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Methodenschulung
Lesekompetenz zu stärken und zu fördern ist
für uns eine wichtige Aufgabe der schulischen
Bildung.
Das Abschneiden deutscher Schüler/innen bei
der Pisa-Studie hat gezeigt, dass Unterricht in
fächerübergreifender Verantwortung in der Sekundarstufe
I stärker Kompetenzen schulen
muss, die die Lesefähigkeit fördern - im Sinne
von sinnerfassendem Lesen.
Lesekompetenz erlangen wir durch häufiges
Lesen, durch regelmäßiges Üben und
Anwenden bestimmter Methoden und
Techniken. Lesekompetenz erstreckt sich vom
Buchstaben über das Wort, das Sprachspiel,
den Sachtext, literarische Texte, Karikaturen bis
hin zu Grafiken und Tabellen. Sie zu lesen, zu
verstehen und mit ihnen umgehen zu können,
ist das Ziel schulischer Bildung. Vielfach ist ein
Verstehen und Begreifen eines Textes erst
durch das Einbringen eigenen Wissens oder
durch zusätzliche Informationen möglich.
Um Lesekompetenz zu erlangen, ist es zunächst
wichtig, eine strategische Kompetenz zu
gewinnen und eine bewusste Haltung zum
eigenen Lesevorgang einzunehmen. Dieses
nennt man Metakognition und meint, etwas
noch einmal zu lesen, wenn man etwas nicht
verstanden hat, nachzudenken, warum man etwas
nicht versteht, beim Weiterlesen fortlaufend
das eigene Verständnis zu prüfen. Es
ist eine Kompetenz, die man unterscheiden
kann in Bewusstheit, Überwachung und Steuerung.
Dem schlechten Leser fehlt die metakognitive
Kompetenz. Er kann seine fehlende Fähigkeit
nicht richtig einschätzen, er ignoriert Unverstandenes.
Lesestrategie meint eine Folge
zweckgerichteter Handlungen zum Erreichen
eines bestimmten Leseziels. Sie wird deutlich in
der Art und Weise, wie eine Person sich mit
einem Text auseinander setzt.
Zum Erwerb der Lesefähigkeit gehört die Ausbildung
bestimmter Zugriffsweisen, den so genannten
Lesetaktiken. Diese haben wir für die
Klassen 6 bis 9 im Oktober 2005 bei unseren
Methodentagen unseren Schülerinnen und
Schülern verstärkt nahe gebracht. Die einzelnen
Methoden sind für jede Jahrgangsstufe mit
allen Materialien in Arbeitsgruppen von Lehrerinnen
und Lehrern erarbeitet worden, an den
Methodentagen eingesetzt worden und werden
von den einzelnen Arbeitsgruppen für den weiteren
Einsatz teilweise überarbeitet. Die Materialien
haben bei den Schülerinnen und Schülern
großen Zuspruch gefunden.
Es handelte sich um folgende Themen:
Jahrgangsstufe 6
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Detailliertes Lesen/Effektives Üben
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Jahrgangsstufe 7
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Strukturiertes Lesen/Rasches Lesen/Mind-Mapping
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Jahrgangsstufe 8
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Markieren, strukturieren/Auswertung von Diagrammen und
Grafiken
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Jahrgangsstufe 9
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Kurz-Referate/Protokolle
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Lesekompetenz ist einteilbar in drei Stufen. Als
Fundament ist die Lesefähigkeit, das „Lesenkönnen“
zu sehen. Die Lesefähigkeit ist die
Voraussetzung für das Gelingen einer
Förderung und eines Aufbaus eines Leseverständnisses,
der Kompetenz des sinnerfassenden
Lesens. Sie besteht aus vielen
Bausteinen und bezieht eigenes Wissen und
Weltwissen mit ein. Ferner setzt das Leseverstehen
auch die Kenntnis von Lesestrategien
voraus. Das Leseverstehen bezeichnet die Fähigkeit,
Text - welcher Art auch immer - angemessen
zu nutzen.
Lesekompetenz zu entwickeln und zu fördern
ist nicht nur Aufgabe des Deutschunterrichts,
denn das Verstehen von Texten und der Umgang
mit ihnen stellt eine Basisqualifikation dar.
Dieses ist eine Herausforderung für die gesamte
schulische Bildung. Lesekompetenz bezieht
sich auf Schriftkultur. Sie umfasst ebenso
moderne Medien und den Umgang mit dem
Personal Computer wie auch Texte, Bücher
und die Zeitung.
Für die Förderung von Lesekompetenz gibt es
zahlreiche Möglichkeiten. Einerseits können
und müssen den Schülerinnen und Schülern
Techniken, Strategien an die Hand gegeben
werden wie überfliegendes Lesen, Erwartungshaltungen
formulieren, detailliertes Lesen,
Überschriften formulieren, schwierige Wörter
markieren und klären, andererseits können die
Schülerinnen und Schüler auch Methoden erlernen,
mit Texten umzugehen, indem sie Texte
umschreiben, ergänzen, ein Bild zum Inhalt
malen, … Dabei kann jede einzelne Möglichkeit,
jede einzelne Aufgabe jeweils nur als ein
Baustein verstanden werden.
Die Einführung von Methodenschulung soll in
der Max-Born-Realschule dazu dienen, Schülerinnen
und Schüler in der Lesekompetenz zu
fördern. Mit der Auslagerung aus dem normalen Unterricht in Projekte entspricht die Schule
dem Anspruch, dass dieses Aufgabe aller Fächer
ist. Es sind für die einzelnen Jahrgangsstufen
unterschiedliche Methoden zur Schulung
der Lesekompetenz vorgesehen. Diese bauen
aufeinander auf und berücksichtigen in den
folgenden Jahren eine kontinuierliche Wiederholung
des schon Erlernten.
Informationen sind teilweise entnommen aus:
Fricke M. A., Ute: Darstellung und Evaluation
eines Bausteins der Lesekompetenzförderung
im Rahmen eines Projektes zum detaillierten
Lesen in einer 6. Klasse an der Max-Born-Realschule.
Dortmund 2005.
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