Schulprogramm 2006

Foto: Panoramafoto unserer Schule von Süden           © Udo R. Pfeifer

Methodenschulung


Lesekompetenz zu stärken und zu fördern ist für uns eine wichtige Aufgabe der schulischen Bildung.
Das Abschneiden deutscher Schüler/innen bei der Pisa-Studie hat gezeigt, dass Unterricht in fächerübergreifender Verantwortung in der Sekundarstufe I stärker Kompetenzen schulen muss, die die Lesefähigkeit fördern - im Sinne von sinnerfassendem Lesen.
 
Lesekompetenz erlangen wir durch häufiges Lesen, durch regelmäßiges Üben und Anwenden bestimmter Methoden und Techniken. Lesekompetenz erstreckt sich vom Buchstaben über das Wort, das Sprachspiel, den Sachtext, literarische Texte, Karikaturen bis hin zu Grafiken und Tabellen. Sie zu lesen, zu verstehen und mit ihnen umgehen zu können, ist das Ziel schulischer Bildung. Vielfach ist ein Verstehen und Begreifen eines Textes erst durch das Einbringen eigenen Wissens oder durch zusätzliche Informationen möglich.
 
Um Lesekompetenz zu erlangen, ist es zunächst wichtig, eine strategische Kompetenz zu gewinnen und eine bewusste Haltung zum eigenen Lesevorgang einzunehmen. Dieses nennt man Metakognition und meint, etwas noch einmal zu lesen, wenn man etwas nicht verstanden hat, nachzudenken, warum man etwas nicht versteht, beim Weiterlesen fortlaufend das eigene Verständnis zu prüfen. Es ist eine Kompetenz, die man unterscheiden kann in Bewusstheit, Überwachung und Steuerung. Dem schlechten Leser fehlt die metakognitive Kompetenz. Er kann seine fehlende Fähigkeit nicht richtig einschätzen, er ignoriert Unverstandenes. Lesestrategie meint eine Folge zweckgerichteter Handlungen zum Erreichen eines bestimmten Leseziels. Sie wird deutlich in der Art und Weise, wie eine Person sich mit einem Text auseinander setzt.
Zum Erwerb der Lesefähigkeit gehört die Ausbildung bestimmter Zugriffsweisen, den so genannten Lesetaktiken. Diese haben wir für die Klassen 6 bis 9 im Oktober 2005 bei unseren Methodentagen unseren Schülerinnen und Schülern verstärkt nahe gebracht. Die einzelnen Methoden sind für jede Jahrgangsstufe mit allen Materialien in Arbeitsgruppen von Lehrerinnen und Lehrern erarbeitet worden, an den Methodentagen eingesetzt worden und werden von den einzelnen Arbeitsgruppen für den weiteren Einsatz teilweise überarbeitet. Die Materialien haben bei den Schülerinnen und Schülern großen Zuspruch gefunden.
Es handelte sich um folgende Themen:
 

 Jahrgangsstufe 6

 Detailliertes Lesen/Effektives Üben

 Jahrgangsstufe 7 

 Strukturiertes Lesen/Rasches Lesen/Mind-Mapping

 Jahrgangsstufe 8

 Markieren, strukturieren/Auswertung von Diagrammen und Grafiken

 Jahrgangsstufe 9

 Kurz-Referate/Protokolle


Lesekompetenz ist einteilbar in drei Stufen. Als Fundament ist die Lesefähigkeit, das „Lesenkönnen“ zu sehen. Die Lesefähigkeit ist die Voraussetzung für das Gelingen einer Förderung und eines Aufbaus eines Leseverständnisses, der Kompetenz des sinnerfassenden Lesens. Sie besteht aus vielen Bausteinen und bezieht eigenes Wissen und Weltwissen mit ein. Ferner setzt das Leseverstehen auch die Kenntnis von Lesestrategien voraus. Das Leseverstehen bezeichnet die Fähigkeit, Text - welcher Art auch immer - angemessen zu nutzen.
 
Lesekompetenz zu entwickeln und zu fördern ist nicht nur Aufgabe des Deutschunterrichts, denn das Verstehen von Texten und der Umgang mit ihnen stellt eine Basisqualifikation dar. Dieses ist eine Herausforderung für die gesamte schulische Bildung. Lesekompetenz bezieht sich auf Schriftkultur. Sie umfasst ebenso moderne Medien und den Umgang mit dem Personal Computer wie auch Texte, Bücher und die Zeitung.
Für die Förderung von Lesekompetenz gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Einerseits können und müssen den Schülerinnen und Schülern Techniken, Strategien an die Hand gegeben werden wie überfliegendes Lesen, Erwartungshaltungen formulieren, detailliertes Lesen, Überschriften formulieren, schwierige Wörter markieren und klären, andererseits können die Schülerinnen und Schüler auch Methoden erlernen, mit Texten umzugehen, indem sie Texte umschreiben, ergänzen, ein Bild zum Inhalt malen, … Dabei kann jede einzelne Möglichkeit, jede einzelne Aufgabe jeweils nur als ein Baustein verstanden werden.
Die Einführung von Methodenschulung soll in der Max-Born-Realschule dazu dienen, Schülerinnen und Schüler in der Lesekompetenz zu fördern. Mit der Auslagerung aus dem normalen Unterricht in Projekte entspricht die Schule dem Anspruch, dass dieses Aufgabe aller Fächer ist. Es sind für die einzelnen Jahrgangsstufen unterschiedliche Methoden zur Schulung der Lesekompetenz vorgesehen. Diese bauen aufeinander auf und berücksichtigen in den folgenden Jahren eine kontinuierliche Wiederholung des schon Erlernten.
 
Informationen sind teilweise entnommen aus:
Fricke M. A., Ute: Darstellung und Evaluation eines Bausteins der Lesekompetenzförderung im Rahmen eines Projektes zum detaillierten Lesen in einer 6. Klasse an der Max-Born-Realschule.
Dortmund 2005.
 

 
Foto: Ein interessiertes Gesicht Unsere SchülerInnen gestalten Schule mit!|Postmaster|©2006 Max-Born-Realschule