Dortmund

Kompetent im Umgang mit Verschiedenheit

Lehramtsstudierende der Universität Dortmund verbinden graue Theorie mit der bunten Praxis vor Ort im

Dortmunder Förderprojekt Sprachliche Kompetenz

für Kinder mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Kinder

 

Dank finanzieller Unterstützung der Stiftung Mercator* sowie der Pädagogischen Dienste/RAA der Stadt Dortmund, werden seit Oktober 2004 an insgesamt 22 Dortmunder Schulen ca. 500 Schülerinnen und Schüler in Deutsch und den Sachfächern zusätzlich gefördert.

 

Projekt-Konsortium

 

Schulverwaltungsamt/Pädagogische Dienste

der Stadt Dortmund/RAA

Christoph Sellerberg

 

Universität Dortmund

 

Zentrum für Lehrerbildung

Dr. Bettina Seipp & Dr. Sylvia Ruschin 

 

Sprachenzentrum

Dr. Elmar Winters-Ohle

 

Institut für deutsche Sprache und Literatur

Dr. Erkan Özdil

 

Zielgruppen der Fördermaßnahmen + Standorte

Aufgrund der besonderen Situation der Schülerinnen und Schüler im Dortmunder Norden erwies sich zu Beginn des Projektes im Oktober 2004 die Konzentration auf Schulen in diesem Stadtbezirk als sinnvoll.

Hierbei ist es notwendig, eine flankierende Förderung bereits in der Grundschule zu installieren, um Chancengleichheit gegenüber den Schüler/innen aus anderen Stadtteilen zu erwirken. Dabei soll ein Schwerpunkt auf den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule (Klasse 3/4) gelegt werden.

Ein zweiter Schwerpunkt zielt auf die Klassen 5 und 6 der  Sekundarstufe I. Besonders zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, durch gezielten Förderunterricht konkrete Hilfen anzubieten, damit die Schüler/innen vor allem den steigenden Anforderungen in der Orientierungsstufe des Gymnasiums, der Realschule und der Gesamtschule gewachsen sind.

Ein dritter Schwerpunkt ist die Förderung der Schüler/innen, die von der in der Nordstadt befindlichen Sonderschule für Lernbehinderte zur Regelschule wechseln, wenn kein sonderpädagogischer Förderbedarf mehr besteht. Dieser Wechsel findet in der Regel zur Klasse 5 der Hauptschule statt. Aufgrund der veränderten Lehr- und Lernbedingungen der Regelschule benötigen diese Schüler/innen besonders in den ersten beiden Schuljahren nach dem Wechsel eine begleitende Förderung.

Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde die Gesamtzahl der beteiligten Schulen auf insgesamt 22 und die Gesamtzahl der Gruppen auf 102 erhöht. Diese Ausweitung konnte u.a. realisiert werden, da wir in Zusammenarbeit mit dem BLK Programm FÖRMIG (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) einen zusätzlichen Förderbetrag einwerben konnten.

Die Begrenzung auf den Nordstadtbereich haben wir aufgehoben, da viele Schulen z.B. in den Stadtteilen mit "besonderem Förderbedarf" oder dort, wo der prozentuale Anteil von Kindern mit Migrations- hintergrund nahe an das Verhältnis der Nordstadt heranreicht, starkes Interesse an einer Mitarbeit geäußert haben.

Die beteiligten Schulen 

Albrecht-Brinkmann-Grundschule, Diesterweg-Grundschule, Elsa-Brändstöm-Grundschule, Gilden-Grundschule, Kautsky-Grundschule, Landgrafen-Grundschule, Lessing-Grundschule, Nordmarkt-Grundschule, Oesterholz-Grundschule, Petri-Grundschule, Vincke-Grundschule, Weingarten-Grundschule

HS Hörde, HS In der Landwehr, HS Lützowstraße

Gertrud-Bäumer-RS

Kielhorn Förderschule

GeS Anne Frank, GeS Gartenstadt, GeS Heinrich Böll, GeS Scharnhorst

Heisenberg Gymnasium,

 

Pädagogisches Konzept: Inhalte, Methoden, Materialien

Aufgabe des Förderunterrichts ist sowohl die sprachliche und fachliche Förderung in ausgewählten Schulfächern als auch die grundsätzliche Verbesserung der Deutschkenntnisse. Ziel ist es, die (schrift-)sprachliche und narrative Kompetenz der Schülerinnen so anzuheben, dass (sprachbedingte) fachliche Rückstände ausgeglichen werden können und sich insgesamt das Lese- und Sprachverständnis der deutschen Sprache im Hinblick auf Informationsermittlung, textbezogene Interpretation und reflektierte Bewertung von Textaussagen verbessert.

Der Förderunterricht erfolgt zusätzlich und unabhängig vom Regelunterricht. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Der Unterricht findet in den Räumlichkeiten der insgesamt 11 beteiligten Schulen im Anschluss an den Regelunterricht statt.

Förderunterricht

Im Förderunterricht werden die von den Fach-Lehrern benannten deutsch-sprachlichen und fachlichen Defizite abgebaut, so dass die betreffenden Schüler/innen behutsam - bei Kindern mit Migrationshintergrund möglichst unter Einbeziehung ihrer Muttersprache - an das (z. B. für den Übergang auf die weiterführenden Schulen) erforderliche Leistungsniveau herangeführt werden. Maßgebend sind die inhaltlichen Vorgaben der klassenspezifischen Stoffverteilungspläne bzw. der zukünftigen Bildungsstandards.

Im Gegensatz zum regulären Unterricht handelt es sich hier um einen "individualisierten Kleingruppenunterricht" für drei bis fünf Förderschüler/innen. Hierbei können und sollen die Förderlehrer insbesondere bei den Problemen auf dem Hintergrund von Verstehensprozessen unmittelbar inhaltlich und sprachlich erklärend und übend ansetzen, wobei Methodenvielfalt als durchgängiges Lehrprinzip anzusehen ist.

 

Förderlehrkräfte

Die Förderlehrkräfte sind Lehramtsstudierende der Universität Dortmund. Idealerweise handelt es sich um Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund, die fundierte Kenntnisse in einer der Herkunftssprachen (z. B. Türkisch, Russisch, Polnisch, Italienisch) haben oder um Studierende ohne Migrationshintergrund mit Grundkenntnissen in einer dieser Sprachen. Die Förderlehrkräfte betreuen Lerngruppen von 3-5 Schüler/innen mit relativ homogenen Sach- und Sprachkenntnissen. Die Förderlehrkräfte werden an der Hochschule ausgebildet. Der Förderunterricht erfolgt anhand ausgewählter (und erprobter) Materialien in eigener Verantwortung auf dem Hintergrund des vereinbarten pädagogischen Konzepts.

Mehrsprachigkeit der Förderlehrkräfte: Spracherwerbsstudien belegen, dass der Erwerb einer Zweitsprache wesentlich vom Erstsprachniveau abhängt. Aus diesem Grunde erlernen Kinder mit einer altersgerecht entwickelten Erstsprache (z.B. Seiteneinsteiger /innen) schneller und erfolgreicher eine Zweitsprache als viele der Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden.

Aus drei Gründen sollen deshalb insbesondere mehrsprachig aufgewachsene Förderlehrkräfte in der Betreuung der Fördergruppen eingesetzt werden.

Sie

-sind aus eigener Erfahrung mit der Problematik eines Zweitspracherwerbs vertraut;

-können auf mutter- bzw. erstsprachliche Kompetenzen zurückgreifen;

-haben Vorbildfunktion in sprachlicher wie in kulturell-akademischer Hinsicht.

Die studentischen Förderlehrkräfte werden an der Universität Dortmund in spezifischen Lehrveranstaltungen auf ihre Aufgaben vorbereitet und erteilen bereits parallel sprachlichen Förderunterricht in ihren Fächern.

 

Ansprechpartner bei den Pädagogischen Diensten/RAA

Herr Christoph Sellerberg 
0231/ 50- 26490   
Csellerberg@stadtdo.de
 

Ansprechpartner bei der Universität Dortmund

Frau Dr. Bettina Seipp  
0231/ 755- 5586   
seipp@verwaltung.uni-dortmund.de

 
Herr Dr. Elmar Winters-Ohle
0231/ 755- 4137   
elmar.winters-ohle@uni-dortmund.de

Herr Dr. Erkan Özdil
0231/ 755- 4135   
erkan.oezdil@uni-dortmund.de