Schulgarten Umgestaltung
Beginn: 16. September 1996
Ende: 18. November 1997

Unterstützt haben uns:

Westfälische Rundschau,
Redaktion:
Zeitung in der Schule,
Herr Gerald Nill

Herr Peter Padberg,
Leiter des
Westfalenpark Dortmund
und sein Team

WWF Umweltstiftuung, Bremen

AOK-Dortmund,
Frau Sylvia Gründken

Firma
Zoo-Center Welke, Lünen

Freiwillige Jugendfeuerwehr Asseln
Homepage

 
Verlauf des Projektes
Am 16. September 1996 starteten wir im Deutsch- und Politikunterricht unser Projekt „Zeitung in der Schule" - kurz „ZiS" - der Westfälischen Rundschau und der AOK Dortmund mit einem gemeinsamen Frühstück und ausgiebiger Zeitungslektüre.

Seitens der Veranstalter wurde uns ein riesiger Katalog angeboten, aus dem wir uns fünf „Aktivitäten" aussuchen konnten, über die wir gerne in der Zeitung berichten würden.
Einstimmig setzte die Klasse die „Baumpflanzaktion" an die erste Stelle - und wirklich, wir hatten Glück! - teilte man uns diese Möglichkeit zu.
Frau Silvia Gründken von der AOK Dortmund war uns sogleich behilflich und stellte auch die Kontakte zum Leiter des Westfalenparks, Herrn Padberg, und zum WWF her. Ohne die Unterstützung dieser engagierten Menschen wäre unser Projekt niemals so weit gediehen.
Die Schüler malten und zeichneten ihre „Träume" von einem „ultimativen" Schulgarten. Bei einem Besuch von Herrn Padberg am 22. Oktober in unserem Unterricht stellten sie diese Pläne dann vor.
Natürlich mussten wir uns mit einer auf das Machbare und Finanzierbare reduzierten Version zufrieden geben, doch das tat unserer Begeisterung keinen Abbruch. Eine neue Skizze war schnell gefertigt, ebenso unsere Wunschliste, die wir ihm schon bald übermittelten. So sah sie in unserem Entwurf aus:
Zeichnung: Plan für die Schulgartenneugestaltung

Herr Padberg kalkulierte die Kosten und informierte die AOK. Ende Oktober 1996 machte ich den Antrag auf Unterstützung für den WWF - Fachbereich Umweltbildung fertig, und schon am 20. November wurden uns 650,00 € für Teichfolie, Regentonnen,  Holz und Pflanzen zugesagt.
Doch Rundschau und AOK wollten, dass unsere Pflanzaktion noch in die „ZiS"-Seiten kommen konnte, und so entschloss sich die AOK, die neun Obstbäume selbst zu stiften.
Am 19. November war es dann soweit: Herr Heimann, der im Westfalenpark für die Lehrlingsausbildung zuständig ist, kam mit seinen Azubis und half uns sehr dabei, die neun Bäume zu pflanzen und zu sichern. Die Schüler hatten sich mit der Thematik ausführlich im Biologieunterricht befasst und konnten ganz sachgerecht an die Arbeit gehen. Alle Schüler waren mit großem Eifer bei der Sache und freuten sich sehr über das Lob der Profis.
Es war sehr erfreulich zu beobachten, wie sonst eher leistungsschwächere Schüler hier große Kompetenz zeigten und für andere Schüler Vorbild und Autorität wurden und um Rat und Hilfe angegangen wurden.
„Unser" Bericht mit Foto in der Westfälischen Rundschau am 26. November war dann natürlich ein krönender Abschluss. Über den Winter ruhte unser Garten.
Am Wochenende des 14. / 15. März trat das Ereignis ein, dass uns sehr unsanft aus unserem Winterschlaf weckte: Weite Teile unseres Gartens wurden durch Vandalismus zerstört. Schon am 17. März 1997 wurden wir gezwungen, uns über den Schutz unserer Oase ganz schnell Gedanken zu machen. Wir wussten nun, dass der Bau eines stabilen Zaunes keinen Aufschub mehr duldete und wir nicht mehr auf wärmeres Wetter warten konnten.
Gleich nach den Osterferien bestellte Herr Padberg das Holz für den Zaun, und am 23. Juni kamen wieder die freundlichen Helfer vom Westfalenpark mit dem Holz und einem großen Bohrer für die Pfosten. Hier konnten wir nicht sehr viel helfen, da der Umgang mit den Großgeräten doch zu gefährlich war. Doch auch so hatten wir tausend Dinge im Garten zu tun: Ausbessern der Hütte, Neuanlage der Trockenmauern, Disteln ausgraben, Umschichten und Neubau der Kompostanlagen und vieles mehr. Wir maßen auch unseren zukünftigen Teich aus, steckten Pflöcke in die Erde und verbanden sie mit Schnur - wie es im Biologieunterricht besprochen worden war.
Der Zaun stand noch am selben Tag, und eine Woche später, am 30. Juni 1997, begannen wir mit den Grabearbeiten. Diese erwiesen sich als viel schwieriger als erwartet, der Boden war so hart, dass wir auch mit einer Spitzhacke nichts ausrichten konnten. Gleich nach den Sommerferien schickte ich einen erneuten Hilferuf an Herrn Padberg. Ein kleiner Bagger leistete großartige Arbeit, und wir konnten auf den Einsatz von Dynamit verzichten.
Am 8. Oktober 1997 wurde uns die Teichfolie von der Fa. Welke in den Garten geliefert. Wir hatten den Grund und die Ränder der Grube mit Sand modelliert und Grassoden an anderer Stelle des Schulgeländes ausgehoben. Das Einlegen der Folie war ein besonderer Akt, alle Schüler halfen hier mit. Mirko durfte sich in die Mitte legen, damit wir die Folie auseinander ziehen konnten. Dann wurden die Ränder rund geschnitten und die Folie eingegraben und mit den Grassoden festgedrückt.
Gewarnt durch die Verwüstungen im März, wollten wir den Teich möglichst schnell füllen, damit keiner auf die Idee käme, die Folie zu zerstören. Hier hat uns die Freiwillige Jugendfeuerwehr Asseln sehr geholfen, denn die haben gleich für den nächsten Tag eine „richtige" Übung mit Wasser angesetzt und uns den Teich gefüllt.
Den vorläufigen Abschluss bildete am 18. November dann das Einlegen von Pflanzgittern aus Hanf an den Rändern und das Einsetzen der Wasserpflanzen. Christian, Sebastian, Nadine, Olivia, Sandra, Tobias K. und Tobias H. hatten nach Frau Ohnemus' Anleitung Pflanzgitter aus Sisal in die passende Größe geschnitten. Verschönert wurde das alles noch mit Kies und weißen Steinen. Es war ein strahlender Sonnentag - aber bitterkalt. Auf dem Teich hatte sich eine dünne Eisschicht gebildet, und es bedurfte doch einiger Überwindung, die Pflanzen richtig in das Wasser zu setzen. Jetzt warten wir auf das Frühjahr, um unser Werk wachsen und gedeihen zu sehen.
Es hat uns allen riesigen Spaß gemacht, der Lernzuwachs war - auch bei mir - enorm. Die Identifikation mit der Arbeit, die theoretische Vor- und Nachbereitung, das fächerübergreifende Lernen und das Protokollieren und Darstellen der eigenen Aktivitäten hat einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess ausgelöst, dessen Erfolg unsere weitere gemeinsame Arbeit positiv beeinflusst.
Ich glaube, man kann feststellen, dass die Gelder der o.g. Förderer (650,00 €) sehr gut investiert sind und wir etwas geschaffen haben, woran sich nicht nur meine Schüler, sondern alle Schüler der Max-Born-Realschule erfreuen und auf viele Jahre für Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften nutzen werden.
Ich bedanke mich im Namen aller Schüler und Lehrer ganz herzlich!
Irme Overlack-Zenzen
Dortmund, 30. November 1997
 

 

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