das Metropol ist heute das älteste bestehende Kino im Land. Sinclair veröffentlicht den QL (Quantum Leap = Quantensprung). Einen 16 Bit Rechner mit integrierten Micro Drives (auch rennende Schnürsenkel genannt!). Leider kein Erfolg, da er keine graphische Oberfläche hatte, sehr langsam war und die Datenträger schnell kaputt gingen. Die Audio-CD macht inzwischen mehr als 50% aller Tonträger aus. Tom Jennings startet das FIDO als erstes Mailboxnetz, in welchem man die Nachrichten Paketweise abholt um sie dann offline zu lesen, Namensgeber ist ein Hund. Werner Zorn, Informatiker an der UNI-Karlsruhe schreibt die erste deutsche Internet-eMail. Es war seine Antwort auf die Begrüßungsmail des amerikanischen Csnet, mit dem Deutschland als 4. Empfängernation für Internet-Emails begrüßt wurde. Je nach Sichtweise gilt der 2. August als Geburtstag des Internets. Ein anderer Geburtstag kann aber auch der 5. November 1986. MS-Word 1.0 erscheint (17 Monate nach der ersten Ankündigung!). Das Land Baden-Württemberg bestellt für Forschungszwecke einen der berühmten Cray-Superrechner. Sie gelten als die schnellsten „Zahlenfresser“ (Numbercruncher) und werden vornehmlich in der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Meteorologie und Software-Entwicklung eingesetzt. |
| 1985 | Der NEC P5 mit 24 Nadeln kostet noch 2500 € und bringt auch den Druckermarkt ins Rollen. Mit der Einführung des C-Netzes beginnt die Ära der mobilen Kommunikation im Auto. Es gibt aber auch schon Handys, die noch drei Kilo wiegen und deren Batterie schon nach einer knappen Stunde leer ist. MS-Windows erscheint in der Version 1.0. Damit wird erstmals auch bei Microsoft die grafische Benutzeroberfläche, die Mac und Amiga schon lange haben, eingesetzt. Der 80386 PC war in der Entwicklung und im Oktober 1985, ein Jahr nach Motorolas 68020 stellt Intel den 80386 vor. Einen echten 32bitter mit 275.000 Transistorfunktionen in CMOS Technologie entwickelte Intel. Dieser Hauptprozessor enthält einen weiteren Modus, den so genannten „Virtual Real Mode“ indem der 386er mehrere 8086 emuliert und parallel arbeiten lässt. Erste Versionen des 16 MHz 386er hatten Probleme mit der CPU-Clock, so dass diese Versionen auf 12 MHz herunter getaktet wurden. Später folgten 20, 25 und 33 MHz Varianten. Kam der 286er noch mit 68 Pins (Anschlussbeinchen) aus, benötigt der 386er bereits 132 Pins um mit seiner Außenwelt zu kommunizieren. Diverse Busstandards: PS/2 und Microchannel konnten sich nicht durchsetzen. Die erste Stufe eines Multimediarechners wird in Form des Amiga 1000 angeboten. Seine damalige Grafikleistung ist enorm. Alexei Paschitnow erfindet das Spiel Tetris. 'Young Sherlock Holmes' (Effekte: Pixar). Sherlock kämpft mit einer computeranimierten Gestalt, die einem Buntglasfenster entspringt. Cray-2, der Nachfolger des Cray-1 überwindet als erster die Giga-Flop-Grenze und hat schon einen Speicher von 256 MByte. Eine Besonderheit ist nunmehr die Vernetzungsfähigkeit mit weiteren Crays. Nach zähen Verhandlungen zwischen Atari und Commodore bekommt Commodore den Zuschlag und kauft Amiga auf. Tramiel muss sich bei Atari mit einem eigenen 16 Bit Computer durchschlagen und stampft mit Hilfe von Shivji Shivaz (Vater des C64) die ST Reihe in nur 6 Monaten aus dem Boden. Nintendo bringt Super Mario Bros. heraus, das zweite große Projekt vom Starentwickler Shigeru Miyamoto dem man nachsagt, er würde im Geiste in den von ihm entworfenen Spielewelten leben. Er ist der wichtigste Entwickler bei Nintendo. U. a. hat er an folgenden Hits mitgearbeitet: Wonder Boy 1-3, Montezuma, Montezuma's Revenge, Alex Kidd, Bubble Bobble, Rainbow Islands und New Zealand Story. Ferner hat er die Entwicklung der Zelda-Reihe geleitet. In der DDR erscheint der Homecomputer KC85/2 des VEB Mikroelektronik Wilhelm Pieck in Mühlhausen. Es ist der Nachfolger des KC85/1 (vormals HC 900). Er hat 32 KByte RAM, 4 KByte ROM, der U880 hat 1.75 MHz. Optional gibt es eine Speichererweiterung von 1KByte und eine Druckerschnittstelle. Erstmals werden in Fertigungsstraßen Computer durch Computer und Roboter produziert. |
| 1986 | Die PCs werden von den ersten Viren befallen. NEC stellt erstmals einen Multisynchronmonitor vor, der sich automatisch auf die Zeilenfrequenz unterschiedlicher Grafikkarten einstellen kann. Der pakistanische „Brain“ gilt als erster DOS-Virus. Die Bundespost gibt das immer noch analoge C-Netz frei. Es handelt sich bei den Geräten schon um Vorformen von Handys, die aber immerhin noch 700 g wiegen und mehr als 3000 € kosteten. Gründung des National Science Foundation Network (NSFNET), das die amerikanischen Netze durch fünf Rechenzentren verband. Aufteilung in sechs Internet-Domainen: gov: Regierungsstellen, mil: militärische Institutionen, edu: Universitäten, net: Netzwerk-Institutionen, org: nichtkommerzielle Institutionen, com: kommerzielle Institutionen. Steve Jobs und Edwin Catmull verwandeln die Computergrafik-Abteilung Pixar von Lucasfilm zur eigenständigen Firma, gleichzeitig Animationsstudio und Softwarehersteller (RenderMan). Mit der Pixar-Produktion über die Schreibtischlampe 'Luxo Jr.' unter Leitung von John Lasseter wird zum ersten Mal eine vollständig computergenerierte 3D-Animation für einen Oscar nominiert. Der Dieselmotor bekommt nun auch eine elektronische Einspritzung (EDC). IBM's Tangora 4 erkennt statistische Strukturen in Echtzeit. Der deutsche Computerpionier Heinz Nixdorf stirbt mit 61 Jahren in Hannover. Der Robotron A7100 erscheint. Er basiert auf dem zum Intel 8086 kompatiblen K1810WM86 aus Russland. Dieser ist mit 4,915 MHz getaktet, hat eine CGA-Grafik und 896 KByte RAM, damit dürfte er einer der erste 16-Bit Rechner der DDR gewesen sein. Bei der Iana (Internet Assigned Numbers Authority, der Vorgängerorganisation der ICANN) wird die Top-Level-Domain .de erstmals in die Rootserver des Internets eingetragen. 1994 gab es rd. 1000 .de Domains, im Frühjahr 1999 waren es ca. 500.000, danach gab es einen sehr starken Anstieg. Ende 2001 steigt die Zahl der Anmeldungen pro Minute um zwei Einträge. Damit ist die .de Domain die zahlenmäßig größte der Welt. Je nach Auslegung wird dieser Tag damit auch als Geburtstag des Internets in Deutschland genannt. Eine andere Interpretation lässt den 1. September 1984 zu. Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg, Dipl.-Ing. Bernhard Grill und Dipl.-Ing. Harald Popp vom Fraunhofer-Institut beginnen mit der Grundlagenforschung zur Komprimierung von Audiodaten. Daraus geht 1988 MPEG und 1994 MP3 hervor. Im Jahr 2000 erhalten sie für diese Arbeit den Deutschen Zukunftspreis. Nach der Trennung Schneider's von Amstrad bringt Schneider den EuroPC heraus, einen sehr einfachen, als Homecomputer aufgemachten PC, sowie den Tower AT, eine Desktop ähnlicher Kasten, der in geringem Umfang modulartig erweitert werden kann (z. B. mit einer Floppy die die gleichen Abmessungen hat wie der eigentliche Rechner). Bei den Rechnern ist Microsoft Works im Lieferumfang, was die Rechner ziemlich erfolgreich macht. Die USA verabschieden das Computer Fraud and Abuse Act (Gesetz gegen Computerbetrug und Missbrauch). Es greift jedoch nicht bei Jugendlichen. Phillip W. Katz hat am Küchentisch seiner Mutter die Idee zu dem Packprogramm PKArc. Es ist eine in Assembler geschriebene schnellere Version des Packers Arc von Thom Henderson. Es wird bald in PKZip umbenannt und ein kommerzieller Erfolg. Es kommt 1987 zum Rechtsstreit zwischen Henderson und Katz, den Henderson gewinnt, er wird jedoch aus der FIDO-Gemeinde ausgeschlossen. In der DDR wird der Videospielautomat Polyplay vorgestellt. Im Gegensatz zur TV-Konsole BSS 01 handelt es sich um ein Gerät für öffentliche Räume, es bleibt jedoch ebenso wie das BSS 01 eine Einmalserie. Hergestellt wird es vom VEB Polytechnik Karl Marx Stadt (daher der Name). Für 50 Ost-Pfennige kann man unter acht Spielen wählen, u.a. Hase und Wolf (die DDR Version von PacMan), Schießbude, Autorennen, Schmetterlingfangen (mit Pitiplatsch) oder ein Spiel, bei dem man sich vom Computer vorgegebene Tonfolgen merken musste. Die Geräte, von denen rd. 1000 Stück zu einem Preis von je. 35.000,- Mark produziert wurden, fanden sich in erster Linie in FDGB Freizeitheimen, und ähnlichen staatlichen Einrichtungen. Auch bei diesem System wird deutlich, dass sich die DDR von den Ballerspielen des Westens abheben will. Diese Spiele werden in den Medien immer fleißig als imperialistisch kritisiert. In Bielefelds Kulturzentrum „Bunker Ulmenwall“ beginnt das monatliche Treffen „public domain“ als Forum zum Austausch frei kopierbarer Software. Der erste MS-DOS Virus taucht auf (Pakistani-, Ashar- oder Brain-Virus). Er wurde von zwei pakistanischen Software-Händlern geschrieben, die diesen Virus mit Ihren Raubkopien (die damals noch legal waren) verkauften. Steve Jobs kauft für 10 Millionen US$ die Computergrafik-Sparte von Lucas Film und nennt sie Pixar. Im Laufe der Jahre revolutioniert Pixar den Markt für Animationsfilme. 2006 verkauft Jobs Pixar durch Aktientausch von 7,4 Milliarden US$ an Disney. |
| 1987 | Die CD-ROM wird entwickelt. AMD bricht Intels Monopol bei PC und Microsoft stellt Windows/386 vor. Ein Modem mit 1200 bps kostet 1050 €. Erstmalig werden EGA-Karten vorgestellt, die ein sauberes Bild ergeben und die hässlichen Lücken im CGA-Modus aussparen. Die erste Soundkarte wird von AdLib vorgestellt und kostet 254 $. Microsoft verkauft seine 500.000 Maus und bringt MS-DOS in der Version 3.3 heraus. SHARP bringt als Erster einen TFT-Bildschirm heraus. Das Internet feiert seinen 10.000sten Nutzer. Der erste DAT- (Digital Audio) Recorder wird von SONY vorgestellt. Auch der Laserdrucker beginnt seinen Siegeszug. |
| 1988 | Apple Gründer Steve Jobs entwickelt den Nextrechner (Next Cube), der alle PCs um Längen schlagen soll. Inzwischen gibt es auf der Welt 21 Millionen PCs. HP stellt einen ersten Tintenstrahldrucker vor. Er kostet 1400 €! Nicht Postzugelassene Modems (bei 2400 Baud) kosten 400 €. In München gründet sich die erste MultilinE-Mailbox in Europa. Sie kann zwischen 300 und 9600 Baud angesprochen werden. Mit Microsofts MS-DOS 4.0 werden erstmalig RAM-Speicher-Grenzen gesprengt und auf einer Festplatte lassen sich Partitionen anlegen, die größer als 32 MByte groß sind. Nachdem alle Clonehersteller für die Prozessoren von Intel zu viele Konkurrenz boten, führte Intel die größte Werbkampagne ein: Intel inside. In Deutschland wird ISDN eingeführt, zunächst mit dem nationalen 1TR6-Standard. Die Telekom benutzt für das C-Mobilfunknetz ab März erstmals Chipkarten als Zugangskontrolle. Ende 1988 wird der Funkrufdienst Cityruf eingeführt. Der "Internet Relay Chat" wird eingeführt, eine Art Online-Schwatz. Chuck Forsberg entwickelt das Dateitransfer-Protokoll Zmodem. 'Tin Toy' (Pixar): Oscar für 'Best Short Film-Animated'. 'Who Framed Roger Rabbit' (Effekte: ILM): Oscar für 'Visual Effects'. Zeichentrickfiguren spielen glaubwürdig neben menschlichen Darstellern. Das Kabelfernsehen wird von der 300-MHz-Technik auf 450 MHz aufgerüstet. Damit erweitert sich das Programmangebot um den Hyperbandbereich. Die erste Spracherkennungssoftware für den PC wird durch die Firma Dragon vorgestellt. Der 23 jährige Doktorand an der Cornell University, Robert Morris Jr. schreibt den ersten E-Mail Virus (Wurm), der sich selber verbreitet, und damit rd. 6000 Server des Internet lahm legt. Morris fliegt daraufhin von der UNI und wird zu drei Jahren auf Bewährung und 10.000 US$ Strafe verurteilt. IBM bringt sein eigenes Betriebssystem OS/2, allerdings noch mit Unterstützung von Microsoft, heraus. Im Zentralcomputer der Universität Jerusalem macht sich der erste Computer-Virus breit. Am Stichtag 13. Mai sollen alle Systeme lahm gelegt sein. |
| 1989 | Die berühmte AIDS-Diskette wird unverlangt verteilt. Bei Aufruf des Programms wird man zu sofortiger Zahlung aufgefordert oder die Festplatte wird gelöscht. Auch der Datacrime-Virus macht Furore. Am 10. April wird der 486er von Intel vorgestellt. Er vereint auf seinem Chip über eine Millionen (1180235) Transistoren. Die Pressemeldung lautet: "Ein Superchip, der in die Leistungsklasse von Mainframes vordringt. IBM verlangt für sein PS/2-Modell 70 486 stolze 33453 Mark. Das Funktelefon "Pocky", das erste mobile Handtelefon der Telekom und die ISDN-Technik kommen erstmals auf den Markt. Tim Berners Lee stellt dem CERN-Institut in Genf das WWW-Projekt vor. Es wird das formale Ende des ARPA-Netzes erklärt. Eröffnung des ersten ISDN-Teilnetzes mit 8 Ortsnetzen. Das erste Glasfaser-Seekabel wird im Atlantik versenkt und erhöht die verfügbare Übertragungskapazität drastisch. Tim Berners-Lee schlägt ein Verfahren vor, wie Wissenschaftler ihre Veröffentlichungen über das Internet zugänglich machen könnten - eine Vorstufe zum World Wide Web. Die ITU standardisiert Fehlerkorrektur und Kompression für Modems als V.42bis und übernimmt dabei Teile des MNP-Verfahrens. 'The Abyss' (Effekte: ILM): Oscar für 'Visual Effects'. Eine Tauchstation erhält Besuch von einem durchsichtigen Wassertentakel. Regisseur Jarnes Carneron legt das Drehbuch sicherheitshalber so an, dass er die Sequenz bei technischen Problemen ohne weiteren Verlust streichen kann. Erstes serienreifes Auto-Navigationssystem (Travelpilot) von Bosch/Blaupunkt. Ein indonesischer Programmierer veröffentlicht die erste Anti-Viren-Software. Der erste Fall von Computer-Spionage macht weltweit Schlagzeilen. Von Hannover aus spioniert eine Gruppe von Hackern die dem Chaos Computer Club lose verbunden ist div. Rechnersysteme aus, und verkauft das Material an den KGB. (Siehe dazu Clifford Stoll (Kuckucksei) und der Film „23“ von Hans-Christian Schmid). Den US-Behörden geht ein Hacker ins Netz, der sich selbst "The Mentor" nennt. Dieser veröffentlicht eine inzwischen unter der Bezeichnung „Hacker-Manifest“ bekannte Abhandlung. Die Selbstverteidigungserklärung beginnt mit den Worten: „Mein Verbrechen ist die Neugier... Ich bin Hacker, und dies ist mein Manifest. Sie können ein Individuum stoppen, aber nicht uns alle.“ Richard Stallman schreibt die erste Version der GNU General Public License. |
| 1990 | Dieses Jahr ist das Jahr der Verluste, Pleiten und Fusionen. Siemens kauft Nixdorf, Philips entlässt 45000 EDV-Mitarbeiter, IBM erlebt einen großen Gewinneinbruch und Novell und Lotus wollen fusionieren. Die ehemalige DDR-Firma Robotron arbeitet mit Siemens zusammen. Creative Labs bringt seine erste Soundblaster-Karte heraus und beendet damit die Vormachtsstellung der Firma AdLib. MS-Windows erscheint in der Version 3.0 und löst nun endlich den Windows-Boom aus. Das Internet beginnt zu laufen, da die Modems (von Hayes, Zyxel oder Worldport) einen großen technischen Vorsprung bieten. Windows 3.0 erscheint und wird ein großer Erfolg. In den USA nimmt der erste kommerzielle Internet-Provider den Dienst auf. Unter Federführung der Bundespost entsteht der Treiber-Standard CAPI 1.1 für ISDN-Karten. James Gosling und Bill Joy entwickeln die Programmiersprache Java. Der HP Deskjet 500 wird ca. 6,5 Millionen Mal verkauft. Der optische Transistor ist Kern des ersten optischen Computers der Bell Laboratories. Nach 21 Betriebsjahren wird das Arpanet abgeschaltet. Aus ihm war das Internet hervorgegangen. Der Militärische Bereich, für den es ursprünglich gedacht war, wurde in der Zwischenzeit längst ins MILNET ausgelagert. Robotron bringt als letzten Rechner den EC1835 heraus, einen AT-kompatiblen 16-Bit Rechner. Er verfügt über einen Coprozessorsockel, max. 8MB RAM, und max. 42MB Festplatte. Außerdem können normale PC-Steckkarten eingebaut werden. Ferner erscheint der Intel 386 basierende EC1835 Turbo. Hierfür liefert Robotron nun auch Original MS-DOS 4.01 und MS-OS/2. Der Game Boy kommt in Deutschland in den Handel. |
| 1991 | Die deutsche Telekom startet das D1-Netz. Das Thema ISDN wird in Frage gestellt: Fluch oder Segen der Technik? IBM, Apple und Motorola verbünden sich gegen Microsoft und INTEL. AMD baut seinen ersten eigenen Prozessorclone, die Vorherrschaft von INTEL beginnt zu bröckeln. Hayes bringt das erste Modem mit 9600 bps und Postzulassung heraus. Man glaubte damit die technische Grenze des analogen Telefonnetzes erreicht zu haben. Für das Gerät waren 3135 Mark zu zahlen. Der 80486 mit integriertem Coprozessor löst die Welle der Highspeed Prozessoren aus. Das Internet wird für die kommerzielle Nutzung freigegeben. Microsofts neue Windows-Version 3.1 wird ein großer Erfolg. Die Wege von Microsoft und IBM trennen sich: IBM entwickelt OS/2 weiter, Microsoft bringt Windows NT heraus. 'Terminator 2: Judgement Day' (Effekte: u. a. ILM): Oscar für 'Visual Effects'. Jarnes Cameron setzt nun voll auf Computergrafik: Ein Roboter aus spiegelndem Metall verwandelt sich in eine menschliche Figur - und umgekehrt. Tim Berners-Lee gibt erstmals auf den Rechnern des CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) das WWW zu Versuchszwecken frei. Linus Torvalds beginnt mit 21 Jahren sein Unix-basiertes BS Linux zu schreiben. LINUX ist geboren. Linux steht für eine Mischung aus Linus und UNIX. Den Pinguin als Logo gibt es seit der Version 2.0. Er entstand durch Diskussion in den Newsgroups, Linus steuerte dieser bei, dass er in Australien schon mal von einem Pinguin gebissen worden war, die Tiere aber dennoch möge. Der Pinguin wurde dann vom Grafiker Larry Ewing mit dem eigens dafür geschriebenen Grafikprogramm Gimp erstellt. Seit dem Frühjahr 1996 heißt das Tier Tux, es steht für Torwalds UNIX. Einen kleinen Fehler hat TUX jedoch, Pinguine können gar nicht sitzen, sie würden dann umfallen. Erstmals dürfen ans Netz der Deutschen Bundespost Telefone angeschlossen werden, die nicht direkt von der Post stammen, vorausgesetzt sie haben eine (schwer zu bekommende) FTZ-Nummer. Der Physiker Paul Kunz von der Stanford University stellt die erste Webseite der USA ins Netz. Sie bestand aus drei Textzeilen und zwei Links, war schwarz-weiß und enthielt keine Bilder. Der eine Link führte zur E-Mail-Adresse, der andere zur SPIRES Datenbank für den Teilchenbeschleuniger SLAC, an dem Kunz arbeitete. Creativ Labs bringt die erste Stereo Soundkarte, den Sound Blaster Pro Deluxe, heraus. Nintendo bringt das SuperNES (in Japan Famicom) System heraus. Es basiert auf einer 65C816 CPU mit 3,58 MHz. Advanced Micro Devices (AMD) beginnt den Prozessor-Kampf mit dem AMD 386. Der Linux-Kernel wird am 25. August von dem 21-jährigen finnischen Studenten Linus Benedict Torvalds öffentlich im Usenet angekündigt. Am 17. September folgt die erste öffentliche Version auf einem FTP-Server. Einige Entwickler interessieren sich für das Projekt und steuern Verbesserungen und Erweiterungen bei. Toshiba bringt den ersten Farb-Laptop heraus. |
| 1992 | IBM erstmals in den roten Zahlen. Die Frage nach der Schädlichkeit der Computerarbeit wird gestellt: Strahlenschädigung, Rückenschäden und Abnutzungserscheinungen an den Handgelenken (Repeated Strain Injury) sind die Stichworte. Die CD-ROM wird zur Marktreife gebracht. Mit 50 MHz taktet der 80486 DX2. Die interne Taktverdoppelung lässt von nun an die Taktraten inflationär steigen. Mitarbeiter des europäischen Kernforschungszentrums CERN, unter der Leitung von Tim Berners Lee, entwickeln auf Basis des Internet das heutige World Wide Web (WWW) mit HTTP-Servern und grafisch gestalteten HTML-Seiten. Die Internet-Infrastruktur entsteht in Europa als „European Backbone“. Schon eine Million Rechner sind an das Internet angeschlossen. Vinton Cerf, ein berühmter Internet- Philosoph, prognostiziert das schnelle Wachstum des WWW. „Surfing the Internet", von der Bibliothekarin Armour Polly erstmals so bezeichnet, wird zum weltweiten Verhalten der Nutzer. Silicon Graphics führt die 3 D-Grafik-Programmierschnittstelle OpenGL ein. Die Bundespost hat elf Millionen Kabelkunden. Aufgrund der hohen Investitionen für den Netzausbau macht sie dabei aber mehr als eine halbe Milliarde € Verlust. Es werden erstmals mehr Tintenstrahl-, als Nadeldrucker verkauft. Grace Murray Hopper, »die große Dame der Software« stirbt. Die hohe Marineoffizierin hatte die Programmiersprache COBOL miterfunden, und das Wort „Bug“ (Ein Käfer hatte sich in einem Computerrelais verklemmt) geprägt. Nixdorf wird in Siemens eingegliedert, die Belegschaft schrumpft von 52000 auf 38000. Der Linux-Kernel wird unter der GNU GPL vertrieben und es entstehen die ersten freien Linux-Distributionen. |
| 1993 | Der Intel-Pentium wird vorgestellt. Auch die Computerspiele werden als gesundheitsgefährdend eingestuft und sollen wegen ihrer flackernden Lichteffekte epileptische Anfälle auslösen. Von Windows 3.11 sind 30 Millionen Kopien verkauft worden, inklusive Raubkopien sollen es doppelt so viele gewesen sein. Das CERN in Genf gibt kostenlos die WWW-Technologie frei, damit öffnet sich der Browser-Reigen, zunächst mit Mosaic, vorgestellt von Mark Andreessen (Vorläufer von Netscape) von NCSA. Die ursprünglich von Tim Berners-Lee entwickelte WWW-Browser Software revolutioniert das Internet. Multimedia wird eines der zentralen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen weltweit. 'Jurassic Park' (Effekte: u. a. ILM): Oscar für 'Visual Effects'. Zum ersten Mal soll Computergrafik in großem Stile verborgen bleiben - keine Roboter oder Zeichentrickfiguren sind gefragt, sondern realistische Dinosaurier mit Muskeln unter der zerfurchten Haut. Die Techniker schreiben Software zum virtuellen Bemalen der 3D-Modelle und zur automatischen Animation von Tierherden. Ein Teil der Dinosaurier sind mechanische Modelle, aber selbst Szenen wie der abschließende Kampf zwischen Tyrannosaurus und Velociraptoren entstehen im Rechner. id Software veröffentlicht das als jugendgefährdend eingestufte Spiel Doom. Atari bringt die Spielekonsole Jaguar für zunächst 250 US-$ heraus: 68000-Prozessor, 2 MByte RAM, Stereosound, Echtfarbgrafik mit Hardwareunterstützung für z-Puffer und Texturierung. Einige Spezialchips im Gerät arbeiten schon mit 64 Bit breiten Daten. Erste Ausgabe der Zeitschrift Wired. Kultmagazin unter Internetusern. Erste Online-Bestellung bei Pizza Hut. Das Weiße Haus und die UNO gehen online. Die wahrscheinlich erste Webcam der Welt geht an der Universität Cambridge online. Sie zeigt den Füllstand der Kaffeemaschine des Computer-Labors. Die Anwendung war bereits 1991 von Quentin Stafford Fraser und seine Kollegen entwickelt worden. Zusammen mit zwei Freunden manipuliert der untergetauchte Hacker Kevin Poulsen die Telefonanlagen von Radiostationen, die gerade ein Gewinnspiel veranstalten. Nur noch Poulsens Anrufe kommen durch. Er „gewinnt“ zwei Porsche, mehrere Reisen sowie 20.000 Dollar. Poulsen, der schon wegen verschiedener Einbrüche in die Telefonanlagen von Unternehmen gesucht wird, wandert für fünf Jahre ins Gefängnis. D1 führt als erster Netzbetreiber SMS ein. Marc Andreessen und Eric Bina schreiben zusammen mit Studienkollegen den Browser Mosaic, den ersten grafischen Browser für das World Wide Web von Tim Berners-Lee. Bereits über 100 Entwickler arbeiten am Linux-Kernel. Mit deren Hilfe wird der Kernel an die GNU-Umgebung angepasst, was Linux ein großes Spektrum an Einsatz-Möglichkeiten einbringt. In diesem Jahr beginnen auch die Arbeiten am WINE-Projekt. Außerdem wird die älteste heute noch existierende Linux-Distribution das erste Mal veröffentlicht, Slackware, im selben Jahr folgt noch die Gründung der bis heute größten Community-Distribution Debian. |
| 1994 | Der berühmte Datenhighway ist ein Staugebilde, wird aber weitgehendst populär. Zu viele Leute wollen auf die Infobahn, da die USA das Internet aus der militärischen Kontrolle und Aufsicht entlassen haben. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wird das W3C (World-Wide.Web-Consortium) unter Beteiligung von Steve Jobs gegründet, das die Geschicke des Netzes lenken soll. Erstmalig werden Computerspezialisten und Informatiker arbeitslos. Alle Software oder Hardwareschmieden der Welt, beginnen Prozesse gegen Microsoft. Patentverletzungen (Doublespace), Bedieneroberflächen, (Macintosh) und Kartellklagen sind die Gründe dafür. Dem INTEL-Pentium wird ein interner Rechenfehler nachgewiesen und INTEL gibt mehr als 100 Millionen Dollar für den Rückruf der Prozessoren aus. Thomas Nicley rief beim Intel-Support an und meldete als erster den Rechenfehler. Durch Stümperhaftigkeit des Mitarbeiters wird der Kunde nicht an die Spezialisten weitergeleitet, die den Fehler seit Monaten kennen. Danach bringt der Mathematiker die Sache per Usenet an die Öffentlichkeit. U.S. Robotics liefert das erste V.34-Modem mit sagenhaften 28.800 Bit/s. Im Alter von nur 52 Jahren stirbt Gary Kildall, der Erfinder des Betriebssystems CP/M. Es gibt 32.000.000 Fernsehanschlüsse in Deutschland. 'Forrest Gump' (Effekte: .ILM): Oscar für 'Visual Effects'. Der Hauptdarsteller tritt in historischen Ereignissen und mit historischen Personen auf. Tausend Statisten vor dem Lincoln Memorial in Washington verwandeln sich in eine riesige Friedensdemo. Lieutenant Dan verliert seine Unterschenkel - digital, per Blue Screen. James Cameron und andere gründen das Trickstudio Digital Domain. Der 21-Jährige Marc Andreessen und Jim Clark gründen Mosaic Communications Corp. (später umbenannt in Netscape Communications). Der Browser erobert mit der ersten Version 75% Marktanteil. David Filo und Yerry Yang, zwei Stanford-Doktoranden, beginnen mit der Arbeit an der Suchmaschine Yahoo. Zunächst heißt sie “David and Jerry's Guide to the World Wide Web“. Schon nach kurzer Zeit zählt die Seite100.000 Besucher täglich. Knapp 1000 (946) .de-Domains sind registriert. Die Zahl der kommerziellen Nutzer übersteigt die der wissenschaftlichen Teilnehmer. Die NASA bündelt erstmals normale PC’s zu einem Rechen-Cluster und erzielt damit eine Rechenpower von 70 Mflops. In England wird erstmals ein Virenautor zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt Commodore meldet Insolvenz an. Sämtliche Sitze werden geschlossen, der deutsche Distributor Escom kauft die Reste und lässt nur noch Amiga 1200 bauen, die Entwicklung und der Name Commodore gehen ersatzlos unter. Escom ist dann auch bald pleite (1996), der Name Commodore wandert an Tulip Computer (Niederlande) und wurde dann wieder verkauft an Yeahronimo. Keine Firma kann der Verantwortung des Namens gerecht werden und das schwere, weil erfolgreiche Erbe antreten. Zwischendurch werden Telefone und alles Mögliche unter dem Namen Commodore verkauft. Der Name Amiga ist in Händen von Gateway Computer, aber im Jahre 2000 wird der Name an eine weitere Firma verkauft, die bis heute das Amiga OS pflegt. NEC liefert das erste 4-fach CD-ROM für 1.000 US$ aus. Festplatten erreichen erstmals eine Kapazität von 1 GB. Es dauert noch bis März dieses Jahres, bis Torvalds alle Komponenten im Kernel für ausgereift und vollständig erachtete und Linux in der Version 1.0 veröffentlicht. Der veröffentlichte Kernel ist erstmals netzwerkfähig. Das XFree86-Projekt steuert eine grafische Benutzerschnittstelle (GUI) bei. In diesem Jahr veröffentlichen die Firmen Red Hat und SuSE die Version 1.0 ihrer Linux-Distributionen. |
| 1995 - 1996 |
Die Taktfrequenzen der Prozessoren steigern sich binnen Jahresfrist von schlappen 66 auf 200 MHz. Das alles nur, um Windows 95 den Weg zu bereiten, das im September 95, nach langen und lancierten Vorankündigungen zu einem Käuferansturm in den USA führt. In Europa ist man etwas weniger euphorisch und Windows 95 braucht ein ganzes Jahr, um sich durchzusetzen. Fallende Speicherpreise, fallende Hardwarepreise, bessere Grafikhardware und besonders fallende Softwarepreise beleben den Markt. Der Siegeszug der CD-ROM, gedacht als raubkopiersicheres Programmmedium, verbreitet sich explosionsartig, aber gerade das „Brennen“ (1:1-Kopie einer CD-ROM) wird durch billige Hardware (500 € und weniger) zum Volkssport. Die Telekom verkauft mit ungewöhnlicher Unterstützung (350,- € Gutschrift) fast 1 Million ISDN-Anschlüsse und ebnet dem DFÜ-Boom einen weiteren Weg. Das Thema „Internet" ist das Gespräch des Jahres. Die Telekom, hervorgegangen und abgespalten aus der Deutschen Bundespost, bevorzugt in ihrem BTX-System aber immer noch den so genannten KIT-Standard, weil sie ihn für flexibler als HTML hält. Die Bundesregierung billigt den Entwurf eines Multimediagesetzes, mit dem unter anderem die Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet und Online-Dienste erschwert werden soll. Mit ASTRA 1E startet der erste volldigitale Fernsehsatellit. Neue Programmanbieter, vor allem Pay-TV-Sender schießen aus dem Boden. 'Toy Story' (Pixar): der erste vollständig computergenerierte Film in Spielfilmlänge, Oscar für 'Special Achievement'. 110 Menschen arbeiten viereinhalb Jahre an diesem Projekt. David Filo und Jerry Yang, zwei amerikanische Studenten, veröffentlichen ihre Bookmarksammlung und begründen damit den künftigen Erfolg der Suchmaschine „Yahoo“. Auch Lycos und Altavista erscheinen im Netz. Der Browserkrieg zwischen Netscape und Microsoft beginnt, es erscheint die Version 1.0 des IE, nachdem Bill Gates das Internet zunächst verschlafen hatte. Jeff Bezos gründet Amazon.com. Pierre Omidyar gründet die Online-Auktionsplattform eBay. Elektronisches Stabilitätsprogramm für eine kontrollierte Steuerung im Mercedes S600 Coupé. Im März erscheint der nächste stabile Zweig, die 1.2-Reihe. Im weiteren Laufe des Jahres wird Linux auf die Plattformen DEC und auf Sun SPARC portiert. Im Laufe der Jahre folgen immer mehr Portierungen auf unterschiedlichste Plattformen. Die erste DVD kommt auf den Markt. |
| 1996 | ESCOM, die zweitgrößte Computerhandelskette in Europa, macht pleite. Die Telekommunikation in allen Spielarten: Fax, Homebanking, T-Online, ISDN, analoge Modems, Internet, Filetransfer, wird auch Betätigungsfeld vieler Privatanwender. Die Schulen, sonst nicht oft bei den modernen Entwicklungen dabei, werden, gesponsert durch die Industrie, unter dem Stichwort „Schulen ans Netz“, alle mit einem Internet-Zugang ausgestattet. Die Deutsche Telekom geht mit großem Werbeaufwand (AIF) an die Börsen der Welt und kann mit 21 Milliarden Verkaufserlös ihre leeren Kassen füllen. Bei einem Ausgabekurs von 14 € stieg sie innerhalb von vier Monaten auf knapp 20 €. 'Independence Day': Oscar für 'Visual Effects'. Ein eigens zusammengestelltes Team rendert außerirdische Raumschiffe und grüne Schutzschilde. Viele Explosionen werden aber an realen Modellen gefilmt. Id Software veröffentlicht das als jugendgefährdend eingestufte Spiel 'Quake'. Das erste Onlinespiel "Ultima Online" wird gegründet. Regelmäßig sind etwa 100.000 Spieler angemeldet. Erster großer Netzausfall. Erste Zahlungssysteme fürs Internet (Micropayment). US-Kinobesucher filmen heimlich Star Wars ab und verbreiten so den ersten Kinofilm im Internet. Die Millionste Domain wird registriert. User-Spitzenwert: 16 Millionen angeschlossene Rechner sind registriert. 88 Prozent surfen mit Netscape, 3,3 Prozent nutzen den Internet Explorer. IBM's OS/2 Warp ist das erste Betriebssystem mit einer Sprachsteuerung. Erste Chat-Session mit Premier-Minister von Malaysia (Mathahir Mohamad), PLO-Führer Yassir Arafat und Präsident der Philippinen (Fidel Ramos). Der IT-Index Nasdaq erreicht seinen Höchststand mit 138,1 Mrd. gehandelter Aktien. Microsoft und Netscape beginnen den Kampf um die Web-Vorherrschaft. David Packard stirbt 83jährig in Stanford. Nintendo kündigt die Nintendo 64 Konsole an. Sie hat einen MIPS R4300i Chip mit 93,75Mhz. Die DENIC wird gegründet, der Eintrag ins Genossenschaftsregister als DENIC eG erfolgt am 29.9.1997. Die DENIC ist ein Zusammenschluss von deutschen Internet Service Providern (ISP) die sich u. a. um den Betrieb der DE Top Level Domain Server und die Zusammenarbeit mit der ICANN kümmern. Justin Frankel entwickelt, nachdem er nach zwei Semestern an der University of Utah diese wg. Streit mit den Professoren verlassen hat, das Programm Winamp (Windows Amplifier), den bekanntesten MP3-Player. Die Version 2.0 des Kernels wird veröffentlicht. Der Kernel kann nun mehrere Prozessoren gleichzeitig bedienen, und wird damit für viele Firmen eine ernstzunehmende Alternative in vielen Arbeitsbereichen. |
| 1997 | Die Computer werden immer kleiner: Palmtops, Handheld und andere Spielarten werden fast so leistungsfähig wie ausgewachsene PCs. WINDOWS NT, oder wie es immer heißen wird, ist das einzige maßgebende Betriebssystem auf dem Markt. Bill Gates ist mit mehr als 23 Milliarden Dollar der reichste Mann der Welt. Intel baut einen Supercomputer mit 7264 handelsüblichen Pentium-Pro-Prozessoren und bekommt dafür vom amerikanischen Energieministerium rund 83 Millionen Mark. Nach dem Pentium Pro dürfte die Entwicklungslinie ausgereizt sein, die RISC-Prozessoren beginnen ihren Siegeszug. Es kommt noch einmal eine Veränderung des Pentium zum Tragen „MMX". Diese Variante kann besser mit Video und Grafik umgehen, da der Prozessor 57 neue und weitere Befehle integriert bekommt. Interaktives TV via Kabelanschluss wird möglich. Toshiba kündigt für das nächste Jahrhundert eine Terabyte-DVD-CD mit sage und schreibe 1024 GByte Speicherkapazität an. Toshiba tauft diese Technologie „Terabit Molecular Memory Technologie". Das alternative und vor allem kostenfreie Betriebssystem LINUX wird populär. 'Geri's Game' (Pixar): Oscar für 'Best Short Film - Animated'. 'Titanic' (Effekte: u. a. Digital Domain): Oscar für 'Visual Effects'. Der Film vereint bruchlos Aufnahmen Final realer oder computerisierter Schiffsmodelle mit virtuellen Deckspaziergängern und simulierten Ozeanwellen. Sanyo präsentiert einen ersten Fernseher mit Internet-Anschluss. Daimler-Benz (Mercedes) eine voll internettaugliche Limousine und das Mars-Mobil: Sojourner überträgt seine Bilder direkt ins Internet. Die Deutsche Telekom versucht nach nunmehr dem dritten Anlauf die Bildschirmtelefonie auf digitaler Basis zu entwickeln. Es finden sich keine Käufer. Ob es dem zukünftigen UMTS genau so gehen wird? Das erste Onlinespiel „Ultima Online“ wird gegründet. Regelmäßig sind etwa 100.000 Spieler angemeldet. Erster großer Netzausfall. Erste Zahlungssysteme fürs Internet (Micropayment). US-Kinobesucher filmen heimlich Star Wars ab und verbreiten so den ersten Kinofilm im Internet. Die Millionste Domain wird registriert. User-Spitzenwert: 16 Millionen angeschlossene Rechner sind registriert. 88 Prozent surfen mit Netscape, 3,3 Prozent nutzen den Internet Explorer. Dieses Jahr ist das Jahr der Spracherkennung: IBM bringt mit Via Voice eine funktionierende Version auf den Markt. NaturalySpeeking von Dragon erkennt 23000 Wörter. Weitere Programme kommen von Philips und Lernout & Hauspie. IBM entwickelt mit dem Deep Blue auch einen neuen Superrechner, der mit Hilfe von 256 parallel geschalteten Prozessoren eine Leistung von einem Gflop erbringt. Dieser Rechner schlägt erstmalig einen Schachweltmeister (Garry Kasparopw). Dieser Computer kann bis zu 200 Millionen Positionen pro Sekunde durchrechnen. Intel stellt den Pentium II vor. Die ersten LCD-Bildschirme für Desktop-PC´s werden vorgestellt. Pioneer kündigt die ersten DVD-R-Brenner an (Preis: 17000 $). Sanyo präsentiert den ersten Fernseher mit einem Internetanschluss. Daimler-Benz hat das erste Internet-Auto und das Mars-Mobil Sojourner speist seine Mars-Fotos direkt ins Internet ein. Das Tamagotchi, ein Kleinst-Computer, der viele Kinder begeistert, macht sie breit. Das Deutsche Forschungsnetz e. V. (DFN) blockiert Anfang April mehr als eine Woche lang den niederländischen Server XS4ALL, auf dem die Online-Ausgabe der linken Zeitschrift „Radikal“ erscheint. Die Seite wird daraufhin überall gespiegelt, die DFN-Aktion verpufft. Daraufhin wird die Blockade am 21. April aufgehoben. In Deutschland erscheint das erste 56K Modem. In Deutschland beginnt der Boom, PCs bei Billiganbietern wie Aldi und Lidl zu kaufen, es kommt dabei zu chaotischen Zuständen. Verschiedene proprietäre Programme kommen für Linux auf den Markt, darunter die Datenbank Adabas D, der Browser Netscape und die Office-Suiten Applixware und StarOffice. |
| 1998 | Der Telekommunikationsmarkt erlebt den Boom des Jahrhunderts. Das Monopol der Telekom ist gefallen. Die Preise stürzen in den Keller. Jeder fünfte Bundesbürger telefoniert mit einem Handy. Die PCs sind alle im Netz, Intranet und Internet. Freies Fernsehen ist out! Pay per view ist in! Der Rechner nur für das Internet ist auch in! Die Briefpost ist out! Über 1000 Fernsehkanäle stehen zur Auswahl. Videospiele per TV lösen die Game-Konsolen ab. Erstmalige Vorstellung des Pentium II- Chips, der nicht nur in neue Leistungsdimensionen vorstößt, sondern auch die enorme Steigerung der Taktfrequenz möglich macht. Nach heutigem Stand bis zu 500 MHz und erstmals mit 100Mhz Bustakt. Und AMD bringt den AMD K6 2 raus. Einen von der übernommenen NextGen-Schmiede entwickeltes Konkurrenzprodukt zum Intel Pentium mit 3D Grafikfunktionen und erstmals 100Mhz Bustakt bei einer Sockel 7 CPU. Der Preis liegt rd. 25% unter dem Intel-Preis. Er vereint 7,5 Millionen Transistoren auf einem Chip. Flachbildschirme verkaufen sich erstmals in nennenswerten Stückzahlen. Bill Gates´ Vermögen wird mit 63 Milliarden Dollar angegeben. Unter der Vorwahl 008816 erreicht man jeden Menschen, der ein Satellitentelefon besitzt, in jedem Winkel der Erde. Dazu werden 66 Satelliten benötigt. Die Grafikkarten bekommen immer mehr Speicher und werden an ihren 3D-Qualitäten gemessen. Mit weltweit verteilter Rechenkraft entstehen virtuelle Supercomputer aus Millionen von vernetzten PCs. So helfen PC-Besitzer nach mathematischen oder medizinischen Problemen (Medikamente, AIDS, SARS, Primzahlen usw.), astrophysikalischen Zusammenhängen und gar nach Außerirdischen zu forschen. Bereits 1997 gewannen die Freiwilligen des Kryptoprojekts „distributed.net“ mit ihrer geballten Rechenkraft ein Preisgeld von 10000 $, als es ihnen gelang, innerhalb von knapp 23 Stunden die Verschlüsselung DES64 zu knacken. 1998 wurde auch das SETI (Search for extraterrestrial intelligence – seti@home) - Projekt gestartet, das mit ca. vier Millionen Teilnehmern nach extraterrestrischen, bzw. intelligenten Mustern in den Signalen eines Radioteleskops in Arecibo/Mittelamerika suchte. Der US Postal Service bietet die erste elektronische Briefmarke zum Downloaden und Ausdrucken an. Größter Schlag gegen internationale Kinderpornografie: Insgesamt über hundert Verhaftungen in 21 Staaten. AOL (Steve Case) kauft Netscape (ca. 4,2 Milliarden Dollar) und Compuserve. Erster Internet-Streik in Deutschland: Protestaktion gegen überhöhte Internetzugangstarife der Telekom, ca. 25 Prozent weniger Surfer am Streiktag. Die Zweimillionste Domain wird registriert. Internetadressen unterliegen nach einem Gerichtsurteil dem Markenschutz. Das eBusiness gewinnt weltweit an Bedeutung; von Modeportalen (boo.com) über Tierfutterhändler (petfood.com) will fast jeder dabei sein. Zwei Stanford-Doktoranden, Larry Page und Sergey Brin, gründen Google und ist im ersten Jahr online. Der Skandal um Monica Lewinsky (damalige Praktikantin mit Gunstbeweisen für den Präsidenten) und Bill Clinton, damaliger amerikanischer Präsident, wurde zuerst im WWW von der Internet-Klatschspalte Drudge-Report enthüllt. Auch die Videoaussage von Bill Clinton über den Lewinsky-Fall wird im Internet veröffentlicht und die Server sind deswegen weltweit überlastet. Der Mathematiker Nikolaus Joachim Lehmann stirbt in Dresden. In seiner Position als Gründungsdirektor des Instituts für maschinelle Rechentechnik in Dresden gilt er als Erfinden des D4a (Firma Robotrom). In den USA wird die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) gegründet. Diese Non-Profit Organisation soll weltweit u. a. das Domain Name Server Thema und das Root Server System managen. Es fungiert als eine Art Internet-Parlament. Die Hacker-Gruppe Cult of the Dead Cow veröffentlicht ihren Trojaner "Back Office", ein mächtiges Hacker-Tool, auf der Def Con. Sobald das Programm unbemerkt auf einem Rechner unter Windows 95/98 installiert ist, kann die Maschine aus der Ferne kontrolliert werden. Viele namhafte Firmen wie IBM, Compaq und Oracle kündigen ihre Unterstützung für Linux an. Außerdem beginnt eine Gruppe von Programmierern mit der Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche KDE, der ersten ihrer Klasse für Linux, mit dem Ziel der Benutzerfreundlichkeit. Der USB-Standard, der Accelerated Graphics Port (AGP) und die Firewire-Schnittstelle (IEEE-1394) werden entwickelt und standardisiert. |
| 1999 | 17 Millionen Deutsche tummeln sich in den Mobilfunknetzen. Nach dem Verfall der Telefonpreise und dem Boom neuer Telefonnetze (stadteigen z.B. in Münster, Köln oder Dortmund) bieten auch die Internetanbieter Preismodelle an, die das Surfen wesentlich billiger machen (Internet by call). Die Digitaltechnik zieht auch ins Kino ein. Filme werden nicht mehr kopiert, sondern per Satellit verschlüsselt ins Kino übertragen. Die gleiche Technik kann auch den Privatanwender beglücken (Video on demand). Das e-book holt sich seinen Inhalt aus dem Internet. Der Pentium III eröffnet wieder neue Dimensionen für den PC. Der Pentium III soll Intel wieder den alten Vorsprung vor den Clone-Anbietern bringen. Die Software steuert diesen Prozessor mit wieder neuem Befehlsvorrat (wie bei Einführung von MMX) aber noch nicht an. Das Regierungsviertel in Berlin wird mit modernster Netztechnik ausgestattet. Politik findet so auch digital statt. Rund 30000 Nutzer wickeln den Datenaustausch, Videokonferenzen, Sprachübertragung und Faxverkehr, auch Internet und Intranet über virtuelle Netze ab. Namhafte Softwarehersteller, wie Star Division oder Lotus geben ihre Office Programme kostenlos ab. Netscape fällt mit seinem Netscape Communicator, dem ersten echten Browser auf dem Markt, unter einen Marktanteil von 25%. Der Druck von Microsofts Internet Explorer ist zu übermächtig geworden. Windows 98 übernimmt die Herrschaft auf der PC-Ebene. Microsoft beginnt sich langsam vor dem neuen Betriebssystem LINUX, das im Grunde kostenfrei zu haben ist, zu fürchten. Wie im Telefonmarkt ist das Monopol der Energieanbieter verloren gegangen. Die konkurrierenden Unternehmen liefern sich einen heißen Preiskampf! Die Farbe des Stromes ist laut Werbung „gelb"! Das Millenium-Fieber (Y2K-Problem) nimmt ungeahnte Dimensionen an (Die Umstellungskosten auf der ganzen Welt belaufen sich auf mehr als eine Billiarde Dollar). Die Menschen fürchten sich vor dem größten Computercrash aller Zeiten. Presse und Softwareindustrie haben aber auch wesentlich zu dieser Phobie beigetragen. 'The Matrix' (Effekte: Manex): Oscar für 'Visual Effects'. Die Regisseure betreiben mit Hilfe kaskadierter Einzelbildkameras 'Bullet Time Photography'; sie halten die Zeit an oder machen den Flug von Pistolenkugeln sichtbar. Unter dem Stichwort „Mechatronic" bekommt der Z2 von BMW ein elektronisch unterstütztes Bremssystem. Eine Hackergruppe unter Leitung eines 18-jährigen greift gezielt Rechner des Pentagon an. Nokia präsentiert das erste WAP-fähige Handy. Die Deutsche Telekom bietet in einem Pilotversuch den ersten DSL-Anschluss für Unternehmen an. Der 19-jährige Student Shawn Fanning gründet die Musiktauschbörse Napster. Die Nutzerzahlen steigen rasant; in der Blütezeit sind über 70 Millionen Nutzer registriert. Der Internet Explorer überholt erstmals Netscape (50,1 zu 47,4 Prozent Marktanteil). Das Moorhuhn-Spiel wird als Werbegag im Internet zum Download angeboten. Mit bis zu 400.000 heruntergeladenen Spielen pro Tag wird es zum Kultspiel. Amerikanische Wissenschaftler entwickeln aus Neuronen von Blutegeln einen simplen biologischen Rechner, der einfache mathematische Aufgaben lösen kann. Das erste Internet-Handy wird mit dem 7110 von Nokia vorgestellt. Auf der Mac World Expo stellt Steve Jobs den Power Macintosh G3 vor, er kostet 1250€. Der 19-jährige Shawn Fanning gründet die Musiktauschbörse Napster. Es ist eine Musiktauschbörse, meist für das mp3-Format. Dieses, an sich nicht einmalige System, wird dann insbesondere 2001/02 von den Medien hochgepusht, wodurch der Druck durch die Plattenindustrie und die Justiz wächst, was letzten Endes, nach einer gescheiterten Übernahme durch Bertelsmann Anfang September 2002, zum endgültigen Konkurs von Napster führt. Apple bringt das erste I-Book heraus. Sega bringt die 128 Bit Spielekonsole Dreamcast in Europa heraus. Sie hat einen Hitachi SH4 Prozessor mit 200 MHz (64-Bit) und als Grafikchip einen NEC PowerVR2 mit 100Mhz (128-Bit, 8MB RAM). Kurz darauf verkündet Sega, man überlege sich aus dem Hardwaregeschäft zurück zu ziehen. Die ICANN beschließt neue Top-Level-Domains, es sind .biz, .info, .pro, .name, .aero, .museum und .coop. Apple bringt das erste I-Book heraus. Die 2.2er-LINUX-Serie erscheint im Januar mit verbessertem Netzwerkcode und verbesserter SMP-Unterstützung. Gleichzeitig beginnt eine Gruppe von Entwicklern mit der grafischen Umgebung GNOME, die ab dem Zeitpunkt mit KDE um Benutzerfreundlichkeit und Effizienz wetteifern wird. Während dessen kündigt IBM ein umfangreiches Projekt zur Unterstützung von Linux an. |
| 2000 | „Hurra wir leben noch", der Computercrash ist ausgeblieben. Alle Systeme liefen stabil! TV, Computer und die gesamte Telekommunikation verschmelzen zu einer kabelgebundenen (Koaxkabel, später Glasfaser) Einheit. Die alten Rechner kommen mit dem neuen Jahrhundert nicht klar! Die neuen Rechner sind nur noch einfache Netzrechner! Armbanduhren und Handys mit Internet-Zugang gehören zum Alltag. E-Mails sind von überall abrufbar. Elektronische Zahlungssysteme gehören zur Normalität, das Breitband-Internet, mit welcher Technik auch immer, Interaktives TV und Virtual Reality Dienste beginnen interessant zu werden. Das Satelliten-Handy (Iridium), nach einem Rückschlag in 1999, nimmt einen neuen Anlauf, wird aber dann doch im Mai wieder eingestellt. Die Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff betrieben wird, beginnt die Antriebe für das Auto und für die Stromversorgung zu revolutionieren. Diese neue Technologie schont die Umwelt mehr als andere Energiequellen zuvor und schafft es vielleicht sogar das eine oder andere Atomkraftwerk überflüssig zu machen. Unter großem Presserummel werden die so genannten UMTS-Lizenzen für rund 48 Milliarden € versteigert. Diese Technik wird bis 2003 die jetzige Handygeneration um multivisuelle Dienste erweitern. Beginn der Entwicklung von Handschriften- und ausgereiften Spracherkennung. Derweil überschlagen sich die Telefonanbieter mit so genannten „Flatrates". Die Telekom führt, wieder unter großem Presseaufwand, ADSL (T-dsl) flächendeckend ein. Die Aktien des Neuen Marktes (Technologieaktien) fallen bis zum Jahresende ins Bodenlose. Am 1.12. wird der Btx-Dienst eingestellt, nur Homebanking ist damit noch möglich. Das deutsche C-Mobillnetz wird am 31.12. abgeschaltet. 'Gladiator' (Effekte: Mill Film): Oscar für 'Visual Effects'. 'Father and Daughter': Oscar in der Kategorie 'Short Film Animated' für Michael Dudok de Wit. Die Bilder sind mit Bleistift und Kohle gezeichnet und per Rechner koloriert. Dieses Jahr wird wohl in die Geschichte eingehen, haben die Kids doch unter dem Begriff „SIMSEN" die „neue" Kommunikationsform schlechthin gepflegt. Sie versenden über Ihre Handys unendlich viele SMS-Nachrichten und die Mobilfunkanbieter verdienen sich daran eine goldene Nase. Der größte Onlinedienst AOL übernimmt den Mediengiganten Time Warner. Ein 16-Jähriger Cracker legt in einer Serie von Attacken große Webportale wie EBay, Yahoo, Hotmail, CNN und Amazon vorübergehend lahm. Die Drei-Millionen-Grenze bei den .de-Domains wird überschritten. Im Schnitt wird alle 10 Sekunden eine neue Domain angemeldet. Deutschland liegt damit europaweit an der Spitze. Der „I-love-you"-Virus richtet weltweit erhebliche Schäden an. Hacker stehlen Sourcecode aus Microsoft-Laboratorien. Microsoft stellt in Las Vegas eine Infrastruktur für den Internetzugriff im Auto vor (Microsoft-Car.NET-System). mp3-Erfinder werden mit dem deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Napster wird von Bertelsmann geschluckt. In einem Testprogramm werden erstmals Domains in chinesischer, japanischer und koreanischer Sprache registriert. Zum Aufruf der Seiten wird spezielle Software benötigt; viele technische Probleme sind bis heute nicht gelöst. Das großflächige Dotcom-Sterben beginnt. Ende des New-Economy-Booms. Ende des New-Economy-Booms. Der Sprache-zu-Sprache-Umwandler „Verbmobil" wird von Wolfgang Wahlster entwickelt. Windows 2000 und ME kommen auf den Markt. Mit dem Ex-Hacker Guru Andy Müller-Maguhn sitzt erstmals ein Deutscher im Vorstand der Web-Adressen-Verwaltung ICANN. In den USA wird die digitalisierte Unterschrift rechtsgültig. Bill Gates tritt als Vorsitzender von Microsoft zurück, Nachfolger wird Steve Ballmer. Das W3C Konsortium gibt die Spezifikation von XHTML als Empfehlung heraus. Ein Hackerangriff bringt zunächst das System von Yahoo, später auch von Amazon, eBay und anderen durch riesige Mengen an Datenmüll, sog. Denial-of-Service Angriff, zum Absturz. Als Täter entpuppt sich ein 15 jähriger Kanadier der sich Mafiaboy nennt. Er wird im September 2001 zu 8 Monaten Gefängnis sowie einem Jahr auf Bewährung und 250 kanadischen Dollar Strafe verurteilt. Microsoft stellt den Windows NT Nachfolger Windows 2000 vor. Palm bringt den ersten Farb-PDA, den Palm IIIc für DM 1099,- heraus. AMD kündigt an den ersten Athlon mit 1Ghz auszuliefern. Damit ist AMD um ein paar Tage schneller als Intel. Der Preis liegt bei US$1299,- als Einzelpreis für OEMs bei einer Abnahme von 1000 Stück. Intel liefert erste Exemplare des 1Ghz Pentium III aus, damit sind sie jedoch ein paar Tage langsamer als AMD. Richter Thomas Jackson ordnet die Zerschlagung von Microsoft in die Bereiche Betriebssystem und Anwendersoftware an. Microsoft legt dagegen Berufung ein. Das US-Justizministerium fordert das Oberste Gericht auf, den Fall zu übernehmen; dieses lehnt das Gericht im September ab. Aufgrund massiver Absagen von Ausstellern wird die CeBIT Home eingestellt. Apple stellt den Mac G4 Cube vor. Er besticht vor allem durch sein ausgefallenes, jedoch nicht erweiterbares, Design. Er verkauft sich sehr schleppend. Bis Anfang 2001 wurden in Deutschland nur rd. 29.000 Geräte verkauft. Windows 98 erscheint in der Version 3 als Millenium Edition. Der Pentium 4 kommt auf den Markt. Die Sony PlayStation 2 kommt auf den deutschen Markt. Sie hat einen Toshiba Emotion Engine Chip mit 200Mhz und als Grafikchip einen 150Mhz Grafics Syntesizer (4MB Ram, max. 1280x1024). Einen Tag später stellen AMD, Motorola, TI und VIA den Advanced Communication Riser (ACR) vor. Neben den CRN-Funktionen sind noch Support für Wireless LAN und DSL-Modems vorhanden. Die Office-Suite StarOffice wird unter der GNU LGPL veröffentlicht, und legt damit den Grundstein für eine umfangreiche freie Office-Suite unter Linux. |
| 2001 | Laut „Wired" ist das erste virtuelle Unternehmen in
der Liste der TOP-500 Firmen zu finden. Der Internetzugang ist
weitgehendst kostenfrei geworden. Die Kosten werden ausschließlich durch
Werbung hereingeholt. Die erste Scheckkarte erhält ein Display, auf dem die
Daten des Chips auf der Karte ablesbar sind. (Das hat
sich bis hierhin alles nicht erfüllt!). Beginn der Entwicklung von Handschriften- und ausgereiften Spracherkennung. Die Deutsche Telekom ist den Anmeldungen der Internetnutzer für Tdsl nicht gewachsen und schiebt bis Ende des Jahres einen Auftragsstau von 500000 potenziellen Kunden vor sich her. Die weltweit größte Tauschbörse für Audiodateien mit 50 Millionen Nutzern muss ihren Dienst im Februar 2001 einstellen, da die Musikindustrie heftig gegen die millionenfachen Urheberrechtsverletzungen erfolgreich geklagt hatte. Bertelsmann entwickelt eine Software, mit der die Napster-Nutzer ermittelt werden sollen. Microsoft hat auf der CES in Las Vegas das Microsoft-Car.NET-System vorgestellt, das eine Infrastruktur für den Internetzugriff im Auto bietet. Das größte Kaffeehaus der Welt „StarBucks" will in Zusammenarbeit mit Microsoft in allen Filialen in den USA seinen Kunden einen drahtlosen, breitbandigen Internet-Zugang für mobile Endgeräte wie Notebooks, Organizer und SmartPhones anbieten. Im August kommt der Spielfilm 'Final Fantasy' (Produktion: Square) in die Kinos, bei dem auch die menschlichen Figuren ausschließlich computergeneriert sind. Für die Stimmen waren bekannte Schauspieler engagiert; die Bewegungen wurden per Motion Capture aufgenommen. Der DRAM-Umsatz sinkt von 35 Milliarden Dollar auf nur noch 14 Milliarden Dollar pro Jahr. Erst 2003 hofft man auf einen Aufschwung. Windows XP soll alle vorhergehenden Versionen ablösen (über 17 Mio. Mal verkauft). Die Flaute am Börsenmarkt für den Neuen Markt hält weiter an. Die Welt wird erschüttert vom Anschlag auf die Twin-Towers des World-Trade-Centers am 11. September in New York. Laut Bundesverband deutscher Banken nutzen bisher 19 Prozent der über 18-Jährigen Onlinebanking. Insgesamt gibt es in Deutschland 19,7 Millionen Online-Konten. Erste 2 GHz-Prozessoren von Intel und AMD (0,13 Mikron Technik) erscheinen auf dem Markt. Mit dem Israeli Tomer Krissi hat der erste Mensch den Namen seiner Homepage übernommen. Er heißt nunmehr Tomer.com. Beim CERN arbeitet man mit Nachdruck am WWW-Nachfolger „Grid“. William Hewlett stirbt mit 87 Jahren in Palo Alto. Im Alter von 84 Jahren stirbt der amerikanische Mathematiker Claude Elwood Shannon. Der ehemalige Mitarbeiter von AT&T Bell Labs gilt als Erfinder der Informationseinheit Bit. Intel bringt den 64-Bit Pentium „Itanium“ heraus. Er benötigt für den sinnvollen Einsatz spezielle Software und kommt wesentlich später auf den Markt als geplant. Seagate bringt die erste AT-Bus mit 40GB je Platte heraus. Damit erreicht eine Festplatte erstmals eine Datendichte von 32,6 GByte pro Quadratzoll. Nintendo bringt den Game Boy Advance in Europa auf den Markt. Im Gegensatz zum wesentlich älteren Atari Lynx und Sega Game Gear ist das Nintendo Gerät zwar schneller, hat aber kein hintergrundbeleuchtetes Display. Ein Berufungsgericht hebt die im Juni 2000 angeordnete Zerschlagung von Microsoft auf. Der Prozess wird an eine niedrigere Instanz zurückgegeben, Richter Thomas Jackson wird zudem Voreingenommenheit gegen MS vorgeworfen. Jim Ellis, der 1979 zusammen mit Tom Truscott das Usenet erfunden hat, stirbt 45jährig an Krebs. Der Mitbegründer des Chaos Computer Clubs und Redakteur der taz Herwart Holland-Moritz (Wau Holland) stirbt 49jährig. Der neue Schnittstellenstandard Serial-ATA 1.0 wird vorgestellt, er soll den bisherigen parallelen Anschluss von Festplatten ersetzen. In Japan kommt die Nintendo Spielekonsole GameCube auf den Markt. Sie hat einen 485 MHz Prozessor, eine PowerPC-Variante des Gekko von IBM, einen 162-MHz-Grafikchip von ArtX und 40MB RAM. Die max. Auflösung beträgt 640x480 Punkte, Speichermedium ist eine Mini-DVD. Europastart soll das Frühjahr 2002 sein. Das W3C (World Wide Web Consortium) empfiehlt nach monatelanger Beratung SVG (Scalable Vector Graphics) als neuen Grafikstandard für Webseiten. Es ist ein auf XML basierendes Vektorgrafik-Format. Microsoft stellt Windows XP vor, es soll der Nachfolger sowohl für Windows 2000 wie auch dem immer noch DOS-basierenden Windows ME(98) sein. Das World Wide Web Consortium (W3C) verabschiedet XSL 1.0 (Extensible Stylesheet Language). Die Sprache dient dazu, XML-Dokumente formatiert auf verschiedenen Medien auszugeben. In den USA beginnt der Verkauf der Microsoft Spielekonsole X-Box für US$300. Sie basiert auf einem 733 Mhz Pentium-III Prozessor, mit 233Mhz getakteten Grafikchip von Nvidia und einer 8GB Festplatte. Die max. Auflösung beträgt 1920x1080 Punkte, Speichermedium ist eine zweischichtige DVD-9. In Europa soll der Gerät ab dem 14. März 2002 erhältlich sein. Die Deutsche Telekom schaltet das BTX / Datex-J System ab. Es bleibt lediglich wg. Protest einiger Banken noch ein Fragment des Onlinebanking online. Microsoft ist das prominenteste Opfer eines neuartigen Angriffstyps, der sich gegen DNS-Server (Domain Name System) richtet. Bei dieser DoS-Attacke werden die Pfade, denen die TCP/IP-Datenpakete der Anwender zu Microsofts Web-Seiten folgen, gekappt. Zwar wird die Attacke nach wenigen Stunden entdeckt, trotzdem können Millionen von Nutzern zwei Tage lang Microsofts Web-Auftritt nicht erreichen. Die 2.4er-LINUX-Serie wird im Januar freigegeben. Der Kernel unterstützt nun bis zu 64 GByte RAM, 64-Bit-Dateisysteme, USB und „journaling filesystems“. |
| 2002 | Bildtelefon im Miniformat - die Kombination aus Telefon, Faxgerät, Computer und Video passt in die Westentasche. Jeder kann fast alle Bücher über Online-Dienste abrufen und am Bildschirm lesen oder ausdrucken lassen. UMTS lässt grüßen. Nur durch den Internetzugang kamen 883 Millionen Euro in die Kasse von T-Online. Im dritten Quartal hat T-Online seine Kundenzahl um 21 Prozent auf über 11,8 Millionen steigern können. Alleine 2,4 Millionen Kunden verfügen über einen T-DSL-Anschluss, 1,5 Millionen davon haben eine DSL-Flatrate. Die Telekom schmeißt ihren berühmten Vorsitzenden Ron Sommer hinaus, Mobilcom ist so gut wie pleite, einige andere Telekomanbieter nagen an den Schulden für die UMTS-Lizenzen, und die Folge daraus ist, dass der ganze Neue Markt (new economy) börsenmäßig auf fast Null geht. Die Ortsgespräche werden endlich billiger. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder gilt als er Medienkanzler schlechthin. Die Bluetooth-Technologie beginnt sich durchzusetzen und USB 2.0 glänzt mit hohem Datendurchsatz. Das Projekt „RealNames statt Domains" wird eingestellt (Eingabe des Firmennamens ohne die Kürzel „www" und die TLD). Mit 41 TFlops Leistung und einem Hauptspeicher von 10 TByte entsteht in Japan der Earth-Simulator von NEC und gilt als schnellster Rechner der Welt. In dem Film „Minority Report“ gibt es überall biometrische Erkennungssysteme. Moderne Rechner wie GeForce4 lösen pro Sekunde über eine Billionen Rechenoperationen. Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern - RFID (Radio Frequency Identification, englisch für Funk-Erkennung) macht's möglich. Diese Technologie gab es aber auch schon seit dem Zweiten Weltkrieg. Microsoft stellt die Version 1.0 von Microsoft .NET zum download bereit. Der Apple-Gründer Steve Wozniak gründet eine neue Firma, sie soll drahtlose Consumer-Produkte entwerfen, ihr Name lautet "Wheels of Zeus" (wOz). Der als Hacker (Dr. Kimble) und Lebemann bekannt gewordene Kim Schmitz kommt in Untersuchungshaft, ihm wird Insiderhandel vorgeworfen. Schmitz wurde bekannt, als er seine bisherigen Erkenntnisse als Hacker nutzte um eine Beratungsfirma für EDV-Sicherheit zu gründen. Einige Insider bezweifeln jedoch, dass Schmitz jemals ein System gehackt hat, er wird als Trittbrettfahrer angesehen. In der späteren Zeit beteiligte er sich an verschiedenen Firmen (Letsbuyit.com, Monkey AG, eine Beraterfirma zusammen mit dem TÜV Rheinland) die allesamt scheiterten. Am 27.5.2002 wird er wg. Insiderhandel in elf Fällen zu 20 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Der Erfinder der Faxtechnik, Rudolf Hell stirbt 100jährig in Kiel. Anekdote am Rande; bei eBay USA wird ein leerer(!) Macintosh Karton von 1984 für US$536 ersteigert. Die Gartner Group hat errechnet, dass im April 2002 weltweit der Milliardste PC verkauft wurde. Davon waren 81.5% Desktop-PCs, 16.4% Notebooks und 2.1% Server, 75% aller Rechner sollen an Arbeitsplätzen im Einsatz sein. In Deutschland kommt der GameCube von Nintendo auf den Markt, mit Euro 199,- ist er die günstigste der momentan aktuellen Spiele-Konsolen. |
| 2003 | Mikroorganismen reinigen große Flächen vergifteter Böden von Schadstoffen. Computer steuern und überwachen diese Vorgänge. Durchbruch bei der Krebsbekämpfung: Die Gentherapie zeigt erste Erfolge. Computer berechnen die Analysen. Beim Hausbau wird der Einbau von Solarzellen in Dächer und Fassaden zum Standard. Im März diesen Jahres beginnt Amerika einen Krieg mit dem Irak (Dauer ca. 3 Wochen). Es ist auch ein Krieg der Medienberichterstatter, der auch sehr und bewusst von beiden Kriegsparteien eingesetzt und beeinflusst wird. INTEL fertigt erstmals seine Prozessoren mit der 90 nm - Technologie und löst damit die schon unglaubliche 130 nm - Technologie (seit 2001) ab. Netzwerkkabel in der Wohnung sind out, Wireless-Lan, Access-Point und Steckkarten für PC und Notebook sind in. Eine Geschwindigkeit von 108 Mbit/sec wird erreicht. Call-by-Call für den Ortstarif wird eingeführt. Weltweit nutzen 95 Prozent der Surfer Internet Explorer, nur noch 3 Prozent nutzen Netscape. Jeder dritte 6- bis 10-Jährige surft laut einer italienischen Studie sechs bis sieben Stunden pro Woche im WWW. Psychologen und Pädagogen stellen immer häufiger „Techno-Autismus" fest. Jeder vierte US-Amerikaner lebt laut einer Studie „offline" und will das Web auch in Zukunft nicht nutzen. Auf der IFA (Internationale Funkausstellung) in Berlin wird die allgemeine Einführung von Flachbildschirmen, auch für das Fernsehen propagiert. Die Telekommunikationsanbieter machen mit UMTS erste Probeläufe. Der "Erfinder" der theoretischen Grundlagen der relationalen Datenbank, Dr. Edgar F. Codd stirbt im Alter von 79 Jahren. In den 1960- und 70er Jahren hatte er bei IBM verschiedene Veröffentlichungen zu dem Thema geschrieben. Aber erst 1978 zeigt man bei IBM Interesse daran, allerdings kam IBM dann Oracle mit seiner gleichnamigen Datenbank zuvor. Der Mathematiker und Programmierer George Morrow stirbt 69jährig in San Mateo. Moroow war u. a. maßgeblich an der Entwicklung des S100-Bus beteiligt und war Programmierer im Lawrence Berkeley National Laboratory. In den 1980er Jahren stellte er einen der ersten tragbaren Rechner für knapp US$1800 vor. Daraus ging 1985 das Design "Pivot" hervor, welches er an Zenith Data Systems verkaufte. Nachdem Infogrames bereits seit Dezember 2001 die Rechte am Namen Atari besitzt gibt die Firma nun bekannt, fortan unter dem Namen Atari zu firmieren. Microsoft zahlt AOL Time Warner im Rahmen eines Vergleich US$750 Mill. Ferner erhält AOL eine siebenjährige Lizenz an der Browser-Technologie von Microsoft. Die Klage war im Januar 2002 von AOL für ihre Tochterfirma Netscape Communications eingereicht worden. Netscape hatte Ende der 90er Jahre seine führende Stellung bei Web-Browsern an Microsoft verloren. In der Klageschrift wird Microsoft vorgeworfen, widerrechtlich sein Betriebssystem Windows mit dem Internet Explorer verknüpft und damit versucht zu haben, das Netscape-Programm vom Markt zu verdrängen. Das IEEE verabschiedet den Standard 802.11g für die Wireless-LAN Übertragung mit 54 MBit/s. Jimmy Wales gründet Wikipedia, eine freie Enzyklopädie im Internet. Nachdem im Sommer 2002 die (bis dahin quasi unbekannte) Firma Trend-e-pak die Konkurs gegangenen Comtech Filialen für einen symbolischen Euro übernommen hatte sind diese nun endgültig pleite. Zuvor gab es bereits keine Ware mehr, Gehälter blieben aus und Filialen wurde in Nacht-und-Nebel-Aktionen geräumt. Apple stellt den ersten 64-Bit PC der Welt, die PowerMac mit IBM PowerPC G5 CPU vor. 64-Bit ist zwar an sich keine Neuheit, außer im Bereich Desktop PC.doch schon. In der Folge gibt es div. Rechtsstreitigkeiten um Apples Werbeaussage, dieses sei der schnellste PC der Welt. Yahoo übernimmt für US$1,6 Milliarden seinen Konkurrenten Overture. Da Overture bereits im Februar 2003 die Suchmaschine AltaVista für US$ 140 Millionen von CMGI Inc. übernommen hatte, konzentriert sich damit der Markt für Internet-Suchmaschinenanbieter im Wesentlichen auf Google und Yahoo. Eugene Kleiner stirbt 80 jährig in den USA. Kleiner, gebürtiger Österreicher, gilt als Pionier des Silicon Valley. Nachdem er in den 1950er Jahren zusammen mit Kollegen von Fairchild u. a. den Nobelpreis für seine Forschungsarbeiten erhalten hatte, gründete er in den 70er Jahren die Wagniskapitalfirma KPCB, welche später u. a. SUN, Amazon, Tandem und Compaq den Start finanziert hat. Fünf Trillionen Bytes an Informationen in 2002. Im vergangenen Jahr wurden fünf Trillionen Bytes an neuen Informationen gespeichert. Ende des Jahres wird der Kernel 2.6 freigegeben, nachdem Linus Torvalds vorher zum OSDL gewechselt war. Des Weiteren verbreitet sich Linux immer mehr auf Embedded Devices. |
| 2004 | Abfalltonnen trennen den Hausmüll automatisch nach verschiedenen
Müllsorten. Jede Mülltonne hat eine eigene Adresse, nach der der nötige
Abtransport signalisiert und abgerechnet wird. Maschinen können wie
Menschen sehen und einfache Gegenstände selbständig identifizieren und
klassifizieren. Der Übertragungsstandard UMTS hat sich durchgesetzt.
Jeder Telefonteilnehmer ist weltweit unter einer Nummer erreichbar.
Fest-, Mobilfunk- und Satellitennetz dienen als Übertragungsmedium. (Das
hat sich bis hierhin alles nicht erfüllt!). Der „Erfinder“ des WWW Tim Berners-Lee wird in England zum Night Commander, Order of the British Empire, und damit zum zweithöchsten Rang des Ordens, geschlagen. Der Übertragungsstandard UMTS hat sich durchgesetzt, aber fertige Geräte gibt es nicht vor Mitte des Jahres. Aber W-LAN wird Standard in neu gekauften Komplett-PC's und Notebooks. Eine Geschwindigkeit von 108 Mbit/sec wird erreicht. Es entstehen eine Reihe von öffentlichen Hotspots in Hotels, Flughäfen, öffentlichen Gebäuden. Auch im privaten Haushalt hält W-LAN Einzug. Home-Entertainment-Anlagen, für Fernsehen, Musik (Dolby), DVD, Festplattenvideorekorder, Filmschnitt, Diaschauen sind die großen Renner. Der TEC-DAX erholt sich zunehmend und im IT-Bereich wird wieder Geld verdient. Die wirtschaftliche Entwicklung allgemein wird gebremst durch das Engagement der Amerikaner im IRAK, das monatlich 4,7 Mrd. Dollar verschlingt. Die Viren- und Spamflut ist nicht zu bremsen. Die Telekom erhöht ihre DSL-Raten. Der normale Anwender kann bis zu 3 Mbit Datentransfer bekommen. Auch in Deutschland werden die Film- und Musiksauger belangt und verurteilt. Die modernen PC's beherrschen die Hyperthreading-Technologie. Die CRT-Bildschirme (Röhrenmonitore) sind out, der TFT-Bildschirm für den PC, aber auch für das normale Fernsehen, ist in. Herkömmliche Fotolabore für die Analogfotografie müssen mangels Auslastung geschlossen werden. Die digitale Kamera und die digitale Bildverarbeitung sind auf dem Vormarsch. Standardkameras fangen bei einer Auflösung von 4 Megapixeln an. Zu einem wichtigen Artikel: http://www.telepolis.de/tp/deutsch/inhalt/te/17449/1.html Ein 18-jähriger Realschüler aus Niedersachsen programmiert den Sasser-Wurmvirus, angeblich zur Virenabwehr, richtet aber weltweit Millionen-Schaden und Ausfälle an. Deutschlands Mobilfunkuser sind im SMS-Fieber. Mit 25 Milliarden verschickter Kurznachrichten und einem Anteil von 13 Prozent User von Mulitmediamessages (MMS) ist Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenreiter. Domainanmeldungen boomen. Nach Jahren relativer Ruhe ist das Internet jetzt wieder für Rekorde gut. Die Zahl der angemeldeten Domains ist hoch wie noch nie. Der .com-Registrar VeriSign meldet im Domain Name Report, dass es aktuell weltweit 64,5 Millionen Internet-Registrierungen gibt. Die von VeriSign verwalteten .com- und .net-Adressen werden pro Tag 14 Milliarden Mal aufgerufen. 42,7 Teraflops: Neuer Rechenrekord, der Earth Simulator ist seit kurzem nicht mehr der leistungsfähigste Rechner der Welt. SGI baute einen Supercomputer mit 42,7 Teraflops Rechenleistung. Stand 11/2004! Silicon Graphics (SGI) baute den Columbia Superrechner für die NASA und setzte sich mit dem Hochleistungsrechner sofort an die Spitze der Top 500-Liste, in der die schnellsten und leistungsfähigsten Computer weltweit aufgeführt werden. Der Leistungswert wurde von 16 der insgesamt 20 Columbia-Rechner erreicht, womit deutlich wird, dass hier die Leistungsgrenze wohl noch nicht erreicht ist. SGI löste mit dem Columbia den Superrechner Blue Gene/L von IBM ab, der erst im September diesen Jahres mit 36 TFlops an die Spitze der Top 500-Liste kam und damit den bekannten Earth Simulator nach mehreren Jahren vom Thron stieß. Nachdem schon seit längerer Zeit das digitale Radio (DAB – Digital Audio Broadcasting), also Radioübertragung in CD-Qualität (statt 15 KHz bis zu 20 KHz bei einem Datenstrom von maximal 192 Kbit/sec), bundesweit verbreitet ist, hält ab dem Spätherbst das terrestrische digitale Fernsehen (DVB-T – Digital Video Broadcasting / terrestrisch: im Volksmund Überall Fernsehen) ebenfalls bundesweit seinen Einzug und macht damit dem Satelliten- und Kabelfernsehen kostenlose Konkurrenz. Der analoge Fernseh-Empfang wird abgeschaltet. Justin Frankel verlässt AOL. Frankel, der 1996 den MP3-Player Winamp entwickelt hatte, hatte seine Firma Nullsoft 1999 an AOL verkauft. Einer der Vertragsbestandteile war, dass er weiter für die Nullsoft-Division von AOL zuständig sein solle. Da aber AOL einige seiner Entwicklungen, u. a. die Peer-to-Peer Software Gnutella nicht ins Konzept passten gab es immer wieder Ärger. Der Gründer des Xerox PARC, George E. Pake stirbt nach langer Krankheit 80-jährig. Die EU-Kommission verurteilt Microsoft zu einer Geldstrafe von 497,2 Millionen Euro, sowie der Offenlegung der Schnittstellen binnen 120 Tage. Die Vobis AG (Computer-Verkäufer der ersten Tage) strukturiert sich wieder einmal kräftig um. Der Verwaltungsstandort Aachen wird geschlossen und die Reste nach Potsdam verlegt. Der Gründer des Xerox PARC, George Pake stirbt 79 jährig. Pake gründete 1970 das Palo Alto Research Center, welches er bis zu seine Ablösung durch Bob Spinrad 1978 leitete. Adobe übernimmt seinen Mitbewerber Macromedia für 3,4 Milliarden US$ in Aktien. Der Vater von "ASCII" beziehungsweise des 8-Bit-Standards und der Erfinder der ESC-Taste und des "\", Robert William Bemer stirbt 84-jährig an Krebs. Er warnte bereits 1971 vor dem Jahr-2000-Problem. Er entwickelte u. a. den Cobol-Vorläufer Corntran mit. Das XFree86-Team spaltet sich, es entwickelt sich die X.Org Foundation, die eine deutlich schnellere Entwicklung des X-Servers für Linux ermöglicht und verwirklicht. |
| 2005 | Mikrosonden beseitigen Blutgerinnsel in den Adern, Thrombosen sind schnell heilbar. Alle Techniken der analogen und digitalen DFÜ über Drahtleitungen werden durch Glasfaserübertragungen abgelöst. Rechner für den Privatgebrauch werden gestellt. Der Internetzugang ist inklusive, denn Rechner und Internet werden durch Werbung gesponsert, der e-commerce macht's möglich. Neben den schon bekannten Ortungs- und Navigationssystemen bekommen die PKW und LKW Videoausrüstungen im Infrarotbereich zur besseren und sichereren Orientierung bei Nacht oder schlechter Sicht.( Das hat sich bis hierhin alles nicht erfüllt!). Navigationssystem am Fahrrad: Dient der Wegfindung und Ortung des Fahrers. Handys und PDAs bekommen Festplatten mit mehreren Gigabyte Speicherkapazität eingebaut. Der 7er-BMW hat ein Abstand-Radar-System, die Adaptive Cruise Control (ACC). INTEL fertigt seine Prozessoren mit der 65 nm - Technologie. Nach langen Querelen im Vorjahr wird die Mauttechnik für LKW's eingeführt und das System läuft. Am 12. Januar kassiert der Staat allein 10 Millionen € Mautgebühr. Der zentrale deutsche Internetknoten DE-CIX (Deutscher Commercial Internet Exchange) wurde im Februar auf eine Kapazität von 2,2 TBit/s aufgerüstet, teilt der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco Forum e.V.) mit. Mit dem Schritt wurde der Zentralknoten für den deutschen Internetverkehr dem steigenden Datenvolumen angepasst. T-Online konnte im deutschen DSL-Markt im dritten Quartal 2005 um 342.000 DSL-Tarifneukunden zulegen und kommt damit nun auf über 4,0 Millionen DSL-Kunden. Und E-plus, drittgrößter Mobilfunker kann über 10 Millionen Kunden vorweisen. Die neue Top500-Liste der Supercomputer: Auf der anlässlich der Supercomputer-Konferenz SC05 präsentierten 26. Top500-Liste konnte IBM den ohnehin großen Vorsprung in der obersten Klasse der Supercomputer noch weiter ausbauen. Mit 280 TeraFlop/s hat das weltschnellste System nun gegenüber der letzten Liste vom Juni 2005 mehr als die doppelte Leistung - bis zu den PetaFlop/s ist es nun nicht mehr weit. IBM hat die Zahl der Prozessoren im Spitzensystem der Lawrence Livermore National Labs im Herbst auf 131 072 BlueGene-Prozessoren verdoppelt. Mit nunmehr 280,6 TeraFlop/s ist es bezüglich des zugrunde liegenden Linpack-Benchmarks schneller als die auf der Liste folgenden fünf Systeme zusammengerechnet. Auch Platz zwei wird von einem IBM-BlueGene-eServer gehalten, der bestückt mit 40 960 Prozessoren in IBMs Thomas J. Watson Research Center auf 91,3 TeraFlop/s kommt. Und zum Triumph-Einlauf gehört auch noch die Bronze-Medaille: das ASC-Purple-System in den LLN-Labs ist ebenfalls ein IBM-Rechner, aber nicht ein spezieller massivparalleler BlueGene-Zahlenknacker, sondern eine Farm von P5-570-eServern, zusammengesetzt aus 1280 „Squadron“-Knoten mit jeweils acht Power5-1,9-GHz-Single-Prozessoren. Insgesamt kommt die bisherige Ausbaustufe mit ihren 10 240 Prozessoren auf 63,4 TeraFlop/s (bei 7,5 Megawatt Energieaufnahme. Zum Vergleich: Der über viermal so schnelle BlueGene/L verbraucht etwa 3 Megawatt). Bis Jahresende sollen noch 256 Knoten hinzukommen, die das System dann auf 76 TeraFlop/s beschleunigen. Der Itanium-Cluster „Columbia“ der NASA, mit dem Intel und SGI im vergangenen Jahr den Platz eins erklimmen wollten, ist mit seinen 51,9 TeraFlop/s nun auf Platz vier verdrängt. Insgesamt hat Itanium deutlich an Boden im High Performance Computing verloren: Waren im Juni noch 79 Systeme unter den schnellsten 500 verzeichnet, so sind es jetzt nur noch derer 46. Dennoch konnten Intel-Prozessoren dank zahlreicher Xeons (81 davon mit Xeon-EM64T) genau zwei Drittel aller Top500-Systeme beseelen, vor IBM Power (73) und AMD Opteron (55). Und Intel landete zusammen mit Dell auch einen prestigeträchtigen Überraschungscoup: Der Xeon-Cluster „Thunderbird“ an den Sandia Labs konnte sich mit seinen 8000 Xeon-3,6-GHz-Prozessoren nämlich knapp vor den 10 000 Opteronen im Cray-Cluster „Red Storm“ desselben Instituts platzieren. Quelle: c't 25/05. Firefox und Opera, die besten alternativen Browser, beginnen einen Sturmlauf auf den Internet Explorer. Und ein IE 7 lässt lange auf sich warten. Die drei ehemaligen PayPal-Mitarbeiter Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gründen die Online-Videoseite Youtube.com. Die Seite ermöglicht es Besuchern, beliebige eigene Videoclips für die Allgemeinheit hochzuladen. Die Plattform erfreut sich binnen kürzester Zeit enormer Beliebtheit und bringt es dann im Oktober 2006 bereits auf mehr als 100 Millionen Besucher pro Tag. Doch schon im Oktober diesen Jahres wird Youtube von Google übernommen. Die PC-Division von IBM wird durch die chinesische Lenovo übernommen. Lenovo hat 1,25 Milliarden US-Dollar, an IBM gezahlt. IBM hält damit noch 18,9 Prozent an Lenovo. Damit rückt Lenovo zur Nummer 3 im PC-Markt auf. Der „Vater des Mikrochips, der Nobelpreisträger Jack Kilby stirbt 81 jährig. Er meldete 1958 bei TI den IC an. Microsoft bringt in Europa seine XBox360 auf den Markt (in den USA seit dem 22. November erhältlich). Damit läutet Microsoft als erste den nächsten Technologieschritt in der Spielkonsolen-Branche ein. Lieferprobleme und technische Mängel bremsen jedoch den Erfolg. Auch durch die Ankündigung Sonys für die PlayStation 3 im kommenden Jahr, laufen die Geschäfte insbesondere für die Spiele-Hersteller deutlich schlechter als erwartet. Nach Berechnungen von iSupply legt Microsoft bei jeder verkauften Konsole US$126,- drauf (Materialkosten ohne Lohn bei einem US-Verkaufspreis von US$ 399,-). Seagate gibt bekannt, den Konkurrenten Maxtor für 1,6 Milliarden US$ übernehmen zu wollen. Seagate ist mit 30% Marktanteil derzeit die Nr. 1 im Festplattenmarkt, Maxtor mit 13,5% die Nummer 3. Die Techniken Xgl von Novell und AIGLX von Red Hat ermöglichen die einfache Nutzung hardwarebeschleunigter Effekte auf dem Linux-Desktop. Oracle veröffentlicht eine eigene Variante von Red Hat Enterprise Linux. Novell und Microsoft kündigen eine Zusammenarbeit zur besseren Interoperabilität an. Das Projekt openSuse wird als freie Community-Distribution von Novell gestartet. Außerdem erschien im Oktober OpenOffice.org in der Version 2.0, die den OpenDocument-Standard von OASIS unterstützt. |
| 2006
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Bauelemente wie Chips erfahren eine 300fache Verkleinerung und werden damit vielseitiger und billiger. Fahrzeuge fahren vollautomatisch. Bordcomputer steuern sämtliche Bewegungen. Intel präsentiert eine CPU mit insgesamt 350 Millionen Transistoren. (Das war die Aussage der FOCUS-Studie von 1995!) Das Fußballweltmeisterschaftsjahr in Deutschland löst einen Boom auf die sich endlich endgültig durchgesetzte HDTV-Technologie aus. LCD- und Plasmabildschirme sind der Renner in der Unterhaltungs- und Informationsindustrie. W-LAN, Voice over IP, Navigationsgeräte, Digitalfotografie, Flatrate für Telefonie und Internet, SDSL, ADSL2+, Kostensenkung im Mobilbereich und DUAL-Core Prozessoren sind die Schlagworte des ersten Halbjahres. HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) bietet auf der bestehenden UMTS-Infrastruktur höhere Datenraten. Die Telekom steigt in das Fernsehgeschäft über die Videostreaming-Technologie ein. Premiere, der erste Bezahlsender in Deutschland, bekommt keine Bundesligarechte mehr. Windows Vista, der Nachfolger von Windows XP wird angekündigt. Neben besserer Bedienbarkeit und angeblich besserer Sicherheit unterstützt es auch die neue 64-Bit-Technologie. 2-Prozessorkerne bei den CPU's sind der neue Renner und setzen sich selbst bei Laptops durch. Diese Prozessoren haben fast 300 Millionen Transistoren! Die GSM Association veröffentlichte eine Prognose, wonach 90 Prozent der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2010 per Handy erreichbar sein werden. Derzeit liegt die Mobilfunknetzabdeckung auf dem Globus bei 80 Prozent. Der schnellste Computer der Welt ist nach wie vor ungeschlagen die Rechenanlage "BlueGene/L" von IBM (280,6 Teraflops). Der US-Supercomputer landete zum fünften Mal in Folge auf Rang eins der Weltrangliste der 500 schnellsten Rechner. Im Zusammenhang mit dem Amoklauf eines erwachsenen Schülers im November in Emsdetten rückten wieder einmal Computer- und Videospiele ins Rampenlicht, gepaart mit der Forderung eines Verbots von Killerspielen. Die meisten Provider haben DSL 16000 (ADSL2+) ohne wesentliche Preiserhöhung im Angebot. Core-DUO- und Quad-DUO-Technologien sind, bzw. werden Standard auf dem Prozessormarkt. Der Apple Chef-Designer Jonathan Ive wird von der englischen Königin zum "Commander of the Most Excellent Order of the British Empire" geschlagen. Microsoft beugt sich überraschend dem Druck der EU-Komission und gibt bekannt, die Teile des Quellcodes von Windows Server an Fremdfirmen zu lizenzieren, die Gegenstand in der laufenden Kartellklage der EU gegen Microsoft sind. Bereits eine Woche später zeigt sich jedoch, dass die Unterlagen völlig unzureichend sind und nicht dem entsprechen, was die EU gefordert hat. Es sieht viel mehr danach aus, also wolle Microsoft hier eine weitere Quelle zum kassieren von Lizenzgebühren eröffnen. Das von Steve Jobs aufgebaute Animationsstudio Pixar wird durch Aktientausch für 7,4 Milliarden US$ an Disney verkauft. Jobs wird damit der größte Aktionär von Disney. Jobs hatte Pixar 1986 für 10 Millionen(!!) US$ von LucasFilm gekauft. Paul Flatherty, 1964 geboren, stirbt an einem Herzinfarkt. Flathery entwickelte in den 1990er Jahren bei DEC die Suchmaschine AltaVista, welche als Pionier der Internet-Suchmaschinen gilt. Die TK-Konzerne Alcatel und Lucent geben ihren Zusammenschluss bekannt. Damit entsteht mit einem Umsatz von Euro 21 Milliarden der größte TK-Konzern der Welt. AMD kauft für 5.4 Milliarden US$ den Kanadischen Grafikkarten-Chipsatzhersteller ATI. Der "Mister CeBit" genannte Jörg Schomburg stirbt 62jährig nach kurzer schweren Krankheit. Nach Eintritt in die Messe AG in Hannover 1979 trieb er die Herauslösung der kleinen Schau CeBit aus der Hannovermesse zu einer eigenständigen Messe voran. Daher gilt er als Gründer der heutigen CeBit, die aber inzwischen nicht mehr den Charme der Neunziger Jahre hat. William Norris, der Firmengründer von Control Data stirbt 95jährig in Bloomington, Minnesota. In den 1960er Jahren wurde Control Data durch sein von Seymour Cray und einem 34 köpfigen Team entwickelten System CDC6600 berühmt, da diese Mainframe 10x schneller als das System der übergroßen IBM war. Diese Anlage veranlasst IBM, sein System/360 anzukündigen ohne dass es eine Aussicht auf eine Verfügbarkeit gab. Daraufhin verklagte Norris IBM und bekam 600 Mill. US$ zugesprochen. Die Suchmaschine Google kauft die OnlineVideo Plattform Youtube.com für US$1.65 Mrd. in Aktien. Youtube.com wurde erst im Februar 2005 gegründet, ist in seinem Segment aber bereits mit deutlichem Abstand Marktführer. Google hat damit wieder einmal Yahoo überrundet, die bzgl. einer Übernahme schon länger mit Youtube.com in Verhandlungen standen. Ray Noorda, langjähriger Chef von Novell stirbt 82-jährig. Noorda gilt als einer der Begründer der Vernetzung von Computern, da er in seiner Zeit als Chef von Novell von 1983 bis 1995 u.a. NetWare herausbrachte und durch billige Ethernetkarten die Vernetzung vorantrieb. Der "Festplatten-Pionier" Alan Shugart stirbt 76-jährig in Kalifornien. Shugart gehörte bei IBM zu dem Team, das die erste Festplatte erfand. 1979 gründete er zusammen mit Finis Conner den Plattenhersteller Seagate. 1998 verließ Shugart Seagate und gründete das Startup-Unternehmen Al Shugart International. Ende des Jahres erscheint der Internet Explorer 7, er ist auf dem Stand der Technik. Die Internetseite www.peterzahlt.de vermittelt kostenlose Telefongespräche in Europa, Amerika und Australien. Im April geht Wikipedia.de nach kurzer Rechteunsicherheit wieder an’s Netz. Eine weltweite Community füllt diese Enzyklopädie mit Inhalt und ist verfügbar in vielen verschiedenen Weltsprachen. |
| 2007 | Computer übersetzen vollautomatisch Texte in wichtige Sprachen. INTEL
fertigt seine Prozessoren mit der 45 nm - Technologie. (Das war die Aussage
der FOCUS-Studie von 1995!) Die Flatrate auf allen kommunikativen Ebenen kehrt bei allen Firmen ein. Die Deutsche Telekom gibt eine Gewinnwarnung heraus. Grund der fehlenden Gewinne ist der Preiskampf zwischen allen Telefonanbietern und Providern. Viele Angebote sind leider eine Mogelpackung. Also bitte das Kleingedruckte lesen! Youtube.com und myvideo.com machen Furore. Millionen von Menschen stellen ihre kleinen selbst gedrehten Videos ins Netz. Ende bringt Microsoft sein neues Betriebssystem "Vista" in fünf verschiedenen Versionen heraus. Vista bringt die 64-Bit-Technik mit. Der Informatik-Pionier John Backus ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Turing-Preisträger leitete bei IBM einst das Team, das die Programmiersprache Fortran entwickelte. Im Jahr 1977 wurde John Backus mit dem ACM Turing Award für seine tiefg reifenden, einflussreichen und nachhaltigen Beiträge beim Design von höheren Programmiersprachen, insbesondere seine Arbeit an Fortran, ausgezeichnet. Die 1954 veröffentlichte Programmiersprache Fortran gilt als die erste jemals tatsächlich realisierte höhere Programmiersprache. Darüber hinaus entwickelte Backus die Backus-Naur-Form, eine kompakte formale Metasprache zur Darstellung kontextfreier Grammatiken. Er gilt zudem als Vater des Paradigmas der funktionalen Programmierung. 1987 wurde Backus zum IBM Fellow ernannt, 1993 erhielt er den Draper Prize. 1991 setzte sich Backus zur Ruhe. |
Nach einer Delphi Studie (Zur Entwicklung von
Naturwissenschaft und Technik)
aus 1995 (Zitat: FOCUS 51/1995):
| 2008 | Computer errechnen die Molekularstruktur neuer Substanzen nach Vorgabe der gewünschten Eigenschaften. Computer können Bücher und Dokumente selbständig auswerten und zusammenfassen Forscher gewinnen Klarheit, welche Einflüsse Krebs verursachen. Das ist nur durch aufwendige Berechnungen an Supercomputern möglich. Intelligente Gebrauchsgeräte tauschen untereinander Informationen aus und steuern und/oder beeinflussen sich gegenseitig. |
| 2009 | Künstliche Muskeln und Gelenke lassen sich durch das körpereigene Nervensystem steuern. Mit Helium gefüllte High-Tech-Zeppeline schweben in 20000 Metern Höhe über Ballungszentren und dienen mit den solargetriebenen Hochleistungsservern als Relaisstationen für Internet und Telefonie. INTEL fertigt seine Prozessoren mit der 32 nm - Technologie. |
| 2010 | Elektroautos fahren mit Solarstrom, getankt wird an Solartankstellen. Augenersatzgeräte mit Anschluss an das Nervensystem. Die meisten Blinden sehen wieder. Kleidung mit Chips und leitenden Fasern ersetzen Notebooks, Handys und Organizer. |
| 2011 | Prozessoren arbeiten mit Taktfrequenzen bis zu 10 GHz. Möglich wird dies durch eine 0,07 Mikron- Technik. Die Spannung wird wegen Hitzeproblemen bei ca. 1 Volt liegen müssen. |
| 2012 | Mit Supraleitern lässt sich Strom ohne Energieverlust über lange Wege transportieren. Bei den Silizium-Chips gelangen die Strukturen in den Nanobereich. |
| 2013 | Die Miniaturisierung geht weiter: Schalter (Transistoren) in Atomgröße finden allgemeine Verwendung. Vorsorge gegen Krebs ist möglich. Die Bevölkerung wird computerberechnet und individuell geimpft. |
| 2014 | Magnetschwebebahnen fahren 1000 Kilometer pro Stunde. Das Klimagift Kohlendioxid wird aus der Atmosphäre abgesaugt und umweltneutral gelagert. |
| 2015 | Dreidimensionale Datenspeicher arbeiten nach holografischen Verfahren. Der optische Computer auf Basis von Farbstoffen (Fluoreszensfarbstoffe) wird Taktraten von 500000 Gigahertz erreichen. |
| 2016 | Konsumgüter werden immer langlebiger. Sie werden durch Fernwartung (Updates) ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Lagerung großer Strommengen in Energiespeichern mit Supraleittechnik. Holophone ersetzen das Bildtelefon. Der Gesprächspartner sitzt einem Scheinbar gegenüber. So entsteht eine realistische Gesprächsatmosphäre. |
| 2017 | Ideenfindung lässt sich mit Stimulatoren und Präparaten künstlich anregen. Mikroprozessoren nutzen lebende Zellen, um sich über lange Zeit selbständig mit Energie zu versorgen. Die erste virtuelle öffentliche Bücherei verleiht rund um die Uhr Literatur per Mausklick. Vorläufer ist das Internet-Projekt „Gutenberg" mit seinen Klassikern. |
| 2018 | Weltweit wird mit Photovoltaik Wasserstoff erzeugt und zum wichtigsten Energieträger. Raumschiffe fliegen mit Magnet-Rückstoßbetrieb. Entfernte Planeten sind nun in überschaubaren Zeiten erreichbar. |
| 2019 | Umstellung auf Solarenergie: Strom aus der Wüste wird über Supraleitung in die Industriezentren transportierbar. |
| 2020 | Solarkraftwerke im Weltraum versorgen uns mit Strom, der durch elektromagnetische Wellen zur Erde gelangt. Bill Gates, inzwischen rund 70 Jahre alt, hat es endlich geschafft, seine Vision vom papierlosen Büro verwirklicht zu haben. Es gibt keine handschriftlichen Dokumente mehr. Silizium ist in den Computern nicht mehr die Grundsubstanz der Chips. Es ist durch Polymere und Biopolymere abgelöst worden. |
| 2023 | Mediziner arbeiten mit so genannten Tricodern, wie schon bei Star-Trek gezeigt (Pille), um die biologischen Funktionen eines Menschen abscannen zu können. |
| 2030 | Nanomaschinen, die Atom für Atom aufgebaut sind, beginnen zu arbeiten. |
„Bis zum Jahre 2025 wird das digitale Netzwerk unser Leben grundlegend verändern!"