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08. 06. 2001  

0 Die wichtigsten Fragen an einen Stellenbewerber
beim Vorstellungsgespräch
Merke:
Ein Lächeln und eine offener Blick sind hilfreich, um ein Vorstellungsgespräch erfolgreich zu überstehen.
Beides spricht für ein sicheres Auftreten und Interesse am Gesprächspartner. Die Körpersprache entscheidet am meisten über den Erfolg des Bewerbungsgesprächs mit.
Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen? Wie würden Sie sich selbst charakterisieren? Wie würde Sie ein guter Freund beschreiben?

Antwort:
Kannst du dich selbst richtig einschätzen? Hast du Selbstbewusstsein und ein gesundes Selbstvertrauen? Nenne nur sehr allgemeine Eigenschaften wie "fleißig" oder "pünktlich", oder auch solche, durch die du dich positiv von anderen Bewerbern abhebst, die etwa die gleiche Ausbildung haben wie du? Entsprechen deine Stärken (Eignungsprofil) dem Anforderungsprofil für diese bestimmte Stelle? Sind deine eventuellen Schwächen für diese Position unerheblich? Kannst du diese Schwächen innerhalb einer angemessenen Zeit reduzieren? Nenne auch einige deiner Schwächen, die nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Menschen ohne Schwächen gibt es nicht.
  
Welche Ziele wollen Sie heute in 5 Jahren erreicht haben?
Antwort:
Denkst du tätigkeitsorientiert (Was liegt so an, was kommt auf dich zu?) oder zielorientiert (Was willst du eigentlich erreichen, was musst du alles tun?). Gehst du arbeitsmethodisch vor? Hast du realistische Karrierepläne?
 
Was verstehen Sie unter Erfolg?
Antwort:
Unter Erfolg kann deine Annahme und gute Bewältigung von Herausforderungen und das Erreichen von privaten und/oder beruflichen Zielen verstanden werden.
 
Nennen Sie die größten Erfolge in Ihrem Leben. Was waren Ihre größten Misserfolge?
Antwort:
Sind deine Erfolge auf Zielstrebigkeit, Fleiß oder besonderes Engagement zurückzuführen, oder fielen sie dir einfach in den Schoß? Kommen diese Erfolge mehr aus deiner beruflichen oder privaten Sphäre? Welche Konsequenzen hast du aus eventuellen Misserfolgen gezogen?
  
Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie? Wie viel möchten Sie in 5 Jahren verdienen?
Antwort:
Kennt du deinen eigenen Wert? Kannst du diesen Wert auch vertreten? Hast du eine konkrete Vorstellung vom Wert des künftigen Arbeitsplatzes? Hast du daher realistische Gehaltsvorstellungen? Kennst du die Gehaltsstrukturen und die möglichen Gehaltsbandbreiten bei deinen eigenen Forderungen? Informiere dich rechtzeitig über den Gehaltsrahmen vergleichbarer Positionen!
 
Welche beruflichen Ziele haben Sie? Wann wollen Sie diese endgültig erreicht haben?
Antwort:
Kann du deine Stärken in einen realistischen Plan einbringen? Verfolgst du überhaupt ein Ziel?
 
Arbeiten Sie lieber allein oder in einer Gruppe?
Antwort:
Bist du eher introvertiert oder extrovertiert? Bist du bereit, dich anzupassen und einzuordnen? Bist du teamfähig? Verfolgst du einen mehr sachorientierten oder mehr mitarbeiterorientierten Arbeitsstil?
  
Was ist Ihnen bei Ihrem Arbeitsplatz besonders wichtig?
Antwort:
Orientierst du dich ausschließlich an der materiellen Ausstattung einer Stelle oder sind für dich nicht materielle Aspekte ebenfalls wichtig?
 
Erzählen Sie bitte etwas über sich selbst.
Antwort:
Mit dieser Aufforderung wird das Vorstellungsgespräch häufig eröffnet. Bitte keine langatmigen Romane! Berichte in höchstens drei Minuten von den wichtigsten Stationen in deinem Leben. Lege dabei besonderes Gewicht auf die Gesichtspunkte, die für dich im Hinblick auf die gewünschte Stelle bedeutsam sind.
 
Sind Sie ledig / verheiratet / verwitwet?
Antwort:
Schon diese, selbstverständlich richtige Beantwortung kann über deine Bewerbung entscheiden.
 
Haben Sie Kinder? Wie alt sind diese?
Antwort:
Wer Kinder hat, ist wegen deren Schulsituation weniger mobil.
 
Welchen Beruf übt Ihr Ehepartner / Ihre Eltern aus?
Antwort:
Aus welchem Milieu kommst du? Welchen Einflüssen unterliegst du vielleicht? Bist du durch den Beruf des Partners vielleicht weniger immobil?
 
Wie steht Ihr Partner / Ihre Partnerin zu Ihrer Bewerbung? Akzeptiert er / sie einen eventuellen Umzug?
Antwort:
Unterstützt die Partnerin/der Partner deine Bewerbung oder verhält sie/er sich eher ablehnend?
 
Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welche Hobbys haben Sie?
Antwort:
Hast du einen begrüßenswerten Ausgleich zum Beruf? Betreibst du ein unfallträchtiges Hobby, z.B. Motorradfahren? Kostet das Hobby viel Zeit und hindert es dich daran, auch einmal Überstunden zu machen?
  
Sind Sie in Vereinen, Verbänden oder Organisationen tätig? Bekleiden Sie ein öffentliches Amt oder Ehrenamt?
Antwort:
Besitzt du organisatorisches Geschick? Ein Engagement außerhalb des Berufes zeugt von Initiative und Kommunikationsfreude und wird daher gerne gesehen, solange die berufliche Tätigkeit dadurch nicht entscheidend beeinflusst wird.
 
Üben Sie Nebentätigkeiten aus? Haben Sie andere Einkommensquellen?
Antwort:
Steht deine volle Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung? Bist du durch andere Einkommensquellen finanziell unabhängig?
 
Sind Sie schwerbehindert?
Antwort:
Die Frage nach Schwerbehinderung ist erlaubt. Kannst du erkennen, dass du die vorgesehene Tätigkeit nicht oder nur sehr eingeschränkt ausüben kannst, musst du auch ungefragt auf deine Behinderung hinweisen.
 
Können Sie irgendwelche Tätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben?
Antwort:
Wer du an einer Krankheit leidest, die deine Leistungen am zu besetzenden Arbeitsplatz erheblich beeinträchtigen, musst du diese offenbaren.
 
Sind Sie an einer medizinischen Einstellungsuntersuchung auf unsere Kosten einverstanden?
Antwort:
Viele Unternehmen verlangen vor Abschluss eines Arbeitsvertrages eine Einstellungsuntersuchung, z.B. bei Mitarbeitern die zukünftig pflegend oder helfend mit anderen Personen umgehen sollen, oder bei besonders körperlich anstrengenden Berufen. Obwohl du nicht verpflichtet bist, dich untersuchen zu lassen, verspielst du möglicherweise bei einer Weigerung deine Einstellungschancen.
 
Sind Sie bereit, uns ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen? Müssen Sie in der nächsten Zeit mit einem Eintrag ins Führungszeugnis wegen eines laufenden Ermittlungs- oder Strafverfahrens rechnen?
Antwort:
Diese Frage wird oft gestellt, um eine direkte (peinliche) Erwähnung von Haftstrafen oder laufenden Strafverfahren zu vermeiden. Straftaten, die im Zentralregister gelöscht sind, und nicht mehr im Führungszeugnis erscheinen, darfst du verschwiegen, soweit sie für die Art der zu besetzenden Position unwichtig sind.
 
Welche Schulen haben Sie besucht?
Antwort:
Hast du Schulen gewechselt? Warum? Hast du besonders erwähnenswerte Schulen besucht?
  
Wo und wie lange haben Sie studiert?
Antwort:
Nach welchen Kriterien hast du deinen Studienort ausgewählt? Hast du kurze oder lange Zeit studiert? Hast du Auslandserfahrungen gesammelt?
 
Welche Fächer Ihrer Schul- und Berufsausbildung haben Ihnen Spaß gemacht, welche nicht?
Antwort:
Waren bei dir schon frühzeitig spezielle Begabungen oder Neigungen erkennbar? Decken sich die für die Position wichtigen Schul- und Ausbildungsfächer mit deinen Interessen?
 
Welche Praktika haben Sie absolviert? Wo?
Antwort:
Hast du dich frühzeitig um eine Praktikumsstelle bemüht? In welchen Unternehmen?
 
Wie lautete das Thema Ihrer Examens-, Diplom- oder Doktorarbeit?
Antwort:
Hast du ein praxisnahes Thema bearbeitet?
 
Waren Sie Mitglied in einer Studentenorganisation? Haben Sie sich außerhalb Ihres Studiums in einer Partei, in einem Verband, in einem Verein, einer kirchlichen oder karitativen Organisation engagiert?
Antwort:
Warst du außerhalb der Hochschule aktiv und hast dabei Führungsfähigkeit und/oder Engagement bewiesen?
 
Welche Bücher haben Sie im letzten Jahr gelesen? In welchen Theaterstücken, Filmen, Konzerten waren Sie? Welche Zeitungen und Zeitschriften lesen Sie? Wie bilden Sie sich weiter?
Antwort:
Bist du geistig beweglich? Bemühst du dich um eine gute Allgemein- und eine sinnvolle Weiterbildung? Beschäftigst du dich auch mit Dingen außerhalb deines Fachgebietes?
 
Gibt es Personen, die Ihren Berufsweg entscheidend beeinflusst haben? Wer hatte in Ihrem Leben den größten Einfluss auf Sie?
Antwort:
Persönlichkeiten, die als Vorbilder gesehen werden, sind selten geworden. Begründe, in welchen Bereichen gegebenenfalls diese Personen dich geprägt haben könnten.
 
Warum waren Sie arbeitslos? Erklären Sie bitte die Lücken in Ihrem Lebenslauf.
Antwort:
Der Interviewer erwartet eine plausible und ehrliche Antwort von dir. Du sollst damit nachweisen, dass du in dieser Zeit z.B. durch Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen und durch vielfältige Bemühungen deinen Wiedereintritt in das Berufsleben aktiv forciert hast.
 
Welche Aufgaben hatten Sie in Ihrer letzten Stellung?
Antwort:
Hat der Bewerber genügend Erfahrungen für die jetzige Stelle gesammelt? Wie war sein Arbeitsstil im letzten Unternehmen?
  
Haben Sie Ideen entwickelt und realisiert? Welche Probleme haben Sie gelöst?
Antwort:
Besitzt der Bewerber Kreativität, Durchsetzungs- und Problemlösungsfähigkeit? Wie selbständig denkt und arbeitet er?
 
Wie war die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Kollegen? Wie sind Sie mit Ihrem letzten Chef zurecht gekommen? Dürfen wir uns bei ihm nach Ihnen erkundigen?
Antwort:
Kommst du gut mit anderen Menschen zurecht? Bist du ein "schwieriger" Mensch? Suchst du die Schuld auch einmal bei dir selbst oder immer nur bei anderen? Sprichst du positiv oder negativ über deine letzte Firma, deine Kollegen und Chefs?
 
Können Sie Referenzen vorlegen?
Antwort:
Gib -nach Rücksprache mit den Betroffenen- zwei bis drei Personen an.
 
Warum haben Sie so oft gewechselt? Warum haben Sie noch nie gewechselt?
Antwort:
"Verkaufe" häufige oder fehlende Stellenwechsel, ohne dich selbst oder andere in ein negatives Licht zu rücken.
 
Unterliegen Sie einem Wettbewerbsverbot?
Antwort:
Du musst ein eventuelles Wettbewerbsverbot nach Ort, Zeit und Gegenstand im Vorstellungsgespräch angeben.
  
Haben Sie sich schon einmal bei uns beworben?
Antwort:
Hast du vielleicht schon einmal ein Praktikum in diesem Unternehmen absolviert? Aus welchem Grund wurdest du gegebenenfalls abgelehnt?
 
Welche Aussage in unserer Anzeige hat Sie besonders angesprochen?
Antwort:
Hast du die Anzeige wirklich aufmerksam gelesen? Ist der Inhalt der Anzeige bei dir auch "richtig" angekommen?
 
Weshalb haben Sie sich gerade für diese Stelle beworben? Was qualifiziert Sie Ihrer Meinung nach für diese Stelle?
Antwort:
Hier solltest du nicht zu sehr übertreiben, schließlich wirst du nicht gleich deinen Arbeitsplatz, oder gar die ganze Firma revolutionieren wollen oder können! Schließlich kennt dein Gegenüber den Arbeitsplatz viel besser. Gehe sachlich auf diese Frage ein und setze selbstbewusst dein Können und Wollen und deine Berufserfahrung als Argumente ein.
 
Es gibt noch viele andere Bewerber für diese Position. Was können Sie für uns tun, das ein anderer nicht ebenso gut könnte? Warum sollen wir Sie einstellen? Warum glauben Sie, der geeignete Kandidat für diese Stelle zu sein?
Antwort:
Was kannst du zu seinen Gunsten vorbringen? Kannst du die geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen? Weise, allerdings auch mit einer gewissen Bescheidenheit auf Erfahrungen, Leistungen und Erfolge hin.
 
Woher wissen Sie, dass diese Position frei wird?
Antwort:
Arbeiten Verwandte oder Bekannte von dir im Unternehmen? Welche Informations- und Bewerbungsmöglichkeiten hast du noch ausgeschöpft?
 
Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Antwort:
Selbstverständlich hast du dich wirklich gründlich vorinformiert und auf diese Standardfrage vorbereitet? Kennst du z.B. Arbeitsabläufe, Ruf der Firma, Produkte, Umsatz und Umsatzentwicklung? Weißt du auch über deren Konkurrenz und Stellung im landes- oder gar weltweiten Markt bescheid? Oder warst du selber bei der Konkurrenz beschäftigt?
 
Warum möchten Sie gerade bei uns anfangen?
Antwort:
Wie bist du auf das Unternehmen aufmerksam geworden? Woher kennst du das Unternehmen? Kannst du eine gute Begründung für deine Bewerbung vorbringen?
 
Wie stellen Sie sich die Arbeit an Ihrem zukünftigen Arbeitsplatz vor?
Antwort:
Hast du ausreichende Berufspraxis vorzuweisen? Hast du realistische Vorstellungen von den Aufgaben der angestrebten Stelle?
 
Welche Aufgaben möchten Sie gerne übernehmen? Welche Tätigkeiten interessieren Sie überhaupt nicht?
Antwort:
Sei ehrlich. Zeige, dass deine Stärken und Neigungen auf Grund intensiver Selbstanalyse und von Erfahrungen richtig eingeschätzt sind.
 
Haben Sie sich auch bei anderen Firmen beworben?
Antwort:
Bestätige höchstens drei Kontakte. Schließlich befindest du dich nicht auf einem Basar. Nenne aber keine Namen oder Adressen.
 
Wie lange wollen Sie bei uns bleiben?
Antwort:
Zeige Interesse an einer langfristigen Karriere im und Bindung an das Unternehmen. Spreche aber nie von einer lebenslangen Bindung. 25jährige Jubiläen sind zwar toll und es gibt eine schöne Feier, zeugen aber auch von mangelnder Flexibilität und Mobilität. Geht man nach einem Jubiläum und sucht man eine neue Stelle ist man mit Sicherheit aus der alten Stelle herausgeflogen. Herausforderungen, Chancen, Möglichkeiten und Erfolge seien die entscheidenden Kriterien für die Dauer der Zusammenarbeit.
 
Wie lange wird es Ihrer Meinung nach dauern, bis Sie sich eingearbeitet haben?
Antwort:
Viele Stellen erfordern eine längere Einarbeitungszeit. Betone, dass du dich zwar den Anforderungen der Stelle gewachsen fühlst, aber bis zur vollständigen Einarbeitung 3 bis 6 Monate vergehen können. Nicht umsonst gewähren viele Firmen eine sechsmonatige Probezeit, die Verpflichtung aber auch dein Untergang sein kann.
 
Welche Erwartungen haben Sie an künftige Kollegen und Chefs? Welchen Führungsstil bevorzugen Sie?
Antwort:
Bist du an kollegialem Verhalten und am Betriebsklima interessiert? Bist du teamfähig? Wie wirst du mit Kollegen und Chefs auskommen? "Passt" du menschlich in dieses Unternehmen? Bist du lernfähig und lernwillig im Umgang mit anderen?
 
Sind Sie bereit, Ihren Wohnort zu wechseln, wenn das nach unserer Meinung aus betrieblichen Gründen notwendig ist?
Antwort:
Bist du ortsgebunden oder eher mobil? Was sagt deine Familie zu einer möglichen Versetzung?
 
Sind Sie bereit, auch einmal am Samstag oder Sonntag zu arbeiten, wenn betriebliche Gegebenheiten das erforderlich machen?
Antwort:
Wie wirst du dich für das Unternehmen einsetzen? Was sagt deine Familie zu möglichen Überstunden? Von einer qualifizierten Fach- und Führungskraft wird erwartet, dass du in gewissem Rahmen Überstunden zu leisten bereit ist.