2000
 Befragung zur Gewalt

 
Projekt-Tagebuch zum Thema "Gewalt" vom 13. 06. bis 31. 10. 2000
an der Max-Born-Realschule in Dortmund Asseln
Informatikschwerpunkt Klasse 10

 

13. 06. 2000

Entschluss an den Netd@ys 2000 teil zu nehmen. Erste Projektideen, Erfahrung mit Gewalt, physische, körperliche verbale Gewalt, Gewalt an Gegenständen, Gewaltverhinderung. Allgemeine Begriffsbestimmungen.

14. 06. 2000

Brainstorming, verbale Gewalt, Schimpfwörter, Gedanken über die Struktur der Gewalt.

Projektpartner

 
Gesellschaft für Bildung und Beruf
  In den Sommerferien konnte Herr Pfeifer die Gesellschaft für Bildung und Beruf als Projektpartner gewinnen. Diese Gesellschaft engagiert sich gerade in den Neuen Ländern bei einem großen Berufswahlvorbereitungsprojekt. Sie hilft den dortigen Schülerinnen und Schülern bei der Beschaffung von Schülerbetriebspraktikumsplätzen. Wir glauben, dass die Aussicht auf eine gute Berufswahlvorbereitung auch Auswirkungen auf die Reduzierung der Gewaltbereitschaft von Jugendlichen hat.  

    
Schülerbetriebspraktikum in den Neuen Ländern

15. 08. 2000

Anfang der Entwicklung des Fragebogens zum Thema Gewalt mit dem Statistikprogramm: GrafStat 2000!

17. 08. 2000

Gewalt aus Fernsehen und Zeitung herausschreiben. Gewaltberichte erstellen und berichtigen. Gewaltberichte in HTML umwandeln, Gewaltberichte in Medien sammeln, Zeitungsüberschriften ausschneiden.

22. 08. 2000

Wo findet Gewalt statt? Warum findet Gewalt statt? Wir überarbeiten den Fragebogen zum Thema Gewalt.
Hausaufgabe: Gewaltspiele und Spiele, die nicht gewalttätig sind, sammeln und kurz benennen und beschreiben.

24. 08. 2000

Wir haben uns über die Auswirkungen der Gewalt durch Fernsehen, Computer usw. auf Kinder unterhalten.

28. 08. 2000

Erweiterung des Fragebogens.

29. 08. 2000

Wir entwickeln eine Liste mit Gewaltwörtern von A - Z und erweitern den Fragebogen.

31. 08. 2000

Ende des Fragebogens, es wurde alles korrigiert und für das Internet in HTML-Code umgewandelt, der Gewalttext wurde auch erweitert. Wir haben beschlossen, das Netd@ys-Logo auf allen Internetseiten an gleicher Stelle zu haben.

01. 09. 2000

Einstellung des Fragebogens auf unserer Schulhomepage (mit dem Logo und dem von uns gewählten hässlichen blutorangenen Hintergrund), die erhobenen Daten werden auf einem Paderborner Server gesammelt. Abends haben wir schon rund Hundert Antworten, die wir ohne weitere Tipparbeit direkt in unser  Statistikprogramm einlesen und auswerten können. Wir haben einen ersten Eindruck.

2. Projekt-
partner
04. 09. 2000

Das Asien Pazifik Institut in Hamburg fand unser Konzept der Behandlung des Themas: Gewalt so überzeugend, dass es sich spontan als weiterer Projektpartner für unsere Weiterarbeit zur Verfügung stellte.
 
Gestern abend hatte Herr Pfeifer eine aktuelle Pressemeldung aus dem Internet gezogen. Sie besagte, dass ein Junge von gewalttätigen Jugendlichen in einen Klärteich mitsamt seinem Fahrrad gestoßen worden sei. Erst der Freund, der zufällig ein Handy dabei hatte, konnte Hilfe herbeirufen. Am 9.9.00 meldete dann die Tagespresse in Dortmund, dass diese Geschichte frei erfunden war. Der Junge war aus eigenem Verschulden in den Klärteich gefallen und wegen seiner Angst vor elterlicher Strafe hatte er diese Geschichte erfunden. Wir wollen diesen Vorgang nicht kommentieren! Wir haben die beiden Artikel an den Anfang unserer Berichte zu eigenen Erfahrungen mit Gewalt gestellt! Die sind allerdings wahr!

05. 09. 2000

Wir sichten alle eingegangenen Daten (jetzt schon 180 Sätze!) und erhalten ein erstes Meinungsbild. Einer hat den gleichen Fragebogen 27 Mal abgeschickt. Ist das nicht auch eine Form von Gewalt? Das können wir aber in unserem Statistikprogramm korrigieren. Ein/e BeantworterIn will Hundert ein Anderer zwei Jahre alt gewesen sein, auch die haben wir heraus geschmissen. Nun müssen wir uns so langsam um die Gestaltung des Internetauftritts Gedanken machen. Erste Entwürfe für die Internetseiten werden diskutiert.
Anmeldung beim Projektbüro (Europäisches Zentrum für Medienkompetenz) in Marl. Während der Projektwoche werden wir die Befragungsergebnisse und deren Interpretation mit den beiden Projektpartnern erarbeiten und anschließend die Diskussionsergebnisse für das Internet aufbereiten.
Wir wollen auf jeden Fall mit besonders aggressiven Farben (im Sinne von Gewalt!) arbeiten.

07. 09. 2000

Wir zählen nunmehr 207 gültige Datensätze!

09. 09. 2000
10. 09. 2000

An diesem Wochenende haben wir noch einmal eine Menge von Wörtern gesammelt, die von ihrer Bedeutung her Gewalt verhindern, beeinflussen, abschwächen oder erst gar nicht aufkommen lassen sollen. Wir haben auch ein paar geschichtliche Begriffe, die uns erwähnenswert schienen, eingefügt. Die positiven Begriffe, die Gewalt verhindern können, stehen in unserem Gewalt-ABC direkt alternativ zu den negativ belegten Gewaltwörtern. Herr Pfeifer hat auch eine Menge von Wörtern dazu beigetragen. Nein, ein Lexikon brauchten wir nicht, denn fast alle diese Begriffe, positiv wie negativ, die wir gefunden haben, findet man, wie wir nachträglich festgestellt haben, mindestens einmal in der Woche in den Zeitungen oder in den anderen Medien.

11. 09. 2000

Wir haben gezählt, es sind derzeit ca. 1200 Stichworte, die wir zu "Gewalt" und "Gegen Gewalt" gefunden haben. Da werden noch ein paar hinzukommen. Oder noch besser: Bitte schickt uns einige wichtige fehlende Worte, die in unsere Aufzählung passen, an die folgende e-mail-Adresse:
urpfeifer@mbr.do.nw.schule.de

Heute morgen haben wir wieder den Server abgefragt: wir zählen jetzt 300 - von insgesamt 357 eingegangenen - als gültige Datensätze! Damit können wir sicher gehen, einen genügend großen repräsentativen Querschnitt zu erreichen. Dadurch könnten wir schon für etwa 25 bis 40% der jugendlichen Gesamtbevölkerung sprechen. Aber sicher werden regionale und soziale Unterschiede nicht in unsere Befragung eingehen können. Woher die Antworten kommen, können wir mit unserem Programm nicht auslesen, Namen auch nicht. Es gibt schließlich ein Datenschutzgesetz, dem wir uns in besonderer Weise unterwerfen wollen. Allerdings wissen wir, dass die meisten Antworten von Schülern unserer Schule kommen.
Eine Gruppe hat über Gewaltspiele am Computer eine repräsentative Liste erstellt und eine andere Gruppe hat einige Fernsehsendungen mit hohem Gewaltanteil zusammengestellt.

12. 09. 2000

Korrektur aller bis jetzt entstandenen HTML-Seiten. Man kann aber nicht behaupten, dass wir fehlerlos sein werden! Wir finden immer noch neue Begriffe für unser Gewalt-ABC! Wir entschieden, dass auch "Big Brother" und das "Inselduell" dazu gehören müssten.

14. 09. 2000

Korrekturen am Seitenlayout, da gab es noch etwas zu verbessern! Bis zum Wochenende werden wir die Befragung noch im Internet offen halten. Dann werden wir die Grafiken, die sich aus den Daten ergeben, erstellen.
Herr Pfeifer hat heute die örtliche Presse angefaxt und um Veröffentlichung des Links zum Gewalt-Fragebogen gebeten. Wir erhoffen uns davon, dass wir nicht nur noch mehr Antworten bekommen, sondern auch von anderen Schulformen. Wir haben jetzt schon festgestellt, dass unsere Befragung doch sehr realschullastig ist!

 
Die Ruhr Nachrichten
meldeten am 15.9.00:


Befragung von Jugendlichen
Im Rahmen der "Netd@ys 2000" organisiert Udo Pfeifer von der Max-Born-Realschule ein Projekt zum Thema "Gewalt an Schulen". Daran ist eine Befragung von Jugendlichen über das Internet gekoppelt. Der Link: http//ods.dokom.net/mbr/
Stichwort: Befragung.
Die Rundschau
meldete leider nichts!


15. 09. 2000

Nach einem großen Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 14.9.00, auf den Herr Pfeifer uns hinwies, beschlossen wir auch eine Liste von Gewaltopfern mit tödlichem Ausgang zusammen zu stellen.

18. 09. 2000

Heute morgen haben wir den Fragebogen vom Netz genommen. Es sind nun 331 verwertbare Fragebögen eingegangen. Unser Gewalt-ABC ist über das Wochenende nochmals dramatisch angeschwollen, es sind jetzt rund 2100 Stichwörter!
Die Medien im Lande betreiben unter http://www.NetzGegenRechts.de eine Initiative, die wir auf unserer Projektseite verlinkt haben!
Wir erstellen nun die ersten Statistik-Grafiken und kommentieren sie.

19. 09. 2000

Statistik-Grafiken erstellen und kommentieren.

21. 09. 2000

Statistik-Grafiken erstellen und kommentieren.

22. 09. 2000

Mit vielen anderen Schulen haben wir einen SAT-Receiver für Daten- und Audioempfang gewonnen.

25. 09. 2000
bis
29. 09. 2000

Tagebuch
Projektwoche NETD@YS NRW

Während dieser Woche erfahren wir von der bundesweiten Aktion "Gesicht zeigen" und entwickeln eine eigene Seite dazu. Herr Pfeifer verspricht auf "Gesichtsjagd" zu gehen.

Gesicht zeigen!

16.,17. und 19. 10. 2000

Erstellung der Analysen und Aufbereitung für das Internet

23.,24. und 26. 10. 2000

Erstellung der Analysen und Aufbereitung für das Internet

31. 10. 2000

Endgültige Abgabe des Projekttagebuchs

15. 11. 2000

Wir werden wegen unserer Homepage (Zitat: "...grafisch gut aufbereitet und inhaltlich ansprechend...") zur Schule der Woche durch den Verein "Schulen an's Netz" gekürt

16. 11. 2000

Heute erfahren wir, dass wir mit unserem Projekt einen Preis bei den Netd@ys 2000 gewonnen haben. Welcher Preis das ist erfahren wir allerdings erst am 16. 12. 2000 in Düsseldorf. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des nordrhein- westfälischen Ministerpräsidenten Clement. Wir dürfen leider nur mit 10 SchülerInnen daran teilnehmen. Wir haben gelost!

29. 11. 2000

Lobende Erwähnung:
Schulen gegen rechte Gewalt
Dass man mit Engagement auch Preise gewinnen kann, zeigt die Max-Born-Realschule in Dortmund. In ihrem Internet-Projekt "Gewalt" haben sich die Schüler ausführlich mit vielen Fragestellungen zur Thematik befasst und eine höchst informative Seite zusammengestellt. Dabei unterstützen sie auch Gesicht Zeigen!, worauf wir natürlich sehr stolz sind. Auf der Seite kann man u.a. sein Foto veröffentlichen lassen und so im wahrsten Sinne des Wortes ‚Gesicht zeigen'. Auch bei den diesjährigen Netdays fand die Seite sehr viel Anklang und gewann einen Preis! Die Adresse zum Projekt lautet www.do.nw.schule.de/mbr/.

  GESICHT ZEIGEN: bundesweite Aktion!

16. 12. 2000

 

Preisverleihung
durch den
Ministerpräsidenten
Wolfgang Clement

Wir haben
in der
Geldpreiskategorie
1000 DM gewonnen


 
 
 
Wir freuen
uns darüber!

 

Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt
 
Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt   Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt   Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt
 

28. 06. 2001

Frau Susanne Wankell, eine Radioreporterin aus Köln interviewt uns.
Zitat: "Ich habe den Auftrag für das deutsche Hörfunkprogramm der Deutschen Welle ein Feature zu machen zum Thema Gewalt und Fernsehen. Ich habe es "Kein Tag ohne Fernsehleiche - was die Gewalt in den Medien mit den Menschen macht." genannt.

18. 08. 2001
 

Kein Tag ohne Fernsehleiche
Über den Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Gewalt
Das Thema Gewaltdarstellung im Fernsehen und ihre Wirkung auf
die Zuschauer beschäftigt Medienwissenschaftler und
Jugendschützer seit Beginn des Fernsehens. Doch bis heute ist
es nicht gelungen, einen eindeutigen und nachvollziehbaren
Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fernsehprogrammen
und dem Verhalten der Zuschauer herzustellen. Der
Medienpädagoge Werner Glogauer, der davon ausgeht, dass ein
nachhaltiger Konsum gewaltverherrlichender Fernsehprogramme
Verhaltensänderungen auslöst, steht mit seiner Position allein.
Seine Mediengutachten vor Gericht sind umstritten, da sie die
Interpretation zulassen, Mediengewalt könne Aggressivität und
Verbrechen rechtfertigen.

 Zur Sendung 

(1,5 MB)
Eine Sendung von Susanne Wankell,
gesendet am 18.8.01 um 12.05 UTC.
 
Deutsche Welle
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