Unser Haus des Lernens
Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem jeder willkommen ist.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Anforderungen, die eine
multikulturelle Gesellschaft an Schule stellt, gemeinsam zu
erfüllen: Unser Haus des Lernens soll ein Haus des
Zusammenlebens sein, eine Schule
ohne Rassismus.
Wir dulden keine Ausgrenzung von Minderheiten, weil dadurch
"das friedliche und demokratische Miteinander im
Alltag"[ 1 ] zerstört
wird. Im Gegenteil: Wir wollen ein Haus des
Lernens, in dem die, die in ihm leben, von "der
Solidarität der Gemeinschaft"[ 2
] getragen werden. Wir wollen eine antirassistische
Schule, die das Selbstwertgefühl jedes einzelnen stärkt, egal
welche soziale oder kulturelle Herkunft er hat. Wir wollen
Integration statt Ausgrenzung und denken, dass das
"Zusammenleben in einer multikulturellen Schule und in einer
dauerhaft multikulturellen Gesellschaft eine durchgängig
interkulturelle Erziehung in allen Schulstufen und
Bildungsgängen" [ 3
] erfordert.
Mit unserem Beitrag "Damit kein Gras darüber wächst
..." wollen wir einerseits die Zeit des Nationalsozialismus
wachhalten, damit es nicht zu Wiederholungen kommt, andererseits
unsere eigene "gebrochene Identität" [ 4 ] überwinden.
Schule ohne Rassismus - Was ist das ?
Die Idee entstand 1988 in Belgien und gelangte im August 1995
über die Niederlande nach Deutschland. Das Projekt ist eine
Jugendinitiative und setzt in der Schule an, da hier viele zum
ersten Mal mit Minderheiten in Berührung kommen, und weil hier
die Einstellung noch beeinflusst werden kann. Dieses Projekt soll
die SchülerInnen von heute auf morgen vorbereiten, damit eine
freundlichere Gesellschaft geschaffen wird, die Minderheiten
nicht ausgrenzt.
Wie wird man "Schule ohne Rassismus"?
Es gibt zwei Bedingungen. Erstens müssen sich die
SchülerInnen mit dem Thema Rassismus in Art von Projekttagen
beschäftigen. Danach muss eine Abstimmung an der Schule
stattfinden, bei der mindestens 70% aller SchülerInnen,
LehrerInnnen und MitarbeiterInnen unterschreiben. Wenn diese
Bedingungen erfüllt wurden, kann der Schirmherr/die
Schirmherrin, an der Max-Born-Realschule ist es Gabriella
Wollenhaupt, das Schild "Schule ohne Rassismus"
verleihen. Durch das besondere Engagement der damaligen SV wurde
die MBR am 29. Februar 1996 zur "Schule ohne
Rassismus".
1) Denkschrift Zukunft der Bildung,
XVII
2) Denkschrift Zukunft der Bildung, S.
122
3) Denkschrift Zukunft der Bildung, XVI
4) Ignaz Bubis in: Frankfurter Rundschau, 29.04.1997