| Schulbiologisches Zentrum der Stadt Dortmund | |
Der neue Sek.II-Lehrplan sieht pro Leitthema ein
(im Leistungskurs zwei) Schwerpunktvorhaben vor. Unter einem
selbstgewählten Thema werden dabei Inhalte aus verschiedenen
Themenbereichen gebündelt und praktisch und anwendungsbezogen
vermittelt. Als Serviceleistung zur Durchführung solcher
Schwerpunktvorhaben bietet das Schulbiologische Zentrum drei
Angebote, die die Intentionen des neuen Lehrplans umsetzen und
zugleich recht ökonomisch in den Unterricht integriert werden
können, da sie einen erheblichen Teil der obligatorischen
Lerninhalte mit berücksichtigen. Praktische Aspekte, wie der
Umgang mit Fachmethoden und Lernen im Kontext, werden dabei in
einer Halbtagsveranstaltung im Schulbiologischen Zentrum
vermittelt, weitere Aspekte können in der Schule in weiteren
vier bis sechs Stunden behandelt werden, was dem für
Schwerpunktvorhaben vorgesehenen Gesamtumfang von acht bis zehn
Unterrichtsstunden entspricht. Hintergrundmaterial zur
Vermittlung weniger geläufiger Aspekte der angebotenen Themen
werden - soweit möglich - als Handreichung mitgeliefert und
können auf Wunsch auch schon vor der Veranstaltung im
Schulbiologischen Zentrum abgeholt werden.
Als Angebot stehen ein botanisches Thema
(Flechten als Luftgüte-Bioindikatoren), ein zoologisches Thema
(Ethologie im Zoo) sowie ein Thema zur Auswahl, das sowohl
botanische als auch zoologische Bezüge aufweist (Neophyten -
Neozoen). Das erste und dritte Angebot sind dem Leitthema
"ökologische Verflechtungen und nachhaltige Nutzung"
zugeordnet, das zweite dem Leitthema "Evolution der Vielfalt
des Lebens in Struktur und Verhalten".
Der TÜV Essen hat auf Grundlage von
Vorarbeiten der Landesanstalt für Immissionsschutz für Dortmund
und viele andere Städte und Kreise der Region Luftgütekarten
auf der Grundlage des Flechtenbewuchses an Baumrinden erstellt.
Ausgehend von diesem aktuellen Anwendungsbezug wird die Flechte
als Untersuchungsobjekt vorgestellt, ihre ökologischen
Ansprüche und Eignungen als Bioindikator thematisiert, eine
Luftgütebestimmung praktisch durchgeführt sowie
landschaftsplanerische (fachübergreifend zu Ek) Aspekte
diskutiert. Der Unterricht im Schulbiologischen Zentrum
konzentriert sich dabei auf die Vermittlung der nötigen
Artenkenntnis (ca. sechs Flechtenarten sind aktuell zu
berücksichtigen), auf die Ermittlung des Einflusses weiterer
Umweltfaktoren auf die Flechtenbesiedlung (Licht, Feuchte,
Nährstoffe, pH-Wert, Konkurrenz) sowie auf die praktische
Durchführung einer Luftgütebestimmung nach der LuGI-Methode.
Das Vorhaben deckt nahezu alle Fachinhalte des Themenfeldes
"Umweltfaktoren, ökologische Nische - Untersuchungen in
einem Lebensraum" ab sowie Einzelaspekte der
"Wechselbeziehungen" (Konkurrenz, Mutualismus) und der
"Verflechtungen" (Trophiestufen). Darüber hinaus
bieten sich Möglichkeiten zum "Lernen im Kontext", zur
Herstellung von "Anwendungsbezügen" sowie "Umgang
mit Fachmethoden".
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Das Leitthema "Evolution der Vielfalt des
Lebens in Struktur und Verhalten" nimmt vor allem im
Themenfeld Verhalten, Fitness und Anpassung" aber auch bei
der "transspezifischen Evolution der Primaten" (rezente
Hinweise zur Evolution des Menschen) explizit Bezug auf
verhaltensbiologische Disziplinen (Ökethologie und
Soziobiologie). Das Angebot des Schulbiologischen Zentrums
schlägt in diesem Rahmen kein spezielles Thema eines
Schwerpunktvorhabens vor, sondern geht davon aus, dass in jedem
Falle der methodische Umgang mit deskriptiven
Beobachtungsverfahren (z.T. auch zu künstlichen Eingriffen, z.B.
zur Objekt/Beutemanipulation oder zur Kommukation -
experimentelle Ethologie) ein wünschenswertes praktisches
Element eines solchen Vorhabens darstellt. Mit unterschiedlichen
Methoden werden Bestandsaufnahmen möglichst zahlreicher bei der
betreffenden Art vorkommenden Verhaltensweisen durchgeführt,
wobei auch methodenkritisch Einflüsse des Beobachters oder der
Haltungsbedingungen auf das Verhalten erkannt werden sollen. Im
Vordergrund stehen das Bemühen um eine einheitliche Terminologie
und das Entdecken bzw. Festlegen zu beobachtender und zu
messender Parameter. Schließlich werden die gesammelten Daten
analysiert und interpretiert. Bitte sprechen Sie vorher mit uns
ab, ob zu dem Thema des von Ihnen gewählten Schwerpunktvorhabens
sinnvolle Verhaltensbeobachtungen möglich sind bzw. erfragen
Sie, welche lohnenden Beobachtungsaufgaben aktuell möglich sind,
um ihr Schwerpunktvorhaben darauf ausrichten zu können.
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Das Angebot ist dem Leitthema "ökologische Verflechtung und nachhaltige Nutzung" zugeordnet und weist hier Bezüge zum Themenfeld "Wechselbeziehungen, Populationsdynamik" auf (Biodiversität, Einbürgerung von Pflanzen und Tieren, interspezifische Konkurrenz aber auch zum Fachinhalt "Dynamik und Stabilität von Ökosystemen" des Themenfeldes "Verflechtungen in Lebensgemeinschaften". Die Fachinhalte und Methoden des Themenfeldes "Umweltfaktoren, ökologische Nische - Untersuchungen in einem Lebensraum" lassen sich ebenfalls in ein solches Schwerpunktvorhaben integrieren.