Die MBR segelt weiter auf dem Kurs zu einer
"Schule ohne Rassismus"
Ein Projekt der Klasse 8d (1997/98)

Im Politikunterricht sprachen wir über Gewalt und die Auswirkungen von Gewalttaten.
Im Deutschunterricht begannen wir mit der Unterrichtsreihe "Konkrete Poesie". Zu diesem Thema besuchten wir am 4. November im Museum am Ostwall die Ausstellung von Ian Hamilton Finlay (Prints 1963-97, 14. September - 9. November 1997). Einige Studentinnen der UNI Dortmund aus dem Seminar von Frau Dr. Schmuck begleiteten uns. Wir hatten uns ein fächerübergreifendes Projekt zum Thema "Gewalt" vorgenommen, denn auch der Kunst- und Textilunterricht sollten beteiligt werden.
Im Museum konnten wir schöne Beispiele zur Konkreten Poesie entdecken, und das große Segelboot im Lichthof des Museums inspirierte uns zu unserem konkreten Thema. Nach einer sehr interessanten Führung durften wir selber ans Werk gehen. In kleinen Gruppen stellten wir aus Tonpapier "Welle" und "Felsen" in Konkreter Poesie dar. Am folgenden Projekttag werteten wir Bildsituationen im Hinblick auf alltägliche Gewalt aus. Wir überlegten, was die einzelnen Personen in ihren Rollen als "Opfer", "Täter" oder "Zuschauer" fühlten. Diese Gefühle versuchten wir als Nomen-Gegensatzpaare auszudrücken:
 
 
Misstrauen-Vertrauen
Neid-Gunst
Schadenfreude-Mitfreude
Zorn-Güte
Fremdenhass-Toleranz
Zerstörungswut-Hilfe
Gegeneinander-Miteinander
Hass-Liebe
Ausgrenzen-Einbeziehen
Feindschaft-Freundschaft

 So entstand unser Leitgedanke:
Wir werden erst dann eine Schule ohne Rassismus, wenn z.B. aus Fremdenhass Toleranz, aus Gegeneinander Miteinander, usw. wird.
Vorbereitet durch den Deutschunterricht stellten wir diese Gegensatzpaare in Konkreter Poesie dar. Und da wir Boote mit riesigen Segeln für unseren Schulflur gestalten wollten, übertrugen wir unsere Entwürfe ins Textile. Dazu mussten wir den Begriffspaaren passende Materialien zuordnen, z. B.: zu Liebe passt Samt, Plüsch..., zu Hass Stacheldraht, borstiges Sackleinen.
In Partnerarbeit gestalteten wir auf weißem Filz (100cm x 60cm) unsere Segel. Einzelne Beispiele werden nun genauer beschrieben:

Aus Hass wird Liebe

         Zerstörungswut wird zur Hilfe

                   Aus Misstrauen wird Vertrauen

                              Misstrauen wird zu Vertrauen

                                        Aus Fremdenhass wird Toleranz

Am abschließenden Projekttag stellten wir die Schiffsrümpfe aus bemalter Pappe her. Da unser Hausmeister so nett war, die Kleiderhaken auf dem Flur abzuschrauben, konnten wir noch am Projekttag unsere gelungenen Werke auf dem Flur installieren.
Unsere Segelboote zeigen nun allen, dass wir auf dem richtigen Kurs zu einer Schule ohne Rassismus sind - aber auch, dass wir noch Gegenwind haben, von denen, die für Gewalt und gegen Ausländer sind
 

 Besonders stolz sind wir darauf, dass zum
 "Stapellauf" (Vernissage) unsere Schulleiterin, 
 Frau Cramer, die Dezernentin aus Arnsberg,
 Frau Bentlage, mitbrachte.

Dieses Projekt hat allen Schülerinnen und Schülern der 8d, den Studentinnen und unseren Lehrerinnen, Frau Overlack-Zenzen und Frau Dr. Schmuck sehr viel Spaß gemacht. Wir hoffen, dass die ganze MBR auf dem Kurs zur Schule ohne Rassismus ist und der Gegenwind von Tag zu Tag schwächer wird.

S.W. und N.W. für die Klasse 8d