Internationales Kunstprojekt "terra art"

Durch den Besuch der Anne-Frank-Ausstellung ergaben sich per Zufall Kontakte zum IBB Dortmund (Internationales Bildungs-und Begegnungswerk e.V., Reinoldistrasse 2-4, 44135 Dortmund). Da wir uns mit dem Holocaust in Dortmund auseinandersetzen wollten, wagten wir uns an das internationale Kunstprojekt "terra art- Auschwitz begann an vielen Orten", das von dem Künstler Alfons J. Kleine Möllhoff aus Oberhausen ins Leben gerufen wurde.

terra art- was ist das?

Durch das Erstellen von Skulpturen aus Erde soll die Entwurzelung und Entbürgerlichung der Menschen künstlerisch nachempfunden werden, die aus dem Nazi-Deutschland ausgegrenzt wurden und für die letztlich Auschwitz als Symbol des Massenmordes steht. Mit der Suche nach geeigneter Erde und dem Forttragen dieses Materials beginnt bereits der Prozess der nichtsprachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Dem namenlosen Massenschicksal wird nun die Individualität der Lebensorte und Lebensgeschichten der ausgegrenzten Bürger gegenübergestellt: Auschwitz begann an vielen Orten- auch bei uns in Dortmund! Die dabei aufkommende Frage, "wie konnte das passieren?" hat zur Folge, dass jeder sich mit den heutigen Formen von Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen muss. Weitere Informationen zu terra art findet man bei  D.I.R., dem Dokumentations-und Informationszentrum für Rassismusforschung an der Universität Marburg.


Unsere Erfahrungen mit terra art

Nachdem wir uns inhaltlich intensiv mit dem Holocaust in Dortmund  beschäftigt hatten, beteiligten sich zunächst alle Schüler und Schülerinnen am Erstellen von Skulpturen. Günstig ist es, zunächst eine Kugel zu formen, die man später entsprechend  bearbeitet. Die Auswahl der Erde - sie sollte möglichst tonhaltig sein- entscheidet mit über das Gelingen der Skulptur. Während der Arbeit wurde schnell deutlich, wer eine Beziehung zwischen dem Material Erde, dem Thema und seiner eigenen Person herstellen konnte. Das hatte zur Folge, dass im Grunde genommen nur noch die Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen sich weiterhin am Kunstprojekt beteiligten. Die jüngeren ekelten sich zum Teil vor dem Material, zogen sich deshalb Gummihandschuhe an und verweigerten die Mitarbeit.  Diejenigen, die weitermachen wollten, wünschten sich, in vertrauten Kleingruppen in Ruhe zu arbeiten.
Am Ende des Schuljahres sagte eine Schülerin: " durch 'terra art' habe ich im wahrsten Sinne des Wortes dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte 'begriffen' ."
In einem Text hat eine Teilnehmerin ihre Gedanken festgehalten.
Wir denken, dass im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts das Kunstprojekt terra art in der Jahrgangsstufe 10 eine nicht durch Texte oder Bilder zu ersetzende Funktion hat und möchten zur Beteiligung Mut machen.


Unsere Skulpturen

Skulptur von Corinna Skulptur von Sabrina Skulptur von Andres
Corinna Sabrina Andreas

 

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