Schulprogramm 2006

Foto: Panoramafoto unserer Schule von Süden           © Udo R. Pfeifer

Elternarbeit III
Beratung
 

„Adoleszenz verstehen -
mit Pubertierenden umgehen lernen“
 

Beratende Elternarbeit: Adoleszenz verstehen - mit Pubertierenden umgehen lernen
 
Beratende Elternarbeit muss beim Verstehen von Adoleszenz (Erwachsenwerden) und Pubertät ansetzen. Das heißt grundlegend, adoleszente und pubertäre Prozesse als „normale“ Entwicklungsvorgänge zu sehen. Es ist z. B. vollkommen „normal“, dass Adoleszente phasenweise zu Eltern oder auch zu Lehrerinnen und Lehrern Distanz aufbauen. Auch ein Einbruch der Lernmotivation ist „normal“. Beratung muss zusammen mit den Erziehungsberechtigten klären, ob in den einzelnen Fällen „Normalität“ überschritten wird und ob gravierende (schwere) Probleme (absolute Leistungsblockaden, Drogenprobleme etc.) einschreitende Maßnahmen erfordern. In vielen Fällen müssen dann Expert/innen eingeschaltet werden. Beratende Elternarbeit an der MBR soll einerseits helfen, bei betroffenen Erziehungsberechtigten „präventiv“ (vorbeugend) ein Verständnis für die einschneidenden Entwicklungsprozesse der Heranwachsenden aufzubauen. Insbesondere werden wir fallorientiert diagnostizieren, wie und warum bei einzelnen Schülerinnen und Schülern Lern-, Verhaltens- und Erziehungsprobleme auftreten. Zusammen mit professionellen Berater/innen werden wir gemeinsam an konkreten Hilfsmaßnahmen arbeiten.

   

 
 
 
Das Beratungsprogramm soll folgende Angebote umfassen:
 
für Erziehungsberechtigte:

  • besondere Beratungsangebote beim Elternsprechtag

  • Beratungsstunden innerhalb der Schulwoche

  • Informationspapiere unserer professionellen Partner (Jugendamt, Polizei etc.)

für Schülerinnen und Schüler:

  • feste Beratungsstunden innerhalb der Schulwoche

Zum Konzept:
Adoleszenz und Pubertät verstehen
 
Das Konzept unterscheidet verschiedene „normale“ Entwicklungsaspekte, nennt Probleme, die entwicklungsbedingt auftreten können. Es gibt darüber hinaus Hinweise zu schulinternen und externen Beratungsangeboten.

 

Entwicklungsaspekt

mögliche Schwierigkeiten

schulinterne Beratungsmöglichkeit

Beratung durch externe Experten

I.
Den „neuen“ Körper bewohnen lernen
 
a) Biologische Prozesse
 
b) Konzept der eigenen Attraktivität

 
Verlust des kindlichen Körpers
 
„Aufdringlichkeit des Körpers in der Adoleszenzkrise“ (King, 2002, S. 170ff.)
 
Zwiespalt zwischen Selbstinszenierungsdrang und Unzufriedenheit
 
Extremfälle:
Depressionen, Essstörungen (Magersucht/Anorexia nervosa, Bulimie)

 
Schüler/innen und Eltern helfen, diese Prozesse zu verstehen => Normalität
 
Thematisierung in einzelnen Fächern (u. a. in Biologie, Textil, Politik, Religion usw.)
 
an Expert/innen weiterleiten

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ärzt/innen Psycholog/innen Beratungsstellen Ernährungsberatung

II.
Den Umgang mit der eigenen Sexualität erlernen

 
AIDS andere Geschlechtskrankheiten ungewollte Schwangerschaft ethnisch - religiöse Probleme „falsche“ Partner/innen sexueller Missbrauch
 

 
Aufklärung im Fachunterricht Beratungsgespräche mit Eltern und Schüler/innen evtl. Kontakte zur Polizei herstellen

 
Ärzt/innen Psycholog/innen Beratungsstellen (z.B. Pro Familia) Beratungsstellen Kommissaria

III.
Der Umbau sozialer Beziehung:
Peer-Group- Bindung

 
Distanzierung im Eltern-Kind-Verhältnis Individuation Freundschaftsgruppen Jugendkulturelle Verortungen
 
Eintauchen in problematische Jugendkulturen
(z.B. Sekten, Sprayerszenen, gewaltbereite Szenen, Drogenszenen usw.)

 
gemeinsame Beratungsgespräche mit Eltern und Schüler/innen
 
=> Verweis auf „Normalität“ von Abgrenzungsprozessen
 
an Expert/innen verweisen Kontakte herstellen

 
lokale Stellen für Erziehungshilfe
 
 
 
 
Sektenexpert/innen Polizei Drogenberatungsstellen etc.

IV.
Veränderter Umgang mit Schule und Umbau der Leistungsbereitschaft

 
Einbruch der Lernmotivation
 
Verstärkung von Konzentrationsschwächen
 
Konkurrenz durch andere intrinsische (aus einem selbst kommende) Motivationen (Briefe an Freunde/Freundinnen schreiben, Sorge um das eigene Aussehen, usw.) Leistungseinbrüche negative Entwicklungen im Arbeits- und Sozialverhalten
 
Leistungsverweigerung Schulverweigerung
 
aggressives und respektloses Verhalten den Lehrer/innen und Schüler/innen gegenüber
 

 
Beratungsgespräche mit Eltern und Schüler/innen
 
Lern- und Förderempfehlungen
 
Anträge auf sonderpädagogische Förderung

 
in extremen Fällen:
 
Schulpsycholog/innen Sonderpädagogische Förderung

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Foto: Ein interessiertes Gesicht Unsere SchülerInnen gestalten Schule mit!|Postmaster|©2006 Max-Born-Realschule