Schulbiologisches Zentrum der Stadt Dortmund                                                            

Grüne Schule

Themenübersicht:
1. Von der Aussaat bis zur Ernte
2. Wir entdecken und erleben Pflanzen

3. Verbreitung von Früchten und Samen
4. Obsternte
5. Tropische Nutzpflanzen
6. Die ersten Blumen im Frühjahr
7. Wildkräuter in der Küche
8. A wie Ahorn, B wie Buche, Bäume im Sommer
9. A wie Ahorn, B wie Buche, Bäume im Winter
10. Lebensraum Wald (kann z.Zt. nicht angeboten werden)
11. Obstbäume im Jahresverlauf
12. Anpassung von Pflanzen an extreme Lebensräume
13. Die Wiese
14. Bienen sammeln Vorräte
15. Bestäubung bei Pflanzen: Blütenökologie
16. Spinnen
17. Vögel
18. Leben im Boden
19. Bioindikatoren - Lebewesen messen die Umwelt
20. Brotbacken: Vom Korn zum Brot
21. Boden-Arthropoden
22. Flechten als Luftgüte-Bioindikatoren

23. Neophyten - Neozoen
   

Nachhaltigkeit
Der Begriff nachhaltige Entwicklung wird ursprünglich in der Forstwirtschaft verwendet. Gemeint ist damit eine Bewirtschaftungsweise, bei der dem Wald nur soviel Holz entnommen wird, wie in einem bestimmten Zeitraum nachwachsen kann.

 Bezogen auf die globale Gefährdung der Lebensbedingungen auf dem "Raumschiff Erde" fordert eine umweltgerechte, nachhaltige Entwicklung die Sicherung der Regenerationsfähigkeit natürlicher Ressourcen und die Erhaltung der Artenvielfalt.

Die Themenangebote der Grünen Schule entsprechen diesen Forderungen der Agenda 21.
Sie gewähren den Schülern durch eigenes Forschen Einblicke in ökologische Zusammenhänge und stärken das Bewusstsein, sich für den Erhalt unserer natürlichen Ressourcen einzusetzen. 

Biodiversität
Es geht hier um die Vielfalt des Lebens (Artenreichtum) auf der Erde.
Weil wir nur das schützen können, was wir auch kennen, benötigen wir Artenkenntnisse, wir untersuchen Nahrungsbeziehungen von Lebewesen.
Wir stellen auch Konkurrenz im Lebensraum fest. Siehe:

 Schwerpunktvorhaben zum neuen Sek.II-Lehrplan: Neophyten-Neozoen

 

 

THEMA 

Schuljahr
ZEIT

BESCHREIBUNG

1.

Von der Aussaat bis zur Ernte

1.- 4. Schj

April - September

Dienstag u.
Donnerstag

Die Schülerinnen und Schüler säen, pflanzen, pflegen und ernten verschiedene Blumen und Gemüsepflanzen. Je nach Jahreszeit können z.B. kleine Töpfe mit Stecklingen zur weiteren Pflege im Klassenraum mitgenommen werden oder es wird ein kleiner Imbiss bereitet.
a. Kräuter in Töpfen oder im Gartenbeet und Kräuterquark herstellen, für das 2.,3. u. 4. Schj
b. Kartoffeln legen, für das 3. Schj - Kartoffelernte im 4. Schj
c. Obsternte - Saft herstellen für das 3. und 4. Schj

2.

Wir entdecken und erleben Pflanzen

1.- 4. Schj

Dienstag u.
Donnerstag  

Je nach Jahreszeit lernen die Schüler einheimische Pflanzen kennen. Mit möglichst mehreren Sinnen werden Pflanzen untersucht. Nach Absprache kann damit gebastelt oder ein kleiner Imbiss bereitet werden.
a. Kennenlernen der Getreidesorten und Herstellen von Frischkornbrei (Winter) für das 2.,3. u. 4. Schj
b. Brot backen (Winter) für das 3. u. 4. Schj
c. Frühblüher (Frühjahr) 2.,3. u. 4. Schj

3.

Verbreitung von Früchten und Samen

4.- 6. Schj

August 
bis 
Oktober

Montag bis Freitag  

 Die Schüler sammeln und bestimmen verschiedene Samen und Früchte. Sie lernen ihre Verbreitungsmechanismen als Anpassung an ihren Standort/Lebensraum kennen und begreifen die Notwendigkeit der Samen- und Fruchtverbreitung für die Arterhaltung der Pflanzen.

4.

Obsternte

3.- 6. Schj

August
bis 
Oktober

Montag bis Freitag  

Die Schüler unterscheiden verschiedene Wildfrüchte sowie Obstsorten nach Aussehen und Geschmack. Sie sammeln Früchte und verarbeiten sie z.B. zu Fruchtsaft und Trockenobst, das den Vergleich mit Importprodukten nicht scheuen muss.

5.

Tropische Nutzpflanzen 

3.- 6. Schj

November 
bis 
Februar

Montag bis Freitag  

Die Schüler lernen einige wirtschaftlich bedeutende Pflanzen des tropischen und subtropischen Klimabereiches kennen. Aus dem "Klima" in den verschiedenen Pflanzenschauhäusern schließen sie auf die Heimat bzw. Kulturansprüche der Pflanzen. Im Unterrichtsraum schlagen die Schüler aus Agavenfasern Seile, aus Kakaobohnen wird Schokolade hergestellt. Bei der Vor- und Nachbereitung dieses Themas hilft Ihnen auch das Informationszentrum Dritte Welt, Münsterstr. 211a, 44145 Dortmund.

6.

Die ersten Blumen im Frühjahr

4.- 6. Schj

März 
bis 
Mai

Montag bis Freitag  

Die Schüler suchen eine Anzahl von Frühblühern an natürlichen Standorten auf. Hier erkennen sie die frühe Blüte als notwendige Anpassung an den jeweiligen Standort. Sie untersuchen unterirdische Speicherorgane als Voraussetzung für die frühe Blüte.

7.

Wildkräuter in der Küche

4.-10. Schj

April 
bis 
Mai

Montag bis Freitag  

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden genießbare und giftige Wildkräuter. Sie sammeln verschiedene Pflanzenteile und bereiten daraus eine Mahlzeit. Dabei lernen sie diese Kräuter als schmackhafte und gesunde Bereicherung des Speiseplans schätzen.

8.

A wie Ahorn,
B wie Buche,
Bäume im Sommer

3.- 6. Schj

Mai 
bis 
Juli

Montag bis Freitag  

Ein Alphabet der Bäume und Sträucher. Die Schüler lernen die wichtigsten heimischen Laub- und Nadelbäume kennen. Sie erarbeiten Unterscheidungsmerkmale anhand von Blättern, Rinde und Wuchsform der Bäume (Artenkenntnis). Ökologische Aspekte (Standort, tierische Bewohner...) Nutzung des Holzes als nachwachsender Rohstoff (Aspekt der Nachhaltigkeit).

9.

A wie Ahorn,
B wie Buche,
Bäume im Winter

5.-7. Schj

November 
bis 
Februar

Montag und Freitag  

Im Botanischen Garten Rombergpark lernen die Schüler häufig vorkommende Park- und Straßenbäume an Hand von gut unterscheidbaren Knospen, Rinde und Wuchsform zu bestimmen. Untersuchungen einer Blattknospe im Längsschnitt und von Zweigquerschnitten unter der Stereolupe zeigen den Schülern, dass sich blattabwerfende Bäume durch die Knospenbildung im Sommer und das Speichern von Reservestoffen im Holz an den Winter angepasst haben. (vgl. Nr. 8).

10.

Lebensraum Wald

7.- 8. Schj

Mai 
bis 
Juli
Freitag  

Fortsetzung von "A wie Ahorn, B wie Buche" (Artenkenntnis). Ökologische Aspekte treten in den Vordergrund: Der Lebensraum Wald mit Bäumen, Sträuchern, Krautschicht und tierischen Bewohnern wird untersucht Die Schüler erkennen unterschiedliche Ansprüche von Pflanzen an Boden, Feuchtigkeit und Licht. Eine Verbindung mit Nr. 18 "Leben im Boden" bietet sich an. Artenkenntnis der wichtigsten heimischen Waldbäume erwünscht! Aspekt der Nachhaltigkeit (vgl. Nr.8).

11.

Obstbäume im Jahresverlauf

7.- 9. Schj

ganzjährig

Montag und Freitag  

Die Schüler erhalten die Gelegenheit, in einer Obstanlage einige Obstbäume ihrer Wahl eine Vegetationsperiode hindurch zu beobachten und zu pflegen. Hierzu sind vier Vormittage vorgesehen. Im Winter schneiden die Schüler die Bäume, zur Obstblüte und während des Sommers untersuchen sie die Bewohner des "Minibiotops" Obstbaum, im Herbst ernten sie die Früchte ihrer Bäume und verarbeiten sie z.B. zu Fruchtsaft.

Jedes Teilthema wird auch einzeln angeboten:

1. Schnitt         - März
2. Blüte            - April, Mai
3. Bewohner    - Juni                Bild1 (56KB)

12.

Anpassung von Pflanzen an extreme Lebensräume

7.-10. Schj

November 
bis 
Februar

Montag bis Freitag  

In den Pflanzenschauhäusern lernen die Schüler, wie Pflanzen sich an verschiedene Lebensräume anpassen können: Wüste, tropischer Regenwald, nährstoffarme Biotope. Sie begreifen die Umgestaltung von Blättern, Sprossen, Wurzeln als Anpassung an extreme Lebensräume. Wir empfehlen fächerübergreifenden Unterricht: Geographie, Geschichte, Politik (Vegetationszonen, Bedrohung und Erhaltung gefährdeter Lebensräume und Arten, Konsumverhalten). Bei der Vor- und Nachbereitung dieses Themas hilft Ihnen auch das Informationszentrum Dritte Welt, Münsterstr. 211a, 44145 Dortmund.

13.

Die Wiese

9.-13. Schj

Mai
bis
Juli
nach Absprache  

Am Beispiel des Ökosystems "Wiese" werden exemplarisch freilandökologische Arbeitsmethoden vorgestellt und praktisch erprobt (pflanzensoziologische Aufnahme, Erfassung der tierischen Bewohner bzw. ihrer Fraßspuren, Messen abiotischer Faktoren). Als spezifische Eigenart der Wiese wird die morphologische und wachstumsdynamische Anpassung der Wiesenpflanzen an den Mahdrhythmus thematisiert (unterirdische Organe, Ausläufer; grundständige Rosetten bzw. Erstellen eines Blühkalenders verbunden mit Längenmessungen). Empfehlung: Nachmittags ist dieses Thema ergiebiger wegen des stärkeren Insektenfluges.

14.

Bienen sammeln Vorräte

4.- 8. Schj

Mai - Juli
und
August - September,  

Die Schüler beobachten die Bienen beim Sammeln an blühenden Pflanzen und beim Eintragen am Flugloch des Bienenstocks. Das Ergebnis dieser Emsigkeit zeigt sich (zeitweise) an wohlgefüllten Waben. Nebenbei werden Einblicke in das interessante Sozialleben dieser "Haustiere" gewonnen.

Dieses Thema wird vom Imker Herrn Gimmler betreut. Daher   ist der Kostenbeitrag pro Teilnehmer/in  2,00€ 

Telefon Herr Gimmler: 0231/2063 540

15.

Bestäubung bei Pflanzen:
Blütenökologie

5.- 6. Schj

Mai
bis
Juli
Montag bis Freitag  

Die Schüler lernen die gegenseitige Anpassung von Blüten und ihrer Bestäuber kennen, z.B. Rhododendron und Hummeln. Je nach Witterung können die Tiere beobachtet und bestimmt werden. Als Vorkenntnis erwünscht: Aufbau einer beliebigen Blüte; männliche und weibliche Blütenorgane.

16.

Spinnen

8.-13. Schj

Mitte Juni
bis 
Oktober
Mittwoch  

Die Schüler erkunden das Leben der Spinnen; dabei können bestehende Vorurteile gegenüber diesen faszinierenden Tieren abgebaut werden. Neben Fragen der Morphologie und Systematik steht die Beobachtung von Spinnen in ihren natürlichen Lebensräumen im Vordergrund. Einen Schwerpunkt stellen dabei die unterschiedlichen Strategien des Nahrungserwerbs der verschiedenen Spinnenarten dar, die sich unter anderem in unterschiedlichen Netztypen dokumentieren
Auch nachmittags

17.

Vögel

5.-13. Schj

ganzjährig

Mittwoch  

Für einen Unterrichtsbesuch sollten zuvor inhaltliche Themenschwerpunkte, abhängig von Jahreszeit und Jahrgangsstufe, abgesprochen werden. Einige Beispiele: Vögel im Park (Artenkenntnis), Vogelstimmen erkennen und erklären, brutbiologische Fragen, ethologische Aspekte wie Nahrungserwerb, evolutionsbiologische und systematische Aspekte (für die Oberstufe, z.B. Zwillingsarten), Methoden der Bestandserfassung von Brutvögeln (Revierkartierung, Rasterkartierung, Linientaxierung) und Auswertung unter Aspekten des Artenschutzes, ökologische Aspekte (für die Oberstufe z.B. Erarbeitung von Begriffen wie Konkurrenz, inter- und intraspezifische Beziehungen, Ökologie usw. an Beispielen der Vogelwelt).
Nach Absprache auch im eigenen Schulumfeld.

18.

Leben im Boden

7.- 9. Schj

ganzjährig

Mittwoch und Freitag  

Ein- oder zweitägiger Kurs. Entnahme und Auswertung von Bodenproben bei eintägiger Veranstaltung
Bestimmung von Bodenorganismen und Kennenlernen ihrer Leistung im Boden oder chemische und physikalische Untersuchung zur Bodenqualität.
Bei zweitägiger Veranstaltung gelten beide Punkte.
Nachhaltige Bewirtschaftung von Böden, natürliche Abbauprozesse, Belastung von Böden durch Schadstoffe, Gifte.
Zum Thema Kompost/Verkompostierung hilft Ihnen auch:

Entsorgung Dortmund GmbH
www.edg-dortmund.de
mailto:k.heise@edg-dortmund.de

19.

Bioindikatoren-
Lebewesen messen die Umwelt

11.-13. Schj

ganzjährig

nach Absprache  

Manche Pflanzen und Tiere reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen von Umweltfaktoren. Sie sind daher als "Messgeräte" zur Überwachung der Luft-, Wasser- und Bodenqualität einsetzbar, die technischen Messinstrumenten in mancher Hinsicht überlegen sind. In diesem Rahmen wird die klassische Bioindikation der Luftgüte durch baumrindenbesiedelnde Flechten vorgestellt und praktisch durchgeführt.

20.

Brotbacken
Vom Korn zum Brot

3.- 6. Schj

November
bis 
Februar
Montag bis Freitag  

Der Werdegang des Brotes wird verfolgt von der Getreideernte an. Die Schüler erfahren das Dreschen, Fegen und Mahlen des Getreides und lernen alte Verfahren kennen. Aus Vollkornmehl wird einfaches Weizenbrot gebacken, das gemeinsam gegessen wird.

21.

Boden-Arthropoden

7.- 9. Schj

ganzjährig

 Montag
 Mittwoch
 Freitag  

Untersuchung von Waldboden und Komposterde, Bestimmung der gefundenen Bodentiere.

Schwerpunktvorhaben zum Sek.II-Lehrplan

Pro Leitthema sieht der Sek.II-Lehrplan im Fach Biologie je ein Schwerpunktvorhaben vor, in Leistungskursen sogar zwei.
Als Serviceleistung dazu bietet das Schulbiologische Zentrum drei Angebote, die den Lehrplanintentionen entsprechen und zugleich recht ökonomisch in den Unterricht integrierbar sind, da sie einen erheblichen Teil obligatorischer Lerninhalte mitberücksichtigen.
(siehe auch die Seite Schwerpunktvorhaben zum Sek.II-Lehrplan und Zooschule, Thema 16)

22.

Angebot 1:
Flechten als Luftgüte-Bioindikatoren

Die Stadt Dortmund hat – ähnlich wie viele andere Städte der Region – Luftgütekarten auf der Grundlage des Flechtenbewuchses an Baumrinden erstellen lassen.
Ausgehend von diesem aktuellen Anwendungsbezug werden Flechten als Untersuchungsobjekte vorgestellt, ihre ökologischen Ansprüche und Eignung als Indikatoren thematisiert, eine Luftgütebestimmung praktisch durchgeführt und das Ergebnis methodenkritisch diskutiert.
Das überschaubare Spektrum von etwa sechs relevanten Arten und die unkomplizierte Untersuchungsmethode fördern brauchbare Ergebnisse.  

23.

Angebot 3:
Neophyten - Neozoen

Hunderte von Tier- und Pflanzenarten sind in den letzten Jahrzehnten in Mitteleuropa bewusst oder unbewusst eingeführt worden. Viele von ihnen wie Nilgans, Kanadagans, Japanische Goldrute oder Drüsiges Springkraut sind inzwischen fest etabliert.
In der Veranstaltung sollen einige dieser Arten bestimmt und im Hinblick auf ihre ökologischen Ansprüche, ihre Einnischung und ihre Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna untersucht werden.