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Nachricht von
marcel.schmidt1973@freenet.de
Marcel Schmidt
An: postmaster@mbr.do.nw.schule.de
Datum: Wed, 16 May 2001 19:13:34 +0200 (CEST)
Betreff: Bücherverbrennung
Hallo Leute, ich bin per Zufall auf Eure Page gestossen, da ich nach Otto
Dix im Netz gesucht habe.
Ich bin sozusagen Fan von Dix und sammele alles. Was ich allerdings da über
Eure Aktion mit der
Bücherverbrennung gelesen habe, finde ich mehr als schlecht.
Erstmal gibt es den Link "staat.htm" nicht:
/mbr/netdays/01/buecherverbr/7c/staat.htm was not found
on this server.
Dann:
"Auf einem riesigen Scheiterhaufen verbrennen gerade Bücher
von Sigmund Freud, Kurt Tucholsky, Erich Kästner u.a.
Schemenhaft stehen Zivilisten und Uniformierte mit ihren
Wachhunden um das Feuer und bringen weitere Bücher,
um sie den Flammen zu übergeben.°
Was für Wachhunde? Es waren insbesondere Studenten die FREIWILLIG ohne
Zwang, die Bücher,
die nach ihrer Meinung der "neuen Zeit" entgegenstanden, verbrannt haben
und zwar die gleichen
Leute, die teilweise den Stoff vorher an der Uni durchgenommen haben
(die Prof's waren auch dabei!).
"Die Künstler wurden verboten, weil sie z.B. Moderne Kunst
gemalt haben oder entweder Behinderungen gezeichnet
haben oder dicke Schraffierungen."
"dicke Schraffierungen" soll das ein Witz sein? Die Wanderausstellung "entartete
Kunst" war viel später
(ich glaube 1936) und war selbst unter den Nazi-Bonzen mehr als umstritten.
Ihr solltet erstmal
nachforschen, welche Ausprägungen Impressionismus und des Expressionismus
als "entartet"
diffamiert wurden, bevor Ihr so einen Quatsch schreibt.
°Hitler wollte nur reale Bilder, z.B. eine Kuh auf einer Weide.
Die Bilder, die sich Hitler selber gerne im Kunstpalast in
München anschaute, waren Bilder, die den Krieg verherrlichten;
z. B. eine Armee die stolz die Reichsflagge trug. Doch auch
Skulpturen, wie ein Arbeiter, der aufrecht stand und lachte und
fröhlich an die Arbeit ging."
War hat Euch diesen Blödsinn
erzählt? "Kuh auf einer Weide"????? Ein Arbeiter der "fröhlich
an die
Arbeit ging"?? Scheinbar hat man Euch nur irgendwelche Bilder der "Deutschen
Kunstausstellung"
aus Krieg gezeigt. Die Propagandaschinken gab es auch, aber das war nur ein
Teil der Mahlerei,
die ausgestellt wurde. An Eurer Stelle würde ich mir mal einen
Ausstellungskatalog aus der Zeit
besorgen, gibts fast in jeder Uni-Bücherei.
°Doch in Wirklichkeit sah dies ganz anders aus:
Es gab Hungersnöte und Arbeitslosigkeit. Das war auch der
Grund warum Hitler gewählt wurde. Er hat ihnen Essen und
Arbeit versprochen. Die Menschen hatten nach der großen
Wirtschaftskrise kein Vertrauen mehr in die Regierung und
wählten Hitler."
Auch nicht richtig: Zu "Hungersnöten" ist in den 20er Jahren nicht gekommen.
Außerdem gehörten zu dem
Wählerstamm der Nazis mehr der Mittelstand und die Beamten und nicht
die, denen es echt schlecht ging
(die haben nämlich die Kommunisten gewählt!). Allerdings war die
Lage insbesondere auf dem Arbeitsmarkt
mehr als beschissen und das "soziale Netz" recht dünn. Ich glaube aber
nicht, dass es nur
die Wirtschaftskrise war, die die Nazis an die Macht gebracht hat!
"Was ist eigentlich ein politischer Mensch? Ein politischer
Mensch ist jemand , der sich an der Politik orientiert und in
der Politik mitwirkt. Welche Eigenschaften sollte er haben?
Man sollte nie zum Spielball der anderen werden.°
Ich befürchte, Ihr seit zu einem "Spielball" geworden, denn sonst kann
man so etwas kaum schreiben.
Überlegt mal selbst und plappert nicht alles nach, was Ihr gesagt bekommt.
Ich kann nur wirklich hoffen,
dass Ihr die Kritik ernst nehmt, sie ist nicht bösartig gemeint, sondern
soll Euch vielleicht dazu bewegen,
mal wirklich über die Zeit nachzudenken.
In diesem Sinne:
Tschüs
Marcel

Anmerkung webmaster:
Diese "sehr konstruktive" Kritik haben wir ungekürzt und unkorrigiert
zitiert.
Nachricht von
Pfeifer3@stud-mailer.uni-marburg.de
Tim B. Pfeifer
An: postmaster@mbr.do.nw.schule.de
Datum: Wed, 10 Jul 2001 14:16:37 +0200 (CEST)
Betreff: Kritik: Bücherverbrennung!
Hallo Marcel!
Ich habe zufällig deine Kritik zum Projekt "Bücherverbrennung"
der Max-Born-Realschule gelesen!
Ich habe nichts gegen konstruktive Kritik einzuwenden, allerdings sollte
man evtl. beachten,
dass dieses Projekt von Schülern der Klassen 7-10 einer Realschule gestaltet
wurde und wird,
und dass diese mit Sicherheit nicht einen solch weitreichenden Einblick in
die Zeitgeschichte
Deutschlands haben können. Ich persönlich finde, dass man die Leistung
dieser Schüler schon
als sehr beachtlich ansehen kann, auch wenn mit Sicherheit nicht alles komplett
dargestellt ist,
man kann jedoch meines Erachtens erkennen, dass die Hintergründe und
Entwicklungen
weitgehendst richtig dargestellt sind! Dieses Projekt stellt mit Sicherheit
in keiner Weise den
Anspruch "WISSENSCHAFTLICH PERFEKT!" zu sein, diesen Anspruch kann und
sollte
keiner von uns stellen!
>>"Auf einem riesigen Scheiterhaufen verbrennen gerade Bücher
von Sigmund Freud,
>>Kurt Tucholsky, Erich Kästner u.a. Schemenhaft stehen Zivilisten
und Uniformierte
>>mit ihren Wachhunden um das Feuer und bringen weitere Bücher,
um sie den
>>Flammen zu übergeben.
>Was für Wachhunde? Es waren insbesondere Studenten die FREIWILLIG
ohne
>Zwang, die Bücher, die nach ihrer Meinung der "neuen Zeit"
entgegenstanden,
>verbrannt haben und zwar die gleichen Leute, die teilweise den Stoff
vorher
>an der Uni durchgenommen haben (die Prof's waren auch dabei!).
---------------------------
Selbstverständlich standen dort Uniformierte mit ihren Wachhunden! Wenn
man
sich Darstellungen der Bücherverbrennungen anschaut, ist dieses auch
eindeutig zu erkennen! Natürlich haben auch Studenten und Professoren
Bücher
verbrannt, wobei einige es mit Sicherheit "FREIWILLIG" getan haben, andere
wiederum, wenn auch nicht durch direkte körperliche Gewalt gezwungen,
Zwängen auf anderen Ebenen ausgesetzt waren!
----------------------------
>>"Die Künstler wurden verboten, weil sie z.B. Moderne Kunst
>>gemalt haben oder entweder Behinderungen gezeichnet
>>haben oder dicke Schraffierungen."
>"dicke Schraffierungen" soll das ein Witz sein? Die Wanderausstellung
>"entartete Kunst" war viel später (ich glaube 1936) und war selbst
unter den
>Nazi-Bonzen mehr als umstritten. Ihr solltet erstmal
>nachforschen, welche Ausprägungen Impressionismus und des
Expressionismus
>als "entartet" diffamiert wurden, bevor Ihr so einen Quatsch schreibt.
----------------------------
Natürlich war die Ausstellung "Entartete Kunst" später! Wenn man
es genau
betrachtet, erkennt man jedoch, dass sie die gleichen Hintergründe
hatte,
wie auch die Bücherverbrennung und deshalb durchaus beide in einem
Atemzug
genannt werden können! Im übrigen war auch die Bücherverbrennung
nicht
unumstritten! Es ging bei diesen beiden Ereignissen darum, dass man alle
Werke, die nicht der nationalsozialistischen Propaganda entsprachen,
eliminierte! Folglich geht es also lediglich um die Darstellung der Ziele
und nicht darum, was genau als entartet diffamiert wurde, was zum weiteren
Verständnis auch nicht sehr viel mehr hätte beitragen
können!
----------------------------
>>"Hitler wollte nur reale Bilder, z.B. eine Kuh auf einer Weide
>>Die Bilder, die sich Hitler selber gerne im Kunstpalast in
>>München anschaute, waren Bilder, die den Krieg verherrlichten;
>>z. B. eine Armee die stolz die Reichsflagge trug. Doch auch
>>Skulpturen, wie ein Arbeiter, der aufrecht stand und lachte und
>>fröhlich an die Arbeit ging."
>War hat Euch diesen Blödsinn erzählt? "Kuh auf einer
Weide"?????
>Ein Arbeiter der "fröhlich an die Arbeit ging"?? Scheinbar hat man
Euch
>nur irgendwelche Bilder der "Deutschen Kunstausstellung" aus Krieg
>gezeigt. Die Propagandaschinken gab es auch, aber das war nur ein
>Teil der Mahlerei, die ausgestellt wurde. An Eurer Stelle würde
ich mir
>mal einen Ausstellungskatalog aus der Zeit besorgen, gibts fast
>in jeder Uni-Bücherei.
-----------------------------
Es ist doch unumstritten, dass es nicht nur Bilder gab, die der Propaganda
dienten! Vielleicht solltest du jedoch beachten, dass man für dieses
Projekt
keine Ausstellungskataloge lesen und einbringen musste, da die Bilder, die
der Propaganda dienten, das darstellten, was die Schüler hier, wenn
auch nur
ganz oberflächlich, jedoch ausreichend zum Verständnis des Projektes,
völlig
richtig beschrieben haben! Das Thema des Projektes ist schließlich
nicht
"Kunst zur Zeit des Nationalsozialismus", für das man tiefer in die
Materie
hätte eindringen müssen und man sicher auch getan hätte!
-----------------------------
>>"Doch in Wirklichkeit sah dies ganz anders aus:
>>Es gab Hungersnöte und Arbeitslosigkeit. Das war auch der
>>Grund warum Hitler gewählt wurde. Er hat ihnen Essen und
>>Arbeit versprochen. Die Menschen hatten nach der großen
>>Wirtschaftskrise kein Vertrauen mehr in die Regierung und
>>wählten Hitler."
>Auch nicht richtig: Zu "Hungersnöten" ist in den 20er Jahren nicht
gekommen.
>Außerdem gehörten zu dem Wählerstamm der Nazis mehr der
Mittelstand
>und die Beamten und nicht die, denen es echt schlecht ging
>(die haben nämlich die Kommunisten gewählt!). Allerdings war
die Lage
>insbesondere auf dem Arbeitsmarkt mehr als beschissen und das
>"soziale Netz" recht dünn. Ich glaube aber nicht, dass es nur
>die Wirtschaftskrise war, die die Nazis an die Macht gebracht hat!
----------------------------
Es gab sehr viele Faktoren, die untereinander und miteinander wirkten und
letzten Endes zur Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 führten!
Diese
jetzt alle umfassend und vollständig darzustellen, wäre eine
wochenlange
Aufgabe, allerdings ist deine Stellungnahme hierzu, auch nicht besser als
die Darstellung der Schüler. Deutschland war bis 1918 seit langer Zeit
ein
Staat der auf einer Monarchie basierte! Nach dem Ende des Krieges versuchte
man nun, in einem Staat, dessen Volk eine Monarchie gewohnt war, eine
Demokratie einzurichten! Sowohl Politiker als auch das Volk, versuchten,
in
einem wirtschaftlich brach liegenden und durch immense
Reparationszahlungen,
die man aufgrund des Versailler Vertrags zu leisten hatte, belasteten
Staat,
ein politisches System zu errichten, womit man bis dahin keinerlei
Erfahrung
gemacht hat. Man legte falsche Schwerpunkte in der Politik, es gab viele
Partikularinteressen, die es immer wieder schwer machten politische
Entscheidungen absegnen zu lassen, es gab Kräfte wie Hindenburg und
Schleicher, die erneut auf eine Demokratie drängten, es gab
ständige
Regierungswechsel, das Sozialsystem war schwach, es gab eine rasende
Inflation, die Arbeitslosigkeit wurde immer größer und
größer, ES GAB AUCH
VIELE FAMILIEN, DIE INFOLGEDESSEN HUNGER LEIDEN MUSSTEN usw...
Man könnte hier noch Hunderte von Faktoren aufzählen, die allesamt
auf die
Entwicklung der Weimarer Republik Einfluss nahmen und letzten Endes zum
Nationalsozialismus führten. Selbstverständlich war dies nicht
nur die
Wirtschaftskrise. Mittelstand und Beamte waren die, denen es schon unter
der
Monarchie gut ging, folglich haben sie, im Anblick des wirtschaftlichen
Zerfalls und der immer mehr um sich greifenden Armut, die mittlerweile bis
in ihre Schichten ging, in dem Führerstaat eine Erneuerung der
Monarchie
gesehen. Unter diesem Gesichtspunkt, haben die Schüler gar nicht mal
Unrecht
mit ihrer Darstellung, auch wenn sie nur ein ganz kleiner Ausschnitt zu
Grunde legt!
Ich möchte mir in keiner Weise anmaßen "wissenschaftlich perfekt"
zu sein,
allerdings glaube ich, dass deine Kritik in Bezug auf das Projekt,
völlig
belanglos ist, da die Hintergründe völlig ausreichend dargestellt
sind und
ein jeder ein klares Bild davon bekommen kann, was die Bücherverbrennung
für
einen Einfluss hatte! Meines Erachtens haben die Schüler ein
ausreichend
fundiertes Wissen zusammengetragen, wovon sich so mancher Kritiker ein
Scheibchen abschneiden könnte.
Mit freundlichen Grüßen
Tim B. Pfeifer
Betreff: NETD@YS NRW
LIVE 2001
Datum: Tue, 21 Aug 2001 05:56:20 EDT
Von:
NetdaysLive2000@aol.com
An: urpfeifer@mbr.do.nw.schule.de
Hallo Herr Pfeifer,
nach der erfolgreichen Zusammenarbeit beim letztjährigen NETD@YS
Livemagazin möchte ich mich nur kurz erkundigen, ob und in welcher
Form Sie sich auch in diesem Jahr bei den NET@YS NRW beteiligen werden.
Das Livemagazin wird in diesem Jahr schon im September über die
Aktivitäten
einzelner Teilnehmer berichten und wir suchen interessierte Projektpartner,
die uns Material zur Verfügung stellen.
Für das NETD@YS Livemagazin vom 24. September bis 7. Oktober suchen
wir
erneut Schulen, die uns Fotos und Informationen über ihr Projekt zusenden,
da
wir auch in diesem Jahr eine täglich aktualisierte Newsseite anbieten
wollen.
Außerdem sind wir für jedes Angebot einer Webcam-Übertragung
vom Projekt
innerhalb dieser zwei Wochen sehr dankbar.
Ich würde mich über eine Antwort und eine weitere Zusammenarbeit
beim
NETD@YS Livemagazin mit Ihnen freuen.
Viele Grüße
Oliver Leismann
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NETD@YS NRW LIVE 2001 (24. September - 7. Oktober)
Projektleitung: Oliver Leismann
Telefon: 02586/1232
Telefax: 02586/1708
eMail: Leismann@netdays-live.de
http://www.netdays-nrw-live.de
http://www.netdays-live-grundschulen.de
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