Heimatkunde persönlich gestalten

Ihre ganz persönlichen Sichtweisen der Stadtteile Brackel und Wickede haben Schüler und Studenten inszeniert. Auf einer Vernissage im Kulturzentrum "balou" hatten sie die Möglichkeit, ihre Kunstwerke vorzustellen. Diese entstanden in einem Projekt der TU Dortmund in Zusammenarbeit mit Schülern der Europaschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der Max-Born-Realschule (Kunstprojekt bei Liane Gerken).

 

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Entwürfe
 







Am 9. März 2008 im Brackeler "Balou"...
 


...eröffnete Herr Preuss von der UniDo die Ausstellung
 












 
Heimatkunde:
 

Asseln

Asseln wurde erstmalig urkundlich um das Jahr 882 als "Asc-loon" (= Ort an den Eschenwäldern) erwähnt. Der 1. namentlich erwähnte Asselner hieß Alfdag. Die 2. urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1059 datiert und von Papst Nicolaus II. unterzeichnet. Eine 3. Urkunde gibt den Namen von dem Gründer der Burg in Asseln an, welcher Albero de Aslen hieß, und von 1218 stammt. Er benutzte auch erstmals das Asselner Wappen zum Siegeln. Der Mittelpunkt des Dorfes war die Burg, um sie herum gruppierten sich die Bauernhöfe. Auf der höchsten Stelle des Dorfes liegt die Kirche (am Platz der heutigen Lutherkirche), daneben die Schule und der Friedhof. Im Jahr 1845 umfasste die Gemeinde 640 Einwohner, heute sind es ca. 8900. Zu den Bauernhöfen gesellte sich 1877 die Zeche Holstein, welche Asseln zu einen bedeutendes Kohlestandort machte. In diesen Zusammenhang entstand die Zechensiedlung: "An den Ostgärten", die heute noch existiert. Von da an entwickelte sich Asseln immer weiter zu einem industriellen Standort und das Ländliche, Höfische ging immer mehr zurück. 1906 wurde Asseln durch die Straßenbahn über die Hellweglinie an Dortmund angebunden. Ebenfalls wurde eine Verbindung über Aplerbeck nach Hörde erstellt, die heute durch eine Busverbindung ersetzt ist. 1928 wurde die Zeche geschlossen und der große wirtschaftliche Aufschwung hatte ein Ende. 1826 eröffnete die Eisenbahn die Strecke von Unna über Asseln nach Do-Süd. Diese Strecke ist noch heute als S-Bahn erhalten. Damals entstand auch das Bahnhofsgebäude Wickede - Asseln. Der Bahnhof hatte 5 Gleise und 2 Stellwerke. Der Bahnhof ist in zwischen abgerissen worden und durch S-Bahn Haltepunkte ersetzt. Asseln hat heute nur noch 7 Höfe und keine Industrie mehr. Asseln hat sich zu einem reinen Wohnvorort gewandelt. Im Zuge von Erdarbeiten für ein neues Wohngebiet fand man im Jahr 2000 einige sehr interessante Ausgrabungsstücke und Grabmäler aus 3 verschiedenen Generationen, welche den Archäologen wertvolle Aufschlüsse über das Leben in damalige Zeit gaben. Asseln ist einer der östlichsten Vororte von Dortmund, immer noch von viel ländlicher Fläche umgeben (heutige größe 8,3 km²), mit einer guten Anbindung an die City und die weite Welt mit dem Dortmunder Flughafen an der südlichen Seite.

Asselner Hellweg

Wie wichtig der westfälische Hellweg war und ist, zeigt sich darin, dass der Name die Jahrhunderte überdauert hat und heute noch vor allem im östlichen Ruhrgebiet im Straßenbild vorhanden ist, jeweils mit dem Zusatz der Ortes, durch den er führt. Wie in den übrigen Hellwegdörfern auch, verläuft der Hellweg bei uns in Asseln nicht auf der tiefsten Stelle des Geländes, wo ihn die Bodenfeuchte bei schlechter Witterung unpassierbar gemacht hätte, sondern etwas hangaufwärts auf trocknerem Boden. Trotz seiner überregionalen Bedeutung war der Hellweg bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein natürlicher, großteils unbefestigter Weg. Und unter Wegebau verstand man bis dahin nur die allernotwendigsten Ausbesserungsarbeiten. Erst 1906 wurde unser Hellweg, der kurz zuvor noch als "schlammig" beschrieben worden war, ausgebaut. Er bekam eine moderne Kanalisation und eine Kopfsteinpflasterung. Die nächste grundlegende Sanierung findet zur Zeit statt: Die Vorsorgungsleitungen unter dem Hellweg werden komplett erneuert, Fahrbahn und Bürgersteige völlig neu gestaltet, und die Straßenbahn fährt im Asselner Ortskern demnächst zweigleisig. Bis 1928 gab es noch eine Unterteilung in Osten- und Westenhellweg. Die moderne Sprachwissenschaft leitet Hellweg vom niederdeutschen Wort "helwech" ab, was soviel wie lichter, breiter Weg bedeutet. So wurde seit dem Hochmittelalter wichtige Königs- und Heerstraßen bezeichnet, die in der Breite von etwa 3m, der Abmessung einer Speulanze, dauerhaft von Bewuchs frei gehalten werden mussten. Eine andere, öfters diskutierte Interpretation leitet aus der sächsischen Sprachwurzel "hellen" (= abschüssig beziehungsweise geneigt) die Wortbedeutung Weg am Hang ab, was für unseren Hellweg auch zutreffen würde. Daneben hält sich noch immer die Deutung des Namens Hellweg als Salzweg, basierend auf der griechischen, beziehungsweise keltischen Bezeichnung "hals" beziehungsweise "hal" für Salz. Die vielen Solequellen, beispielsweise in Königsborn oder Werl, legen diese Deutung für unseren westfälischen Hellweg auch tatsächlich nahe. Sie kann sich jedoch nicht verallgemeinernd auf die vielen anderen Hellwege in Deutschland beziehen.

Das Kriegergrab aus Asseln
Im Jahr 2000 wurden im Rahmen von Erdarbeiten für die Erschließung eines Neubaugebietes sensationelle Funde gemacht. Durch die Denkmalbehörde Dortmund wurden die Funde untersucht, gehoben und katalogisiert und einem frühmittelalterlichen Friedhof zugeordnet. Der Fundort liegt am südwestlichen Rand des Ortsteiles Asseln. Insgesamt wurden drei Gräber gefunden. Eine Sensation war für die Grabungen die reiche Bestattung eines Kriegers aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. Der Hellwegraum des Ruhrgebietes war im 6. und 7. Jahrhundert Bestandteil des fränkischen Reiches.

Der Krieger wurde in einem 2,10m langen Baumsarg, aus Eiche, begraben. Auf seinem Sarg hatte man seine Lanze gelegt von der nur die Spitze erhalten blieb. Neben dem Krieger befand sich, in Schulterhöhe ein zweischneidiges Langschwert, eine so genannte ´Spatha´. Und auf der Spatha lag noch ein ´Sax´, ein einschneidiges Kurzschwert, sowie ein Messer. Neben dem Sarg wurde ein aus Eichenholz gefertigter Schild deponiert, von dem jedoch nur die eiserne Schildfessel und der Schildbuckel erhalten geblieben sind. Der Krieger trug noch eine Tasche, aus Holz, in der sich ein Feuerstahl befand. Dabei handelt es sich um den Bestandteil eines frühmittelalterlichen Feuerzeuges. Ein weiteres Indiz für den hohen Status des Kriegers ist die Tatsache, dass er neben seinem Pferd begraben wurde

Kahle Hege
Der Ursprung von Kahl in der Feldflurbezeichnung Kahlehiege, im Westfeld gelegen, ist mehrdeutig. Kahl kann auf "kaule" oder "kuule" = Kuhle zurückgehen, könnte aber auch baumlos bedeuten. Mit "hege" ist eine Hecke gemeint, die zu meist ein größeres Feld umsäumt.

In den Ostgärten
In den Ostgärten hieß eine Feldflur in der Flur V Asseln und bezeichnete das ehemalige Gartengelände östlich des alten Asselner Siedlungskerns. Die Straße hieß bis 1928 Kantstraße.
Janine Hafer