2000
Befragung zur Gewalt
Ein kleiner Rückblick auf unser Projekt
 
Im Nachhinein finden wir, dass dieses Projekt zum Thema Gewalt sehr interessant und aufschlussreich war. Es war am Anfang etwas schwer, möglichst viele Wörter zum Thema "Gewalt" und zu "Gegen Gewalt" zu finden. Doch als wir erst mal angefangen haben, lief alles wie von selbst. Immer mehr Wörter fielen uns ein, fragten Verwandte und Freunde, aber auch Herr Pfeifer hat viele Wörter dazu beigetragen. Er gab uns auch gute Anregungen, damit wir selbst auf viele Wörter kamen.
Es hat super viel Spaß gemacht, den Fragebogen zu entwickeln.
Manchmal mussten wir einige Fragen mehrmals überarbeiten, damit klar wurde, was wir wirklich wissen wollten und haben unter uns eine Probebefragung gemacht.
Wir haben extra das Thema Gewalt für unser Projekt gewählt, weil wir denken, dass es ein sehr aktuelles Problem in unserer Gesellschaft ist! Gerade in der letzten Zeit wurde wieder sehr viel in den Medien über Gewalttaten berichtet. Also wollten wir das Thema auch mal aufgreifen, zumal wir seit langem die Plakette einer "Schule ohne Rassismus" haben und auch eine solche Schule sein wollen. Nicht nur unser Informatiklehrer ist dabei aktiv, sondern auch viele unserer anderen Lehrer. Wenn man aber selbst am Thema arbeitet und im Internet ohne Ende recherchiert, oder mal auf dem Schulhof zuhört, wirklich mal auch die Nachrichten im Fernsehen anschaut, oder die Tageszeitung liest, so kann man sich vor Berichten über Gewalttaten kaum retten. Am Anfang war es einfach nur eine Idee, aber jetzt ist es etwas richtig Konkretes geworden. Etwas, mit dem wir uns auch selbst identifizieren können. Wir fanden es sehr gut, dass unser Informatiklehrer Wert auf unsere Eigenarbeit gelegt hat. Am Anfang dachten wir nicht, dass wir soviel zum Thema Gewalt finden, anführen und im Internet darstellen würden.
Den Fragebogen haben wir mit dem Programm "Grafstat2000" erstellt und ausgewertet. Zuerst mussten wir uns überlegen, welche Fragen wir überhaupt stellen wollten.
Fragen wie: "Welche Schulform besuchst du?" oder "Welches Alter hast du?" wollten wir genauso erfragen wie: "Wo hast du Gewalt erlebt?" oder "An welcher Art von Gewalt warst du jemals beteiligt?".
Den Fragebogen stellten wir am 01. 09. 2000 in das Internet.
Am 05. 09. 2000 hatten wir bereits 180 beantwortete Fragebögen zugeschickt bekommen.
Obwohl eine/r den Fragebogen 27 mal beantwortet hat und 2 Personen etwas komische Altersangaben machten, hatten wir doch Freude daran, den Fragebogen auszuwerten.
Am 18. 09. 2000 haben wir die Befragung offiziell beendet. Wir haben insgesamt 331 verwertbare Fragebögen erhalten.
Schwierig war jetzt die Bewertung der entstanden Grafiken. Das haben wir vorbereitet und mit einer Gruppe von erwachsenen Ausländern und Deutschen in der Projektwoche durchgesprochen. Mit einem Beamer haben wir die Grafiken dargestellt und gemeinsam darüber diskutiert. Dadurch kamen eine Menge neuer Ideen zustande.
Der Vortrag von Magnus Becker war sehr wichtig. Stolz macht uns dabei, dass wir so gut recherchiert hatten, dass er uns eigentlich nicht viel Neues erzählt hat. Sein Appell an uns: "Gesicht zeigen" und nicht nach unserem Projekt zur Tagesordnung überzugehen, hat uns überzeugt. Er bot uns an auf dem Server der Weissen Rose eigenen Homepageplatz zu nutzen um unser "Gesicht zu zeigen". Das werden wir uns überlegen. Am Donnerstag und Freitag der Netd@ys-Woche haben wir dann eine eigene Webseite zum Thema "Gesicht zeigen" gestaltet und Herrn Pfeifer gebeten, Gesichter zu sammeln.
Gesicht zeigen
 
  Erfahrungen mit der Gewaltprävention
Prävention

Erfahrungen aus der Befragung

Befragung
  Sind wir (normale) Jugendliche und
Schüler wirklich so gewalttätig?
normal?
Erfahrung mit der Gruppe
bei den Projektpartnern
GBB-Gruppe
 
Ratschlag
Vorschläge von unserer Seite
oder gute Ratschläge!?

Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir die Webseiten erstellen werden. Wichtig war aber, dass die Seiten immer aggressiv aussehen sollten, um immer wieder den gewalttätigen Inhalt zu unterstreichen. Dabei war Herr Pfeifer uns eine große Hilfe, da er uns mit vielen Tipps zur Seite stand. Durch sein umfangreiches Wissen im Bereich der HTML-Seitenprogrammierung konnte er uns bei vielen Problemen helfen. Aber wir können das jetzt auch besser als vorher. Ohne seine Hilfe wäre vieles gar nicht möglich gewesen. Vielen Dank an dieser Stelle!

Daniela, Jeanette und Dennis

Übrigens:
Den Hintergrund dieser Seiten haben wir im Gegensatz zu den anderen Seiten im hoffnungsvollen Grün gehalten!


Unser Lehrer möchte auch noch ein Fazit ziehen:

Ich habe große Probleme bei solchen Internetprojekten die Schüler mit vollem Namen zu nennen oder gar ausdrücklich vorzustellen. Das dürfen wir als Schule aus Datenschutzgründen auch so gar nicht. Ich weiß aber, dass das den Schülerinnen und Schülern viel lieber wäre, denn sie wollen sich mit Ihrem Projekt auch identifizieren und vorzeigen können. Das hätten sie sich mit diesem Projekt zur Gewalt auch redlich verdient. Sie haben Ideen entwickelt und wieder verworfen, sie haben diskutiert, sie haben gearbeitet - oft auch zu Hause -, haben gestöhnt, weil ich so viel Stress verbreitet habe, sie haben mich aber auch an die Arbeit gekriegt (da war ich nicht mehr Lehrer, da war ich Mitschüler und Mitlernender). Da fiel auch so manche Stunde aus, weil ich andere Aufgaben übernehmen musste, weil einige Schüler zum Klassenausflug oder zu Bewerbungsgesprächen mussten, weil das Sportfest anstand, weil der Magnus Becker Vortrag so lange gedauert hat - er hatte nur eine halbe Stunde vorgesehen, blieb aber anderthalb Stunden, weil er sich bei uns so richtig festgeredet und -diskutiert hat (aber das war nicht so schlimm) -, weil... Eigentlich wollte ich nur ein kleines Projekt angeregt wissen, aber ich finde, dass aus diesem Projekt eine umfassende Bestandsaufnahme zum Thema Gewalt, nicht nur in Schule geworden ist. Wie weit dieses Projekt auf die Mitschüler in unserer Schule, auf die Schulgemeinde, auf die Öffentlichkeit, auf die Internetcommunity wirkt, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass diese Lerngruppe wesentlich zu unserem Anspruch eine Schule ohne Rassismus sein zu wollen, beigetragen hat.
Ich selber habe eine Menge mit meinen und durch meine Schülerinnen und Schüler gelernt. Ich habe auch gelernt, dass man neuerdings auch die Hausaufgaben per Fax, per Telefon, per Handy, per Datenübertragung, per Abholung mit dem Auto oder per e-mail bekommen kann. Unser webspace bei unserem Provider wurde fast halbtägig bedient. Der workshop bei unserem Projektpartner und der Vortrag von Magnus Becker waren die highlights der Netd@ys-Woche! Als eine Steigerung empfand ich dann am Freitag der Projektwoche die Tatsache, dass sich gleich mehrere KollegInnen bereit erklärten, "Gesicht zu zeigen"!
Ich wünsche diesem Projekt auch eine Anerkennung durch die Netd@ys-Jury und damit eine Anerkennung für das Engagement der Schülerinnen und Schüler.

Udo R. Pfeifer

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