Asseln
Asseln wurde erstmalig urkundlich um das Jahr 882 als "Asc-loon" (=
Ort an den Eschenwäldern) erwähnt. Der 1. namentlich erwähnte Asselner
hieß Alfdag. Die 2. urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1059 datiert
und von Papst Nicolaus II. unterzeichnet. Eine 3. Urkunde gibt den Namen
von dem Gründer der Burg in Asseln an, welcher Albero de Aslen hieß, und
von 1218 stammt. Er benutzte auch erstmals das Asselner Wappen zum
Siegeln. Der Mittelpunkt des Dorfes war die Burg, um sie herum
gruppierten sich die Bauernhöfe. Auf der höchsten Stelle des Dorfes
liegt die Kirche (am Platz der heutigen Lutherkirche), daneben die
Schule und der Friedhof. Im Jahr 1845 umfasste die Gemeinde 640
Einwohner, heute sind es ca. 8900. Zu den Bauernhöfen gesellte sich 1877
die Zeche Holstein, welche Asseln zu einen bedeutendes Kohlestandort
machte. In diesen Zusammenhang entstand die Zechensiedlung: "An den
Ostgärten", die heute noch existiert. Von da an entwickelte sich Asseln
immer weiter zu einem industriellen Standort und das Ländliche, Höfische
ging immer mehr zurück. 1906 wurde Asseln durch die Straßenbahn über die
Hellweglinie an Dortmund angebunden. Ebenfalls wurde eine Verbindung
über Aplerbeck nach Hörde erstellt, die heute durch eine Busverbindung
ersetzt ist. 1928 wurde die Zeche geschlossen und der große
wirtschaftliche Aufschwung hatte ein Ende. 1826 eröffnete die Eisenbahn
die Strecke von Unna über Asseln nach Do-Süd. Diese Strecke ist noch
heute als S-Bahn erhalten. Damals entstand auch das Bahnhofsgebäude
Wickede - Asseln. Der Bahnhof hatte 5 Gleise und 2 Stellwerke. Der
Bahnhof ist in zwischen abgerissen worden und durch S-Bahn Haltepunkte
ersetzt. Asseln hat heute nur noch 7 Höfe und keine Industrie mehr.
Asseln hat sich zu einem reinen Wohnvorort gewandelt. Im Zuge von
Erdarbeiten für ein neues Wohngebiet fand man im Jahr 2000 einige sehr
interessante Ausgrabungsstücke und Grabmäler aus 3 verschiedenen
Generationen, welche den Archäologen wertvolle Aufschlüsse über das
Leben in damalige Zeit gaben. Asseln ist einer der östlichsten Vororte
von Dortmund, immer noch von viel ländlicher Fläche umgeben (heutige größe 8,3 km²), mit einer guten Anbindung an die City und die weite Welt
mit dem Dortmunder Flughafen an der südlichen Seite.
Asselner Hellweg
Wie wichtig der westfälische Hellweg war und ist, zeigt sich darin,
dass der Name die Jahrhunderte überdauert hat und heute noch vor allem
im östlichen Ruhrgebiet im Straßenbild vorhanden ist, jeweils mit dem
Zusatz der Ortes, durch den er führt. Wie in den übrigen Hellwegdörfern
auch, verläuft der Hellweg bei uns in Asseln nicht auf der tiefsten
Stelle des Geländes, wo ihn die Bodenfeuchte bei schlechter Witterung
unpassierbar gemacht hätte, sondern etwas hangaufwärts auf trocknerem
Boden. Trotz seiner überregionalen Bedeutung war der Hellweg bis zum
Ende des 19. Jahrhunderts ein natürlicher, großteils unbefestigter Weg.
Und unter Wegebau verstand man bis dahin nur die allernotwendigsten
Ausbesserungsarbeiten. Erst 1906 wurde unser Hellweg, der kurz zuvor
noch als "schlammig" beschrieben worden war, ausgebaut. Er bekam eine
moderne Kanalisation und eine Kopfsteinpflasterung. Die nächste
grundlegende Sanierung findet zur Zeit statt: Die Vorsorgungsleitungen
unter dem Hellweg werden komplett erneuert, Fahrbahn und Bürgersteige
völlig neu gestaltet, und die Straßenbahn fährt im Asselner Ortskern
demnächst zweigleisig. Bis 1928 gab es noch eine Unterteilung in Osten-
und Westenhellweg. Die moderne Sprachwissenschaft leitet Hellweg vom
niederdeutschen Wort "helwech" ab, was soviel wie lichter, breiter Weg
bedeutet. So wurde seit dem Hochmittelalter wichtige Königs- und
Heerstraßen bezeichnet, die in der Breite von etwa 3m, der Abmessung
einer Speulanze, dauerhaft von Bewuchs frei gehalten werden mussten.
Eine andere, öfters diskutierte Interpretation leitet aus der
sächsischen Sprachwurzel "hellen" (= abschüssig beziehungsweise geneigt)
die Wortbedeutung Weg am Hang ab, was für unseren Hellweg auch zutreffen
würde. Daneben hält sich noch immer die Deutung des Namens Hellweg als
Salzweg, basierend auf der griechischen, beziehungsweise keltischen
Bezeichnung "hals" beziehungsweise "hal" für Salz. Die vielen
Solequellen, beispielsweise in Königsborn oder Werl, legen diese Deutung
für unseren westfälischen Hellweg auch tatsächlich nahe. Sie kann sich
jedoch nicht verallgemeinernd auf die vielen anderen Hellwege in
Deutschland beziehen.
Das Kriegergrab aus Asseln
Im Jahr 2000 wurden im Rahmen von
Erdarbeiten für die Erschließung eines Neubaugebietes sensationelle
Funde gemacht. Durch die Denkmalbehörde Dortmund wurden die Funde
untersucht, gehoben und katalogisiert und einem frühmittelalterlichen
Friedhof zugeordnet. Der Fundort liegt am südwestlichen Rand des
Ortsteiles Asseln. Insgesamt wurden drei Gräber gefunden. Eine Sensation
war für die Grabungen die reiche Bestattung eines Kriegers aus dem 7.
Jahrhundert n. Chr. Der Hellwegraum des Ruhrgebietes war im 6. und 7.
Jahrhundert Bestandteil des fränkischen Reiches.
Der Krieger wurde in einem 2,10m langen Baumsarg, aus Eiche,
begraben. Auf seinem Sarg hatte man seine Lanze gelegt von der nur die
Spitze erhalten blieb. Neben dem Krieger befand sich, in Schulterhöhe
ein zweischneidiges Langschwert, eine so genannte ´Spatha´. Und auf der
Spatha lag noch ein ´Sax´, ein einschneidiges Kurzschwert, sowie ein
Messer. Neben dem Sarg wurde ein aus Eichenholz gefertigter Schild
deponiert, von dem jedoch nur die eiserne Schildfessel und der
Schildbuckel erhalten geblieben sind. Der Krieger trug noch eine Tasche, aus
Holz, in der sich ein Feuerstahl befand. Dabei handelt es sich um den
Bestandteil eines frühmittelalterlichen Feuerzeuges. Ein weiteres Indiz
für den hohen Status des Kriegers ist die Tatsache, dass er neben seinem
Pferd begraben wurde
Kahle Hege
Der Ursprung von Kahl in der Feldflurbezeichnung
Kahlehiege, im Westfeld gelegen, ist mehrdeutig. Kahl kann auf "kaule"
oder "kuule" = Kuhle zurückgehen, könnte aber auch baumlos bedeuten. Mit
"hege" ist eine Hecke gemeint, die zu meist ein größeres Feld umsäumt.
In den Ostgärten
In den Ostgärten hieß eine Feldflur in der
Flur V Asseln und bezeichnete das ehemalige Gartengelände östlich des
alten Asselner Siedlungskerns. Die Straße hieß bis 1928 Kantstraße.
Janine Hafer
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